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Surface – Unheimliche Tiefe: "Episode 1" [2005]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 05. Juli 2006
Genre: Science Fiction

Originaltitel: Surface: "Episode 1"
Laufzeit: 42 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2005
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Jonas Pate, Josh Pate
Musik: W.G. Snuffy Walden
Darsteller: Lake Bell, Jay R. Ferguson, Carter Jenkins, Ian Anthony Dale, Leighton Meester, Eddie Hassell, Rade Serbedzija, Ric Reitz, Shishir Kurup, Jason Davis, Kelly Collins


Kurzinhalt:
Bei einem nächtlichen Ausflug auf dem Boot seines Vaters sieht der junge Miles (Carter Jenkins) ein Wesen an der Wasseroberfläche, das er nicht einordnen kann, und das ihn an ein Meeresungeheuer erinnert – doch es verschwindet so schnell wieder, wie es aufgetaucht war. Zusammen mit seinem Freund Phil(Eddie Hassell) macht er sich in der nächsten Nacht zur selben Stelle auf und entdeckt unzählige Objekte, die Fischeier ähneln, und die an der Wasseroberfläche treiben. Eines nimmt er mit und versteckt es zu Hause im Aquarium.
Zur gleichen Zeit macht die Wissenschaftlerin Dr. Laura Daughtery (Lake Bell) bei einer Erkundungsfahrt in einem Uboot 1,5 Kilometer unter Wasser eine seltsame Endeckung; nicht nur, dass sie glaubt, so tief unten ein blaugrünes Licht gesehen zu haben, aus einem Krater, der einen weiteren Kilometer tief in die Erdkruste hinein reicht, sieht sie ein riesiges Wesen emporsteigen, das sich mit Atem beraubender Geschwindigkeit bewegt und rasend schnell verschwindet.
Eine ähnliche Begegnung macht auch Rich Connelly (Jay R. Ferguson), der bei einem Tauchgang seinen Bruder wegen eines solchen Wesens verliert – auch wenn ihm niemand glauben schenkt. Während sich Rich aufmacht, anhand eines angeschwemmten, nicht identifizierten, riesigen Fischkadavers Antworten zu finden, muss Miles entdecken, dass er einen schwerwiegenden Fehler begangen hat, als er das unbekannte Ei ins Haus brachte. Unterdessen sieht Dr. Daughtery ihre Forschungen vom Militär beschlagnahmt, das mehr über die seltsamen Meeresbewohner zu wissen scheint, als irgendjemand zugestehen möchte ...


Kritik:
Angesichts der Langlebigkeit gewisser, populärer Abendserien wie beispielsweise Emergency Room [seit 1994], muss man es sich als Zuschauer einer neuen Serien eigentlich mehrmals überlegen, ob man einschalten will, oder nicht. Gefällt einem das Gebotene, ist man mitunter wie bei Akte X – Die unheimlichen Fälle des FBI [1993-2002] dazu verdammt, einer Serie zu folgen, die nur in der ersten Hälfte ihrer Laufzeit durch originelle Ideen überzeugen konnte. Andererseits scheinen ausgerechnet die im Jahr 2005 gestarteten US-Serien aus dem Science Fiction-Bereich keine große Laufzeit genießen zu dürfen. Threshold [2005] wurde nach nur wenigen Episoden wieder aus dem Programm genommen, Invasion [2005-2006] beendete immerhin eine komplette erste Staffel und wurde erst anschließend eingestellt – ob Surface tatsächlich eingestellt ist, darüber streiten sich momentan die Fans, denn obwohl die Serie nicht in der Programmplanung des Senders NBC für den Herbst 2006 aufgeführt ist, gab es keine offizielle Stellungnahme zur Absetzung der Science Fiction-Serie. Fans heben nun noch die Hoffnung, dass der Sci-Fi Channel die Produktion übernehmen könnte, doch das steht im Gegensatz zur Story nicht im Meer, sondern in den Sternen.

Der von den Zwillingsbrüdern Jonas und Josh Pate umgesetzte und geschriebene Pilotfilm wartet dabei mit einer interessanten, wenn auch bislang überhaupt nicht absehbaren Prämisse auf, bei der sich erst noch herauskristallisieren muss, wer nun tatsächlich als Hauptfigur etabliert werden wird, und in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln soll.
So mutet das Ganze bislang wie die Abwandlung des unterschätzten James Cameron-Films Abyss - Abgrund des Todes [1989] an, auch wenn die Story gerade im ersten Drittel in einem sehr schnellen Tempo erzählt wird. Hätte man sich hier die Zeit genommen, einen längeren Pilotfilm zu inszenieren, der Alias – Die Agentin [2001-2006] folgend 70 Minuten gegangen wäre, wäre ein atmosphärischer Aufbau und ein unheimliches Auskundschaften des verlassenen U-Bootes möglich gewesen, anstatt die Zuschauer durch die an sich eindrucksvollen Kulissen zu hetzen.
So erscheinen auch die Einführungen der verschiedenen Figuren etwas rasch und stellenweise auch gezwungen, wobei es bislang den Anschein hat, als bestünde der Cast aus einem Dutzend Hauptcharakteren, von denen aber einzig Dr. Laura Daughtery bislang zu überzeugen weiß. Ihre Dialoge sind es auch, die am natürlichsten wirken und ihr erster Auftritt gemeinsam mit ihrem Filmsohn gehört zu den gelungensten Momenten der ersten 45 Minuten.
Gespannt sein darf man einerseits, wie die Autoren die verschiedenen Handlungsfäden zusammenführen wollen, und welche Erklärung sie für das plötzliche Auftreten der seltsam anmutenden, leuchtenden Meeresbewohner finden werden. Bis dahin überzeugt zwar der Mix der wissenschaftlich angehauchten Science Fiction-Geschichte, die Durchführung scheint aber einerseits gehetzt und mit den vielen Schauplätzen unnötig verwirrend.

