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Ältere News und Reviews

Kritik: Eraser [1996]
Hätte man damals geahnt, welche Richtung die Filmkarriere des Actionstars Arnold Schwarzenegger im Folgenden nehmen würde, wäre Eraser seinerzeit vermutlich besser aufgenommen worden. Tatsächlich klingt die Rolle als wäre sie ihm auf den Leib geschrieben. So grundsätzlich auch die zahlreichen Actionmomente im Film, die abseits der vorhersehbaren und phasenweise dürftigen Story auch den größten Kritikpunkt darstellen. Als Gesamtpaket jedoch ist dies ein durchweg unterhaltsamer Action-Thriller für Erwachsene.
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Kritik: Hotel Mumbai [2018]
Das auf Tatsachen basierende Thriller-Drama Hotel Mumbai um die Belagerung des Taj Mahal Palace Hotel in der indischen Millionenmetropole durch islamistische Terroristen, erzählt weniger von heroischen Taten der Menschen, die sich den Angreifern stellten, als von Mut und Tapferkeit. Sowohl der Überlebenden als auch der Opfer. Es schildert dabei auf erschreckende und greifbare Weise die unbegreiflichen Verbrechen, die sich dort im Jahr 2008 zugetragen haben. So wichtig es ist, dies zu sehen, so schwierig ist es auch, sich dem zu stellen.
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Kritik: Angel Has Fallen [2019]
Die Grundidee einer Geschichte um einen Secret Service-Agenten, der in ein Komplott verstrickt wird und nicht nur seinen eigenen Namen reinwaschen, sondern auch den Präsidenten der Vereinigten Staaten retten muss, hört sich interessanter an, als Filmemacher Ric Roman Waugh dies in Angel Has Fallen umzusetzen in der Lage ist. Dabei gehen hier die dramaturgischen Schwächen mit den inhaltlichen des ab einem gewissen Punkt erstaunlich dürftigen Skripts Hand in Hand.
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Kritik: Das Kartell [1994]
In seinem zweiten – und bedauerlicherweise letzten – Auftritt als CIA-Agent Jack Ryan sieht sich Harrison Ford sowohl den brutalen Machenschaften eines Drogenkartells als auch Feinden in den eigenen Reihen gegenüber. Mehr noch als bei Die Stunde der Patrioten [1992] missfiel Romanautor Tom Clancy die Adaption seiner Buchvorlage in Das Kartell, so dass es lange dauern sollte, ehe ein weiteres Abenteuer des Analysten auf die Leinwand kam. Dabei beweist Regisseur Phillip Noyce einmal mehr, dass er es versteht, politisch verstrickte Thriller glaubhaft und packend zugleich zu erzählen.
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Kritik: Die Stunde der Patrioten [1992]
Nach Jagd auf Roter Oktober kehrt Tom Clancys Romanfigur Jack Ryan in seinem zweiten Leinwandabenteuer zurück. Da in Die Stunde der Patrioten statt Hauptdarsteller Alec Baldwin nun Harrison Ford in die Rolle des CIA-Agenten schlüpft, wirkt der ebenfalls damit einhergehende, atmosphärische Unterschied zum Vorgänger nicht zu abrupt. Merklich ernster erzählt, ist Phillip Noyces Fortsetzung weniger Agentenfilm und mehr Thriller mit einem zeitgemäßen Thema und einer tadellos Umsetzung.
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Kritik: Jagd auf Roter Oktober [1990]
Mit Jagd auf Roter Oktober feiert Tom Clancys Romanheld Jack Ryan seinen Einstand auf der großen Leinwand. Verkörpert von Alec Baldwin, beobachtet der CIA-Analytiker, wie sich zum Höhepunkt des Kalten Krieges ein gefeierter, sowjetischer U­‑Boot-Kapitän auf eine scheinbar nicht autorisierte Mission begibt. Veröffentlicht kurz nach dem Ende des Ost-West-Konflikts, überzeugt der Spionage-Thriller durch eine clevere Story, seine dichte Atmosphäre und einen damals wie heute überaus seltenen Fokus auf dem vermeintlichen Feind.
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Kritik: Narziss und Goldmund [2020]
Basierend auf der gleichnamigen Erzählung von Hermann Hesse, erschienen im Jahr 1930, erzählt Narziss und Goldmund von der Freundschaft und dem Werdegang der beiden auf diese Namen hörenden Männer, die sich im Mittelalter als Kinder begegnen und einander für ihr ganzes Leben prägen. Dabei orientiert sich Regisseur Stefan Ruzowitzky zwar an der Vorlage, bietet aber in manchen Aspekten eine spürbar moderne Interpretation. Hierin liegen auch die auffälligsten Schwachstellen der Produktion.
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Kritik: Bloodshot [2020]
Bloodshot ist nicht die schlechteste Leinwandadaption einer Comic-Vorlage der letzten Zeit. Es ist vielmehr ein durch und durch durchschnittlicher Science Fiction-Action-Thriller. In Anbetracht der Beteiligten ist das am Ende sicherlich zu wenig und auch enttäuschend, aber als reiner Unterhaltungsfilm für ein erwachsenes Publikum ist Dave Wilsons Spielfilmregiedebüt nicht ärgerlich. Hätte man die einzig große Stärke nicht vorab in der Filmvorschau verraten, gäbe es hier zumindest was zu entdecken.
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Kritik: X‑Men: Dark Phoenix [2019]
Der Schlamassel, den XMen: Dark Phoenix darstellt, ist umso unbegreiflicher, wenn man bedenkt, dass Autor und Regisseur Simon Kinberg nicht nur als Produzent der Filmreihe seit längerem an Bord war, sondern auch einige Filme davon geschrieben hatte. Dass das Publikum Kinbergs Spielfilmregiedebüt hier gemieden hat, mag auch daran liegen, dass dieser halbgare Reboot der Superhelden-Reihe weder im Kontext mit den übrigen Filmen, noch für sich genommen großen Sinn ergibt.
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Kritik: Arctic [2018]
Das Überlebensdrama Arctic ist der erste Spielfilm von Regisseur Joe Penna. Er hätte sich kaum ein schwierigeres Thema aussuchen und gleichzeitig kaum eine bessere Besetzung für diese Figur wünschen können. Mads Mikkelsen verkörpert die Geschichte eines Mannes, der in einer der unwirtlichsten Gegenden der Welt um sein Leben kämpft, in einer sehenswerten Tour de Force, selbst wenn das Drehbuch seinen Anstrengungen nur selten gerecht wird.
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Kritik: Onward: Keine halben Sachen [2020]
Um es gleich vorweg zu sagen, Onward: Keine halben Sachen mag nicht der beste Film des Animationsstudios Pixar sein, doch das ist angesichts der vielen hervorragenden Produktionen noch keine wirkliche Wertung. Die Story um zwei Brüder, die in einer Fantasy-Welt auf eine waghalsige Suche gehen, um einen Zauber zu erfüllen, durch den ihr verstorbener Vater für einen Tag von den Toten zurückkehren kann, bietet aber mehr als genug Möglichkeiten, ein unvergleichliches Abenteuer zu erzählen. Nicht weniger ist Filmemacher Dan Scanlon hier gelungen.
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Kritik: Just Mercy [2019]
An sich erzählt das auf wahren Begebenheiten basierende Drama Just Mercy von zwei Ungerechtigkeiten. Dass sie oft miteinander verbunden sind, schmälert weder die eine, noch die andere. Von einer erstklassigen Besetzung vorgetragen, schildert Filmemacher Destin Daniel Cretton, wie sich ein idealistischer junger Anwalt gegen Rassismus und die Todesstrafe zugleich starkmacht. Das ist öfter inspirierend als bewegend, aber dabei nichtsdestoweniger wichtig – oder aktuell.
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Kritik: Für Sama [2019]
Der Name „Sama“ bedeutet „Himmel“. Die Journalistin Waad Al-Kateab hat ihn für Ihre Tochter gewählt, die im Jahr 2016 in Ost-Aleppo, inmitten des syrischen Bürgerkriegs, auf die Welt kam. Mit ihrer Dokumentation Für Sama, aus dem Herzen jener syrischen Stadt, gibt sie den Opfern dieses Krieges einen Namen und eine Stimme. Das allein macht es kaum möglich, das Gesehene als Teil der alltäglichen Berichterstattung mit Distanz wahrzunehmen. Doch so paradox es klingt, es macht es gleichermaßen schwer, den vielleicht wichtigsten Dokumentarfilm des vergangenen Jahres zu empfehlen.
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Kritik: Emma [2020]
Emma, das Spielfilmregiedebüt von Autumn de Wilde und eine Adaption von Jane Austens gleichnamigem Roman aus dem Jahr 1815, zeichnet sich einerseits durch eine erstklassige Besetzung und eine tadellose Ausstattung aus, aber auch durch wohlüberlegte Bilder, die für gewöhnlich die Figuren buchstäblich in den Mittelpunkt rücken. Was die Verfilmung dabei vermissen lässt, ist eine handwerkliche Dynamik, die die Dialoge oftmals bereithalten, und eine bissige Aktualität, die dem Stoff zweifelsohne zugeschrieben werden kann.
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Kritik: Maleficent: Mächte der Finsternis [2019]
Dass Maleficent: Mächte der Finsternis, die Fortsetzung der düsteren Märchenadaption, nur etwas mehr als die Hälfte des Vorgängers an den Kinokassen wieder eingenommen hat, überrascht nicht. Trotz des dahinterstehenden Aufwands und der renommierten Besetzung, wissen die Filmemacher um Regisseur Joachim Rønning offenbar nach wie vor nicht, wie oder welche Geschichte um die von Angelina Jolie gespielte Titelfigur sie erzählen sollen. Das Ergebnis ist so uneinheitlich, dass es niemanden wirklich verärgern dürfte – oder begeistern.
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Kritik: Star Trek: Discovery – Staffel 2 [2019]
Bei der zweiten Staffel von Star Trek: Discovery hat es den Anschein, als hätten sich die Macher einiger der Kritikpunkte der Fans des ursprünglichen Franchise angenommen und präsentieren eine zusammenhängende Geschichte, die sich mehr um die Figuren und doch die Entdeckung des Unbekannten dreht. Zumindest so lange, ehe auch diese Story wieder mehr auf die Gewaltdarstellung und fahrig inszenierte, wenn auch imposante Action setzt. Das ist eine Verbesserung, wenn auch eine überschaubare.
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Kritik: Ein einfacher Plan [1998]
Das ruhig erzählte Crime-Thriller-Drama Ein einfacher Plan ist vermutlich nicht nur die beste Regiearbeit des oftmals im Horror-Genre aktiven Sam Raimi, es ist schlicht ein erstklassiger Film. In einem Mikrokosmos zerlegt er dabei gleichermaßen den amerikanischen Traum und den Traum, bei der Erfüllung des ersten eine Abkürzung nehmen zu können. Zurecht für zwei Oscars nominiert, ist diese Perle der späten 1990er-Jahre mit viel Fingerspitzengefühl inszeniert und fabelhaft gespielt.
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Kritik: Ruf der Wildnis [2020]
In Ruf der Wildnis erzählt Regisseur Chris Sanders die Geschichte des geradezu riesigen Bernhardiner-Mischlings Buck Ende des 19. Jahrhunderts. Dabei sollte man sich von den Werbematerialien zum Film nicht dazu hinreißen lassen zu glauben, dass dies die Story von Buck und dem von Harrison Ford verkörperten John Thornton ist. Der spielt wie alle anderen Menschen nur eine untergeordnete Rolle, auch wenn das Zielpublikum das kaum als Kritikpunkt sehen wird.
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Kritik: Limbo [2019]
Das Thriller-Drama Limbo ist die Abschlussarbeit von Regisseur Tim Dünschede und Kameramann Holger Jungnickel ihres Studiums an der Hochschule für Fernsehen und Film. Sieht man, was die Beteiligten aus der Ausgangslage zu gestalten vermögen, darf man gespannt sein, welche Projekte sie sich künftig aussuchen. Dies ist einer der handwerklich eindrucksvollsten deutschen Filme der vergangenen Jahre, dessen wenige Schwachpunkte gewissermaßen aus seiner faszinierenden Grundidee erwachsen.
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Kritik: Sonic The Hedgehog [2020]
Etwa drei Monate später als geplant kommt die Videospielverfilmung Sonic The Hedgehog in die Kinos. Eine Verspätung, die daraus folgt, dass nachdem Fans auf eine erste Vorschau im Frühjahr 2019 so negativ reagiert hatten, sich das Studio genötigt sah, das Design der Titelfigur umzukrempeln. Die Notwendigkeit, die Story nochmals zu überarbeiten, sah man dabei wohl nicht. Andererseits, was für eine Story um einen blitzschnellen, blauen Igel von der anderen Seite der Galaxis würde man sich auch vorstellen können?
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Kritik: Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn [2020]
Die Verfilmungen der Comics des DC-Verlags befinden sich in einer sehr schwierigen Situation. Nach dem mäßigen Neubeginn von Superman und noch vor Justice League hatten die Produzenten bereits den Gegenentwurf mit Suicide Squad präsentiert – einem Treffen von Superschurken. Hierzu ist Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn eine Fortsetzung, lässt aber den letztjährigen Solofilm Joker ausser Betracht. Gerade für das Gelegenheitspublikum ist es also kompliziert. Das merkt man diesem von weiblichen Hauptfiguren getragenen Abenteuer auch an.
