News und Reviews

The Outfit – Verbrechen nach Maß [2022]

Graham Moores Spielfilmregiedebüt The Outfit – Verbrechen nach Maß lebt dieselben Qualitäten wie seine Hauptfigur Leonard Burling. Minutiös gespielt und umgesetzt, überzeugt das Gangsterkammerspiel durch das zur Schau gestellte Handwerk. Sowohl was die Ausstattung und Inszenierung betrifft, wie auch die Dialoge. Das täuscht zwar letztlich nicht ganz darüber hinweg, dass trotz einiger Überraschungen Manches offensichtlich ist. Doch insbesondere ein ruhiges, erwachsenes Publikum ist hier bestens aufgehoben.
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Die Täuschung [2021]

In Die Täuschung erzählt Filmemacher John Madden von der sogenannten „Operation Mincemeat“, ein britisches Täuschungsmanöver des Zweiten Weltkriegs, dessen Grundidee so absurd klingt, als sei sie einem Drehbuchautor eingefallen. Im Zentrum steht eine Gruppe um zwei Offiziere, die mit der Ausführung der Operation betraut waren, auf deren Schultern das Gelingen der Eroberung Siziliens durch die Alliierten ruhte. Das Ergebnis ist sehenswertes Geschichtskino für ein breites Publikum.
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Der Pate [1972]

Francis Ford Coppolas Der Pate ist ein Werk, das nicht nur sein eigenes Genre merklich geprägt, sondern gewissermaßen ein eigenes Genre geschaffen und über diese Grenzen hinaus Einfluss genommen hat. Getragen von einer ebenso namhaften wie herausragenden Besetzung, erzählt der Filmemacher darin beginnend im Jahr 1945 ein Jahrzehnt der Chronik der Mafia-Familie Corleone. Dabei wertet er nicht in Anbetracht der Verbrechen, die begangen werden, selbst wenn er nicht vollends objektiv zu bleiben scheint. Dem Publikum kann es dabei ähnlich ergehen.
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Der Pate 2 [1974]

Der deutsche Titel von Francis Ford Coppolas Der Pate 2 verheißt einen Film, eine Geschichte, die auf seinem Meisterwerk Der Pate aufbaut. Tatsächlich handelt es sich hierbei um den zweiten Teil einer großen Erzählung. Für sich genommen, erscheint Teil 2 zu lang und um einen Erzählstrang versehen, der so nicht notwendig ist. Sieht man jedoch das große Gesamtbild, komplettiert der Filmemacher damit ein Meisterwerk, das in seinem Ausmaß und seiner Komplexität beispiellos ist.
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Der Pate 3 – Mario Puzos Der Pate, Epilog: Der Tod von Michael Corleone [1990]

Gleichwohl ebenfalls erfolgreich, und mit Nominierungen für die prestigeträchtigsten Filmpreise versehen, ist Der Pate 3 keine wirkliche Fortsetzung zu Francis Ford Coppolas Gangster-Epos. Der Regisseur selbst sieht die ersten beiden Filme als eine Einheit und Teil drei als eine Art Epilog, den er zum 30jährigen Jubiläum im Jahr 2020 neu zusammengestellt erstmals so präsentieren durfte, wie er ursprünglich gedacht war: Mario Puzos Der Pate, Epilog: Der Tod von Michael Corleone.
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Special: "Der Pate" Trilogie (zum 50. Jubiläum)

Francis Ford Coppolas Gangsterepos Der Pate wurde bereits kurz nach seiner Veröffentlichung als einer der einflussreichsten amerikanischen Filme seiner Zeit erkannt, übertrumpft einzig durch Orson Welles’ Citizen Kane. Auf den Tag genau zum 50jährigen Jubiläum der Kinoveröffentlichung des ersten Films am 24. März 1972, erschien von Paramount Pictures eine Trilogie-Box von Der Pate, Der Pate 2 und Der Pate 3, wobei letzterer in den insgesamt drei verfügbaren Filmfassungen enthalten ist. Darunter auch diejenige, die laut Coppola der Version entspricht, die er und Puzo sich ursprünglich vorgestellt hatten. Ist Der Pate einer der prägendsten Filme nicht nur seines Genres, ist diese Veröffentlichung alles, was man sich nur hätte wünschen können – und noch mehr.
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Top Gun: Maverick [2022]

In einer Zeit, in der das Unterhaltungskino scheinbar ausschließlich von sich immer ähnlicher werdenden Comic-Superhelden-Filmen dominiert wird, gelingt Regisseur Joseph Kosinski mehr als 35 Jahre nach dem ursprünglichen Top Gun - Sie fürchten weder Tod noch Teufel mit der geradezu aberwitzig verspäteten Fortsetzung Top Gun: Maverick das Kunststück, nicht nur einen in jeder Hinsicht gelungeneren Film zu präsentieren, sondern bestes Popcorn-Kino, wie man es seit Ewigkeiten nicht erlebt hat.
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Dog [2022]

