News & Reviews

  • Passenger [2026]
    André Øvredals Passenger wartet nach einer immens einnehmenden Eröffnung, bei der sich einem die Nackenhaare aufstellen, mit einer ersten Hälfte auf, die stimmungsvoller kaum sein könnte. Das hohe Niveau hält der Horrorfilm so lange, bis er versucht, mit vielen Erklärungen seinen Figuren einen Weg aus einer schier ausweglosen Situation aufzuzeigen. Was folgt, schwächt spürbar den mystischen Horror, ist aber immer noch gut umgesetzt und wartet darüber hinaus mit zahlreichen guten Ideen auf.
  • Glennkill: Ein Schafskrimi [2026]
    Ob man nun aus dem Blickwinkel der überaus lesenswerten Romanvorlage auf die Geschichte blickt, oder Kyle Baldas ungewöhnlichen, familientauglichen Krimi als das nimmt, was er sein möchte – eine Detektivgeschichte aus Sicht einer Schafherde, die versucht, den Mord an ihrem geliebten Schäfer aufzuklären – es gibt kaum etwas, was man sich in Glennkill: Ein Schafskrimi besser umgesetzt vorstellen könnte. Vielmehr ist dies derart putzig, witzig und herzerwärmend zugleich, man möchte die wolligen Detektive gar nicht wieder verlassen.
  • Marty Supreme [2025]
    In seiner ersten Soloregiearbeit in mehr als 15 Jahren rückt Filmemacher Josh Safdie eine geradezu abstoßende Person ins Zentrum. Angesiedelt zu Beginn der 1950er-Jahre schildert er, wie der ungemein talentierte Tischtennisspieler Marty Mauser einen Weg sucht, Weltmeister zu werden. Doch sein arrogantes Wesen steht ihm dabei selbst ebenso im Weg wie diejenigen Menschen, die nicht an seine Karriere im Tischtennis glauben. Marty Supreme ist dabei mit einer geradezu ansteckenden Energie erzählt, wenn man darüber hinwegsieht, dass es hier keine einzige Sympathiefigur gibt.
  • Extrawurst [2026]
    Basierend auf dem gleichnamigen Stück von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob rollt Filmemacher Marcus H. Rosenmüller in Extrawurst die großen, polarisierenden Themen unserer Gesellschaft vor dem Hintergrund einer zunehmend aus dem Ruder laufenden Mitgliederversammlung eines provinziellen Tennisclubs auf. Dabei bekommen am Ende alle Beteiligten ihr Fett weg, auch diejenigen, die stets um politische Korrektheit bemüht sind. Am Ende fehlt zwar ein wenig der Biss, doch hält das dem Publikum gelungen den Spiegel vor.
  • The Mandalorian & Grogu [2026]
    Nach dem Erfolg als Streaming-Serie wagt Filmemacher Jon Favreau mit dem Titel gebenden Kopfgeldjäger und dem „Kind“ Grogu den Sprung auf die große Leinwand. The Mandalorian & Grogu setzt dabei inhaltlich nach Staffel drei an und präsentiert letztlich nicht mehr oder weniger als einen weiteren Auftrag des ungleichen Duos. Wer eine große Geschichte erwartet, die das Schicksal des Universums beeinflussen könnte, wird also enttäuscht. Fans des Franchise hingegen kommen auf ihre Kosten.
  • In the Grey [2026]
    So Vieles ist an Guy Ritchies Actionthriller In the Grey gelungen, es ist bedauerlich, dass der Story die letztendliche Schlagkraft fehlt, um die durchweg tadellos umgesetzte Action auf das Niveau bekannter Agenten-Filmreihen zu heben. Dabei sind im Grunde alle Zutaten vorhanden, sie werden in letzter Konsequenz nur nicht genutzt. Stellenweise amüsant und durchaus unterhaltsam ist das dennoch, wenn einem der mitunter trockene Humor gefällt.
  • Nuisance Bear [2026]
    Gekleidet in abwechselnd wunderschön beeindruckende Bilder und Eindrücke, die geradezu surreal anmuten, erzählen Gabriela Osio Vanden und Jack Weisman in ihrem Dokumentarfilm Nuisance Bear, wie die Menschen in der sogenannten Eisbär-Hauptstadt mit den zunehmenden „Besuchen“ der Bären umzugehen versuchen. Sie lenken dabei auch den Blick auf eine sich verändernde Welt, in der die indigene Bevölkerung jener Region gleichermaßen gezwungen wird, sich anzupassen.
  • Hélène Huby – Wettlauf ins All [2026]
    Es gibt zahlreiche Firmen, die sich auf dem aufstrebenden Markt der kommerziellen Weltraumwirtschaft etablieren wollen. Dokumentarfilmerin Lena Leonhardt richtet in ihrem Porträt Hélène Huby – Wettlauf ins All den Blick auf eine Frau, die aus mehreren Gründen eine Ausnahmepersönlichkeit, nicht nur in diesem Sektor darstellt. Das zu sehen, ist geradezu inspirierend, selbst wenn der Erzählung ein richtiger Abschluss fehlt.
  • Der Wunderweltenbaum [2026]
    Ben Gregors Verfilmung von Enid Blytons beliebter, gleichnamiger Kinderbuchreihe modernisiert die Geschichte und bleibt der Idee doch weitgehend treu. Im Zentrum stehen die Abenteuer der Geschwister Beth, Joe und Fran, die mit ihren Eltern aufs Land ziehen und dort einen magischen Ort entdecken. Der Wunderweltenbaum erzählt vor diesem Hintergrund von Familie und der Magie der Fantasie; davon, wie in der Hektik des Alltags beides unterzugehen droht. Mit dem Herz am rechten Fleck, eignet sich das trotzdem eher für ein ganz junges Publikum.
  • Vier minus Drei [2026]
    Auch wenn die Aussage der Erzählung eine andere ist, Adrian Goigingers Vier minus Drei fühlt sich an wie ein Tritt in die Magengrube. Das auf wahren Begebenheiten beruhende Drama erzählt von einem unvorstellbaren Verlust und wie die Frau, die ihn erlitten hat, einen Weg zurück ins Leben sucht. Im Zentrum steht die Erkenntnis, dass ein Weg nach vorn nur möglich ist, wenn man bereit ist, loszulassen. Dies hier zu beobachten, ist erschütternd und herzzerreißend zugleich.

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