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Kritik: Maze Runner - Die Auserwählten in der Todeszone [2018]
Mit Maze Runner - Die Auserwählten in der Todeszone schließt Filmemacher Wes Ball seine Adaption der ursprünglichen Jugendbuch-Trilogie von Autor James Dashner ab. Betrachtet man die ganze, zusammenhängende Geschichte, überrascht, wie gelungen die Trilogie insgesamt ist und wie viel Mut die Macher beim Konzept bewiesen haben. Wäre er nicht ein wenig zu lang und der erste Film inhaltlich nicht ein wenig überraschender, wäre dies der beste Teil der Reihe. Sehenswert ist er allemal.
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Kritik: The Hate U Give [2018]
In The Hate U Give muss eine 16jährige, farbige Teenagerin aus einem armen Viertel einer amerikanischen Stadt mitansehen, wie ihr Freund aus Kindertagen von einem weißen Polizisten erschossen wird. Der Blick in den Alltag einer afroamerikanischen Familie durch die Augen dieses Mädchens nach der Tat ist nicht nur schockierend. Die Wut der Figuren und der Filmemacher wird geradezu greifbar. So gerechtfertigt und verständlich sie ist, ein Aspekt lässt das sehenswerte Drama leider vermissen.
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Kritik: Star Trek: Discovery – Staffel 1 [2017 / 2018]
Star Trek: Discovery ist zwischen den Abenteuern von Captain Archer in Enterprise und Captain Kirk in Raumschiff Enterprise angesiedelt und vermischt neue mit bekannten Figuren. Dabei bietet die Story um Krieg, Vernichtung und Zerstörung mehr einen Spiegel unserer Zeit als eine Vision einer erstrebenswerten Welt. Schlimm ist dabei, dass die Macher bewusst oder unbewusst das Andenken des Franchise beschädigen, in welchem sie an sich nur ein weiteres Kapitel erzählen wollen.
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Kritik: Die fantastische Reise des Dr. Dolittle [2020]
Es klingt auf dem Papier nach einem sicheren Erfolg, die Kinderbuchfigur Dr. Dolittle mit Robert Downey Jr. in der Titelrolle als ebenso verschrobener wie gutherzig charmanter Arzt, der nach dem Verlust der Liebe seines Lebens in eine tiefe Depression gestürzt ist, neu zu beleben. Er kann mit Tieren sprechen und begibt sich mit ihnen auf eine Reise, während der er vielleicht auch Glück und Freude in seinem Leben wiederfindet. Klingt vielversprechend – doch Die fantastische Reise des Dr. Dolittle begibt sich ziemlich genau nach dem animierten Prolog auf eine Talfahrt, die stets neue Tiefen auslotet.
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Kritik: Little Women [2019]
Basierend auf dem Roman von Autorin Louisa May Alcott erzählt die inzwischen siebte Filmumsetzung des Stoffes vom Leben der vier Schwestern der Familie March in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Wäre das für sich genommen bereits interessant, ist es umso erstaunlicher, welche Parallelen die Filmemacherin Greta Gerwig in Little Women zur Situation von Frauen in der heutigen Zeit aufzeigt. Das Ergebnis ist ein Drama mit mehr Herz und Verstand, als viele andere, die aktuell zu sehen sind.
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Kritik: Bad Boys for Life [2020]
Bad Boys for Life führt seinem Publikum auf unerwartet greifbare Weise vor Augen, wie viel Zeit seit dem ersten Film vor nunmehr 25 Jahren vergangen ist. Wer die Actionkomödie Bad Boys – Harte Jungs damals als junge Erwachsene bzw. junger Erwachsener auf der großen Leinwand gesehen hat, könnte die späte Fortsetzung nun mit den eigenen Kindern im gleichen Alter wie man selbst damals ansehen. Den Filmemachern Adil El Arbi und Bilall Fallah gelingt dabei die vielleicht enttäuschendste, viel versprechende Kinoüberraschung der jüngsten Vergangenheit.
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Kritik: Das geheime Leben der Bäume [2020]
Mit seinem 2015 erschienenen Sachbuch Das geheime Leben der Bäume gelang Autor Peter Wohlleben ein Bestseller. Seine Botschaft einem Kinopublikum nahe zu bringen, den Wald nicht nur als Ressource zu betrachten, erscheint gerade heute durchaus sinnvoll. Doch Filmemacher Jörg Adolph erzählt wenig Neues um die Natur und ihre Wunder selbst, sondern zeichnet die Hälfte des Dokumentarfilms ein Porträt des gelernten Försters, der zum Autor wurde. Das wird jedoch in den seltensten Fällen das sein, was das Publikum erwartet.
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Kritik: Jojo Rabbit [2019]
Es gehört viel Mut dazu, einen Film wie Jojo Rabbit zu machen. Nicht, weil die Aussagen, die Regisseur Taika Waititi hier trifft, gewagt wären. Die sind ebenso wichtig wie universell. Es ist vielmehr mutig, weil es bestenfalls ein kleines Publikum geben wird, das sich eben diese Aussagen in einer Satire ansehen wird, welche die menschenverachtende Ideologie der Nationalsozialisten aus der Sicht eines zehnjährigen Jungen demontiert. Dabei gibt es hier viel zu entdecken, das heute so aktuell ist wie eh und je.
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Kritik: The Grudge [2020]
Nicolas Pesces The Grudge war ursprünglich als Reboot des 2004 erschienenen, gleichnamigen US-Remakes der Fortsetzung des japanischen Horrorfilms Ju-on gedacht. Stattdessen entschied sich der Filmemacher, der auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, eine Geschichte zu erzählen, die während und nach dem ersten Film spielt. Dem Remake, wohlgemerkt. Was man trotz der vertrackten Konstellationen vergebens sucht, sind neue Ideen – und den Mut zur Veränderung.
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Kritik: The Guilty [2018]
Das Spielfilmregiedebüt von Gustav Möller, The Guilty, kommt nicht nur mit einer überschaubaren Besetzung aus, das Krimidrama spielt einzig in einem Büro und wird beinahe in Echtzeit, ausschließlich aus der Sicht der Hauptfigur erzählt. Polizist Asger Holm verrichtet Dienst bei der Notrufzentrale und erhält den Anruf einer entführten Frau. Was sich daraus entwickelt, ist einer der am dichtesten erzählten Thriller der vergangenen Jahre, der einen typischen Fehler ähnlicher Hollywood-Produktionen glücklicherweise nicht begeht.
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Kritik: Flatliners - Heute ist ein schöner Tag zum Sterben [1990]
In Flatliners - Heute ist ein schöner Tag zum Sterben versuchen fünf Medizinstudenten herauszubekommen, was nach dem Tod mit den Menschen geschieht. Doch statt eines philosophischen Ansatzes darüber, was sie nach dieser Schwelle erwartet, ist Filmemacher Joel Schumacher mehr daran interessiert, was sie überhaupt veranlasst, diese Grenze überschreiten zu wollen. Dank der namhaften Besetzung ist das auch heute noch sehenswert. Nicht zuletzt, weil der Film mehr auf die Stimmung, denn Erklärungen setzt.
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Kritik: 1917 [2019]
Sam Mendes’ Weltkriegsdrama 1917 ist nicht nur einer der besten Filme des Jahres und ein handwerklich beeindruckendes Meisterstück, es ist ein wichtiger Film. Die Bedeutung unterstreicht der Filmemacher mit einer Widmung am Ende selbst, wenn er das Drama um zwei Soldaten während des Ersten Weltkriegs seinem Großvater widmet, der Geschichten aus jenem Krieg erzählte. All denjenigen, die damals im Kampf für die Freiheit ihr Leben verloren oder die Schrecken überlebten, wird hier ein Denkmal gesetzt. Es ist eines der packendsten überhaupt.
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Kritik: Queen & Slim [2019]
Am Ende von Melina Matsoukas’ Spielfilmregiedebüt Queen & Slim bleibt der Eindruck, dass dieses ebenso aktuelle wie wichtige Thema einen besseren Film verdient hätte. Trotzdem ist die Besetzung bemerkenswert, die Inszenierung geradezu einladend und insbesondere das erste Drittel greifbar packend. Dass die Geschichte im Ursprungsland eine ganz andere Dimension an Bedeutung gewinnt, bleibt unbestritten, doch setzt sie sich mit den Titel gebenden Figuren nicht in dem Sinne auseinander, wie es nötig wäre.
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Kritik: 3 Engel für Charlie [2019]
Nach zwei nicht wirklich berauschenden Leinwandadaptionen der gleichnamigen Action-Krimi-Serie versucht sich Filmemacherin Elizabeth Banks mit 3 Engel für Charlie an einem weiteren Abenteuer um drei Agentinnen einer allein aus Frauen bestehenden Spionageorganisation. Das Ergebnis ist in den wenigen, besseren Momenten belanglos, in allen anderen aber ärgerlich bis geradezu beschämend. Der Besetzung kann man dabei keinen Vorwurf machen – die drei Titel gebenden Darstellerinnen sind einer der wenigen Lichtblicke dieses Schlamassels.
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Kritik: Cats [2019]
An der Musical-Verfilmung Cats gäbe es im Grunde Vieles zu kritisieren – bis man die Frage stellt, was die Leinwandadaption anders hätte machen können. Regisseur Tom Hooper orientiert sich stark an der Vorlage, die von 1981 an 21 Jahre auf Londons Bühnen aufgeführt wurde. Andrew Lloyd Webbers Ode an die Katzenwelt stammt aus einer anderen Zeit. Genau dieser Umstand wird der Verfilmung letztlich zum Verhängnis, zusammen mit einigen nicht ganz glücklichen Entscheidungen.
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Kritik: Star Wars: Episode IX – Der Aufstieg Skywalkers [2019]
Nach 42 Jahren beendet Filmemacher J.J. Abrams mit Star Wars: Episode IX – Der Aufstieg Skywalkers die Saga der gleichnamigen Sternenkrieger-Familie. Dass sich die Filmemacher dabei unerwarteten Schwierigkeiten gegenübersahen, ist kein Geheimnis. Ebenso wenig, dass ihre Aufgabe, ein abschließendes Kapitel zu entwerfen, kaum lösbar klingt. So fühlt sich der Film am Ende vor allem wie eines an: Ein Kompromiss. Das bedeutet nicht, dass dies ein schlechter Abschluss ist, es ist nur einer, wie ihn weder die Beteiligten machen, noch das Publikum sehen wollte.
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Kritik: Spione Undercover - Eine wilde Verwandlung [2019]
Mit ihrem neuen Film gelingt den Machern der Trickfilmreihe Ice Age eine Überraschung. Das nicht nur, weil Spione Undercover - Eine wilde Verwandlung bedeutend besser geraten ist, als die Vorschau vermuten ließ. Das animierte Agentenabenteuer wartet mit farbenfrohen, teils fotorealistischen Bildern auf und erzählt eine Geschichte, die derart hanebüchen klingt, dass sie nur in dieser Art erzählt werden kann. Dass sie am Ende überzeugt, ist den ernsten Momenten geschuldet, von denen es mehr gibt, als sich für ein ganz junges Publikum eignen.
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Kritik: Jumanji - The Next Level [2019]
Auf dem Papier macht Jake Kasdan bei der Fortsetzung zum überraschend unterhaltsamen Jumanji: Willkommen im Dschungel Vieles richtig. Er nimmt die Stärken des ersten Films und wandelt die erfolgreiche Formel um eine Handvoll Teenager, die in einem Videospiel gefangen sind, genügend ab, dass es auch Neues zu entdecken gibt. Doch Jumanji - The Next Level kopiert leider auch die Schwachpunkte des Vorgängers. Das Ergebnis ist nie langweilig und kaum weniger unterhaltsam. Und doch kann der Film nicht im selben überzeugen.
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Kritik: Motherless Brooklyn [2019]
Wie viel Herzblut Filmemacher Edward Norton in die Romanadaption Motherless Brooklyn steckte, sieht man dem fertigen Film durchaus an. Beinahe 20 Jahre dauerte es, ehe das preisgekrönte Buch auf die Leinwand gebracht werden konnte. Das Ergebnis ist anders, als man erwarten würde – was kein Kritikpunkt ist. Aus dem Jahr 1999 in die 1950er-Jahre transferiert entfaltet die Geschichte eine überragende Atmosphäre, und weist dadurch womöglich umso offensichtlicher Parallelen zur heutigen Zeit auf, als man vermuten würde. Es fehlt nicht viel, dies zu einem modernen Klassiker zu machen.
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Kritik: Als Hitler das rosa Kaninchen stahl [2019]
In Anbetracht der Tatsache, wie viel Talent Regisseurin Caroline Link hier vor und hinter der Kamera versammelt, ist es überaus erstaunlich, wie wenig bei der Adaption von Judith Kerrs gleichnamigen Roman Als Hitler das rosa Kaninchen stahl funktioniert. Es ist nicht, dass sich die Beteiligten keine Mühe geben würden. Es liegt vielmehr daran, dass es den Machern nicht gelingt, die mit autobiografischen Elementen versehene Vorlage in eine dramaturgisch spannende Erzählung zu packen.
