Auch wenn Russell Mulcahys Fantasy-Action-Märchen Highlander: Es kann nur einen geben seinerzeit an den Kinokassen enttäuschte, hat er inzwischen eine so große Gemeinde um sich geschart, dass nicht nur mehrere Fortsetzungen und eine Serie folgten, sondern demnächst eine Neuinterpretation nebst Serienbegleitung erscheinen wird bzw. soll. So sehr die Umsetzung auch heute noch von der Nostalgie der 1980er-Jahre profitiert, ihre Schwächen treten umso mehr zum Vorschein.
Bei aller berechtigter Kritik war Edward Zwicks Thriller Ausnahmezustand seiner Zeit dennoch in mehrerlei Hinsicht voraus. Die Geschichte um eine Reihe von islamistisch motivierten Terroranschlägen im Herzen von New York City sollte nur wenige Jahre später von der Realität überholt werden. Weitaus beunruhigender ist allerdings, in welche Richtung die Story weitergesponnen wird. Bis auf eine Darbietung stark gespielt, ist das heute so aktuell wie damals und scheint regelrecht prophetisch.
Die Leinwandadaption von David Koepps Roman basiert auf dessen eigener Drehbuchvorlage. Bedenkt man, wofür der preisgekrönte Autor bislang verantwortlich zeichnete, könnten die Erwartungen kaum höher sein. Dass Filmemacher Jonny Campbell die nicht bzw. nur sehr eingeschränkt erfüllen kann, ist dementsprechend eine umso größere Enttäuschung. Dabei ist Cold Storage kein schlechter Unterhaltungsfilm, wenn sich die Verantwortlichen denn entscheiden könnten, was für eine Art Film sie erzählen wollen.
Im Animationsfilm G.O.A.T.: Bock auf große Sprünge leben anthropomorphe Tiere in einer großen Welt gemeinsam zusammen. Der junge Ziegenbocks Will möchte darin in der Profisportart Roarball der größte Spieler aller Zeiten werden. Das klingt von der Ausgangslage her nicht uninteressant, stellt aber in der Umsetzung nicht nur das Design über den Inhalt, sondern ein grobes Konzept über irgendeine ausgereifte Idee. Das Ergebnis ist bunt und temporeich, ohne Ziel oder Substanz.
Bryan Fullers Spielfilmregiedebüt Dust Bunny ist, wenn nichts anderes, dann zumindest eine seltsame Erfahrung. Die Erzählung von einem Mädchen, das einen Attentäter engagiert, das Monster unter ihrem Bett zu töten, sprüht über vor Fantasie und ist bis hin zu den Tapeten in den Wohnungen so detailreich gestaltet, dass man beim ersten Ansehen gar nicht alles entdecken kann. Aber trotz der tollen Besetzung trägt die Story kaum, abgesehen davon, dass man nur schwer erahnen kann, was einem die Verantwortlichen mit alledem sagen wollen.
Basierend auf Don Winslows gleichnamiger Novelle aus dem Jahr 2020 erzählt Filmemacher Bart Layton in seinem ersten rein fiktiven Spielfilm einen Crime-Thriller über einen Juwelendieb, der nicht nur immens chic in Szene gesetzt ist, sondern sich Zeit für die Figuren und eine überraschend komplexe Story nimmt. Nicht nur heutzutage ist Crime 101 mehr als nur eine Überraschung. Es ist einer der unterhaltsamsten und gleichzeitig gelungensten Genrefilme seit langem.
Selbst wenn Filmemacherin Emerald Fennell nur in groben Zügen dem gleichnamigen Literaturklassiker folgt, greift sie in Wuthering Heights – Sturmhöhe dennoch die Ambivalenz der Geschichte auf, in der die Figuren zwischen Liebe jenseits der Selbstaufgabe und besitzergreifender Eifersucht bis zur eigenen Zerstörung gefangen sind. Gleichermaßen überlebensgroße Liebesgeschichte wie abschreckendes Mahnmal in Bezug auf Begierde und Rache, ist die Erzählung derart opulent und in der Bildersprache betörend, dass man sich förmlich darin verlieren kann.
Sönke Wortmanns Adaption des gleichnamigen Bestsellerromans ist in einer Hinsicht genau das, was man in Anbetracht der Story erwarten würde, andererseits aber überhaupt nicht. Die Komödie schildert aus dem Blickwinkel des „weißen, alten Mannes“, der Jahrzehnte damit zugebracht hat, für Beständigkeit zu sorgen, wie dieser erkennen muss, dass die Welt um ihn herum schon lange nicht mehr diejenige ist, die er sich einredet. Die Ältern ist amüsant und in mancherlei Hinsicht entblätternd, wenn auch nie so böse, wie es sein könnte.
Beinahe 20 Jahre nach dem ersten Teil inszeniert Filmemacher Christophe Gans mit Return to Silent Hill kein Sequel seines 2006 erschienen Vorgängers oder dessen direkter Fortsetzung. Stattdessen ist dies ein Neubeginn des filmischen Franchise. Der Geschichte der Videospielvorlage folgt das Fantasy-Horror-Drama allerdings zu verbissen und vergisst dabei, ein filmisches Universum zu erzeugen, das auch für sich genommen so viel Sinn ergibt, so dass sich das Publikum darin zurechtfinden kann. Schaurig ist es dennoch, wenn man weiß, worauf man sich einlässt.
Rowdy HerringtonsRoad House ist vor allem anderen ein Film seiner Zeit, wenn auch nicht unbedingt der Art, die damals Kinogeschichte geschrieben haben. Die Story um einen Rausschmeißer, der sich in einer kleinen Stadt mit einem skrupellosen Mann anlegt, der dort die Fäden zieht, ist so altbekannt wie oberflächlich. Vor allem braucht sie lange, ehe sie in Fahrt kommt und der Film mit einem Actionfinale aufwartet, für das Fans ihn schätzen. Immerhin ist der Rest eines nie: langweilig.
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