News & Reviews

  • Cold Storage [2026]
    Die Leinwandadaption von David Koepps Roman basiert auf dessen eigener Drehbuchvorlage. Bedenkt man, wofür der preisgekrönte Autor bislang verantwortlich zeichnete, könnten die Erwartungen kaum höher sein. Dass Filmemacher Jonny Campbell die nicht bzw. nur sehr eingeschränkt erfüllen kann, ist dementsprechend eine umso größere Enttäuschung. Dabei ist Cold Storage kein schlechter Unterhaltungsfilm, wenn sich die Verantwortlichen denn entscheiden könnten, was für eine Art Film sie erzählen wollen.
  • G.O.A.T.: Bock auf große Sprünge [2026]
    Im Animationsfilm G.O.A.T.: Bock auf große Sprünge leben anthropomorphe Tiere in einer großen Welt gemeinsam zusammen. Der junge Ziegenbocks Will möchte darin in der Profisportart Roarball der größte Spieler aller Zeiten werden. Das klingt von der Ausgangslage her nicht uninteressant, stellt aber in der Umsetzung nicht nur das Design über den Inhalt, sondern ein grobes Konzept über irgendeine ausgereifte Idee. Das Ergebnis ist bunt und temporeich, ohne Ziel oder Substanz.
  • Dust Bunny [2025]
    Bryan Fullers Spielfilmregiedebüt Dust Bunny ist, wenn nichts anderes, dann zumindest eine seltsame Erfahrung. Die Erzählung von einem Mädchen, das einen Attentäter engagiert, das Monster unter ihrem Bett zu töten, sprüht über vor Fantasie und ist bis hin zu den Tapeten in den Wohnungen so detailreich gestaltet, dass man beim ersten Ansehen gar nicht alles entdecken kann. Aber trotz der tollen Besetzung trägt die Story kaum, abgesehen davon, dass man nur schwer erahnen kann, was einem die Verantwortlichen mit alledem sagen wollen.
  • Crime 101 [2026]
    Basierend auf Don Winslows gleichnamiger Novelle aus dem Jahr 2020 erzählt Filmemacher Bart Layton in seinem ersten rein fiktiven Spielfilm einen Crime-Thriller über einen Juwelendieb, der nicht nur immens chic in Szene gesetzt ist, sondern sich Zeit für die Figuren und eine überraschend komplexe Story nimmt. Nicht nur heutzutage ist Crime 101 mehr als nur eine Überraschung. Es ist einer der unterhaltsamsten und gleichzeitig gelungensten Genrefilme seit langem.
  • “Wuthering Heights” – Sturmhöhe [2026]
    Selbst wenn Filmemacherin Emerald Fennell nur in groben Zügen dem gleichnamigen Literaturklassiker folgt, greift sie in Wuthering Heights – Sturmhöhe dennoch die Ambivalenz der Geschichte auf, in der die Figuren zwischen Liebe jenseits der Selbstaufgabe und besitzergreifender Eifersucht bis zur eigenen Zerstörung gefangen sind. Gleichermaßen überlebensgroße Liebesgeschichte wie abschreckendes Mahnmal in Bezug auf Begierde und Rache, ist die Erzählung derart opulent und in der Bildersprache betörend, dass man sich förmlich darin verlieren kann.
  • Die Ältern [2026]
    Sönke Wortmanns Adaption des gleichnamigen Bestsellerromans ist in einer Hinsicht genau das, was man in Anbetracht der Story erwarten würde, andererseits aber überhaupt nicht. Die Komödie schildert aus dem Blickwinkel des „weißen, alten Mannes“, der Jahrzehnte damit zugebracht hat, für Beständigkeit zu sorgen, wie dieser erkennen muss, dass die Welt um ihn herum schon lange nicht mehr diejenige ist, die er sich einredet. Die Ältern ist amüsant und in mancherlei Hinsicht entblätternd, wenn auch nie so böse, wie es sein könnte.
  • Return to Silent Hill [2026]
    Beinahe 20 Jahre nach dem ersten Teil inszeniert Filmemacher Christophe Gans mit Return to Silent Hill kein Sequel seines 2006 erschienen Vorgängers oder dessen direkter Fortsetzung. Stattdessen ist dies ein Neubeginn des filmischen Franchise. Der Geschichte der Videospielvorlage folgt das Fantasy-Horror-Drama allerdings zu verbissen und vergisst dabei, ein filmisches Universum zu erzeugen, das auch für sich genommen so viel Sinn ergibt, so dass sich das Publikum darin zurechtfinden kann. Schaurig ist es dennoch, wenn man weiß, worauf man sich einlässt.
  • Road House [1989]
    Rowdy Herringtons Road House ist vor allem anderen ein Film seiner Zeit, wenn auch nicht unbedingt der Art, die damals Kinogeschichte geschrieben haben. Die Story um einen Rausschmeißer, der sich in einer kleinen Stadt mit einem skrupellosen Mann anlegt, der dort die Fäden zieht, ist so altbekannt wie oberflächlich. Vor allem braucht sie lange, ehe sie in Fahrt kommt und der Film mit einem Actionfinale aufwartet, für das Fans ihn schätzen. Immerhin ist der Rest eines nie: langweilig.
  • Running Man [1987]
    Die erste Leinwandadaption von Stephen Kings Roman Menschenjagd wandelt viele Elemente der Vorlage so stark ab, dass deren Kern beinahe verloren geht. Dabei verstecken sich in Running Man viele immer noch aktuelle, gesellschaftskritische Kommentare und in mancherlei Hinsicht ist Paul Michael Glasers Film beinahe prophetisch. Wäre es nicht um die überzogenen Schurken, die weniger Furcht einflößen, als für unfreiwillige Komik sorgen.
  • Send Help [2026]
    Die Grundidee von Send Help ist so einfach und für einen Großteil des Publikums nachvollziehbar, dass der Reiz der Story nicht schwer zu erklären ist. Darin strandet eine Mitarbeiterin mit ihrem neuen Boss auf einer einsamen Insel, ohne die Aussicht, dass bald Hilfe eintrifft. Auf sich allein gestellt, dreht sich das Über-/Unterordnungsverhältnis um. Aber in das Genre des Psychothrillers dreht Filmemacher Sam Raimi das Geschehen nur zeitweise. Dafür prägt er den Horror letztlich mit seiner ganz eigenen Handschrift.

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