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Kritik: Einsam zweisam [2019]
Filmemacher Cédric Klapisch erzählt in Einsam zweisam vom Großstadtleben zweier Mittzwanziger, die an demselben Punkt in ihrem Leben angekommen sind. Gleichwohl es verschiedene Gründe hat, äußern sie sich bei beiden auf dieselbe Weise. Doch statt einen Weg aufzuzeigen, wie beide zusammenfinden könnten, beschäftigt sich das Drama mit der Ursachenforschung. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse und Einblicke in die Tücken moderner Paarbildung sind dabei alle altbekannt und auch wenig originell.
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Kritik: Der Leuchtturm [2019]
Der Leuchtturm ist ohne Zweifel der ungewöhnlichste Film, der von einem großen Studio dieses Jahr veröffentlicht wird. Es ist aber auch ein Film, der sich für ein so seltenes Publikum eignet, wie das Talent selten ist, das hier vor und hinter der Kamera vereint ist. Regisseur Robert Eggers erzählt in unwirklichen Bildern vom Abstieg in den blanken Wahnsinn. Er tut dies in einer Art und Weise, dass man nicht weiß, was wirklich ist und was nicht. Und dass es in der Tat schwerfällt, das Gesehene am Ende einzuordnen.
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Kritik: Pets 2 [2019]
Pets 2 ist im Grunde drei Kurzfilme im Gewand eines abendfüllenden Animationsfilms. Dass dieses Gewand bunt, liebevoll detailliert und mit knuffigen Figuren verziert ist, macht es zwar einfacher, über die inhaltlich voneinander losgelösten Erzählstränge hinwegzusehen, aber es macht den Gesamteindruck am Ende nur geringfügig besser. Das sehr junge Zielpublikum wird das freilich nicht stören, auch wenn zu erwarten ist, dass diejenigen, die beim ersten Teil noch Feuer und Flamme waren, hier weniger engagiert dabei sein werden.
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Kritik: Doctor Sleeps Erwachen [2019]
Obwohl Doctor Sleeps Erwachen eine direkte, teils sogar unmittelbare Fortsetzung zu Stanley Kubricks Verfilmung von Stephen Kings Shining ist, ist es ein gänzlich anderer Film. Handelte Kubricks Adaption vom Abstieg eines Mannes in den zerstörerischen Wahnsinn, ist dies ein waschechter Horror-Film mit Fantasy-Elementen. Was klingt wie ein Stilbruch, greift tatsächlich mehr Aspekte der Romanvorlage auf und sollte sich deshalb eher an dasselbe Publikum richten. Vor allem ist es einer der besten Genrefilme des Jahres.
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Kritik: Die Eiskönigin 2 [2019]
Sechs Jahre sind vergangen, seit Chris Buck und Jennifer Lee mit Disneys Die Eiskönigin - Völlig unverfroren ein immenser Erfolg gelungen ist. Umso höher sind die Erwartungen, was die Macher sich für Die Eiskönigin 2 einfallen lassen. Die enge Verknüpfung der Hintergrundgeschichte hier mit dem ersten Teil ist es, was die Fortsetzung ausmacht, zusammen mit den beiden tragenden Figuren. Doch das macht umso deutlicher, worauf die Filmemacher hätten mühelos verzichten können.
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Kritik: Men in Black: International [2019]
Zum enttäuschenden Men in Black II schrieb dieser Kritiker seinerzeit, man „wünscht […] sich nach den zähen eineinhalb Stunden, dass man selbst geblitzdingst würde“. 15 Jahre später gelingt Men in Black: International zumindest, den zweiten Film in deutlich besserem Licht dastehen zu lassen. Filmemacher F. Gary Gray zeichnet hier für ein uninspiriertes Wrack verantwortlich, das einen wahrlich sprachlos zurücklässt. Dabei nicht einmal unterhalten, oder amüsiert.
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Kritik: Le Mans 66: Gegen jede Chance [2019]
Le Mans 66: Gegen jede Chance ist einer der besten, unterhaltsamen Filme des Jahres. Das heißt nicht, dass es kein Drama wäre. Vielmehr ist es eines, das mit einer solchen Leichtigkeit vorgetragen wird, dass man es ungeachtet der Lauflänge beinahe vergisst. Abgesehen von einem greifbaren Porträt einer Freundschaft, gelingt Regisseur James Mangold die Erzählung einer packenden Aufholjagd im Motorsport der 1960er-Jahre. Das hört sich im ersten Moment nicht sehr bedeutend an, doch bedenkt man die Qualität bisheriger Filme dieser Art, ist es ein umso größerer Verdienst.
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Kritik: Official Secrets [2019]
Das auf wahren Ereignissen basierende Politdrama Official Secrets von Filmemacher Gavin Hood ist ein ebenso gelungenes wie alarmierendes Plädoyer dafür, dass politische Angelegenheiten, die unzählige Menschenleben berühren, nicht in Kurznachrichtendiensten erklärt oder vollzogen werden können – oder sollten. Der Film erzählt die Geschichte der jungen Geheimdienstmitarbeiterin Katharine Gun, die wegen Geheimnisverrats vor Gericht stand. So aufschlussreich das ist, es lässt am Ende doch manche Aspekte im Dunkeln, die es wert wären, beleuchtet zu werden.
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Kritik: Last Christmas [2019]
35 Jahre, nachdem Sänger George Michael mit Wham! in „Last Christmas“ einen der unverwüstlichsten Weihnachtshits veröffentlichte, bringt Filmemacher Paul Feig eine gleichnamige, weihnachtliche Komödie auf die Leinwand. Es darf bezweifelt werden, dass sich das Publikum ähnlich nachhaltig an Last Christmas erinnern wird. Trotz der namhaften Beteiligten ist es vielmehr die Art Film, bei der man bereits Gefahr läuft, sie zu vergessen, noch bevor im Kinosaal das Licht wieder angeht.
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Kritik: Black and Blue [2019]
Es klingt negativer, als es gemeint ist, wenn man festhält, Black and Blue sei ein B‑Film. Dabei ist die Aussage nicht abwertend gemeint. Nicht selten haben Filmemacher nicht die Ressourcen zur Verfügung, die Art Film zu machen, die sie machen wollen. Deshalb muss das Gesamtergebnis unter Berücksichtigung dieses Umstands nicht schlecht sein. Ähnlich scheint es bei Deon Taylors Crime-Thriller, der im letzten Drittel spürbar nachlässt. Doch vor allem dank Naomie Harris in der Hauptrolle, kann man dem Film das zum großen Teil verzeihen.
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Kritik: My Zoe [2019]
Julie Delpys My Zoe ist ein Drama. In mehrfacher Hinsicht. Es ist ein Film über eine gescheiterte Ehe, über ein Leben, das viel zu früh endet, und über eine Mutter, die diesen Verlust nicht verwinden kann. Zu welcher Entscheidung sie im Anschluss kommt, was sie bereit ist, zu tun, sollte das Publikum aufwühlen, ein moralisches Dilemma darstellen. Aber nicht nur, dass der Film keine Antworten auf wichtige Fragen gibt, er stellt die Fragen nicht einmal mit dem Nachdruck, dass man sich damit auseinandersetzen müsste.
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Kritik: Gemini Man (HFR 120 fps 3D) [2019]
Ang Lees Gemini Man ist der vermutlich sehenswerteste, enttäuschende Film des Jahres. Sehenswert auf Grund der Vision des Filmemachers und enttäuschend angesichts der fehlenden Substanz. Es ist ein Blick in die Zukunft des Kinos, allen Unkenrufen der Ewiggestrigen zum Trotz. Nicht des Kinos in den nächsten fünf bis zehn Jahren, sondern der nächsten 20 Jahre. Wie der Filmemacher seinen Science Fiction-Thriller hier präsentiert ist – die richtige Präsentation vorausgesetzt – atemberaubend. Man kann nur hoffen, dass das Kino von übermorgen mehr Wert auf die Geschichten legt, die es erzählt.
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Kritik: Dumbo [2019]
Im Zuge der Welle an Realverfilmungen von Zeichentrickklassikern nehmen sich die Walt Disney Pictures auch den damals vierten abendfüllenden Spielfilm des Studios vor. Dabei beabsichtigt wohl niemand, einen schlechten Film zu machen. Doch diese Neuinterpretation, denn eine Verfilmung des bisherigen Stoffs ist Dumbo es nur bedingt, gerät so früh so weit ab vom Kurs, dass nicht einmal der visuelle Stil von Filmemacher Tim Burton noch etwas zu retten vermag.
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Kritik: Das perfekte Geheimnis [2019]
Das perfekte Geheimnis ist eine gute deutsche Komödie. Was sich anhört wie ein Lob, soll eigentlich ein Vorwurf sein. Die Geschichte um eine Gruppe Erwachsener, deren Geheimnisse im Laufe eines Abends ans Licht kommen, lässt sich eingangs etwas zu viel Zeit, überzeugt jedoch ab der Hälfte und im letzten Drittel vor allem dank der an sich ernsten Thematik im Kern der Erzählung. Zumindest so lange, bis die Macher sich diese Stimmung durch ein aufgesetzt versöhnliches Ende und Outtakes beim Abspann wieder selbst nehmen.
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Kritik: Zombieland 2: Doppelt hält besser [2019]
Zehn Jahre hat es gedauert, bis Filmemacher Ruben Fleischer eine Fortsetzung zu seiner überraschend erfolgreichen Zombie-Horror-Komödie Zombieland auf die Leinwand bringt. Was das Publikum erwartet, versteckt sich bereits im deutschen Filmtitel, Zombieland 2: Doppelt hält besser. Insbesondere, was die schiere Menge an Zombies, den gezeigten Gewaltgrad, oder die Hauptfiguren anbelangt, legt Teil zwei merklich zu. Nur was die schon im ersten Film eher maue Geschichte angeht, präsentieren die Macher keine Steigerung. Im Gegenteil.
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Kritik: Terminator: Dark Fate [2019]
Natürlich ist die Geschichte von Terminator: Dark Fate nur eine Abwandlung altbekannter Versatzstücke und leidet unter den gleichen Problemen, die alle Fortsetzungen nach dem zweiten Teil geplagt hatte. Andererseits macht es richtig Freude, Linda Hamilton in ihrer Paraderolle zurück- und zwei weitere starke Frauen in einem Film zu sehen, und die Action ist phasenweise großer Spaß. Die Spezialeffekte sind auf der Höhe der Zeit und überzeugen in den meisten Einstellungen, selbst wenn die handgemachten die Nase vorn haben. Für einen kurzweiligen, spannenden Kinoabend ist jedenfalls gesorgt.
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Kritik: Die Addams Family [2019]
Es klingt auf dem Papier nicht unbedingt nach einer schlechten Idee, die Story der Addams Family als Animationsfilm umzusetzen. Doch davon ausgehend, gelingt es den Filmemachern Greg Tiernan und Conrad Vernon weder, eine Fantasy-Geschichte zu erzählen, bei der sich Kinder gruseln könnten, noch eine schwarze Komödie, bei der es viel zu Lachen gäbe. Das eigentliche Zielpublikum wird von daher bei Die Addams Family merklich enttäuscht zurückbleiben. Erwachsene können sich indes die Frage stellen, ob zwei gute Einfälle in beinahe eineinhalb Stunden die Zeit und das Kinoticket wert sind.
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Kritik: Der Spitzenkandidat [2018]
In Der Spitzenkandidat schildert Filmemacher Jason Reitman das skandalöse Ende einer Wahlkampfkampagne eines der vielversprechendsten Kandidaten der US-Präsidentschaft im Jahr 1988. Nur bleibt der Eindruck, dass er sich dem Thema zu keiner Zeit von irgendeiner Seite ausreichend nähert, so dass die Figuren darin tatsächlich greifbar werden. Der Film porträtiert vielmehr, wie politische Figuren im Rampenlicht der Medien seziert werden und damit Teil einer Boulevardpresse, von der sie sich normalerweise abzuheben versuchten.
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Kritik: Zombieland [2009]
Zombie-Stories gibt es wie Sand am Meer. Aus den Untoten mit ihrer Vorliebe für Menschenfleisch eine Komödie zu machen, geschieht verständlicherweise selten. Ruben Fleischers Zombieland ist eine solche Mischung aus Horror und Komödie, muss sich allerdings auch an Filmen wie Shaun of the Dead messen lassen. Dass sich die US-amerikanische Produktion nicht zu verstecken braucht, verdankt sie vor allem der Besetzung, die so viel Spaß zu haben scheint, dass es geradezu ansteckend wirkt.
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Kritik: Léon: Der Profi (Director’s Cut) [1994]
Zum 25jährigen Jubiläum kommt Léon: Der Profi in einer restaurierten Fassung des Director’s Cuts erneut in die Lichtspielhäuser. Dass es eine neue Generation an Filmbegeisterten gibt, die ihn zum ersten Mal auf der großen Leinwand entdecken können, ist an sich ein Privileg. Und diejenigen, die ihn bereits kennen, können sich mit der Wiederaufführung davon überzeugen, dass er nicht schlecht gealtert ist. Genauer gesagt, ist er gar nicht gealtert, sondern immer noch so sehenswert wie vor 25 Jahren.
