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Blog

Der Blog stellt eine Art Internettagebuch dar, in dem die Mitglieder der Redaktion ihre Gedanken mit den Lesern teilen. Er bietet Einblicke in den Alltag und in die Themen, die die jeweiligen Autoren am meisten beschäftigen.
Für den Inhalt sind die jeweiligen Autoren verantwortlich. Auch spiegelt die Meinung eines einzelnen Autors nicht die Meinung der gesamten Redaktion wider.


Aufschrei ohne Empörung
Treffpunkt: Kritik In Brasilien gingen die Menschen auf die Straße, nachdem die Preise des Nahverkehrs angehoben wurden, um für gerechtere Staatsausgaben, für ein besseres Bildungswesen und für eine bessere Sozialversorgung zu demonstrieren. In Istanbul versammelten sich zig Tausende, um gegen die Umwandlung eines Parks zu protestieren und zogen damit gegen Willkür und für mehr Demokratie ins Feld. Aber auch wenn der Aufschrei angesichts weltweiter Datensammelskandale wie PRISM und Tempora immer noch erstaunlich groß ist, Tausende oder gar Hunderttausende sind deshalb nicht auf die Straßen gegangen und haben so von den Politikern Handeln gefordert. Der Protest spielt sich vielmehr dort ab, wo auch die größte Überwachung erfolgt: Im Internet. Also auch genau da, wo man ihn am besten kontrollieren kann.
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Eine Perspektive für 3D
Treffpunkt: Kritik Mitunter hat man das Gefühl, dass die Industrie schneller neue Technologien entwickelt, als diese sich tatsächlich etablieren können. Waren auf den Elektronikmessen der letzten Jahre 3D-Fernseher in allen Größen und Formen zu sehen, berichteten die Beobachter bei der CES dieses Frühjahr, dass man an kaum einem Stand mehr eine 3D-Brille aufsetzen musste. Ultra High Definition oder 4K lautet das neue Schlagwort, eine Technik, welche die Auflösung von HD-Fernsehern verdoppelt. Dafür gibt es dann auch riesige Geräte mit Bilddiagonalen von 177 cm und mehr, wofür die Hersteller wiederum einen Abstand zum TV von mindestens 7 m empfehlen. Nunja, wer im Keller die eigene Bowlingbahn versteckt, wird vermutlich auch ein entsprechend geräumiges Wohnzimmer haben. Doch was ist aus 3D geworden? Und vermisst es überhaupt jemand? Eine (leicht voreingenommene) Meinung.
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Ein Teil des Ganzen
Treffpunkt: Kritik Es ist eine Szene, die viele Großstädter kennen: Man geht durch die Stadt, steht in der U-/S-Bahn oder Tram, und sieht dort einen Menschen egal welcher Herkunft, Hautfarbe oder Alters, der auf der Straße zu leben scheint und mit sich selbst spricht. Bisweilen in einer verständlichen Sprache, manchmal eher so, dass man das Gesagte auf Grund der Tonlage deuten kann. Woher kommt dieses Bedürfnis, sich mitzuteilen, zu sprechen, und sei es zu Personen, die gar nicht da sind? Manchmal kann man das bei Paaren beobachten, die jahrzehntelang zusammengelebt haben, bei denen jedoch ein Teil verstorben ist. Ein Haustier wird mitunter ebenso zur Ansprechperson wie eine Pflanze oder ein bestimmter Ort.
Doch wie kommt das? Ist es, weil selbst dem Einsiedler die Gesellschaft anderer fehlt? Weil wir das Sprechen nicht verlernen wollen? Oder weil wir aussprechen müssen, was uns beschäftigt, was uns im Kopf herumgeistert, weil wir sonst Gefahr laufen, davon im Innern erdrückt zu werden?
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Vom Geist der Weihnacht
Treffpunkt: Kritik Es ist alle Jahre wieder dieselbe Diskussion, auch wenn sie zu unterschiedlichen Zeiten angestoßen wird. Diesmal hat die um die eigene Existenz bangende FDP beschlossen, einen neuen Vorstoß zu wagen, und sich für eine Verlängerung der Ladenöffnungszeiten in Bayern einzusetzen. Das Taktgefühl jener Partei sollte man an dieser Stelle nochmals ausdrücklich loben, denn gerade während der auf die Familie ausgerichteten Weihnachtszeit einen solchen Vorschlag auch noch auf dem Parteitag in Stein zu meißeln verdeutlicht doch nur zu gut, wie wenig jene Damen und Herren von der Bedeutung des Weihnachtsfests verstanden haben. Oder wie lernresistent sie sich auch in Hinblick auf ihre Parteikollegen in anderen Bundesländern zeigen.
