News und Reviews

Sing - Die Show deines Lebens [2021]

Für manche Eltern wird Sing - Die Show deines Lebens eine geradezu toxische Mischung aus Humor, putzig animierten Figuren sowie vor allem Musik- und Tanzeinlagen darstellen, denn mit seinen drei Dutzend Songs finden Kinder genügend Ohrwürmer, die sie in Dauerschleife werden abspielen wollen. Man muss den Verantwortlichen jedoch zugutehalten, dass sie ihrem Zielpublikum ein paar Botschaften mit auf den Weg geben und die temporeiche Präsentation durchaus zu unterhalten vermag.
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Der Spion [2020]

In einer Zeit, in der Superhelden mit übermenschlichen Fähigkeiten das Publikum in die Kinos locken, ist Dominic Cookes Film Der Spion eine geradezu erdende Erfahrung. In dem auf Tatsachen basierenden Spionagedrama, dessen Originaltitel („Der Kurier“) deutlich passender ist, stehen zwei Männer im Zentrum, die zu Helden werden, obwohl sie keine Superkräfte besitzen. Dass sie dennoch ihr Leben aufs Spiel setzen, um die Welt zu einem sichereren Ort zu machen, macht ihren Mut nur umso inspirierender.
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After Love [2021]

Mit After Love geht die Lovestory um den alkoholsüchtigen Hardin Scott und die gütige Tessa Young in eine weitere Runde. Basierend auf der erfolgreichen Buchvorlage, muss man Castille Landons Film immerhin zugute halten, dass sie im Gegensatz zum zweiten Film nicht erneut die Story des ersten wiederholt. Doch das ist nur ein kleiner Trost in Anbetracht der Tatsache, dass hier im Grunde gar nichts passiert. Vielmehr ist die hauchdünne Story nur eine Vorbereitung auf den kommenden (und hoffentlich letzten) Teil der Reihe.
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Das Ding aus einer anderen Welt [1982]

Bei seiner Kinoveröffentlichung wäre Das Ding aus einer anderen Welt beinahe in der Versenkung verschwunden. Blickt man knapp 40 Jahre nach Veröffentlichung darauf zurück, kann man vielleicht gerade auf Grund der zahlreichen Einflüsse des Films auf Film- und Fernsehproduktionen besser wertschätzen, was Filmemacher John Carpenter und den Beteiligten gelungen ist: Einer der besten, beängstigendsten und teilweise abstoßendsten Horrorklassiker überhaupt, der in seiner Wirkung unerreicht ist.
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2001: Odyssee im Weltraum [1968]

Anstatt sich in 2001: Odyssee im Weltraum lediglich mit einer möglichen Zukunftsvision zu beschäftigen, geht Filmemacher Stanley Kubrick zusammen mit Science Fiction-Autor Arthur C. Clarke, mit dem er auch die Vorlage schrieb, in seinem Genre prägenden Klassiker deutlich weiter und stellt Fragen und Konzepte vor, mit denen wir uns zum Teil heute noch auseinandersetzen und die philosophische Diskussionen seit Jahrzehnten beflügeln. Doch aus erzählerischer Sicht ist das schwierig.
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Scream [2022]

Der fünfte Teil der Reihe Scream liefert selbst die Erklärung, was er ist. Ein Requel, ein Remake und ein Sequel in einem, in dem Teile der Originalbesetzung wieder auftreten und der am Ende ganz zum Anfang zurückfindet. Das hört sich wie eine schreckliche Idee an, doch was den beiden Filmemachern Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett hier gelingt, ist sichtlich eine Hommage an das Original, doch mit einer eigenen Handschrift erzählt, die neue Zuschauerinnen und Zuschauer überzeugen kann.
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The 355 [2022]

Filmemacher Simon Kinberg, der mit seinem Spielfilmregiedebüt X‑Men: Dark Phoenix gewissermaßen den Sargnagel jenes Comicfilm-Franchise inszenierte, präsentiert mit The 355 einen Agententhriller, der in seinem Verlauf nur frustrierender wird. Frustrierend deshalb, da sich das darin schlummernde Potential ebenso deutlicher abzeichnet wie die Schwächen, die verhindern, dass die erlesene Besetzung um vier starke Frauenfiguren dieses Potential auch auszuschöpfen vermag.
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Red Notice [2021]

Ein Großteil des Publikums beklagt nicht zu Unrecht regelmäßig, dass Hollywood mehr bekannte Reihen fortsetzt, als eigenständige Geschichten zu erzählen. Eine Fortsetzung ist Rawson Marshall Thurbers’ Actionkomödie Red Notice nicht, aber anstatt eine wirklich eigene Story zu erzählen, mixt der Filmemacher zahlreiche bekannte, weit bessere Ideen hier neu zusammen und präsentiert sie in einer Art und Weise, die man trotz des Aufwands nicht besser als als „faul“ bezeichnen kann.
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The King’s Man - The Beginning [2021]

