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Oblivion [2013]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 02. November 2013
Genre: Science Fiction / Action / Drama

Originaltitel: Oblivion
Laufzeit: 124 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2013
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Joseph Kosinski
Musik: M83 (Anthony Gonzalez, Joseph Trapanese)
Darsteller: Tom Cruise, Andrea Riseborough, Olga Kurylenko, Morgan Freeman, Nikolaj Coster-Waldau, Melissa Leo, Zoe Bell, Abigail Lowe, Isabelle Lowe, David Madison


Kurzinhalt:
Es ist das Jahr 2077. Vor sechzig Jahren wurde der Mond von Außerirdischen zerstört, woraufhin die Erde durch Beben, Tsunamis und weitere Katastrophen verwüstet wurde. Im Kampf gegen die Angreifer setzte man sogar atomare Waffen ein – und gewann, auch wenn der Planet verloren ist. Inzwischen haben sich die Menschen auf den Saturn-Mond Titan zurückgezogen. Techniker Jack Harper (Tom Cruise) und seine Partnerin Victoria Olsen (Andrea Riseborough) werden ihnen in wenigen Wochen folgen. Sie überwachen derzeit die Fusionsgeneratoren, die aus dem Meerwasser Energie für Titan gewinnen. Von den außerirdischen Plünderern sind noch einige wenige übrig, die allerdings die Generatoren immer wieder sabotieren.
Bei der Reparatur einer beschädigten, eigentlich zur Verteidigung der Generatoren gedachten Drohne, wird Jack zuerst in einen Hinterhalt gelockt und dann angegriffen. Doch wenn ihn die Plünderer hätten töten wollen, hätten sie es tun können. Es scheint ihm beinahe, als hätte man ihn gefangen nehmen wollen. Aber wozu? Wenig später fängt Victoria ein Signal ab, das von einer Ruine ins Weltall gesandt wird. Je dichter sie ihrem Ziel kommen, die Erde endlich verlassen zu können, umso wagemutiger werden ihre Angreifer ...


Kritik:
Nach seinem visuell beeindruckenden Erstling TRON: Legacy [2010] präsentiert Regisseur Joseph Kosinski mit Oblivion einen optisch nicht weniger umwerfenden Endzeit-Science-Fiction-Thriller. Die Erde ist bis auf zwei Techniker menschenleer und auch die räumen nur die Reste zusammen, um den verwüsteten Planeten dann für immer zu verlassen. Es erinnert nicht nur auf Grund der Stimmung ein wenig an WALL·E - Der letzte räumt die Erde auf [2008]. Doch so gelungen die Präsentation ist, der Geschichte fehlt eine Tiefe, die in allerlei Symbolik zu oberflächlich angedeutet wird.

Nachdem Tom Cruise in einigen Rollen die Erde bereits im Alleingang gerettet hat, kommt er hier zur Rettung mehr als nur zu spät. Als Techniker 49, Jack Harper, gehört er zusammen mit seiner Partnerin Victoria Olsen zum letzten Trupp, der auf der Erde im Jahr 2077 zurückgeblieben ist. Vor sechs Jahrzehnten trafen die Menschen mit Außerirdischen zusammen, die den Mond zerstörten. Erdbeben und Tsunamis verwüsteten daraufhin die Welt und die Städte versanken buchstäblich in der Erde. Der Krieg gegen die Fremden wurde gewonnen, aber der Planet ist verloren. Jack und "Vika" überwachen den Abbau von Fusionsenergie, die in riesigen Reaktoren aus dem Meerwasser gewonnen wird. Danach sollen sie ebenso zum Saturn-Mond Titan aufbrechen, wohin sich die Menschen zurückgezogen haben.
Doch einige der Außerirdischen, die von Jack Plünderer genannt werden, sind auf der Erde geblieben und sabotieren regelmäßig die Fusionsgeneratoren. Auch gelingt es ihnen immer öfter, die zur Verteidigung abgestellten, automatischen Drohnen auszutricksen, oder sie gar abzuschießen. So verlassen, wie der öde Planet aussieht, ist er doch nicht.

