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Aladdin [1992]

Wertung:  5.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 26. August 2014
Genre: Animation / Komödie / Liebesfilm

Originaltitel: Aladdin
Laufzeit: 90 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1992
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung

Regie: Ron Clements, John Musker
Musik: Alan Menken, Howard Ashman, Tim Rice
Stimmen: Scott Weinger (Michael Deffert), Brad Kane (Peter Fessler), Linda Larkin (Maud Ackermann), Lea Salonga (Sabine Hettlich), Robin Williams (Peer Augustinski), Jonathan Freeman (Joachim Kemmer), Gilbert Gottfried (Wolfgang Ziffer), Douglas Seale (Gerry Wolff), Jim Cummings (Wolfgang Kühne), Frank Welker (Michael Chevalier)


Kurzinhalt:
Als der Großwesir Dschafar (Jonathan Freeman / Joachim Kemmer) des Sultans (Douglas Seale / Gerry Wolff) sich endlich am Ziel glaubt, zerstört die magische Wunderhöhle seine Hoffnungen und verwehrt ihm den Zugang. Nur einer sei würdig im Königreich und so macht sich Dschafar mit seinem Gehilfen Jago (Gilbert Gottfried / Wolfgang Ziffer) auf, Aladdin (Scott Weinger / Michael Deffert, Brad Kane / Peter Fessler) zu finden. Der Dieb, der auf der Straße aufgewachsen ist, freundet sich indes mit der bildschönen Jasmin (Linda Larkin / Maud Ackermann, Lea Salonga / Sabine Hettlich) an – sehr zum Missfallen seines steten Begleiters Abu (Frank Welker). Was beide nicht wissen, Jasmin ist die Tochter des Sultans, die sich aus dem Palast gestohlen hat, da ihr Vater sie verheiraten will.
Von Dschafar in Verkleidung dazu überredet, die Wunderhöhle zu betreten, mit deren Schätze Aladdin hofft, Jasmin für sich gewinnen zu können, finden Aladdin und Abu nicht nur einen fliegenden Teppich, sondern unermesslich viel Gold und Diamanten. Doch die Höhle hat sie gewarnt, dass sie außer einer Öllampe nichts berühren dürfen. In ihr wohnt der Dschinni (Robin Williams / Peer Augustinski), ein mächtiges Wesen, das dem Finder drei Wünsche erfüllt ...


Kritik:
Nie zuvor und nie danach ist Disney ein abendfüllender Spielfilm gelungen, bei dem einem als Zuschauer so schnell die Luft vor Lachen wegbleibt wie bei Aladdin. Die Interpretation des klassischen Dschinni-aus-der-Flasche-Themas lebt ebenso von ihren warmherzigen Figuren, wie von dem ausgezeichneten und mit ansteckendem Esprit auftretenden Stimmen-Cast. Dass sich diese Energie auch im Deutschen erhalten hat, ist der fantastischen Synchronisation zu verdanken.

Während sich die letzten großen Produktionen der Animationsschmiede stets auf die Zeit konzentrierten, in der sie spielten, sprich nur Gegenstände, Gebäude und Kostüme zu sehen waren, die damals auch existierten, hält sich Aladdin nicht an diese Konvention. Wann die Geschichte spielt, verrät zwar auch der Händler aus 1001er Nacht nicht, der den Film einleitet, doch dass die Schilder der orientalischen Basarstände in englischer Sprache verfasst waren, darf bezweifelt werden. In den vielen Erscheinungsformen des Dschinni verbergen sich nicht nur bekannte Persönlichkeiten aus der Filmwelt, sondern auch viele Anspielungen auf andere Disney-Charaktere. Wer hier alle mitzählen möchte, muss manche Szenen in Zeitlupen studieren.

Man könnte diese überdrehten Elemente dem Film zum Vorwurf machen, den Machern vorhalten, einen Kinderfilm zu präsentieren, bei dem das Publikum die Hälfte der Witze nicht versteht, doch vielmehr gelingt ihnen das Kunststück, eine Liebesgeschichte, wie sie die letzten beiden Produktionen bereits erzählt haben, auf frische Art und Weise zu verpacken. Die temporeiche Umsetzung lässt auch vergessen, dass sich nur wenige Überraschungen entdecken lassen und wer den Film als Kind gesehen hat, wird zehn Jahre später so viele neue Einfälle darin entdecken, dass es ist, als würde man ihn zum ersten Mal sehen.