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"Nichts ist so beständig wie der Wandel"
Treffpunkt: Kritik (Heraklit von Ephesus).
Früher war es so, dass man von den Mitmenschen eher belächelt wurde, wenn man einen gelb-roten Ansteck-Button mit der Aufschrift "Atomkraft? Nein danke" getragen hat. Heute lächelt niemand mehr, im Gegenteil: mehrmals pro Woche wird man von fremden Menschen angesprochen, auf der Rolltreppe, im Fahrstuhl, in der U-Bahn. Man wird gefragt, ob man nicht irgendwo noch einen weiteren Button hat, den man abgeben könnte. Früher konnten sich die Machthaber in den arabischen Ländern ihrer Macht sicher sein, Ausgangssperren wurden verhängt, Nachrichtensperren durchgesetzt. Heute demonstrieren jeden Tag tausende Menschen für ihre Freiheit und ihr Mitbestimmungsrecht, auch wenn sie dafür mit ihrem Leben bezahlen.
Man hat das Gefühl, als wäre die Welt nicht mehr die alte. So viele Dinge ändern sich derzeit in einer Geschwindigkeit, dass es schwer fällt, nicht den Anschluss zu verlieren – und nicht zu vergessen, was früher war. Über Nacht wird verkündet, dass einer der meist gesuchten Terroristen der Welt getötet wurde, urplötzlich ist nach einer Naturkatastrophe ein Hochindustrieland stellenweise unbewohnbar und der Aufbau wird Jahre dauern. Änderung ist immer um uns, nur momentan hat man das Gefühl, man würde von ihr geradezu überrollt.
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Funktion ohne Vorbild
Treffpunkt: Kritik Es ist nicht einfach, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Zyniker würden behaupten, es käme immer auf den eigenen Standpunkt an. Doch sollte es unsere gesellschaftlichen, moralischen Werte nicht definieren, dass es Dinge gibt, die einfach böse sind? Sollten uns Gesetze nicht helfen, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden? Und ist es nicht Aufgabe der Medien, der breiten Bevölkerung wenn schon nicht ein flammendes Beispiel zu sein, dann zumindest doch diesen Maßgaben getreu eine Richtung vorzugeben? Oder zumindest unabhängig zu berichten? Wie seriös sind Nachrichten, die eine unvoreingenommene Meinungsbildung nicht ermöglichen, sondern vielmehr dem beeinflussbaren Teil der Bevölkerung eine Meinung vorgeben?
Wer aktuell einen Blick auf die Nachrichtenlandschaft nicht nur in Deutschland wirft, bekommt ein erschreckendes Bild gezeigt. Dabei geht es nicht darum, dass schlimme Nachrichten gute Nachrichten sind. Sondern vielmehr darum, dass viele Nachrichtenformate nicht informieren, sondern manipulieren. Dass Ikonen stilisiert werden, die man vielmehr als abschreckendes Beispiel vorführen sollte.
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Bilanz-Rekorde und Rekord-Bilanzen
Treffpunkt: Kritik Blickt man auf die vergangen 12 Monate zurück, wenn dem alten Jahr nur noch wenige Stunden bleiben, um sich mit rühmlichen oder wenigen rühmlichen Ereignissen einen Platz im geschichtlichen Nachthimmel zu sichern, dann weiß man nicht so recht, ob mit dem Silvesterfeuerwerk das neue Jahr begrüßt, oder dem alten ein Gnadenschuss gesetzt werden. Zu beneiden sind diejenigen Menschen, die Ereignisse wie die Mondlandung live miterlebten. Unumwunden wusste man in jenem Moment, dass etwas Bedeutendes geschehen war. So auch, als die Berliner Mauer fiel. Die unsägliche Unart, mit Jahresrückblicken 2010 zu verklären, ehe der menschliche Verstand überhaupt die Zeit bekommen hat, die knackigen Erinnerungen dementsprechend verbleichen zu lassen, legen den Schluss nahe, dass jedes Jahr ein tolles Jahr sei – je nachdem, welche Publikation den Jahresrückblick in Auftrag gibt, werden entweder freudige Ereignisse, oder aber Katastrophen dafür genannt. Was den Rubel eben zum Rollen bringt.