Dass Jack von Alpträumen verfolgt wird, in denen er eine fremde Frau auf dem Dach des Empire State Building sieht – ein Anblick, den er in seinem Alter gar nie erlebt haben kann –, verrät bereits, dass nicht alles so ist, wie es scheint in Oblivion. Und mehr über die Geschichte zu verraten, würde bedeuten, Überraschungen vorweg zu nehmen, die ihren eigentlichen Reiz ausmachen. Aber auch wenn Vieles davon gelungen ist, es ergeht einem beim Zusehen, wie Jack Harper mit seinen Déjà-vus. Zu viel scheint bekannt oder nur wenig von Bekanntem abgewandelt. Der Look des Gleiters, der Drohnen oder gar der von Jacks und Victorias Station wirkt, als hätte man den Apple-Designern freie Hand bei der Gestaltung gelassen. Das kühle, beruhigende weiß mit den vielen durchsichtigen Flächen bildet einen größtmöglichen Kontrast zu der kargen Erdoberfläche, die sich unter ihnen befindet.
In Bezug auf die Ausstattung gelingt Kosinski ein ebenso vertrautes wie futuristisches Flair, das gleichzeitig atemberaubend aussieht, wie die zerstörte Welt einen tragischen Kampf bezeugt. Zusammen mit den Anweisungen von Sally, der Leiterin der Orbitalstation "Ted", die Vika täglich über ihre Arbeit auf dem Laufenden hält, und ihren einstudierten, betont freundlichen Floskeln, findet man sich in einer künstlichen wie unwirklichen Welt wieder.

Beginnt das Drehbuch, die Wahrheit hinter dieser Fassade aufzudecken, geht all das aber nicht nur zu schnell, vielmehr akzeptiert Jack diese Offenbarungen so rasch, als hätte er es wie das interessierte Science-Fiction-Publikum bereits kommen sehen. Dabei würde man erwarten, dass Oblivion Fragen zur Gesellschaft selbst, dazu, welche Wahrheit wir akzeptieren und wieso wir das tun, aufwerfen würde. Doch so bedeutungsvoll das letzte Drittel erzählt ist, es gelingt der Vorlage nicht, daraus mehr zu machen, als gelungene (Action)Unterhaltung. Dagegen ist zwar nichts einzuwenden, doch ist es nach all dem Vorlauf doch etwas enttäuschend.


Fazit:
Selbst im ruhigen Off-Kommentar am Ende, das mit einem Klischee aufwartet, das ebenso unnötig wie vorhersehbar ist, schwingt eine Tiefe mit, die mehr durch die Art und Weise, wie sie dargebracht wird, überzeugt, als durch ihren Inhalt. Dass Tom Cruise mühelos in der Lage ist, einen Film zu tragen, in dem er beinahe allein auf der Welt ist, steht außer Frage. Und wäre es seinem Jack Harper vergönnt, angesichts der alles verändernden Nachricht, die ihn erreicht, zusammen zu brechen, würde sein Schicksal vielleicht auch mehr mitreißen. Doch ausgerechnet diejenige Person, die ihm diese Nachricht überbringt, wird von Olga Kurylenko so unterkühlt und austauschbar gespielt, dass selbst die automatisierten Drohnen mehr Emotionen vermitteln.
Joseph Kosinskis Oblivion ist in so überwältigende Bilder gekleidet, dass man ihm die zusammengeklaubte Story durchaus verzeihen könnte. Auch die Entwicklungen in der zweiten Filmhälfte sind durchaus gelungen, wenn auch nicht überraschend. Es fehlt allerdings eine emotionale Komponente, die nicht einmal im letzten Drittel Einzug hält. So bleibt man selbst nur Beobachter einer aufwändigen und durchaus unterhaltsamen, aber nie packenden Designstudie, die nie wirkliche Tiefe entwickelt.


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