Die Darstellerleistungen einzuschätzen fällt nicht zuletzt auf Grund der unterdurchschnittlichen Synchronisation sehr schwer. Was hierbei verwundert ist einerseits die Tatsache, dass zwar stellenweise bekannte Sprecher verpflichtet wurden, diese aber nicht sonderlich motiviert scheinen, und dass ausgerechnet die Hintergrundgeräusche bei den Gesprächen durch eine unpassende Akustik auffallen. So klingt Dr. Daughtery in einem Mini-Uboot, als würde sie allein in einem Konzertsaal stehen – diese nimmt der grundsätzlich hochwertigen Produktion viel von ihrer Überzeugungskraft und reißt den Zuschauer unnötig aus der Stimmung.
Die Akteure werden von einer gut gelaunten, wenn auch noch nicht charismatisch erscheinenden Lake Bell angeführt, die ihre Sache wirklich gut macht, aber bislang kaum gefordert ist.
Anders ihr Kollege Jay R. Ferguson, der eher in Aktion treten darf, bei dem man allerdings abwarten muss, wie sich seine Filmfigur entwickeln wird. Auch Ian Anthony Dale scheint bislang nur ein Gastdarsteller zu sein.
Abgesehen davon sind mit Leighton Meester, Eddie Hassell und Carter Jenkins einige Jungdarsteller verpflichtet, die zwar solide Arbeit leisten, in einer solchen Geschichte auf Grund ihres Alters aber fehlplatziert scheinen.
So lässt sich über die Besetzung von Surface bislang keine definitive Aussage treffen, denn auch wenn mimische Patzer bislang ausblieben, wurde keiner der Beteiligten stark genug gefordert, um sein oder ihr Talent unter Beweis stellen zu müssen.

Handwerklich gibt es davon abgesehen nichts zu bemängeln; die beiden Filmemacher Jonas und Josh Pate überzeugen mit einem soliden Szenenaufbau, interessanten Perspektiven und verzichten glücklicherweise auf Kamera-Gimmicks, sondern kleiden den Pilotfilm von Surface – Unheimliche Tiefe in ruhige Bilder.
Auffallend sind die Spezialeffekte hauptsächlich dadurch, dass sie sehr unauffällig eingebracht und in Anbetracht des Budgets für eine TV-Produktion wirklich gut gelungen sind. Insbesondere die Unterwasseraufnahmen und die Außenaufnahmen zu Beginn können überzeugen.

Dass die rustikaleren Themen von Komponist W.G. Snuffy Walden nicht zu hören sind, ist bedauerlich. Stattdessen kleidet er die Mystery-Serie in atmosphärische, passende Melodien, die zwar die jeweilige Szene unterstützen, aber nicht im Gedächtnis bleiben. Waren Waldens Kompositionen wie beispielsweise bei Allein gegen die Zukunft [1996-2000] oder bei Noch mal mit Gefühl [1999-2002] allein durch ihre Instrumentierung einzigartig und eingängig, fehlt ein solch identifizierbares Merkmal bei Surface leider – die Begleitmusik hätte vielmehr von einem x-beliebigen Musiker stammen können.
Es besteht allerdings noch die Hoffnung, dass sich das in den kommenden Episoden ändern wird.

Inwieweit allerdings Hoffnung für die Serie an sich besteht, ist kaum abzusehen, und das nicht nur, weil einem angesichts der offensichtlichen – wenn auch nicht bestätigten – Absetzung eine Auflösung der Grundstory vorenthalten bleibt. Man muss sich vielmehr fragen, ob sich aus dieser Ausgangslage heraus eine richtige Serie konzeptionieren lässt.
Abgesehen von zwei erwachsenen Hauptdarstellern sind bei Surface nur Kind-Darsteller im Cast aufgeführt, was schon verdeutlicht, dass sich die Mystery-Serie vornehmlich an ein junges Publikum richtet. Auch wenn dagegen grundsätzlich nichts einzuwenden ist, bleibt eine tatsächliche Bedrohung für die Figuren bislang aus, und abgesehen von der Frage, was alles dahinter steckt, motiviert nicht viel zum weiteren, wöchentlichen Einschalten. Es mag sein, dass die Autoren dies in den kommenden Episoden noch ändern, doch lediglich nach dem Pilotfilm zu urteilen hätte man aus der Idee ebenso gut einen aufwändigen TV-Mehrteiler gestalten können.


Fazit:
Es fällt verständlicherweise sehr schwer, einen Serieneinstand zu bewerten; dies einerseits, weil sich die wenigsten Studios heutzutage dazu hinreißen können, einen Pilotfilm in Spielfilmlänge zu produzieren und andererseits, weil die Macher mit dem Serienauftakt lediglich das Interesse des Zuschauers wecken wollen, ohne gleich alle Karten offenzulegen.
Dabei beschränken sich die möglichen Erklärungen von Surface – Unheimliche Tiefe auf einige wenige, die man als Genre-erfahrener Zuschauer schon nach der Hälfte aufgelistet hat. Für welche sich die Autoren entscheiden werden, und wie sie die Auflösung angehen, macht den eigentlichen Reiz der Serie aus, nur ist dies angesichts von anderen hochwertigen Serienproduktionen und in Anbetracht der bislang schwachen und hauptsächlich kindlichen Hauptfiguren für erwachsene Zuschauer kaum Grund genug, wöchentlich einzuschalten.
So lässt sich auch am ehesten erklären, weswegen die US-Quoten der Mystery-Serie nach einem guten Start einen passenden Tauchgang einlegten.


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