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Kritik: Der Distelfink [2019]
Angesichts so vieler gelungener Elemente bei John Crowleys Romanverfilmung Der Distelfink, ist es umso erstaunlicher, wie wenig diese zusammenpassen. Im Zentrum der Erzählung steht Theo Decker und wie das Titel gebende Gemälde ihn auf seinem Werdegang begleitet. Der führt von einem traumatischen Schicksalsschlag quer durch die USA und in eine Welt aus Drogen und Betrügereien. Wie dies mit einem Gemälde zusammenhängen soll, klingt fragwürdig und wirft tatsächlich mehr Fragen auf, als der Film beantwortet.
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Kritik: Shaun das Schaf - Der Film: UFO‑Alarm [2019]
Die Bewohner eines beschaulichen, englischen Örtchens staunen nicht schlecht, als dort ein UFO gesichtet wird. Urplötzlich sieht sich Shaun das Schaf einer waschechten Außerirdischen gegenüber. In seinem zweiten Kinoabenteuer, Shaun das Schaf - Der Film: UFO‑Alarm, geht Shaun dorthin, wo noch nie ein Schaf zuvor gewesen ist. Das ist wie gewohnt toll gemacht und steckt voller Anspielungen – mehr jedoch (leider) nicht. Immerhin, das Zielpublikum wird das nicht stören.
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Kritik: Ad Astra: Zu den Sternen [2019]
In seinem erstaunlich ruhigen Science Fiction-Film Ad Astra: Zu den Sternen stellt Filmemacher James Gray die Frage, was schlimmer wäre: Wenn die Menschheit nicht die einzige intelligente Spezies im bekannten Universum wäre, oder die Gewissheit, dass sie es ist? Existenzielle Themen stehen an sich im Zentrum einer jeden Science Fiction-Geschichte. Entscheidend ist nur, wie man sich ihrer annimmt. Dass sich der Film dabei nicht entscheiden kann, ist der eigentliche Knackpunkt.
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Kritik: Bohemian Rhapsody [2018]
Bohemian Rhapsody ist ein guter Film mit einer herausragenden Darbietung, bei dem vor allem das ältere Publikum abwechselnd Gänsehaut bekommen oder ein breites Grinsen im Gesicht haben dürfte. Beides liegt an der unvergleichlichen und unvergesslichen Musik der Rockband Queen und ihrem Lead-Sänger Freddie Mercury, dessen Werdegang hier umrissen wird. Doch für eine Biografie, sowohl seiner Person als auch der Musikgruppe, ist der Blick zu eingeschränkt und setzt zu sehr auf Nostalgie, anstatt hinter die Kulissen zu blicken.
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Kritik: Es Kapitel 2 [2019]
Andy Muschiettis Es Kapitel 2 ist nicht der Film, den man vermuten würde. Oder besser, er erzählt nicht die Geschichte, die man erwarten würde. Ganz gleich, ob er sich dabei an der Vorlage orientiert, wird die Entscheidung des Filmemachers, wie er den Horror-Hit Es, basierend auf Stephen Kings Roman, auflöst, das Publikum vermutlich spalten. Auch merkt man der Fortsetzung merklich die Aufteilung in drei erzählerische Akte an, von denen nicht alle gleich gut gelungen sind. Dafür entschädigen eine dichte Verzahnung mit den Ereignissen des ersten Teils, die Stimmung und eine hervorragende Besetzung.
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Kritik: Gut gegen Nordwind [2019]
Vanessa Jopps Romanverfilmung Gut gegen Nordwind ist einer der ungewöhnlichsten deutschen Kinofilme des Jahres. Schon deshalb, weil es keine Komödie ist, auch keine Liebeskomödie. Es ist auch kein verklärter Liebesfilm, sondern ein Drama mit zwei greifbaren Figuren, die sich ineinander verlieben, ohne sich je getroffen zu haben. Das klingt vertraut, aber statt sich damit zufrieden zu geben, gehen die Macher hier einen Schritt weiter und schaffen damit etwas überaus Eindrucksvolles.
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Kritik: Spider-Man: A New Universe [2018]
Der Animationsfilm Spider-Man: A New Universe beginnt inhaltlich wie stilistisch so erfrischend, dass es lange so aussieht, als würde dies das vielleicht beste Abenteuer um den mit Superkräften ausgestatteten Teenager überhaupt. Aber während sich der Film das leichtfüßige Flair des Anfangs bis zum Schluss behält, wächst die Geschichte nie über das hinaus, was man zu Beginn gesehen hat. Das schmälert nicht den Unterhaltungswert, bleibt aber angesichts des Potentials recht enttäuschend.
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Kritik: Green Book: Eine besondere Freundschaft [2018]
Peter Farrellys Green Book: Eine besondere Freundschaft ist vermutlich das unterhaltsamste und lustigste Rassismusdrama, das Hollywood seit geraumer Zeit hervorgebracht hat. Mit Mahershala Ali und Viggo Mortensen fantastisch besetzt sowie einer greifbar authentischen Ausstattung versehen, gelingt dem Filmemacher das Kunststück, die alltäglichen Vorurteile und die Ausgrenzung von Afroamerikanern in den Südstaaten der frühen 1960er-Jahre greifbar zu machen. Die Parallelen zur heutigen Zeit sind dabei kaum zu übersehen.
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Kritik: Die Unglaublichen 2 [2018]
Sieht man sich den durchschlagenden Erfolg von Die Unglaublichen 2 an, scheinen die Macher etwas richtig gemacht zu haben. Doch stellt man dem gegenüber den Anspruch, den Filmemacher Brad Bird an die Fortsetzung zu seinem Hit Die Unglaublichen - The Incredibles hatte, einen Film zu machen, der besser als das Original ist, muss man leider festhalten, dass er dem nicht ganz gerecht wird. Dafür ist das Sequel zu sehr Remake, anstatt eine überraschende Geschichte zu erzählen.
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Kritik: Star Trek: Nemesis [2002]
15 Jahre nachdem die Crew um Captain Jean-Luc Picard zu ihrem ersten Abenteuer aufgebrochen war sollte Star Trek: Nemesis die letzte Reise dieser Generation werden. Dabei geben sich die Macher merklich Mühe, alle Kritikpunkte der vorigen Filme zu beseitigen und präsentieren ein Leinwandabenteuer dieser Crew, das mehr auf Unterhaltung, denn auf philosophische Fragestellungen setzt. Wer sich darauf einlässt, kann mitgerissen werden, auch dank eines actionreichen Finales, das besser nicht zu machen ist.
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Kritik: Star Trek: Der Aufstand [1998]
Nach ihrem Leinwanddebüt absolvierte die Crew der U.S.S. Enterprise um Captain Picard in Star Trek: Der erste Kontakt zwar ein bei Fans sehr beliebtes, finanziell aber nicht allzu erfolgreiches Abenteuer. Für den insgesamt neunten Kinofilm des Franchise griffen die Macher daher auf eine Geschichte zurück, die weniger Vorwissen der zu diesem Zeitpunkt mehr als 30jährigen Star Trek-Geschichte verlangte. Der Aufstand lockte noch weniger Zuschauer in die Kinos. Dabei ist der Science Fiction-Film deutlich besser gealtert, als man erwarten würde.
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Kritik: Star Trek: Der erste Kontakt [1996]
In ihrem ersten vollkommen eigenständigen Abenteuer sieht sich die zweite Crew des Star Trek-Universums, die die große Leinwand betritt, dem wohl gefährlichsten Feind gegenüber, der Kennern der Serie vertraut ist: Die Borg. Das Spielfilmregiedebüt von Jonathan Frakes ist dabei nicht nur einer der besten Filme der Reihe, sondern schlicht ein hervorragendes Science Fiction-Abenteuer. Blickt man auf den inzwischen mehr als 20 Jahre alten Film zurück, überrascht außerdem, wie zeitlos Star Trek: Der erste Kontakt geworden ist.
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Kritik: Star Trek: Treffen der Generationen [1994]
Ausgesprochen harsch war der Empfang, der Picard & Co. in ihrem ersten Kino-Abenteuer von Fans wie Kritikern bereitet wurde. Während manche Punkte durchaus angebracht sind und einem nicht mit dem Star Trek-Universum vertrauten Publikum stärker auffallen werden, ist Treffen der Generationen ein besserer Science Fiction-Film, als er oft dargestellt wird. Und er verdeutlicht auch, weswegen die Crew den Sprung auf die große Leinwand mehr als verdient hatte.
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Kritik: Das fliegende Auge [1983]
Gedreht im Jahr 1980 und veröffentlicht ein Jahr, bevor George Orwells dystopischer Roman 1984 spielt, greift Filmemacher John Badham in Das fliegende Auge die Angst vor einem Überwachungsstaat, der die Freiheiten seiner Bürgerinnen und Bürger mit Waffengewalt zu unterdrücken vermag, auf so greifbare wie unterhaltsame Weise auf. Dabei steckt in dem mit beeindruckenden Stunts versehenen Krimi ein besserer Film, als er ist, was heute vielleicht mehr als damals offensichtlich wird.
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Kritik: Blinded by the Light [2019]
Im Grunde erzählt Filmemacherin Gurinder Chadha in Blinded by the Light eine gewöhnliche Geschichte über das Erwachsenwerden. Besonders macht die Geschichte hier zum einen der kulturelle Hintergrund einer pakistanischen Familie im England der späten 1980er-Jahre und was der Hauptfigur letztlich hilft, seinen eigenen Platz im Leben zu finden. So mag die Geschichte selbst nicht neu sein, doch das macht sie nicht weniger sehenswert.
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Kritik: I Am Mother [2019]
Das an sich einzige Problem an Grant Sputores Spielfilmregiedebüt I Am Mother ist, dass es nicht bereits vor 20 Jahren in den Lichtspielhäusern zu sehen war. Damals mögen seine Themen frisch geklungen haben. Inzwischen jedoch wurden diese im Science Fiction-Genre in allen nur erdenklichen Weisen so oft erzählt, dass was hier als Überraschung gedacht ist, altbekannt klingt. Doch das heißt nicht, dass der Film für Genrefans nicht einige Pluspunkte bereithält, angefangen bei der sehenswert agierenden Besetzung.
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Kritik: So wie du mich willst [2019]
In Safy Nebbous französischem Drama So wie du mich willst spielt Juliette Binoche die 50jährige, geschiedene Claire, deren einst so glückliches Leben in Scherben liegt. Unter einer falschen Internetidentität macht eine interessante Bekanntschaft. Das Drama, das sich aus ihrem Kartenhaus entwickelt, spiegelt nicht nur Themen unserer Zeit wider, sondern ganz allgemein Sorgen und Ängste mehrerer Generationen. Das ist toll dargebracht, eignet sich aber nur für das angesprochene Publikum.
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Kritik: Fast & Furious 8 [2017]
Für eine Filmreihe, die so sehr auf leichtfüßige Unterhaltung setzt, gestalten die Macher der Fast and the Furious-Filme was für die Figuren auf dem Spiel steht überraschend persönlich. Nicht nur in diesem Bezug ist Fast & Furious 8 der bisherige Höhepunkt. Auch ist der Film mutig genug, diese seit Jahren und mehreren Abenteuern eingeschworene Familie nachhaltig zu verändern. Das mag inhaltlich immer noch nicht tiefgehend sein, aber es sorgt dafür, dass man dem Abenteuer trotz absurder Entwicklungen gebannt folgt.
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Kritik: Fast & Furious 7 [2015]
Fast & Furious 7 setzt den Trend fort, den die Macher bereits mit dem vorigen Teil begonnen haben, und präsentiert die Crew als Geheimagenten in einem Action-Thriller, bei dem auf Grund des schieren Umfangs der Materialschlacht James Bond neidisch werden dürfte. Zudem wird ein Bösewicht vorgestellt, der es hinsichtlich Entschlossenheit, Körperbeherrschung und Kompromisslosigkeit mit den Helden mühelos aufnehmen kann. Doch das macht den Abschied einer der zentralen Figuren hier nicht einfacher.
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Kritik: Fast & Furious 6 [2013]
Nachdem Dominic Toretto und der ehemalige FBI-Agent Brian O’Conner in Fast & Furious Five zwar nicht auf der Seite des Gesetzes standen, auf ihre eigene Art und Weise jedoch das Richtige getan haben, katapultiert Filmemacher Justin Lin sie in der Fortsetzung in die Liga von Geheim- und Spezialagenten. Fast & Furious 6 behält das Tempo des vorangegangenen Teils bei und ist beinahe ebenso unterhaltsam. Aber die Löcher in der Story sind kaum zu übersehen, trotz des Geschwindigkeitsrauschs.
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Kritik: Fast & Furious Five [2011]
Als geradezu kompromisslos unterhaltsamer Caper-Film gibt es bei Fast & Furious Five nicht viel besser zu machen. Zehn Jahre nach dem ersten Teil versammeln die Macher die bekannten Figuren der vorigen Filme für ein Actionfeuerwerk, das es nicht nur hinsichtlich der reinen Zerstörungswut mit einem Einsatz von James Bond aufnehmen könnte. Die handwerkliche Umsetzung von Regisseur Justin Lin scheint dabei so mühelos, dass es richtig Spaß macht, zuzusehen.
