Die Grundidee von Send Help ist so einfach und für einen Großteil des Publikums nachvollziehbar, dass der Reiz der Story nicht schwer zu erklären ist. Darin strandet eine Mitarbeiterin mit ihrem neuen Boss auf einer einsamen Insel, ohne die Aussicht, dass bald Hilfe eintrifft. Auf sich allein gestellt, dreht sich das Über-/Unterordnungsverhältnis um. Aber in das Genre des Psychothrillers dreht Filmemacher Sam Raimi das Geschehen nur zeitweise. Dafür prägt er den Horror letztlich mit seiner ganz eigenen Handschrift.
Der kanadische Animationsfilm Charlie der Superhund bietet auf der einen Seite alles, um ein ganz junges Publikum mühelos während der kurzweiligen Laufzeit zu unterhalten. Auf der anderen Seite werden sich ältere Zuseherinnen und Zuseher aber vermutlich fragen, warum sich Filmemacher Shea Wageman, der auch am Drehbuch mitschrieb, für diese Story entschieden hat. Die wirkt an manchen Stellen beinahe traurig und um Aussagen bemüht, die nachwirken, dann aber wieder albern und überzogen, so dass die Geschichte über den Unterhaltungswert kaum hinauswächst.
Handwerklich gibt es an Primate, Johannes Roberts’ Horrorfilm über einen von Tollwut befallenen Schimpansen, der sich auf eine Mordserie begibt, nicht wirklich etwas auszusetzen. Kompetent in Szene gesetzt, sind es vielmehr diejenigen Momente, die nicht den Furcht einflößenden Horror, sondern das Leiden der Figuren ins Zentrum rücken und die Erzählung prägen, die den Film für all diejenigen disqualifizieren, die sich an so etwas nicht ergötzen wollen. Sein Publikum wird er aber wohl finden.
Wie jedes Frühjahr ehrt Hollywood auch dieses Jahr sich selbst und verleiht durch die Academy of Motion Picture Arts and Sciences die Oscars. Hier finden Sie eine Auflistung aller Nominierten der jeweiligen Kategorie. Sobald die Preise verliehen wurden, wird die Auflistung umgehend aktualisiert.
In Mercy greift Filmemacher Timur Bekmambetov das aktuelle Thema der Künstlichen Intelligenz auf, präsentiert vor dem Hintergrund eines Crime-Thrillers aber keine die Technologie verteufelnde Dystopie. Stattdessen entwirft er ein generell erschreckendes Zukunftsszenario, das gleichermaßen nachvollziehbar wie absurd erscheint. Nichtsdestotrotz kann man sich hier lange gut unterhalten lassen, ehe die Erzählung so viele Klischees mitnimmt, dass man sich beinahe wünschen würde, die Verantwortlichen hätten einfach früher aufgehört.
In Hamnet erzählt Filmemacherin Chloé Zhao eine überwiegend fiktive Geschichte betreffend einen der einflussreichsten Schriftsteller aller Zeiten und seine Ehefrau. Sie tut dies allerdings aus einer Perspektive heraus, die eine passend poetische Herangehensweise an so schwere Themen wie Liebe, Verlust und auch den Verlust der Liebe ermöglicht. Edel bebildert und preiswürdig gespielt, spricht das aber auch deshalb nur ein bestimmtes Publikum an, da die emotional unvermittelt berührende Zusammenführung erst ganz am Ende wartet.
Sollte Die drei ??? – Toteninsel der letzte Film um die drei Detektive in dieser Zusammensetzung sein, würde Filmemacher Tim Dünschede das alte Versprechen aller Franchises einhalten, dass sich die Verantwortlichen den besten Teil für den Schluss aufgespart haben. Die Besetzung scheint hier vollends bei den Figuren angekommen zu sein und auch sonst ist die Mischung aus kinder- bzw. jugendtauglichem Krimi und Abenteuerfilm rundum gelungen. So sehr, man wünscht sich, dass es nicht ihr letzter Fall war.
Filmemacherin Nia DaCosta setzt in 28 Years Later: The Bone Temple nicht nur unmittelbar nach dem Ende von 28 Years Later an, ihre Erzählung leitet auch direkt auf den dritten Teil der Trilogie innerhalb des Franchise über, während sie gleichzeitig die Brücke zum Beginn der Reihe schlägt. Ob darin die inhaltlichen Weiterentwicklungen, die die Infizierten des „Wut-Virus“ betreffen, noch eine Rolle spielen werden, wird man abwarten müssen. Sie sind der interessanteste Aspekt der Geschichte, die sich mehr Zeit für Grausamkeiten nimmt, als sie müsste.
In seiner Verfilmung von Freida McFaddens Erfolgsromanerzählt Regisseur Paul Feig im Gewand eines stellenweise in sexy Hochglanzbildern eingefangenen Thrillers von nicht nur emotionalem Missbrauch. Dank der teils geforderten und starken Besetzung ist das überaus sehenswert, selbst wenn The Housemaid – Wenn sie wüsste mit zu vielen und sich wiederholenden Erklärungen im letzten Drittel an Tempo verliert und der Epilog länger ausfällt, als er müsste.
Filmemacher Oliver Jungwirth macht kein Geheimnis daraus, dass Falkner und die Liebe eines Lebens als Hommage an den schrulligen Inspektor Columbo entwickelt wurde. Entsprechend besteht der Reiz der Geschichte darin, wie der Inspektor die Puzzleteile zusammensetzt, um den Mörder zu überführen. Hier handelt es sich um einen Fan-Film im besten Sinne und als solcher ist er auf angenehme Art altmodisch – wie es auch die Vorlage war.
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