Die Filmemacher Jared Bush und Byron Howard schließen mit ihrer deutlich später als erwarteten Fortsetzung Zoomania 2 nicht nur inhaltlich an den putzigen Vorgänger an, sondern vollbringen das Kunststück, eine Geschichte zu erzählen, die gleichermaßen temporeich, warmherzig und relevant ist, wie zuvor. In gewisser Hinsicht fühlt sich das beinahe an wie ein lustiger Agententhriller. Mit viel Fantasie und Humor selbst im Hintergrund zum Leben erweckt, ist das beste Unterhaltung für die ganze Familie.
Filmemacher Derek Cianfrance erzählt in Der Hochstapler – Roofman die wahre Geschichte des als eben solcher bekanntgewordenen Einbrechers und Räubers Jeffrey Manchester, der in dutzende Schnellimbissfilialen eingebrochen ist und deren Einnahmen erbeutet hat. Selbst wenn er dabei stets zuvorkommend und Augenzeugen zufolge „nett“ gewesen ist, seine Verbrechen schmälert das nicht. Ebenso wenig, wie viel Leid er verursacht hat. Getragen von zwei starken Darbietungen ist das so unterhaltsam wie charmant, eignet sich aber kaum als Charakterstudie.
Das Spielfilmregiedebüt von Ronan Day-Lewis wartet mit einer der besten Darbietungen des Jahres auf und ist ungemein bildgewaltig präsentiert. Sein Drehbuch, das er zusammen mit seinem Vater Daniel Day-Lewis verfasste, der für die Hauptrolle nach acht Jahren Ruhestand erstmals wieder vor die Kamera tritt, widmet sich auch großen und schweren Themen. Doch Anemone ist derart um seine künstlerische Bedeutsamkeit bemüht, dass die Entwicklung der Figuren – und das Publikum – dabei auf der Strecke bleibt.
Die Fortsetzung der so erfolgreichen wie mitreißenden Musical-Verfilmung Wicked entführt das Publikum erneut in das fantasievolle Land Oz und bringt die Geschichte getreu der Vorlage zu einem nicht weniger aufwändig zum Leben erweckten Abschluss. Dass Wicked: Teil 2 seinem Vorgänger trotzdem in beinahe allen Belangen nachsteht, kann man Regisseur Jon M. Chu kaum zum Vorwurf machen. Es ist vielmehr der Struktur der Geschichte geschuldet, die sämtliche Leichtigkeit einbüßt und mit viel weniger musikalischen Highlights aufwartet, als zuvor.
Mit Sisu präsentierte der finnische Filmemacher Jalmari Helander einen handwerklich eindrucksvoll gemachten Actionfilm, der an brachiale Genrevertreter einer vergangenen Zeit erinnerte. Sisu: Road to Revenge soll daran nicht nur inhaltlich anknüpfen, sondern mit noch mehr Aufwand die Geschichte um den schweigsamen Protagonisten, der zur lebenden Legende wurde, zu einem Abschluss bringen. Unterwegs jedoch stilisieren die Verantwortlichen ihre Hauptfigur beinahe zu einer Karikatur, die selbst Comichelden für unglaubwürdig halten würden.
Die ersten eineinhalb Stunden von Ari Asters satirischem Crime-Thriller Eddington kann man sich gut vorstellen, worauf der Filmemacher inhaltlich hinaus möchte. Im letzten Drittel jedoch nimmt die Geschichte eine Abzweigung, die so unvermittelt kommt, dass man sich während des brutalen Finales im falschen Film wähnt. Da hilft auch nicht, dass der Epilog wieder zu den vorigen Themen zurückkehrt. Im besten Fall ist dies nur schwer zugänglich, aber selbst das sehr spezielle Publikum, das sich auf die ruhige Erzählung einlässt, muss sich ungeachtet der starken Darbietungen auf Einiges einstellen.
Eine Geschichte wie diejenige von Stephen Kings Roman Menschenjagd heute auf die große Leinwand zu bringen, scheint bereits bei einem flüchtigen Blick ein Selbstläufer zu sein. Sie handelt davon, wie große Konzerne die Bevölkerung ausbeutet und dabei sogar gegeneinander aufhetzt. Filmemacher Edgar Wright bringt diesen Aspekt auch unüberhörbar und zeitgemäß zur Geltung, doch The Running Man enttäuscht ausgerechnet beim Spektakel und weiß dabei sichtbar nicht, wie es die Story zu einem für das Publikum erfüllenden Abschluss bringen soll.
Filmemacher Ruben Fleischer fängt in der zweiten Fortsetzung der Reihe um eine Gruppe Magier, die ihre Fähigkeiten nutzen, um Ungerechtigkeit in der Welt zu bekämpfen, die Leichtfüßigkeit des ersten Teils gekonnt ein. Die Unfassbaren 3 – Now You See Me bietet genau das, was die Verantwortlichen im Blick haben. Doch so unterhaltsam dies durchweg ist, die Figuren kommen dabei kaum zur Geltung und einmal mehr entstehen die Zaubertricks mehr im Computer, anstatt auf der Bühne.
Der sogenannte „Camp Fire“ Waldbrand, der am 8. November 2018 in Nordkalifornien ausgebrochen war, entwickelte sich in nur Stunden zum tödlichsten und zerstörerischsten Feuer in der Geschichte des US-Bundesstaates. Filmemacher Paul Greengrass erzählt vor diesem Hintergrund in The Lost Bus eine Geschichte, die den Horror jener Stunden ebenso ins Zentrum rückt, wie das persönliche Schicksal von Figuren, die währenddessen über sich hinausgewachsen sind. Das ist packend, folgt in der Erzählung aber vielen altbekannten Genrekonventionen.
Filmemacher Dan Trachtenberg nimmt nach seinen Einträgen Prey und Predator: Killer of Killers das Predator-Franchise gewissermaßen in die Hand und erweitert mit Predator: Badlands den Hintergrund der beinahe seit 40 Jahren bekannten Wesen auch auf der großen Leinwand um eine Kultur, die doch nur die Tür in ein noch größeres Universum aufstößt. Das Ergebnis verliert sich zwar zunehmend in vorhersehbaren Actionsequenzen und seinem B-Film-Charme, wer aber auf temporeiche Science Fiction-Unterhaltung aus ist, wird genau die finden.
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