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Mission: Impossible - Rogue Nation [2015]

Wertung: 5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 07. August 2015
Genre: Thriller / Action

Originaltitel: Mission: Impossible - Rogue Nation
Laufzeit: 131 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2015
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Christopher McQuarrie
Musik: Joe Kraemer
Darsteller: Tom Cruise, Simon Pegg, Rebecca Ferguson, Jeremy Renner, Ving Rhames, Sean Harris, Alec Baldwin, Simon McBurney, Jens Hultén, Tom Hollander, Hermione Corfield, Jingchu Zhang


Kurzinhalt:

Während William Brandt (Jeremy Renner) gegenüber einem Ausschuss und CIA-Direktor Hunley (Alec Baldwin) gegen die Auflösung der Spezialeinheit IMF plädiert, deren unorthodoxe Methoden so viel Gutes wie Zerstörung mit sich bringen, gerät ihr Agent Ethan Hunt (Tom Cruise) in das Visier der Organisation, die er eigentlich enttarnen soll. Das Syndikat operiert im Verborgenen, angeführt von einem Mann (Sean Harris), dessen Namen Hunt nicht kennt. Sein Ziel ist eindeutig: Diejenigen Staaten destabilisieren, die mit den westlichen Mächten verbündet sind. Da Hunley Hunts Warnungen bezüglich des Verbrechernetzwerks in den Wind schlägt, sieht er keine andere Wahl, als das Syndikat allein zur Strecke zu bringen. Dabei ist sein Gegner viel größer und mächtiger, als er ahnt ...


Kritik:
Als inzwischen fünfter Teil der Reihe bleibt Mission: Impossible - Rogue Nation dem Konzept der Vorgänger treu und zeigt eindeutig die Handschrift des inzwischen ebenfalls fünften Regisseurs. Christopher McQuarrie, der Tom Cruise bereits in Jack Reacher [2012] inszenierte, schneidet die Agentenhatz exklusiv auf seinen Star zu, so dass im Vergleich zum Vorgängerfilm das Team etwas ins Hintertreffen gerät. Dafür bietet er Story und Action, die sogar James Bond neidisch machen dürften.

20 Jahre ist es inzwischen her, dass Cruise zum ersten Mal in die Rolle des IMF-Agenten Ethan Hunt geschlüpft ist. Dass er der Rolle immer noch mühelos gewachsen ist, sieht man bereits in der Eröffnungssequenz, die im Trailer prominent gezeigt wird: An einem startenden Flugzeug in bis zu eineinhalb Kilometern Höhe hängend, beweist Cruise nach wie vor ganzen Körpereinsatz, der dem Actionthriller merklich zu Gute kommt. Regisseur McQuarrie, der auch das Drehbuch verfasste, nimmt gekonnt Bezug auf die Ereignisse des letzten Films, die hier CIA-Direktor Alan Hunley (insbesondere in den letzten Momenten klasse von Alec Baldwin verkörpert) zum Anlass nimmt, das Spezialteam IMF aufzulösen.

Ethan, der in den letzten Momenten von Mission: Impossible - Phantom Protokoll [2011], welche die meisten Zuschauer vermutlich gar nicht mehr in Erinnerung haben, den Auftrag bekam, das Syndikat zu untersuchen, ist inzwischen selbst ins Visier von dessen Drahtzieher geraten. Wenig später ist er auf der Flucht, seine Kollegen werden als mögliche Kollaborateure verdächtigt und dem CIA unterstellt und es dauert nicht lange, ehe die überraschend aktuelle und komplexe Hintergrundgeschichte von Rogue Nation die Figuren quer über den Globus schickt. Einen deutlich größerer Part bekommt Simon Pegg als Benji zugeschrieben, der nicht nur für die willkommenen Humoreinlagen sorgt, sondern insbesondere beim Finale die ernsten Momente glänzend umsetzt.

Jeremy Renner wirkte bereits in Phantom Protokoll mit und ist erneut Teil des Teams, wenn auch weniger aktiv als zuletzt. Schließlich darf Ving Rhames in einem Mission: Impossible-Film nicht fehlen und Fans wird es freuen, dass seine Rolle hier wieder größer ausfällt. Ob die von Rebecca Ferguson toll gespielte Ilsa Faust auf der Seite des Teams oder der Bösewichte steht, lässt der Film lange im Dunkeln – dass McQuarrie sie stets als den Männern ebenbürtig inszeniert, sie trotz ihrer aufreizenden Kleidung nie als Objekt der Begierde dargestellt wird und sie in den Kampfszenen die Oberhand behält, ist ein ganz anderer Ansatz, als Hollywood es in den letzten Jahren mit Frauenrollen in Actionfilmen getan hat. Und ein hervorragender dazu.

Handwerklich beweist der Filmemacher ein Gespür für tolles Timing und einen lange geplanten, packenden Szenenaufbau, der in der Sequenz in der Wiener Oper seinen fulminanten Höhepunkt findet. Auch der gesamte Abschnitt in Marokko zählt zum Besten, was die Reihe bislang hervorgebracht hat. Alles, was James Bond 007 - Ein Quantum Trost [2008] nicht gelungen war, macht Rogue Nation richtig und auch die verschachtelte Hintergrundgeschichte mit dem scheinbar übermächtigen Bösewicht könnte einem Bond-Film entsprungen sein. Dadurch gerät jedoch das Team, insbesondere beim Finale, merklich in den Hintergrund und im direkten Vergleich mit Phantom Protokoll sieht man bei Mission: Impossible - Rogue Nation gerade in den Actionmomenten häufiger den Computer.

Es sind kleine Kritikpunkte bei einem Agententhriller, der auf Grund der ausgearbeiteten Story länger wirkt, als er ist, dabei aber nie langweilig wird und zum ersten Mal seit Philip Seymour Hoffman mit einem erstklassigen Bösewicht aufwartet. Vor allem wird Rogue Nation den Figuren gerecht und zeigt eindrucksvoll, dass der Filmreihe auch nach fast zwei Jahrzehnten noch lange nicht die Luft ausgehen muss.


Fazit:
Auch wenn der vierte Teil, Phantom Protokoll, insgesamt der leichter zugängliche Film ist und in der Umsetzung mehr Finesse bietet, Autor und Regisseur Christopher McQuarrie versieht seinen Agententhriller mit einer packenden Geschichte und bietet allen Beteiligten Momente, in denen sie glänzen können. Dass Ethan Hunt hier wieder unverwundbarer erscheint und selbst Motorradunfälle ohne Helm oder Schutzkleidung ohne Blessuren übersteht, macht ihn erneut mehr zu dem Superheld, der er schon in Teil zwei gewesen ist.
Klingt im Hintergrund das Mission: Impossible-Thema an (das Komponist Joe Kraemer etwas zu oft verwendet), wird man erinnert, dass die Geschichte doch nicht so ernst gemeint ist, wie sie sich anhört. Wenn das Team improvisieren muss und nicht alles glattgeht, spielt der Film seine Stärken aus und der Humor nimmt viel von der Schwere der Ausgangslage. All das trägt dazu bei, dass Rogue Nation ein sehr gelungener, mitreißend inszenierter und von Tom Cruise mit einer geradezu halsbrecherischen Aufopferung verkörperter Sommerfilm ist, den man durchaus auf der großen Leinwand gesehen haben sollte. Schade, dass es nur zwei übrig gebliebene IMAX-Kinos in Deutschland gibt.    


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