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The Nice Guys [2016]

Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 15. Januar 2017
Genre: Komödie / Krimi / Thriller / Action

Originaltitel: The Nice Guys
Laufzeit: 116 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2016
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

Regie: Shane Black
Musik: David Buckley, John Ottman
Darsteller: Russell Crowe, Ryan Gosling, Angourie Rice, Margaret Qualley, Kim Basinger, Matt Bomer, Yaya DaCosta, Keith David, Beau Knapp, Lois Smith, Murielle Telio, Gil Gerard, Daisy Tahan, Jack Kilmer


Kurzinhalt:

Los Angeles, 1977. Jackson Healy (Russell Crowe) ist ein Mann fürs Grobe. Als ihn die junge Amelia (Margaret Qualley) anheuert, ihr zwei Typen vom Hals zu halten, die sich angeblich ständig nach ihr erkundigen, denkt er sich nichts dabei. Dass Holland March (Ryan Gosling), dem Healy daraufhin einen Denkzettel verpasst, selbst Privatdetektiv ist und beauftragt wurde, Amelia zu finden, macht Healy noch nicht stutzig. Doch als zwei schwerbewaffnete Männer auf der Suche nach der jungen Frau in seinem Apartment auftauchen, gibt es Healy zu denken. Doch Amelia ist verschwunden und March wohl Healys beste Chance, sie zu finden. So heuert er den Schnüffler selbst an und beide Männer ahnen nicht, dass sie in eine Verschwörung hineinstolpern, die ihre schlimmsten Befürchtungen bei weitem übersteigt ...


Kritik:
Man muss eine ganz bestimmte Art von Humor mögen, damit einem Shane Blacks jüngster Film, The Nice Guys, gefällt. Dass dieser Humor dem des Filmemachers wohl am ehesten entspricht, sieht man bereits daran, dass sein Regieerstling Kiss Kiss Bang Bang [2005] eine sehr ähnliche Stimmung besaß. Beide Filme sind geprägt von schrägen Figuren und einer Story, die im Nachhinein einfacher ist, als sie erzählt wird. Und für das richtige Publikum sind beide unterhaltsamer als alles, was Hollywood im Sommer für gewöhnlich ins Rennen schickt.

Angesiedelt in den späten 1970er-Jahren ist das Erste, was einem an The Nice Guys auffällt, das unverkennbare Flair. Von den Frisuren über die Mode, Musik, Farben, bis hin zu den Autos und Details wie dem Smog über Los Angeles, lässt Filmemacher Black diese Zeit wiederaufleben und versetzt seine Zuseher von der ersten Minute an dorthin. Die Geschichte erzählt von zwei gescheiterten Existenzen: Jackson Healy, ein Schläger, den man mieten kann und Holland March, ein erfolgloser Privatdetektiv, der mehr Glück als Verstand besitzt. Hollands Tochter Holly ist ihrem Vater meilenweit voraus und sieht man, wie March von einem Fettnäpfchen ins nächste torkelt, dann scheint es fast so, als wäre er gerne ein berühmter Ermittler, wie man sie in Filmen und Serien aus dieser Zeit zu sehen bekommt.

Anfangs wird Healy von der besorgten Aktivisten Amelia angeheuert, ihr zwei Männer vom Hals zu halten, die nach ihr suchen würden. Einer davon ist Holland March, dem Healy einen Besuch abstattet. Doch als Amelia kurz darauf verschwindet und zwei schwerbewaffnete Schurken bei Healy auftauchen, scheint March Healys beste Chance, Amelia wiederzufinden. Wem das weit hergeholt klingt, der sollte bedenken, dass zu alledem noch eine milliardenschwere Verschwörung kommt sowie ein verschwundener Pornofilm, dessen Beteiligte eine/r nach der/m anderen das Zeitliche segnen.
Was dabei in gewisser Weise verblüfft ist die Tatsache, dass The Nice Guys auch die abstrusesten Nebenhandlungen in das große Ganze einbindet und sogar Figuren wie Hollys Freundin Jessica noch einen wichtigen Auftritt bekommt.

Wer am Ende hinter allem steckt, dürfte für Fans des Genres weit absehbar sein und die einzelnen Helfer/innen wirken mitunter arg überzogen. Doch gerade die überspitzten Figuren sind es, die die teils brutalen Momente relativieren. Bedauerlich ist hingegen, dass das Skript keinen wirklichen Abschluss für die eigentliche Story findet, auch wenn man sich die Möglichkeit einer Fortsetzung offenlässt. Wie gut die funktionieren kann, sieht man an The Nice Guys sehr deutlich, denn wenn einem dieser teils rabenschwarze Humor liegt, kommt man in manchen Situationen sowohl auf Grund der Situationskomik von Ryan Gosling, wie auch dank der tollen Dialoge, aus dem Lachen kaum mehr heraus.
Für ein zartbesaitetes Publikum ist das zwar nicht geeignet, obwohl Regisseur Shane Black früh klarmacht, dass man nicht ernst nehmen sollte, was man hier zu sehen bekommt. Aber für alle anderen bietet die Actionkomödie so schonungslose und tolle Unterhaltung, dass eine Fortsetzung nicht schnell genug kommen kann. Auch wenn sie das angesichts der geringen Akzeptanz an den Kinokassen bedauerlicherweise wohl nicht wird.


Fazit:
Die gelungene Ausstattung und die fantastisch eingefangene Stimmung der späten 70er sind die ersten Pluspunkte, die The Nice Guys sammelt. Dank der gut aufgelegten und hervorragenden Besetzung mit Russell Crowe und Ryan Gosling, die sich hier auf eine abstrus witzige Art und Weise ergänzen, trägt auch die Geschichte, obwohl sie am Ende viel einfacher ist, als sie sich zuerst anhört. Regisseur und Co-Autor Shane Black erzählt seinen Film bewusst und beinahe altmodisch für ein erwachsenes Publikum mit einem sehr trockenen, schwarzen Humor. Wem das nicht liegt, der wird sich an den zahlreichen Todesfällen am Rande ebenso stören, wie an der gezeigten Brutalität oder den offensichtlich dämlichen Figuren in vielen Situationen. Aber wer auf Blacks Wellenlänge liegt, der darf sich auf eine skurril-witzige Story mit ebenso schrägen Charakteren und einem überraschenden Unterhaltungswert freuen. Das ist zwar nicht wichtig, aber eine mehr als willkommene Abwechslung.
 


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