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Kritik: Fast & Furious - Neues Modell. Originalteile. [2009]
Vom ersten Moment an macht Filmemacher Justin Lin hier so Vieles richtig, dass es umso ärgerlicher ist, wenn er in alte Muster zurückfällt. Fast & Furious - Neues Modell. Originalteile. erfindet zwar nicht die Figuren der ersten Stunde, dafür aber die inhaltliche Ausrichtung des Franchise neu, weg von der Zurschaustellung der Auto-Tuning-Szene hin zu einem actiongeladenen, testosterongetriebenen Thriller. Man könnte auch sagen, dies ist der Film, den Regisseur Rob Cohen acht Jahre zuvor mit dem ersten Teil an sich machen wollte.
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Kritik: The Fast and the Furious: Tokyo Drift [2006]
The Fast and the Furious: Tokyo Drift, ist ein seltsamer Film – und das nicht deshalb, weil er zeitlich sieben Jahre später und damit unmittelbar nach Fast & Furious 6 spielen soll. Es ist ein Film ohne wirklichen „Charakter“, aber mit einem nicht zu leugnenden visuellen Stil, der hier besser funktioniert als in den vorangegangenen Filmen. Bis auf einen kleinen Moment von den Vorgängern inhaltlich vollkommen losgelöst, ist das im besten Fall inhaltlich zäh.
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Kritik: 2 Fast 2 Furious [2003]
Inszeniert von John Singleton entpuppt sich 2 Fast 2 Furious als waschechte Hollywood-Fortsetzung in dem Sinne, dass der Film bis auf die von Paul Walker durchaus sympathisch verkörperte Hauptfigur Brian O’Conner kaum etwas mit dem ersten Teil gemein hat, aber dafür mehr von demselben bietet – mit Ausnahme von Vin Diesel. Stattdessen gibt es wie gehabt laute Musik auf die Ohren und ebenso künstliche wie hektisch inszenierte Autorennen für die Augen. Wer das zuvor noch nicht ermüdend genug fand, wird hier bestens bedient.
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Kritik: Fast & Furious: Hobbs & Shaw [2019]
Nach beinahe einem halben Dutzend überaus erfolgreicher Filme des Fast & Furious-Franchise klingt es nach einer guten Idee, die beim Publikum beliebten Figuren, Spezialagent Luke Hobbs und Ex-Elitekämpfer Deckard Shaw, in einem eigenständigen Film auf- und gegeneinander antreten zu lassen. Doch trotz des überwiegenden Unterhaltungswerts, ist Fast & Furious: Hobbs & Shaw bestenfalls eine Randnotiz der Film-Reihe.
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Kritik: Once Upon a Time in Hollywood [2019]
Um einen Film von Quentin Tarantino bewerten zu können, empfiehlt es sich, vorher überhaupt zu entscheiden, was für ein Film es denn sein soll. Das ist vermutlich bei keinem anderen so wahr wie bei Once Upon a Time in Hollywood, in dessen Titel sich bereits verbirgt, was der Filmemacher wohl damit erzählen wollte. Er verwebt darin eine tatsächliche Tragödie, einen brutalen Mord an fünf Personen zu jener Zeit. Am Ende muss die Frage lauten, ob seine Umsetzung dessen innerhalb der Geschichte den Ereignissen angemessen ist. Das ist alles andere als leicht zu beantworten.
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Kritik: Leberkäsjunkie [2019]
Mit Leberkäsjunkie kommt die inzwischen sechste Verfilmung eines Krimis um Dorfpolizist Franz Eberhofer in sechs Jahren in die Kinos. Nach dem letztjährigen Sauerkrautkoma ist Eberhofer wieder im niederbayerischen Niederkaltenkirchen angekommen und wenn das Publikum erwartet, dass er es erneut mit einem Fall zu tun bekommt, den er ohne Feingefühl und vielleicht auch großteils ahnungslos aufklärt, dann wird der Provinzkrimi dem vollends gerecht.
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Kritik: Widows - Tödliche Witwen [2018]
Widows - Tödliche Witwen ist ein fabelhaft gespieltes Drama, das trotz der Laufzeit und des inhaltlichen Umfangs viele Aspekte seiner Geschichte nicht oder nur unzureichend anspricht. Basierend auf der britischen Mini-Serie Widows von Lynda La Plante könnte dies auch ein kompromissloser Thriller sein. Doch von der tadellosen handwerklichen Umsetzung abgesehen, bleiben erzählerisch verpasste Chancen am meisten in Erinnerung. Trotz der Beteiligten.
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Kritik: Nur ein kleiner Gefallen [2018]
Nur ein kleiner Gefallen ist eine schwarzhumorige, überraschend „verdorbene“ Krimikomödie von Regisseur Paul Feig. Dabei lädt der Filmemacher mit einer großteils unvorhersehbaren Geschichte auf so gelungene Weise ein, mitzurätseln, dass wenn er urplötzlich und zu früh eine Auflösung präsentiert, er das Publikum regelrecht vor den Kopf stößt. Wäre es nicht um die fabelhafte Besetzung, würde der Film daran zerbrechen.
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Kritik: Und wieder 48 Stunden [1990]
Ganze acht Jahre, nachdem mit Nur 48 Stunden der Grundstein des modernen Buddy-Films gelegt wurde, präsentiert Regisseur Walter Hill eine Fortsetzung, die auf plastische Weise verdeutlicht, welch negativen Einfluss Studios auf Filme haben können. Selbst wenn dem nicht so gewesen wäre, klingt die Story mehr wie ein Remake denn wie ein Sequel und bedenkt man, welche Filme im selben Jahr in den Kinos zu sehen waren, dann muss Und wieder 48 Stunden selbst damals wie ein Relikt einer vergangenen Zeit gewirkt haben.
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Kritik: Der König der Löwen [2019]
25 Jahre ist es her, dass zum ersten Mal die (gezeichnete) Sonne über der schier unendlichen Weite der afrikanischen Savanne aufgegangen ist, untermalt von einer Melodie, die, wenn einmal gehört, man unverwechselbar mit diesen Bildern verbindet – „Nants’ Ingonyama“. Disneys Trickfilm Der König der Löwen ist der jüngste Animationsklassiker, der als „Realverfilmung“ umgesetzt wird. Regisseur Jon Favreau bleibt der Vorlage nicht nur inhaltlich treu, seine Erweiterungen und die Präsentation verhelfen dem Film zu einem ganz eigenen Charakter.
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Kritik: Annabelle 3 [2019]
Es gibt Gruselfilme, bei denen ist die Musik zwar Bestandteil des Horrors, aber nicht der Grund, weshalb man sich erschreckt. Genau darin liegt der große Unterschied zu Gary Daubermans Regiedebüt Annabelle 3. Hier sind die Geräusche und die irrsinnig laut eingespielte Musik der einzige Grund, weshalb sich das Publikum fürchten sollte. Obwohl das durchaus effektiv funktioniert, als Horrorfilm ist das auf Dauer schlichtweg eintönig. Und das nicht erst seit diesem Spin-Off.
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Kritik: Spider-Man: Far from Home [2019]
Die für das Publikum entscheidende Frage lautet, ob Far from Home als erstes Superhelden-Comic nach Avengers: Endgame ein guter Film ist. Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Nicht nur angesichts des Potentials, das die Figuren hier erkennen lassen, ist das, was die Geschichte daraus macht, erstaunlich enttäuschend. Wäre es nicht um die Verknüpfungen zum Marvel Cinematic Universe, gäbe es für Kenner desselben keinen Grund, Spider-Mans zweites Abenteuer anzusehen.
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Kritik: Yesterday [2019]
Filmemacher Danny Boyle entwirft in Yesterday eine solch interessante Ausgangslage, dass man erwarten würde, er würde sich der vielen Facetten im Verlauf der beinahe zwei Stunden auch annehmen. Aber während er die ersten Schritte in diese Richtung geht, gibt er den kaum ausgearbeiteten Figuren eine absehbare Love-Story an die Hand, die zwar sympathisch vorgetragen wird, aber nichts erzählt, was man nicht bereits gesehen hätte. Unabhängig davon: Die Musik ist eine Wucht.
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Kritik: Predator - Upgrade [2018]
Wüsste man nicht, dass Filmemacher Shane Black in Predator einst selbst eine Rolle übernommen hatte, möchte man angesichts Predator - Upgrade meinen, er wäre wie sämtliche Akteure, die hier vor der Kamera zu sehen sind, damals bestenfalls in der Pubertät gesteckt und wüsste nicht, was für einen Film er eigentlich machen wollte. Dies ist die wohl mit Abstand schlimmstmögliche Fortsetzung, die sich Kenner und Fans des Originals vorstellen können. Man muss sich dabei durchaus fragen, wie es so weit überhaupt kommen konnte.
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Kritik: Long Shot - Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich [2019]
Filmemacher Jonathan Levine wird dem Titel seiner neuen Komödie, Long Shot - Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich, mehr als gerecht. Die Prämisse, wie sich eine politische Figur in jemanden verliebt, der nach außen hin nicht als „präsentabel“ gilt, ist nicht wirklich neu. Doch den Drehbuchautoren gelingt es, das Konzept nicht nur dadurch auf den Kopf zu stellen, dass es eine Frau ist, die ein politisches Amt mit Ambitionen auf die Präsidentschaft bekleidet, sondern weil es ihnen gelingt, dem Humor eine politische Ebene hinzuzufügen.
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Kritik: Tolkien [2019]
Tolkien beginnt mit einem Bild, das der Vorstellungswelt des weltberühmten, Titel gebenden Autors John Ronald Reuel Tolkien entsprungen sein könnte. Von hier aus erzählt der finnische Regisseur Dome Karukoski eine Biografie, die bis zu dem Moment führt, da eines der bekanntesten Werke des Protagonisten entstand: Der Hobbit. Zwischen beiden Ereignissen liegen beinahe 20 Jahre, die der Film allerdings beinahe vollständig ausblendet und sich stattdessen auf andere Aspekte konzentriert. Leider.
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Kritik: A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando [2019]
Zu sagen, dass A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando nicht der beste oder der zweitbeste Teil ist, klingt, als wäre die inzwischen dritte Fortsetzung der Animationsreihe, die vor beinahe 25 Jahren begann, ein schlechter Film. Das Gegenteil ist der Fall – mit Toy Story 4 hauchen die Macher den Figuren auf unerwartete Weise neues Leben ein, schreiben ihre Reise fort, ohne ein Ziel vorzugeben. So gelungen das ist, das Ende wird Fans der ersten Stunde eher traurig denn hoffnungsvoll stimmen.
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Kritik: Die wandernde Erde [2019]
Mit Die wandernde Erde stellt China die erste eigene Science Fiction-Film-Produktion basierend auf der preisgekrönten, gleichnamigen Novelle vor und orientiert sich dabei an Hollywood-typischen Katastrophenfilmen, in denen die Rettung der Welt in den Händen einer Handvoll Helden liegt. Herausgekommen ist ein Film, der so verwirrend und konfus geraten ist, dass er damit manchen Vorbildern unzweifelhaft und wenig schmeichelhaft Konkurrenz macht.
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Kritik: Fahrenheit 11/9 [2018]
In seiner Dokumentation Fahrenheit 11/9 geht Filmemacher Michael Moore den Ursachen auf den Grund, wie ein Geschäftsmann und Reality‑TV-Star zum mächtigsten Mann der Welt aufsteigen konnte. Dabei holt er weit aus und scheint sich im Mittelteil in wenig zusammenhängenden Nebensächlichkeiten zu verlieren. Arbeitet er jedoch Ursache und Wirkung heraus, ist das unumwunden erschreckend. Doch das bedeutet nicht, dass ein anderes Format für das, was er zu erzählen hat, nicht die bessere Wahl gewesen wäre.
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Kritik: Johnny English - Jetzt erst recht! [2011]
War Johnny English seinerzeit eine durchaus gelungene Parodie auf die etablierte Filmreihe um den britischen Spion James Bond, gestaltet Filmemacher Oliver Parker die späte Fortsetzung als reine Komödie im Agentengenre. Von subtilem Humor kann in Johnny English - Jetzt erst recht! nicht die Rede sein und die Eigenheiten der Abenteuer des Doppelnull-Agenten werden ebenfalls kaum aufs Korn genommen. Dafür entschädigt die Besetzung und eine kurzweilige Geschichte, die den Film am Ende kürzer erscheinen lässt, als er tatsächlich ist.
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Kritik: Godzilla II: King of the Monsters [2019]
Kann man Gareth Edwards' Godzilla nicht zu unrecht vorhalten, dass der Film lange mit seinem Titel gebenden Monster geizt und auf Grund der ernsten Herangehensweise den Spaß-Faktor vermissen lässt, schafft Filmemacher Michael Dougherty in Godzilla II: King of the Monsters zumindest bei erstem Punkt Abhilfe. Doch die Fortsetzung nimmt sich erneut zu ernst, präsentiert zu viele Klischees und verlangt gleichzeitig von seinem Publikum, Vieles schlicht zu akzeptieren, was gar nicht ernst gemeint sein kann.
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Kritik: Ma [2019]
Tate Taylors Ma ist ein Psycho-Thriller, der seinen größten Reiz aus der Darbietung im Zentrum zieht. Da diese von der ebenso charismatischen wie wandlungsfähigen Octavia Spencer stammt, hat der Filmemacher ein überzeugendes Argument, dass dies funktionieren kann. Sein größtes Problem ist jedoch, dass er nicht genau zu wissen scheint, welche Art Film er machen möchte. Für ein Thriller-Drama erscheinen die Horror-Momente zu aufgesetzt und für einen Horror-Thriller ist der Horror schlicht zu einseitig.