Dog erzählt von Mensch und Tier, die durch ihre Erfahrungen im Krieg traumatisiert sind und auf ihre Weise damit hadern, einen Weg zurück ins Leben zu finden. Das Regiedebüt von Reid Carolin und Channing Tatum, der auch die Hauptrolle übernimmt, ist was die Aussage und Stimmung anbelangt ein unausgewogener Film. Inhaltlich nicht neu und mit vielen vertrauten Momenten gespickt. Doch es gelingt den Verantwortlichen ein überraschend berührender Blick auf die Verbindung ihrer Hauptfiguren, der nachwirkt.
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Willi und die Wunderkröte [2021]

Der aus zahlreichen Sachsendungen bekannte Willi Weitzel kehrt in Willi und die Wunderkröte zurück, um dem Publikum Wissenswertes, Spannendes und Wichtiges aus unserer Welt nahezubringen. Eingebettet in eine fiktive Rahmengeschichte, widmet er sich diesmal der Welt der Amphibien und versetzt dabei insbesondere Kinder ins Staunen. Das erkennbar gute Herz der Produktion bleibt in Erinnerung, selbst wenn manche Aspekte aus erwachsener Perspektive nur mäßig gelungen sind.
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Meine schrecklich verwöhnte Familie [2021]

Die größte Schwäche und die größte Stärke von Nicolas Cuches Komödie Meine schrecklich verwöhnte Familie betreffen denselben Aspekt der Geschichte. Denn während man bemängeln kann, dass die Erzählung um drei Kinder, die in unermesslichem Reichtum groß geworden sind und nie arbeiten mussten, jetzt aber auf eine Stufe mit der „normalen“ Bevölkerung gestellt werden, nie bissig genug gerät, um als Gesellschaftssatire zu gelten, ist die gerade deshalb einem vermutlich größeren Publikum zugänglich.
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Doctor Strange in the Multiverse of Madness [2022]

Man fragt sich lange Zeit, weswegen für die Verantwortlichen ausgerechnet Sam Raimi der richtige Regisseur für Doctor Strange in the Multiverse of Madness sein soll, was er von seinem reichhaltigen Hintergrund als Filmemacher, der das Horrorgenre revolutionierte und große Hollywoodproduktionen zum Erfolg führte, hier beitragen kann. Die Antwort darauf liefert das zweite Soloabenteuer um den Titel gebenden Comichelden sehr spät. Bis dahin ist der Film mehr darum bemüht, lose Enden zu verknüpfen, als eine eigene Erzählung zu verfolgen.
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Medien in der Klima-Krise [2022] – KLIMA° vor acht e.V.

Die 2020 gegründete Initiative KLIMA° vor acht e.V. versammelt in dem Buch Medien in der Klima-Krise insgesamt 28 Autorinnen und Autoren, die in ihren Beiträgen erläutern, weshalb die Klimakatastrophe, die sich immer sichtbarer abzeichnet, auch eine journalistische Herausforderung ist. Insofern richtet sich das Werk sowohl an eine journalistisch geprägte Fachleserschaft wie auch an alle, denn, um mit Sara Schurmann nur eine der mehr als zwei Dutzend Autorinnen und Autoren frei zu zitieren, um Krisen lösen zu können, braucht es informierte Abwägungen.
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Sun Children [2020]

Das iranische Drama Sun Children erzählt nicht nur vom Leben einer Gruppe von Straßenkindern, sondern in gleichem Umfang von ihren Träumen, ihren Hoffnungen und ihren Talenten. Filmemacher Majid Majidi widmet es den 152 Millionen Kindern weltweit, die zur Kinderarbeit gezwungen sind (oder werden) sowie denjenigen, die sich für sie einsetzen. Das ist als Porträt nicht nur ergreifend, sondern auch bedrückend und mit einer dokumentarischen Intensität erzählt.
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Die Biene Maja – Das geheime Königreich [2021]

Es gibt Familienfilme, die sich sowohl für Kinder wie auch für ältere Zuschauerinnen und Zuschauer eignen, und solche, die sich an eine der beiden Gruppen richten. Die Biene Maja – Das geheime Königreich ist ein ausgesprochener Kinderfilm, von dem ein erwachsenes Publikum nicht viel mitnehmen kann. Doch das ist kein Kritikpunkt und fällt letztlich deshalb nicht ins Gewicht, weil sich die Jüngsten hier durch eine Geschichte mit dem Herz am rechten Fleck unterhalten lassen können.
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The Northman [2022]

Wenn sich das Publikum bei Robert Eggers’ The Northman womöglich bei nichts einig sein wird, dann dass die düstere Geschichte das intensivste Filmerlebnis des bisherigen Kinojahres darstellt. Ob es diesbezüglich noch übertroffen wird, darf wenigstens angezweifelt werden. Gekleidet in raue Bilder und mit einer körperlich spürbar geforderten Besetzung veredelt, erzählt der Filmemacher eine kompromisslose Wikingergeschichte, wie man sie so noch nicht gesehen hat. So eindrucksvoll das aus vielerlei Gründen ist, zugänglich ist es kaum.
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