Mit The King’s Man - The Beginning präsentiert Filmemacher Matthew Vaughn ein zu Beginn des letzten Jahrhunderts angesiedeltes Prequel, das die Ursprünge des Kingsman-Geheimdienstes erläutert. So interessant die Idee und so einladend die Besetzung, degradieren die Verantwortlichen verheerende Epochen der europäischen und Weltgeschichte hier zu einem geradezu gesichtslosen Hintergrundrauschen. Bei alledem fehlt neben inhaltlichem Zusammenhalt vor allem historischer Kontext.
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Schwanengesang [2021]

Das Drama Schwanengesang stellt das Konzept von Hinterbliebenen, die um eine verstorbene Person trauern, auf den Kopf. Gleichzeitig stellt Filmemacher Benjamin Cleary in seinem Spielfilmregiedebüt, so wie es gute Science Fiction immer tut, relevante gesellschaftliche Fragen und konfrontiert das Publikum mit einem ethischen Dilemma, dem sich die Menschen vermutlich irgendwann einmal werden stellen müssen. Das ist ruhig erzählt, aber so fabelhaft präsentiert und eindringlich gespielt, dass es fesselt.
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Der Rosengarten von Madame Vernet [2020]

Pierre Pinauds Der Rosengarten von Madame Vernet fühlt sich in vielerlei Hinsicht persönlicher an, als man erwarten würde. In seiner warmherzigen Komödie stellt der Filmemacher mehrere Figuren vor, die für sich genommen regelrecht einsam sind. Es dauert lange, ehe sie bemerken, wie gut sie miteinander harmonieren und zuzusehen, wie diese Verbindung entsteht, macht den Reiz des Films aus. Dies und die farbenfrohe Inszenierung, bei der man den Duft der „Königin der Blumen“ beinahe erschnuppern kann.
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No Sudden Move [2021]

Steven Soderberghs No Sudden Move ist hinsichtlich der Stimmung schwer zu beschreiben. Obwohl es zahlreiche unterhaltsame oder lustige Momente gibt, ist dies keine Komödie und trotz der Genreeigenschaften eines Noir-Krimis, ist er auch dieses nicht ganz. Toll besetzt und tadellos ausgestattet, ist nicht nur die eigenwillige Optik mit starken Verzeichnungen am Rand auffällig, sondern auch die Tatsache, dass sich der Film nie wirklich entscheiden will, was für eine Art Geschichte er erzählt.
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Matrix Resurrections [2021]

Die Skepsis war groß, als Lana Wachowski, die mit ihrem Bruder die Matrix-Filme erschaffen hatte, eine Fortsetzung ankündigte. Herausgekommen ist mit Matrix Resurrections ein Sequel, das sich nicht nur sehr viel auf seine Vorgänger bezieht, sondern der Erzählung des ersten Films lange Zeit geradezu versessen folgt. Dass es den Verantwortlichen trotz allem gelingt, diese Figuren auf so überzeugende Weise erneut zum Leben zu erwecken, wird Fans freuen, wie auch das Ende, das mehr ermöglicht.
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Spider-Man: No Way Home [2021]

Das dritte Soloabenteuer mit Tom Holland in der Rolle des Titel gebenden Comichelden in Spider-Man: No Way Home fühlt sich an, als wollte Filmemacher Jon Watts nicht nur die Geschichte seines Protagonisten zu einem Abschluss bringen, sondern auch die übrigen Inkarnationen des Comichelden, die in den vergangenen 20 Jahren über die Leinwand flogen. Gleichzeitig versprüht das Abenteuer, in dem Doctor Strange eine große Rolle spielt, das Flair eines Aufbruch in eine neue Zeit. Es ist ein Spagat, der nicht immer gelingt.
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Annette [2021]

Leos Carax’ Annette ist gelinde gesagt ein seltsames Filmmusical. Er ist unzweifelhaft ein Erlebnis, ob es aber eines ist, das die geneigte Zuschauerschaft gern ungesehen machen würde, steht auf einem anderen Blatt. Zumindest für diesen Kritiker zerbricht der Film an der Frage, ob er so eigenwillig erzählt ist, weil die Geschichte nur so oder wenigstens am besten so erzählt werden kann, oder ist die Art der Erzählung eher dem Umstand geschuldet, weil sie so für mehr Diskussionen sorgen wird? Eine subjektive Antwort darauf fällt nicht schwer.
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