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Kritik: The Equalizer 2 [2018]
Die drei auffälligsten, problembehafteten Bereiche bei Antoine Fuquas The Equalizer 2, der Fortsetzung zu seinem wenig zimperlichen Thriller The Equalizer, in dem Denzel Washington einen Elite-Agenten im Ruhestand spielt, sind der Anfang, der Mittelteil und der Schluss. Das heißt nicht, dass sie jeweils vollkommen misslungen sind, aber sie verspielen mehr Potential, als sie nutzen. So gerät die erste Fortsetzung, in der der charismatische Hauptdarsteller überhaupt mitspielt, leider recht enttäuschend.
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Kritik: Der Grinch [2018]
Seit Jahrzehnten werden die Kinderbücher des amerikanischen Autors Theodor Seuss Geisel, besser bekannt unter dem Pseudonym Dr. Seuss, für die große und kleine Leinwand adaptiert. Nun wurde auch Der Grinch als moderner Animationsfilm umgesetzt. Die Geschichte handelt davon, wie der griesgrämige Grinch den Bewohnern von Whoville Weihnachten stiehlt und dabei mit seinen eigenen Enttäuschungen konfrontiert wird. Dem beizuwohnen ist auf Grund der bunten Präsentation insbesondere für Kinder ein Fest.
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Kritik: Wenn der Wind weht [1986]
Der Animationsfilm Wenn der Wind weht ist eine in vielerlei Hinsicht überaus ungewöhnliche Produktion. Es ist ein Zeichentrickfilm für Erwachsene, obwohl es diese Art Filme vor über 30 Jahren nicht sehr häufig gab. Und er nimmt sich eines wichtigen Themas auf sehr ungewöhnliche Weise an: Das Erleben und die Auswirkungen eines Atomschlags werden aus Sicht eines abgeschieden lebenden Rentnerehepaars in England geschildert. Das klingt nach schwerer Kost – und das ist es auch (immer noch).
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Kritik: Aladdin [2019]
Bei Aladdin hakt das Studio alle Punkte ab, die man dem Originalzeichentrickfilm entnehmen kann. Vom magisch-orientalischen Setting in 1001er Nacht, den fantastisch farbenfrohen Kostümen bis hin zu eingängigen Songs und liebenswerten Nebenfiguren. Statt ein eigenständiges Märchen gelingt ihnen lediglich ein Film, der nichts besser macht als die Vorlage und nicht einmal öfter als nicht dasselbe Niveau erreicht. Wer das Original nicht kennt, mag hier verzaubert werden.
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Kritik: Mister Link - Ein fellig verrücktes Abenteuer [2019]
Mister Link - Ein fellig verrücktes Abenteuer verzaubert durch die liebevolle und umwerfende Animation der teils goldigen Figuren so sehr, dass man beinahe übersehen könnte, welche Chance sich die Filmemacher entgehen lassen. Denn während Regisseur Chris Butler ein Lehrstück im handgemachten Geschichtenerzählen gelingt, ist es die Story selbst, die sich trotz der politischen Botschaft nicht entscheidet und damit inkonsequent zu Ende erzählt wird.
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Kritik: Love Is All You Need [2012]
Zu sagen, Love Is All You Need wäre eine merklich europäische, romantische Komödie, ist weder ein Lob, noch als Kritik gemeint. Die dänische Filmemacherin Susanne Bier präsentiert keine konventionelle Liebesgeschichte und vor allem mit zwei Personen, die man eingangs lediglich als Nebenfiguren vermuten würde. Herausgekommen ist eine Dramödie mit vielen leisen Untertönen, getragen von zwei fantastischen Darbietungen, die mit dem internationalen und irreführenden Titel jedoch nichts zu tun hat.
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Kritik: The Silence [2019]
In The Silence wird geschildert, wie die Menschheit von seltsamen Kreaturen dahingerafft wird, die bei einer Höhlenexpedition freigesetzt wurden. Sie reagieren auf Geräusche, weshalb die Überlebenden keine Laute machen dürfen. Dem geneigten Publikum wird vermutlich der thematisch ähnlich gelagerte A Quiet Place ein Begriff sein. John R. Leonettis Adaption des gleichnamigen Romans hier kann dem Endzeit-Thriller jedoch in keiner nur erdenklichen Weise das Wasser reichen.
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Kritik: Glam Girls: Hinreißend verdorben [2019]
Eine Szene nach dem Abspann von Glam Girls: Hinreißend verdorben erweitert einen Moment, den das Publikum bereits zuvor ungläubig beobachten musste, und der auch beim wiederholten Ansehen nicht witziger wird. Vor allem jedoch wird er auf eine beinahe schmerzhafte Art künstlich in die Länge gezogen, dass man kaum glauben mag, die Verantwortlichen wollten die Szene in dieser Weise veröffentlichen. Das kann man gewissermaßen von Chris Addisons Film selbst ebenfalls behaupten.
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Special: A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando [2019]
Am 15. März 2019 lud Disney Deutschland ein, mit dem zweifachen Oscar-Preisträger und Produzent Jonas Rivera einen Einblick in A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando zu erhalten. Abgesehen von Anekdoten und Hintergrundinformationen wurde den Anwesenden eine halbe Stunde Material aus dem Film gezeigt, das teilweise bereits fertiggestellt bzw. beinahe fertiggestellt war. Wenn der sehr vielversprechende Einblick in Toy Story 4 nur eines erreicht hat, dann, dass die Zeit bis zum Kinostart im August ein wenig länger erscheint.
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Kritik: Avengers: Endgame [2019]
Vor ziemlich genau einem Jahr mussten Fans der Superhelden-Reihe um die Avengers in Infinity War mitansehen, wie der lange vorbereitete Schurke der Reihe mit einem Fingerschnippen seinen so endgültig klingenden Plan, die Galaxis ins Gleichgewicht zu bringen, in die Tat umsetzte. Mit Avengers: Endgame starten die verbliebenen Helden um Iron Man und Captain America ihren letzten Versuch, den Schaden wiedergutzumachen. Wer eines der größten Comic-Spektakel aller Zeiten erwartet, wird nicht enttäuscht werden.
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Kritik: Kleine Germanen [2018]
Die Filmemacher Mohammad Farokhmanesh und Frank Geiger widmen sich in ihrer Dokumentation Kleine Germanen einer weitgehend unbeobachteten und ebenso unauffälligen Parallelgesellschaft, deren Zugehörigkeit nicht vererbt, aber mit der kindlichen Erziehung weitergegeben wird. Dass eine solche „völkische“ oder wie sie hier immer wieder genannt wird, „germanische“ Gesinnung heute zwar nicht neu, aber dafür umso salonfähiger geworden ist, macht es nur noch erschreckender.
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Kritik: Shining [1980]
Stanley Kubricks Verfilmung von Stephen Kings drei Jahre zuvor erschienenem Horror-Roman Shining zählt gemeinhin nicht nur zu den besseren Adaptionen des Bestseller-Autors, sondern wird als Meilenstein des Genres angesehen. Die dichte Atmosphäre, die beängstigenden Darstellerleistungen und eine traumatisierend surreale Optik tragen ihren Teil jeweils dazu bei. All diese Punkte sind unbestritten und zutreffend, aber sie machen den Film selbst nicht leichter zugänglich.
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Kritik: Der Fall Collini [2019]
Der Fall Collini ist ein guter Film, der mühelos hätte sehr gut sein können und in Anbetracht des Themas auch hätte sein müssen. Um ihn zu einem sehr guten Film zu machen, müsste man keine Szene neu drehen – man müsste sie lediglich in einer anderen Reihenfolge anordnen. Filmemacher Marco Kreuzpaintner versteift sich aber so sehr auf eine moderne Optik und den Hauptdarsteller, dass er zu übersehen scheint, welch eigentliche Geschichte in dem Drama schlummert.
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Kritik: Lloronas Fluch [2019]
Nicht nur, aber auch für Fans des Conjuring-Franchise, in dessen Universum der Grusel-Horrorfilm angesiedelt ist, dürfte es eine gute Nachricht sein: Lloronas Fluch ist kein schlechter Film. Das bedeutet zwar gleichzeitig noch nicht, dass es ein sehenswerter oder sehr guter Film ist, aber es ist immerhin ein Anfang. Zumindest, soweit man das Gezeigte überhaupt beurteilen kann, denn Michael Chaves’ Film ist einer der dunkelsten, die seit langer Zeit zu sehen waren. Das trägt aber nur bedingt zur Atmosphäre bei.
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Kritik: Wenn du König wärst [2019]
Selbst wenn man zu denen gehörte, die mit dem Abenteuer-Klassiker Die Goonies aufgewachsen sind – und ein wenig scheint Joe Cornishs Fantasy-Kinderfilm Wenn du König wärst wie eine Kreuzung daraus mit der König Artus-Sage –, es kommt irgendwann der Punkt, an dem solche Filme für eine andere Generation gemacht sind. Deshalb sind sie nicht besser oder schlechter, aber es fällt schwerer, sie zu bewerten. Im vorliegenden Fall umso mehr, da die Macher die fantasievolle Geschichte mit hochaktuellen Themen verknüpfen. Aber die dürfte das Zielpublikum kaum verstehen.
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Kritik: After Passion [2019]
Wie groß der Hype um After Passion beim Publikum tatsächlich ist, lässt sich kaum abschätzen. Die Hochglanz-Lovestory basiert auf einem weltweiten Bestseller. Der war ursprünglich die meistgelesene Fan-Fiction auf der hier mit-produzierenden Online-Plattform Wattpad. Das allein sagt nichts über die Qualität oder das Potential der Geschichte selbst. Es ist davon auszugehen, dass die Film-Adaption ähnlich wie die Vorlage ihr Publikum finden wird. Auch das sagt nichts über die Qualität – oder das Potential – des Materials.
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Kritik: Willkommen in Marwen [2018]
Die Lebensgeschichte von Mark Hogancamp, der von fünf Männern brutal zusammengeschlagen wurde und sich nach dem verletzungsbedingten Verlust seiner Erinnerungen eine fiktive belgische Stadt im Miniaturmaßstab errichtete, um darin neu geschaffene Erinnerungen zu erzählen, ist nicht nur inspirierend und bemerkenswert. Sie ist es wert erzählt zu werden. Selbiges versucht Regisseur Robert Zemeckis in Willkommen in Marwen, doch ihm misslingt der Versuch auf so vielen Ebenen, dass es geradezu ärgerlich ist.
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Kritik: Friedhof der Kuscheltiere [2019]
So packend die Geschichten von Autor Stephen King in Romanform oftmals sind, so selten werden sie dieser Eigenschaft auf der großen oder kleinen Leinwand gerecht. Das heißt nicht, dass Friedhof der Kuscheltiere ein grauenhafter Film ist. Den Regisseuren Kevin Kölsch und Dennis Widmyer gelingt es nur nicht, den wahren Horror, den der Protagonist in der Vorlage durchlebt, um zu seiner fatalen Entscheidung zu gelangen, greifbar zu machen. Dass sie sich überdies nicht den perfekten Schlusspunkt des Romans behalten, ist da nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
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Kritik: Wir [2019]
Um eines gleich vorwegzunehmen, Wir ist ziemlich sicher der beste Horrorfilm, der dieses Jahr im Kino zu sehen sein wird. Dass er zugleich immens einfallsreich ist, außerdem unterhaltsam und aktuelle gesellschaftliche Themen auf den Punkt bringt, unterstreicht das Gespür für intelligentes Geschichtenerzählen, das Regisseur Jordan Peele bereits bei Get Out bewiesen hat. Auch hier überzeugt er mit einem Auge für eindrucksvoll unheilvolle Bilder und entlockt seiner Besetzung preiswürdige Darbietungen.
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Kritik: Vice: Der zweite Mann [2018]
Es gibt viele Dinge an dem biografischen Drama Vice: Der zweite Mann um den ehemaligen amerikanischen Vizepräsidenten Dick Cheney, die überaus gelungen sind. Sei es die umwerfende Maskenarbeit, durch die Hauptdarsteller Christian Bale vollständig in dem Charakter über einen Zeitraum von mehr als vier Jahrzehnten aufgeht. Oder auch die Verbindungen, die Regisseur Adam McKay zwischen verschiedenen Ereignissen über den genannten Zeitraum herstellt. Aber dennoch kommt man sich beim Zusehen mehr belehrt aus aufgeklärt vor.
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Kritik: Der Tag danach [1983]
Auch mehr als 35 Jahre, nachdem die TV-Produktion Der Tag danach zum ersten Mal in Nordamerika ausgestrahlt wurde, hat das erschütternde Drama nichts von seiner Wirkung verloren. Bedauerlicherweise ebenso wenig von seiner Aktualität. Ohne Verantwortliche zu benennen, ohne heroische Darstellungen einer militärischen Überlegenheit, führt Filmemacher Nicholas Meyer die Auswirkungen eines globalen Atomschlages auf die Bewohner einer Stadt im Mittleren Westen der USA vor Augen. Er tut das auf eine ebenso greifbare wie hoffnungslose Art und Weise.