Wirft man aber einmal einen nüchternen Blick auf 2010, muss man die besonderen Momente durchaus suchen. Selbstverständlich werden sich immer wieder kleine Wunder finden, und darüber sollte man auch dankbar sein. Aber Meilensteine, die in zwei Tausend Jahren immer noch in den Geschichtsbüchern stehen werden, gibt es keine zu vermelden. Interessanter ist dabei doch, was in 2010 alles begann, und was mindestens bis 2011 durchgeschleppt wird.
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Die einsame Spitze
Treffpunkt: Kritik Nicht nur für diejenigen, die sich beim Geschenkekaufen ewig lange Zeit gelassen haben, kommen die Weihnachtsfeiertage jedes Jahr wieder überraschend. Es ist erstaunlich, wie schnell die Zeit zu verfliegen scheint, obwohl sie sich doch immer gleich verhält. Gerade zum Jahresendspurt hin locken viele Anbieter mit günstigen Angeboten, versuchen im Geschenkrausch ihre Ware an den Mann und die Frau zu bringen. Früher dachten sich viele Verbrauchen, wartet man am besten auf die Zeit nach Weihnachten, dann werden viele Artikel reduziert. Diese Weisheit gilt so auch nicht mehr. Eher zum Jahresbeginn dann gibt es das ein oder andere Schnäppchen für den aufmerksamen Konsumenten. Ein Grundsatz manifestiert sich aber derzeit immer stärker: wer zuerst kauft, zahlt drauf. Als erster auf dem Podest stehen ist dabei ja etwas Schönes – nur ist es den Preis dafür auch immer wert?
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Die Leidenschaft zur Leidensbereitschaft
Treffpunkt: Kritik Sieht man sich die andauernden Aufmärsche in Stuttgart gegen den geplanten Umbau des dortigen Bahnhofs an, oder die Rekordproteste gegen den jüngsten Castor-Transport, dann gewinnt man durchaus den Eindruck, als läge eine Umbruchstimmung in der Luft. Weg vom dauernden "Basta", dem Gemauschel, das allerorts stattfindet und hin zum offenen "wenn ich dafür zahle, dann möchte ich gefälligst auch mitbestimmen!". Während es insbesondere die Politik in den vergangenen Jahrzehnten verstand, die Menschen augenscheinlich einzulullen und hinterrücks aufs Kreuz zu legen, fühlt man sich derzeit ganz offen von den in die höchsten Ämter gekauften Machthabern veräppelt.
Die passive Resignation wurde so lange überspannt, bis sie sich in einen aktiven Widerstand gewandelt hat. Dabei ist die Politik nur eine Baustelle, auf der sich der Protest der Menschen inzwischen formuliert, in vielen Belangen zeigt man derzeit, dass man nicht länger nur alles hinnehmen will – manchmal wird dies dies in Versammlungen und Protestmärschen ausgedrückt, manchmal auch dadurch, dass die Menschen ganz weg bleiben.
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Asche aus Bits und Bytes
Treffpunkt: Kritik Es ist ein leichtes, im PC ein Digitalfoto mit dem man nicht völlig zufrieden ist zu löschen. Gerade, wenn die Aufnahme schon länger zurück liegt. Ein vergilbtes Foto wegzuwerfen, fällt ungemein schwerer, als hätte man allein auf Grund der Greifbarkeit des Bildes eine andere Bindung dazu. Heutzutage gehören digitale Fotos zum Alltag wie die Sonne und der Wind. Junge Menschen können sich gar nicht vorstellen, dass man für die Entwicklung eines Fotofilms früher eine Woche warten musste. Digitalfotos haben den Vorteil, dass sie schnell verfügbar sind, nämlich im nächsten Moment. Dass man sie verändern kann, wenn etwas nicht so getroffen wurde, wie man es sich vorgestellt hat. Und dass sie die Zeit überdauern, ohne auszubleichen.
Nur ist die Zeit wie ein hinterhältiger Advokat, gerissen und unvorhersehbar. Wer weiß, was sie für uns im Petto hat? Dabei waren die Fotos nicht das erste, was ihr zum Opfer fiel.
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