Kritik zu The Zone of Interest [2023] |
Bild © und Quelle: LEONINE Studios
Kritik zu The Iron Claw [2023] |
Bild © und Quelle: LEONINE Studios
 

News und Reviews

The Zone of Interest [2023]
The Zone of Interest ist für ein bestimmtes und informiertes Publikum ein so beunruhigendes wie beklemmendes Drama. Es ist ein Film, in dem die Opfer des größten Verbrechens des 20. Jahrhunderts kaum zu sehen und doch immer präsent und dessen Protagonisten entweder hierfür verantwortlich sind, oder wissend davon profitieren. Dass das Publikum meist aus erstaunlich großer Entfernung nur eine beobachtende Rolle einnimmt, macht das, was nicht gezeigt, aber doch vermittelt wird, nicht weniger schockierend. Selbst wenn ein großer Kontext fehlt und manch künstlerische Entscheidungen befremdlich anmuten.
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Lisa Frankenstein [2024]
Die neonbunte Präsentation und die vielen Nostalgieverweise an die späten 1980er-Jahre täuschen ein wenig darüber hinweg, dass Zelda Williams’ Fantasy-Horror-Liebeskomödie Lisa Frankenstein inhaltlich und hinsichtlich der Skurrilität deutlich mehr mit Tim Burtons Werken gemein hat. Doch das Drehbuch von Diablo Cody kombiniert all das mit einer Geschichte um das Erwachsenwerden und die erste große Liebe, die ebenso wie der auf Slapstick und Dialogwitz setzende Humor gleichermaßen erzwungen und zusammenhanglos scheint. Nur in den besten Momenten ist das amüsant uneinheitlich.
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Madame Web [2024]
S.J. Clarksons Marvel-Comic-Verfilmung Madame Web erweckt den Eindruck, sie sei so stark nachbearbeitet worden, dass man sich kaum vorstellen kann, wie der Film ursprünglich ausgesehen haben mag. Aber auch sonst wirft der Ursprung eines offenbar beabsichtigten Comic-Franchise mit altbekannten Ideen umher, die so ungelenk zusammengestellt sind, dass es schade um die sich sichtlich unwohl fühlende Besetzung ist.
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Night Swim [2024]
Basierend auf seinem eigenen Kurzfilm erzählt Filmemacher Bryce McGuire in Night Swim die Geschichte einer Familie, die in ihrem neuen Zuhause auf etwas Böses trifft, das in ihrem Swimming Pool lauert. Die Idee mag weit hergeholt klingen, doch dass darin durchaus Potential schlummert, erkennt man daran, dass manche Momente überaus gruselig gelungen sind. Das macht es umso bedauerlicher, wenn der Erzählung im letzten Drittel die Luft ausgeht.
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Die Farbe Lila [2023]
Die größte Stärke von Blitz Bazawules Adaption von Die Farbe Lila ist gleichzeitig ihre größte Schwäche. Als Musical spricht der Film ein anderes Publikum an und ermöglicht damit diesen Menschen den Zugang zu seiner Story, als es Steven Spielbergs vielfach für den Oscar nominierte Verfilmung aus dem Jahr 1985 vermag. Auch entgeht er damit einem Vergleich mit jener Adaption. Doch ob die Herangehensweise als Musical der Geschichte einen Dienst erweist, bleibt einer jeder selbst überlassen zu entscheiden. Wichtig und bewegend ist es allemal, und inspirierend überdies.
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All of Us Strangers [2023]
Inwieweit Andrew Haighs Adaption die Aussage von Taichi Yamadas Romanvorlage repräsentiert, sei dahingestellt. Für sich genommen erzählt er in dem gleichermaßen stark gespielten wie traumähnlich bebilderten All of Us Strangers eine berührende Story über Trauer und wie sehr sie uns in unserer Entwicklung beeinflusst. Lässt man sich darauf ein, gibt es viele feine Beobachtungen zu entdecken, selbst wenn weder die Geschichte an sich, noch die Art, wie sie erzählt ist, einem breiten Publikum zugänglich wird.
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My Sailor, My Love [2022]
Mit einer geradezu zärtlichen Zurückhaltung erzählt der finnische Filmemacher Klaus Härö in My Sailor, My Love von einer späten Liebe und einem Leben voll Bedauern und Vorwürfen. Es ist ein leises Drama, getragen von drei herausragenden Darbietungen und eingefangen vor einer der malerischsten und gleichzeitig rausten Landschaften, die man sich vorstellen kann. Ein reifes Publikum kann hier viel vor allem in den Momenten entdecken, in denen nicht gesprochen wird.