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Kritik: Star Trek: Raumschiff Voyager: „Endspiel“ [2001]
Nach sieben Jahren und mehr als 170 Episoden setzt die Crew des Raumschiffs U.S.S. Voyager zur letzten Etappe ihrer Reise zurück zur Erde an. Im Serienabschluss in Spielfilmlänge mit dem Titel Endspiel kehren die Furcht einflößendsten Bösewichte aus Star Trek zurück – ohne in irgendeiner Art und Weise Furcht einflößend zu sein. Es ist das Finale einer Serie, die mehr als die vorigen Instanzen des Franchise Kritik hinnehmen musste und trotz aller Widrigkeiten ihren Weg gefunden hat. Gerade deshalb wird das Ende Raumschiff Voyager nicht gerecht.
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Kritik: Halo Legends [2010]
Im Science Fiction-Universum der erfolgreichen Videospielreihe Halo angesiedelt, entstand im Jahr 2009 eine Reihe von Anime-Shorts, die als Halo Legends veröffentlicht wurden. Sechs der sieben Geschichten gehören offiziell zum etablierten Kanon. Doch das ändert nichts daran, dass Kenner der Reihe (wieder einmal) nicht diejenigen Abenteuer erzählt bekommen, die sie sich seit Jahren erhoffen. Oder auf eine Art und Weise, die auch ein neues Publikum anlocken könnte. Das ist angesichts der Möglichkeiten und den Potentials überaus bedauerlich.
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Kritik: Captain Marvel [2019]
Mit Captain Marvel leiten die Macher des Marvel Cinematic Universe den Endspurt zum „Endgame“ ein, das Fans mit dem gleichnamigen, kommenden Avengers-Film erwarten wird. Dass dessen großer Cliffhanger hier somit nicht aufgelöst wird, überrascht nicht. Dabei gelingt den Filmemachern Anna Boden und Ryan Fleck mehr als nur ein Lückenfüller. Sie stellen in der Titelheldin eine Figur vor, die auf der Suche nach ihrer eigenen Vergangenheit viel mehr entdeckt und mühelos weitere Abenteuer tragen könnte.
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Kritik: Destroyer [2018]
Im Zentrum des Crime-Dramas Destroyer stehen eine unbeschreibliche Darbietung, die unzweifelhaft den Höhepunkt von Nicole Kidmans Schauspielkarriere darstellt, sowie eine fantastische Bilderauswahl, die für sich allein genommen bereits preisverdächtig ist. Doch es gelingt Regisseurin Karyn Kusama nicht, beides innerhalb einer Geschichte zu erzählen, die dem auch angemessen wäre – oder wenigstens diese Geschichte so zu erzählen, dass vor allem die Optik über den Selbstzweck hinauswächst.
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Kritik: Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit [2018]
Man könnte meinen, ein biografisches Drama um eine Frau, die vor beinahe 50 Jahren für die Abschaffung der Diskriminierung in der US-amerikanischen Gesetzgebung einen wegweisenden Sieg errang, könnte kaum etwas zur heutigen Debattenkultur beitragen. Dabei führt Mimi Leders teils recht juristisch geprägter Film Die Berufung - Ihr Kampf für Gerechtigkeit nicht nur die Notwendigkeit des damaligen Rechtsstreits und seine Auswirkungen vor Augen, sondern auch, was er für die heutige Zeit an Lehren – und Aufträgen – beinhaltet.
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Kritik: Hard Powder [2019]
Es scheint wenig originell, einen weiteren Thriller mit Liam Neeson in der Rolle des einsamen wie schweigsamen Rächers zu besetzen, zumal der charismatische Mime seit Jahren auf diese Art Rolle abonniert scheint. Doch das heißt nicht, dass es nicht funktionieren könnte. Warum es das in Hard Powder nicht tut, liegt vielmehr daran, wie Filmemacher Hans Petter Moland seinen eigenen preisgekrönten norwegischen Crime-Thriller Einer nach dem anderen für das Remake adaptiert.
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Kritik: Sicario 2 [2018]
Der Nachfolger des Thriller-Dramas Sicario verspricht zu Beginn eine Geschichte, nur um dann zu einer anderen zu wechseln, ehe die letzten Minuten andeuten, dass all dies nur die Vorbereitung einer ganz anderen Story war, die in der Fortsetzung erzählt werden könnte. Das macht Sicario 2 nicht nur zu einem höchst unbefriedigenden Erlebnis, sondern auch zu einem ziellos erzählten. Darüber trösten weder die stylische Inszenierung, noch die zwei solide gespielten, zentralen Figuren hinweg.
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Kritik: Happy Deathday 2U [2019]
Eine Fortsetzung zu Happy Deathday, dem erfreulich blutarmen Teenie-Slasher, in dem Studentin Tree ihren Todestag wieder und wieder durchlebt, scheint ein gewagtes Unterfangen. Wie wollte man die ohnehin absurde Idee weitererzählen? Regisseur Christopher Landon gelingt das in Happy Deathday 2U erstaunlich und unerwartet gut. So gut sogar, dass Fans des unheimlichen Horrors des ersten Teils umso mehr enttäuscht sein werden, dass dieser Aspekt der Story ab der Hälfte quasi keine Rolle mehr spielt.
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Kritik: Der goldene Handschuh [2019]
Fatih Akins Porträt einer Reihe von grausamen Frauenmorden durch Fritz Honka in Hamburg-St. Pauli in den 1970er-Jahren ist vermutlich eines der intensivsten, die es zu diesen wahren Begebenheiten gibt. Aber nicht nur deshalb ist Der goldene Handschuh ein schwieriger Film. Dass es dem Filmemacher ebenso wenig um den Täter wie die Opfer geht, über die man kaum etwas erfährt, macht die Antwort auf eine wichtige Frage nur umso schwerer: Was will er überhaupt?
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Kritik: Alita: Battle Angel [2019]
Die lange erwartete Verfilmung des Graphic Novels / Mangas von Yukito Kishiro, Alita: Battle Angel, ist entweder zu lang oder zu kurz, um sowohl den eigenen Zielen als auch den Erwartungen des Publikums gerecht zu werden. Beinahe 20 Jahre wartete das Publikum darauf, dass James Cameron das Projekt auf die Leinwand bringen würde. Es klingt womöglich negativer als beabsichtigt, wenn man festhält, dass das Cyberpunk-Abenteuer Avatar - Aufbruch nach Pandora, dem es nicht nur in Hinblick auf den Erfolg nacheifern soll, in keinem Moment gewachsen ist.
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Kritik: Manou - flieg’ flink! [2019]
Es ist gewissermaßen ein Berufsrisiko der Kritiker und Kritikerinnen, dem Zynismus zu verfallen. Dabei sollte man sich stets vor Augen führen, dass wohl niemand beabsichtigt, ein enttäuschendes oder schlechtes Werk zu erstellen. Auch in einem Film wie Manou - flieg’ flink! stecken zehntausende Stunden Arbeit, in denen die Beteiligten unbestritten ihr Bestes gegeben haben mit dem, was ihnen zur Verfügung stand. Die Frage ist, weswegen das Ergebnis insgesamt dann so enttäuscht.
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Kritik: Hotel Artemis [2018]
In seinem Spielfilmregiedebüt Hotel Artemis zeigt Filmemacher Drew Pearce eine düstere Zukunftsvision. Die erinnert von der Atmosphäre her stark an John Carpenters Genreklassiker Die Klapperschlange und wäre es wert, weiter erkundet zu werden. Stattdessen wird allerdings eine Geschichte erzählt, die für sich genommen kaum Sinn ergibt und darüber hinaus nicht einmal packend dargebracht ist. Da hilft auch die namhafte Besetzung, die durch Darbietungen von Jodie Foster und Jeff Goldblum veredelt wird, nicht weiter.
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Kritik: The Prodigy [2019]
Bei Nicholas McCarthys Horror-Thriller The Prodigy kann das Publikum nach den ersten fünf Minuten entscheiden, ob einem der Film gefallen wird, oder nicht. In der kurzen Zeit gibt es zwei Erschreckmomente zu erleben, die nicht auf Grund des Geschehens funktionieren, sondern durch die extrem laut eingespielte Musik und die Geräusche. Nimmt man noch etwas Gewalt gegen Frauen hinzu, ergibt das einen Genrevertreter, der viel bekanntes Terrain betritt und zu wenige Neuerungen bietet, um wirklich überzeugen zu können.
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Kritik: The Mule [2018]
Für The Mule kehrt Hollywood-Urgestein Clint Eastwood aus seinem selbst auferlegten Schauspielruhestand zurück, um einen 90-jährigen Drogenkurier eines mexikanischen Kartells zu verkörpern. Doch statt die zumindest in Ansätzen auf wahren Ereignissen beruhende Geschichte als Thriller zu erzählen, entscheidet sich das Drehbuch zu einer entwaffnenden Charakterstudie. Die bietet mehr als nur einen passenden Schwanengesang für den Hauptdarsteller; sie bietet vielleicht auch einen viel persönlicheren Einblick.
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Kritik: Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt [2019]
Mit Drachenzähmen leicht gemacht 3: Die geheime Welt liefert Filmemacher Dean DeBlois nicht nur einen möglichen Abschluss seiner vor neun Jahren begonnenen Animationsfilmreihe basierend auf den gleichnamigen Kinderbüchern. Er präsentiert eine Geschichte, die in den letzten 15 Minuten eine Stärke und Tragkraft entwickelt, die man sich von Anfang an gewünscht hätte. Was bis dahin geschieht, ist öfter amüsant als zum Tränen lachen, doch gewinnen die Figuren dank ihres Charmes das Publikum für sich.
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Kritik: Operation: 12 Strong [2018]
Operation: 12 Strong erzählt die auf Tatsachen basierende Geschichte eines Trupps der U.S. Army Special Forces, der unmittelbar nach den Anschlägen des 11. September 2001 auf geheimer Mission nach Afghanistan entsandt wird. Dass sie sich beritten einen Weg durch unwegsames Gelände und eine zahlenmäßig weit überlegene Armee kämpfen, klingt nach dem Stoff von Heldensagen. Allerdings übersieht es Filmemacher Nicolai Fuglsig, seinen heroischen Spezialisten auch Profil zu verleihen.
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Buchkritik: Star Wars: Die Kundschafter [2006] - Timothy Zahn
In Die Kundschafter widmet sich einer der erfolgreichsten Autoren des erweiterten Star Wars-Universums, Timothy Zahn, der Figur, die nicht nur zu einer der beliebtesten der Kenner der Reihe geworden ist, sondern nach der sogar eine eigene Trilogie benannt wurde: Commander Mitth’raw’nuruodo, genannt Thrawn. Dass der Autor gleichzeitig die Geschichte eines glücklosen Jedi-Kolonisierungsraumschiffes erzählt, an Bord dessen sich auch zwei bekannte Jedi befunden haben, gerät da beinahe zur Nebensache.
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Kritik: Glass [2019]
Wenn der Abspann beginnt werden vermutlich nicht wenige Kenner von M. Night Shyamalans Film Unbreakable fragen „darauf habe ich fast 20 Jahre lang gewartet?“. Die ersehnte Fortsetzung des ungewöhnlichen, optisch ausgefeilt und ruhig erzählten Superhelden-Films verknüpft dessen Geschichte mit derjenigen von Shyamalans Split. Wer nicht mit beiden Werken vertraut ist, wird sich hier nicht zurechtfinden, und wer beide kennt, wird von den Ereignissen vermutlich vor den Kopf gestoßen werden. Dabei ist Glass weniger ein Abschluss als ein Anfang und das, obwohl das Ende ganz anders ausfällt, als man erwarten könnte.
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Kritik: Split [2016]
Nachdem seine letzten Filme kommerziell wie künstlerisch weit hinter den Erwartungen zurückblieben, knüpft Filmemacher M. Night Shyamalan mit Split wieder an vorige Werke an – in doppeltem Sinne. Der ruhig erzählte Horror-Thriller stellt dabei zwei Figuren in den Mittelpunkt, die mehr verbindet, als man auf den ersten Blick vermuten würde. Sehenswert wird das jedoch vor allem auf Grund der Darbietungen, die packender sind, als die Geschichte erzählt wird.
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Kritik: Maria Stuart, Königin von Schottland [2018]
Viele Aspekte an Josie Rourkes Kostümdrama Maria Stuart, Königin von Schottland sind atemberaubend. Doch ihrem eigentlichen Vorhaben wird die Filmemacherin in ihrem Regiedebüt nicht gerecht: Einen Film über Schottlands Königin zu erzählen. Ein ganzes Leben in ein zwei Stunden dauerndes Werk zu pressen wäre eine Herausforderung genug. Mit den zahlreichen Intrigen am schottischen und englischen Königshof, ist die Aufgabe vermutlich schlicht zu groß.
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Kritik: A Quiet Place [2018]
In A Quiet Place nimmt Filmemacher John Krasinski eine vertraut klingende Grundidee und versieht sie mit einem originellen Twist. Das Ergebnis ist einer der packendsten Horror-Thriller der vergangenen Jahre, der nicht nur seinem Titel gerecht wird. Er ist gleichzeitig ein Paradebeispiel dafür, wie eine mystische Story erzählt werden kann, ohne zu viel zu verraten – aber gleichzeitig so viel zu erklären, dass man glaubt, sich in der Geschichte zurechtzufinden.
