Um eines vorwegzunehmen, Christopher Nolans Die Odyssee ist ein Film für die größtmögliche Leinwand. Nur dort kann man die wahre Größe der Produktion und diese epische Geschichte richtig in sich aufnehmen. Für die bräuchte der Filmemacher in manchen Momenten, insbesondere bei zwei Wegstationen der fantastischen Heimkehr der Titelfigur, zwar mehr Zeit, dafür aber gewinnt er dessen größtem Triumph eine Bedeutung ab, die seine Heldentaten in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.
Der auf wahren Begebenheiten basierende The Ministry of Ungentlemanly Warfare ist ein Guy Ritchie-Film durch und durch. Angefangen von einer stellenweise überaus einfallsreichen Inszenierung, bis hin zu einer durchweg gelungenen Stimmung und einigen wirklich tollen Momenten. Nur wie zuletzt, fehlt es auch dieser Geschichte über eine erst vor einigen Jahren bekannt gewordene, britische Geheimoperation während des Zweiten Weltkriegs an einer durchgehenden Zugkraft und Figuren, mit denen man wirklich mitfiebern könnte.
Die Ausgangslage vor und hinter der Kamera von Silent Night: Stumme Rache klingt derart interessant, dass es umso mehr enttäuscht, wie wenig der Actionthriller davon letztlich zu nutzen weiß. Wenig zimperlich umgesetzt, erzählt die Geschichte von einem Vater, der sich, nachdem sein Sohn im Kugelhagel eines Bandenkrieges ums Leben kommt, auf einen Rachefeldzug begibt. Das klingt bekannt, ist hier aber beinahe durchweg ohne Dialoge in Szene gesetzt. Woran es aber spürbar mangelt, sind greifbare Figuren – und mitreißende Action.
Wenn nichts anderes, beweist die Realverfilmung des erst zehn Jahre alten Animationsfilms Vaiana, was für ein Potential in der farbenfrohen Geschichte steckt. Das weiß Filmemacher Thomas Kail durchaus zu nutzen und für ein junges Publikum, das mit der Vorlage nicht vertraut ist, hat die Adaption durchaus ihren Reiz. Aber dadurch, dass dieser hier überhaupt rein gar nichts hinzugefügt wird, ist die aufwändige und doch selten überzeugende Verfilmung hauptsächlich eines: unnötig.
Im Kern ist das bereits dritte alleinige Abenteuer um die gelben, willfährigen Schurkenhelfer Minions eine große Hommage an die große Ära des Monsterfilms der hollywoodschen Traumfabrik. Zwar ist auch Minions & Monster mit Aspekten versehen, die am Ende für die Erzählung nicht wirklich wichtig sind, und der Humor richtet sich hauptsächlich an ein sehr junges Publikum. Aber vor allem die vielen Verweise an Genreklassiker werden ein erfahrene Zuseherinnen und Zuseher freuen. Durchweg unterhaltsam ist es obendrein.
Filmemacher Daniel Roher, der erst vor ein paar Jahren mit dem Oscar für einen Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde, präsentiert mit The Piano Tuner ein Krimi-Drama, das sich anfühlt, als wüsste die Geschichte nicht, was sie eigentlich sein möchte. Umso episodenhafter gerät die Stimmung, die in den einzelnen Abschnitten für sich genommen durchaus gelungen ist, in der Summe aber so uneinheitlich erscheint, dass man letztlich mit einem Gefühl entlassen wird, als wäre den Figuren am Ende Unrecht getan worden.
Craig Gillespies Supergirl-Adaption steckt so voller Potential, auch dank einer Titelfigur, die in mancherlei Hinsicht zugänglicher ist, als ihr filmischer Cousin, dass man nur schwer Verständnis dafür aufbringen kann, wie leichtfertig die Verantwortlichen das verspielen. Fans werden dennoch viel finden, was ihnen gefallen kann und als Überleitung zum nächsten Superman-Abenteuer reicht es allemal. Für sich genommen überzeugt die Geschichte aber nur phasenweise.
Lange Zeit fragt man sich bei John Carneys Power Ballad – Der Song meines Lebens, worauf die Geschichte hinauslaufen soll. Das umso mehr, da sich erst in der zweiten Hälfte der vermeintlich entscheidende Teil der Story zuträgt. Lässt man sich aber darauf ein, erzählt die leichtfüßige Dramödie von der Macht der Musik und davon, was wirklich wichtig ist im Leben. Das mag nie die emotionale Wucht entfalten, die womöglich in der Geschichte schlummert, aber es ist ungemein charmant.
Für das 30jährige Jubiläum der Horror-Filmreihe und den inzwischen siebten Spielfilm des Franchise nimmt auf dem Regiestuhl derjenige Mann Platz, dessen Drehbuch von Scream – Schrei! das Genre neu belebte. In seinem erst zweiten Spielfilm nach Teaching Mrs. Tingle kehrt Filmemacher Kevin Williamson in vielerlei Hinsicht zu den Anfängen zurück und verliert bei Scream 7 doch aus den Augen, was den ersten Teil so besonders macht. Fans dürfte immerhin das Wiedersehen mit bekannten Figuren freuen.
Als Erweiterung seiner gleichnamigen Webserie präsentiert Kane Parsons mit Backrooms einen so originellen wie ungewöhnlichen Psychothriller, der sich durch seine Atmosphäre auszeichnet, anstatt auf sichtbaren Horror zu setzen. Das ist faszinierend und sehenswert, selbst wenn dem Finale die Wucht fehlt, die man sich erhoffen würde und eine Erklärung, die lediglich angedeutet wird, aber trotzdem ausbleibt.
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