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Argylle [2024]
Es ist in gewisser Hinsicht erstaunlich, wie wenig bei Argylle, dem neuen Film von Kingsman-Regisseur Matthew Vaughn, funktioniert. Es gelingt der Actionkomödie weder, eine spannende Geschichte packend zu erzählen, noch macht das Gezeigte wirklich Spaß. Eine interessante Welt um streng geheime Geheimdienste und überlebensgroße Spione wird ebenfalls nicht erschaffen. Und wer die erste Hälfte übersteht, hat das Schlimmste noch vor sich.
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Das Erwachen der Jägerin [2023]
Neil Burgers Das Erwachen der Jägerin ist nicht die Art Film, den die Inhaltsangabe oder die Vorschau verheißt. Anstatt eines packenden Überlebensthrillers, in dem sich eine erwachsene Tochter gegen ihren gewalttätigen Vater stellt, erwartet das Publikum weit überwiegend ein Charakterdrama, das eine der beiden Figuren beinahe vollständig ausblendet. Vor toller Kulisse widersetzt sich die Geschichte damit zwar den Erwartungen, gerät aber auch nie so packend, wie erhofft.
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The Holdovers [2023]
In The Holdovers sperrt Filmemacher Alexander Payne das Publikum mit seinen zwei Hauptfiguren in einem Jungeninternat zu Beginn der 1970er-Jahre über die Weihnachtsfeiertage zusammen. Die Verachtung und Ablehnung, mit der sie einander anfangs gegenüberstehen, lassen, je länger die Isolation dauert, tiefsitzende, seelische Wunden erkennen. Beizuwohnen, wie diese Figuren entblättert werden, ist mitunter bissig amüsant, manchmal authentisch berührend und von zwei preiswürdigen Darbietungen getragen, die es mehr als lohnt, zu entdecken.
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Mean Girls – Der Girls Club [2024]
Mean Girls – Der Girls Club ist die filmische Adaption eines Musicals, das auf Girls Club - Vorsicht bissig! basiert, der wiederum eine Romanverfilmung darstellt. Es unterstreicht vielleicht, wie populär die Geschichte einer High School Schülerin ist, die ohne es zu wollen genau zu der Art Mensch wird, die sie nicht sein möchte. Mit eingängigen Songs unterlegt, die zum Mitwippen einladen, und einer lebendigen, zeitgemäßen Choreografie, richtet sich das hauptsächlich an ein junges Publikum. Universell bleibt die Story trotzdem.
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Home Sweet Home – Wo das Böse wohnt [2023]
Mit seinem Horror-Thriller Home Sweet Home – Wo das Böse wohnt beweist Filmemacher Thomas Sieben, dass das deutsche Kino ebenso einfallsreiche wie eindrucksvoll umgesetzte Genrefilme hervorbringen kann, wie die Traumfabrik. Doch er zeigt dabei gleichzeitig, dass diese Produktionen auch dieselben Schwachstellen aufweisen können. Toll gespielt und atmosphärisch in Szene gesetzt, sind es oftmals laute Geräusche, die für Schreckmomente sorgen sollen, und je dichter die Geschichte ihrem Ende kommt, umso vorhersehbarer wird sie.
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65 [2023]
Der Science Fiction-Film 65 wartet mit einem derart abstrusen Konzept auf, dass es umso verwunderlicher ist, wie wenig Spaß die beiden Regisseure Scott Beck und Bryan Woods damit haben wollen. Sie präsentieren eine Geschichte, die die wenigen guten Ideen selbst bereits vorab verrät und erzählen sie mit einer Schwermütigkeit und unnötigem emotionalen Ballast, dass man sich beinahe schlecht fühlt, wenn man dies lediglich als weit hergeholte Realitätsflucht genießen wollte.
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Jack Ryan: Staffel 4 [2023]
In den letzten 10 Minuten der nur sechs Episoden umfassenden, finalen Staffel lässt die Thriller-Serie Jack Ryan endlich durchblitzen, welches Potential tatsächlich in ihr steckt. Dass sie nicht mehr fortgeführt werden soll, ist in Anbetracht dessen durchaus bedauerlich. Auch, weil die Besetzung für Vieles entschädigt. Doch würde man sich auch bei Staffel 4 wünschen, dass wie die durchaus interessante Geschichte erzählt wird, packender wäre, als das, was man in den durchaus verwirrenden sechs Episoden präsentiert bekommt.
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Wo die Lüge hinfällt [2023]
Will Glucks Wo die Lüge hinfällt erzählt vor malerischer Kulisse mit sympathischen Figuren eine überraschend körperbetonte und stellenweise leicht zotige Liebeskomödie ohne jegliche Überraschungen – mit Ausnahme dessen, wie unterhaltsam ihm das insgesamt gelungen ist. Zu verdanken ist das einerseits der Besetzung, aber auch dem Umstand, dass die Verantwortlichen nicht versuchen, mehr als das zu präsentieren, was sie im Petto haben. Gerade in der kalten Jahreszeit kommt eine solche romantische Komödie gerade recht.
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