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Kritik: Papillon [2017]
Michael Noers Papillon ist die zweite Verfilmung der Biografie des Franzosen Henri „Papillon“ Charrière, der im Jahr 1933 in die Strafkolonie in Französisch-Guayana gesandt wird. Der Film schildert den Alptraum, den die Gefangenen dort erleben und was Henri auf sich nimmt, um zu entfliehen. Aber so tadellos das dargebracht ist und so ordentlich es gespielt sein mag, es lässt jegliche Verbindung zu den Charakteren vermissen, deren Schicksale deshalb nie mitreißen.
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Kritik: Best Exotic Marigold Hotel 2 [2015]
Nachdem er die Idee eines outgesourceten Altersruhesitzes soweit zum Erfolg geführt und durchaus rüstige Stammgäste für sein „Best Exotic Marigold Hotel“ in Indien gewonnen hat, hat der Jungunternehmer Sonny bereits ein neues Ziel: Expansion. Filmemacher John Madden lädt in Best Exotic Marigold Hotel 2 ein, sowohl Sonny als auch die Bewohner des Hotels auf ihrer weiteren Reise zu begleiten, doch er scheint selbst nicht zu wissen, wohin diese führen soll, geschweige denn, welche Wegstationen es bis zum Ziel zu besuchen gilt.
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Kritik: True Lies - Wahre Lügen [1994]
Sich heute einen Film wie True Lies - Wahre Lügen anzusehen ist, als würde man in eine längst vergangene Zeit reisen. Es war eine Zeit, in der Actionfilme, auch wenn sie für ein älteres Publikum gemacht waren, leichtfüßig erzählt wurden und ein Sieg der Guten am Ende nicht teuer erkauft war. Man mag darüber streiten, ob es jemals angebracht war, einen Action-Thriller mit einem terroristischen Hintergrund als Unterhaltungsfilm zu erzählen. Es scheint heute in jedem Fall kaum möglich – und hebt True Lies darum umso mehr von anderen Genrevertretern ab.
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Star-besetzter Crime-Thriller Hangman: The Killing Game bei Concorde Home Entertainment erhältlich
Es klingt eingangs wie ein makaberer Scherz, als zwei Polizisten und eine Reporterin auf eine Mordserie stoßen, bei welcher der Killer seine Opfer wie Figuren des „Galgenspiels“ drapiert. Mit jedem Mord wird ein weiterer Buchstabe verraten. Seit April ist der düstere Crime-Thriller Hangman: The Killing Game mit Hollywood-Legende Al Pacino und dem nicht weniger bekannten Karl Urban in den Hauptrollen bei Concorde Home Entertainment als DVD, Blu-ray und digital erhältlich …
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AV Visionen veröffentlicht Staffel 1 der preisgekrönten Serie 4 Blocks Anfang Dezember
Fans düsterer Gangster-Unterhaltung im Stile von Die Sopranos [1999-2007] werden dieses Jahr ein frühes Weihnachtsfest erleben. Anfang Dezember erscheint die erste Staffel der vielgelobten und auf der Berlinale 2017 gefeierten TNT-Produktion 4 Blocks von AV Visionen für das Heimkino. Wer sich damit die Wartezeit auf die im Mai 2018 startende neue Staffel verkürzen will, sollte den ungewohnten Blick auf Berlin-Neukölln mit vielversprechendem Bonusmaterial nicht verpassen …
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--++ Oscars und Goldene Himbeere 2017: Die Nominierungen ++--
Im Frühjahr regnet es in Hollywood bekanntermaßen Preise. Dabei werden unter anderem die begehrten Oscar-Statuen verliehen, aber traditionell – und deutlich weniger formell – am Abend zuvor auch die Goldene Himbeere als "Anerkennung" der schlechtesten Leistung des vergangenen Kinojahres.

An der einsamen Spitze der Nominierungen der kommenden Oscarverleihung 2017 steht die Musical-Dramödie La La Land mit sage und schreibe 14 Nominierungen. Nachdem der Film kürzlich bei den Golden Globes mit einer Rekordauszeichnung von sieben Trophäen den Abend dominierte, darf man gespannt sein, wie oft die Macher kommenden Monat die Aussage "and the Oscar goes to ..." hören werden.
Dass Denis Villeneuves poetisch-philosophisches Science Fiction-Drama Arrival in acht Kategorien nominiert wurde, wundert nicht, wohl aber, dass sich der in Ungnade gefallene Mel Gibson mit seinem religiösen Weltkriegsdrama Hacksaw Ridge - Die Entscheidung ganze sechs Mal platzieren konnte. Darunter sogar als bester Film und bester Regisseur. Eine kleine, meist unbeachtete Überraschung ist der Animationsfilm Kubo: Der tapfere Samurai, der sowohl in der Kategorie "Bester Animationsfilm des Jahres" nominiert wurde, wie auch in für die besten "Spezialeffekte".
Aus deutscher Sicht darf man sich gleich zwei Mal Hoffnung auf die begehrte Auszeichnung machen. Zum einen für den vielfach ausgezeichneten Toni Erdmann, aber auch hinsichtlich der Kurzdokumentation Das Schicksal der Kinder von Aleppo - Neue Heimat Deutschland von Marcel Mettelsiefen, die mit deutscher Beteiligung entstand.

Die Nominierungsliste der Goldenen Himbeere 2017, die einen Abend zuvor verliehen wird, führt Ben Stiller mit Zoolander 2 tapfer an, dicht gefolgt vom sowohl bei vielen Zuschauern, wie auch der Kritik abgestraften Batman v Superman: Dawn of Justice. Dass manch ein "guilty pleasure" ebenfalls für die Himbeere nominiert ist, überrascht zwar nicht, doch fehlen auf der Liste sonderbarerweise Streifen wie Voll verkatert, Norm - König der Arktis oder Yoga Hosers, die teils deutlich schlechter bewertet (und vom Publikum gemieden) wurden. Vielleicht wurden sie aber auch gerade deshalb nicht nominiert, weil die Nominierung und mögliche Auszeichnung der großen und teuren Studiofilme bedeutend öffentlichkeitswirksamer ausfällt.

Eine Auflistung aller Nominierten finden Sie wie gewohnt in den jeweiligen Specials. Nach den Preisverleihungen Ende Februar werden wir sie umgehend auf die Preisträger aktualisieren.
OFDb-Filmworks veröffentlicht John Schlesingers Das Ritual Ende Juli
Filmfans, die hochwertige Veröffentlichungen zu schätzen wissen, können sich im kommenden Sommer auf den nächsten Release von OFDb-Filmworks freuen. Ende Juli erscheint als streng limitierte 3-Disc Collector's Edition der Mystery-Horror Das Ritual von Regisseur John Schlesinger (Der Marathon-Mann [1976]). Der ungeschnittene Film wird von ebenso zahlreichem wie exklusivem Bonusmaterial begleitet ...
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--++ Oscars und Goldene Himbeere 2016: Die Preisträger ++--
Das Frühjahr ist die Jahreszeit der Preisregen in Hollywood – sowohl der guten, wie auch der weniger rühmlichen Art. Heute Nacht bzw. am frühen Morgen wurden die 88. Academy Awards, die Oscars, verliehen. Tags zuvor fanden die Goldenen Himbeeren ihre vermutlich wenig erfreuten neuen Besitzer. So groß der Rummel im Vorfeld und die Diskussionen danach in aller Regel sind, wirkliche Überraschungen gibt es auch dieses Jahr (leider) nicht.

Bei der Oscar-Verleihung muss man sich dabei immer die Frage stellen, wer denn die wirklichen Gewinner sind. Sind es die Filme, die die meisten Trophäen einheimsen können, oder diejenigen, die ihre Anzahl der Nominierungen am besten verwerten?
The Revenant - Der Rückkehrer, der unter anderem den Preis für die beste Regie gewann, war dabei zwölf Mal nominiert, bekam am Ende jedoch "nur" drei der begehrten Goldjungen. Das News- und Missbrauchsdrama Spotlight hingegen, ging aus seinen sechs Nominierungen zwei Mal erfolgreich hervor. Der unumwundene Star des Abends war jedoch ohne Frage Mad Max: Fury Road, der insgesamt sechs Mal und damit mehr als die Zweit- und Drittplatzierten zusammen ausgezeichnet wurde. Kritiker mögen bemängeln, dass das Actioninferno lediglich in den technischen Kategorien gewonnen hat, doch das schmälert nicht den Erfolg.
Eine späte Ehrung gab es für den italienischen Komponisten Ennio Morricone, der mit 87 Jahren für The Hateful Eight endlich mit einem Oscar prämiert wurde, nachdem er bereits fünf Mal zuvor nominiert war – das erste Mal vor fast 40 Jahren.

Die Goldene Himbeere ließ erwartungsgemäß Fifty Shades of Grey und den aktuellsten, gefühlt im Jahresrhythmus stattfindenden Reboot des Comic-Franchise Fantastic Four auflaufen. Die lang erwartete SM-Lovestory bekam insgesamt fünf Auszeichnungen, die Superhelden-Truppe muss sich drei teilen. Sylvester Stallone darf sich über seine Himbeere indes wirklich freuen, immerhin ist es eine Wiedergutmachung für seine vielen vorigen Auszeichnungen. Mit seinem Auftritt im Boxer-Drama Creed - Rocky's Legacy konnte er sich für die Jury rehabilitieren.

Eine übersichtliche Auflistung aller Nominierten und Preisträger finden Sie in unseren Specials.
--++ Oscars und Goldene Himbeere 2016: Die Nominierungen ++--
Wie in jedem Frühjahr werden auch dieses Jahr unzählige Dankesreden vorbereitet, nur damit die allermeisten gar nie vorgelesen werden. Nach Verleihung der Golden Globes, die traditionell ein guter Maßstab für die Oscar-Trophäen sind, steht Ende Februar die Verleihung der begehrten goldenen Statuen an.
Die Nominierungen der kommenden Oscarverleihung 2016 beinhalten nicht viele, aber einige kleine Überraschungen. Mit 12 Kategorien führt The Revenant - Der Rückkehrer das Feld an. Nachdem der Film bereits bei den Golden Globes als bestes Werk, für die beste Regie und den besten Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde, wundert das nicht. Es gibt wenige Kategorien, in denen er nicht nominiert wurde.
Unerwartet ist hingegen, wer auf Platz zwei der häufigsten Nominierungen steht: Mad Max: Fury Road. Zugegebenermaßen nicht für die Darsteller, dafür jedoch ebenfalls als bester Film, beste Regie und die meisten so genannten Technik-Oscars wie Kamera, Schnitt und Ton. 10 Mal wurde der Actionthriller nominiert, für diese Art Film sehr ungewöhnlich.

Auch Steven Spielberg kann sich freuen, sein Bridge of Spies - Der Unterhändler hat wie die Dramen Carol und Spotlight sechs Mal die Chance auf eine Trophäe. Er selbst wurde jedoch wie Regisseur Ridley Scott um eine Nominierung für die Regie für Der Marsianer - Rettet Mark Watney geprellt, auch wenn die Filme jeweils als bestes Werk nominiert wurden. Das Weltraum-Abenteuer belegt mit sieben Nominierungen Platz drei.
Wie im Jahr zuvor wird auch heuer kritisiert, dass die meisten Nominierten Weiße sind, allein ein Blick auf die Kategorien der (Neben)Darsteller spricht hier Bände.

Traditionell tags zuvor wurden die Nominierungen der Goldenen Himbeere 2016 bekannt, die alljährlich die schlechtesten Leistungen der Branche 'auszeichnen'.
Überraschungen gibt es hier ebenfalls keine angesichts solch bleibender Filmerlebnisse wie Fifty Shades of Grey, Jupiter Ascending, Der Kaufhaus Cop 2 und Pixels, die jeweils sechs Mal nominiert sind. Interessanterweise ist Fifty Shades of Grey gleichzeitig auch für einen Oscar nominiert – im Bereich bester Song.
Die Comic-Verfilmung Fantastic Four hat fünf Chancen auf die wenig begehrte Trophäe, während der immer wieder nominierte und 'ausgezeichnete' Sylvester Stallone sogar die Chance auf den so genannten "Erlöser-Preis" hat. Dieser wird seit letztem Jahr denjenigen verliehen, die sich nach früheren Himbeer-Auszeichnungen wieder bewährt haben. Stallone erhält die Chance für seine Darstellung in Creed - Rocky's Legacy, für die er überdies die Chance auf einen Oscar als bester Nebendarsteller hat. Für diese Rolle war er bereits vor fast 40 Jahren in Rocky [1976] nominiert gewesen.

Eine Auflistung aller Nominierten finden Sie wie gewohnt in den jeweiligen Specials. Nach den Preisverleihungen Ende Februar werden wir sie umgehend auf die Preisträger aktualisieren.
Special: Chicago – Das Musical (Berlin)
Vor inzwischen vierzig Jahren feierte das Musical Chicago am Broadway Premiere. Mehr als 900 Aufführungen von gab es davon in den zwei folgenden Jahren. Im Jahr 1996 gab es ebenfalls am Broadway ein Revival, das erfolgreicher war als irgendein anderes zuvor. Kein amerikanisches Musical war dort bislang länger zu sehen.
Vom 11. Oktober 2015 bis 17. Januar 2016 ist bzw. war Chicago am Stage Theater des Westens in Berlin zu sehen – zum dritten Mal im Übrigen – ehe die Produktion ans Deutsche Theater nach München ziehen wird.
Ein Erlebnisbericht des Musical-Besuchs.
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