Die Geschichte folgt dem gutherzigen, aber mittellosen Aladdin, der im Königreich Agrabah auf der Straße stiehlt, was er fürs Leben benötigt, aber auch davon eher den noch Ärmeren etwas abgibt, als es für sich zu behalten. Das macht ihn bei den Menschen beliebt, bei den Wachen des Sultans jedoch weniger. Dessen Großwesir Dschafar ist mit seinem Gehilfen Jago darauf aus, in den Besitz einer sagenumwobenen Lampe zu kommen, die tief in der Wunderhöhle verborgen liegt. Nur eine bestimmte Person, ein "ungeschliffener Diamant", darf die Höhle betreten. Dschafars bisherige Kandidaten waren ihrer nicht würdig. Als Zauberer weiß Dschafar, dass in der Lampe ein mächtiger Dschinn wohnt, der dem Finder drei Wünsche erfüllen muss. Mit seiner Hilfe will er die Macht im Königreich – und der ganzen Welt – an sich reißen.

Dass Aladdin der Auserwählte ist und sich außerdem in die Prinzessin verliebt, die sich eigentlich vermählen muss, versteht sich bei dieser Art Geschichte von selbst. Dass er die Lampe findet und den Dschinni heraufbeschwört, mag auch nicht nicht überraschen, doch was geschieht, wenn der blaue Flaschengeist entfesselt ist, sollten die Zuschauer selbst entdecken.
Was die Figur im positiven Sinn so unbeschreiblich macht, ist der Verdienst von Robin Williams, der ihm im englischen Original die Stimme leiht. Seine Fähigkeit, stimmlich in rasender Geschwindigkeit in unterschiedliche Figuren zu schlüpfen, ihnen allen eine eigene Persönlichkeit zu verleihen, ist nicht nur beeindruckend, das Stakkato an Wortwitz, das er darin verpackt, ist unvorstellbar. Dass Peer Augustinski dem im Deutschen in nichts nachsteht, ist nicht weniger verblüffend und verleiht Aladdin eine Energie, wie kaum einem anderen Disney-Film.

Mit der liebevollen und warmen Prinzessin Jasmin, den jeweiligen Gehilfen, Abu für Aladdin, dem Tiger für die Prinzessin und dem mit Zähnen bewaffneten, durchtriebenen Papagei Jago als Dschafars rechte Hand, kommen alle anderen Figuren zum Zug. Selbst Titelheld Aladdin kann sich nicht auf die Hilfe des Dschinnis verlassen, um Dschafar aufzuhalten, sondern muss ihn mit einem klugen Schachzug überlisten. Statt die Romanze zu verkomplizieren, konzentriert sich Aladdin auf die Charaktere und den immer spürbaren Humor, dank dem auch das Finale nie so düster gerät, dass sich die jungen Zuschauer fürchten würden. Die knalligen Farben und das gestochen scharfe Bild können Fans des modernen Zeichentrickklassikers mit der erschienenen Blu-ray-Disc richtig genießen. Die zeitlosen Zeichnungen samt der damals wie heute spitzigen Songs lassen vergessen, dass der Film beinahe 25 Jahre alt ist. Es ist vielmehr, als wäre der Geist heuer zum ersten Mal aus der Flasche gelassen worden.


Fazit:
Die Lieder sind nicht nur rasant, sondern animieren zum Mitsingen und die Figuren sind allesamt so charmant, dass sie interessieren, auch wenn sie sich nicht groß von anderen Disney-Produktionen unterscheiden. Selbst wenn der böse Dschafar seine Pläne schmiedet, muss man Lachen. Aladdin ist eine Zerreißprobe für die Lachmuskeln und für Jung und Alt gleichermaßen empfohlen.
Im Vergleich zu den vorigen Filmen des Studios sieht man den Hintergründen und dem fliegenden Teppich (er allein ist eine fantastische Idee) zwar die Computerunterstützung an, so dass etwas von der Magie des klassischen Zeichentricks schwindet, was hier jedoch durch das Gag-Feuerwerk wieder aufgewogen wird. Aladdin ist ein moderner Klassiker, bei dem es immer wieder Neues zu entdecken gibt, auch wenn man ihn schon mehrmals gesehen hat.


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