News und Reviews

Kritik: Niemals selten manchmal immer [2020]

Das Drama Niemals selten manchmal immer von Filmemacherin Eliza Hittman ist auf eine unvorstellbar packende Art und Weise zurückhaltend, dass die wenigen Momente, in denen die Emotionen der Hauptfigur durchbrechen, wie ein Gewittersturm über dem Publikum hereinbrechen. Die Geschichte erzählt die Reise der 17jährigen Autumn, die sich mit ihrer Cousine auf den Weg macht, eine ungewollte Schwangerschaft zu beenden. Das ist oft nicht angenehm, aber herausragend und wichtig.
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Hello Again - Ein Tag für immer [2020]

In ihrer Komödie Hello Again - Ein Tag für immer wandelt Filmemacherin Maggie Peren die bekannte Idee ab, bei der die Hauptfigur denselben Tag immer wieder erlebt. Hier trifft es eine junge Frau, die den Tag immer wieder erlebt, an dem ihr bester Freund aus Kindertagen heiraten wird. Das sorgt verständlicherweise für reichlich Spannungen, bedauerlicherweise aber nicht für eine überaus spannende Erzählung. Die ist am Ende ebenso auf sich selbst bezogen, wie die junge Frau im Zentrum bereits zu Beginn.
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Underwater - Es ist erwacht [2020]

Wenn nichts anderes, dann ist William Eubanks Underwater - Es ist erwacht eine passende Erinnerung daran, dass eine zeitgemäße Veröffentlichung von James Camerons Abyss - Abgrund des Todes lange überfällig ist. Jener Film doppelt so lang wie Underwater und passenderweise doppelt so gelungen. Das Tempo hier soll wohl helfen, über die inhaltlichen Unzulänglichkeiten hinwegzusehen, aber wenn man nicht weiß, wer ums Überleben kämpft, wieso sollte ihr Kampf dann interessieren?
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Verschwiegen [2020]

Die achtteilige Miniserie Verschwiegen handelt von der respektierten Familie Barber, deren Leben auf den Kopf gestellt wird, als ihr Sohn Jacob verdächtigt wird, einen Mitschüler getötet zu haben. Namhaft besetzt und zurückhaltend inszeniert von dem norwegischen Filmemacher Morten Tyldum, ist dies keine angenehme Unterhaltung, aber als Drama nichtsdestoweniger sehenswert. Dass auf entscheidende Fragen keine Antworten geliefert werden, fordert das Publikum gelungen auf, sich der unbequemen Wahrheit selbst zu stellen.
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Aufbruch zum Mond [2018]

Damien Chazelles Biografie-Drama Aufbruch zum Mond bringt seinem Publikum einen der entscheidendsten und inspirierendsten Momente des vergangenen Jahrhunderts nahe. Dass im Zentrum dieser Geschichte Astronaut Neil Armstrong steht, der über weite Strecken ebenso unnahbar scheint wie der Erdtrabant, gestaltet die Erzählung umso herausfordernder. Sich dieser historischen Figur zu nähern, gelingt dem Filmemacher jedoch bei weitem weniger gut, als bei der Reise zum Mond selbst.
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Operation - Broken Arrow [1996]

Der zweite Hollywood-Film von John Woo ist inzwischen beinahe 25 Jahre alt. Dennoch, oder gerade deshalb, ist es umso erstaunlicher, was Operation - Broken Arrow bedeutend besser gelingt, als vielen heutigen Produktionen, die zudem merklich aufwendiger sind. Mit einer einfachen Story, zwei gegensätzlichen Figuren und einem herrlich überzogenen Bösewicht, brennt der chinesische Filmemacher ein Action-Inferno ab, das sich nie zu ernst nimmt, aber gleichzeitig packend genug gerät. Das ist Unterhaltung pur auf einem handwerklich erstklassigen Niveau.
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Kritik: The Outpost - Überleben ist Alles [2020]

In The Outpost - Überleben ist Alles erzählt Filmemacher Rod Lurie einen der blutigsten amerikanischen Kampfeinsätze während des Krieges in Afghanistan nach, der sich am 3. Oktober 2009 zugetragen hat. Das Ergebnis ist ein handwerklich stellenweise immens beeindruckender und erschreckend realistischer Blick auf die „Schlacht von Kamdesh“, wie der Einsatz auch genannt wird. Doch versucht das Kriegsdrama, zu vielen Menschen ein Denkmal zu setzen.
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Kritik: The Photograph [2020]

Stella Meghies romantisches Drama The Photograph ist das filmische Äquivalent eines Jazz-Club-Besuchs. Selbst wenn man die Themen bereits kennt, ist es die Präsentation und die Variationsfreude, die den Abend am Ende auszeichnen. Dass die Geschichte selbst hier nicht allzu einfallsreich klingt, ist nicht unbedingt ein Nachteil, ist sie doch derart stilvoll und mit solch sicherer Hand umgesetzt, dass nicht das Ziel der Figuren die Erzählung prägt, sondern ihr Weg dorthin.
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Kritik: Mulan [2020]

Die Realverfilmung von Disneys gleichnamigem Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1998, Mulan, hat eine lange Entwicklung hinter sich. Umso unverständlich ist, wie unfertig die Adaption der renommierten Filmemacherin Niki Caro am Ende erscheint. Sowohl inhaltlich als auch in Bezug auf die handwerkliche Umsetzung. Es fällt dabei auf, dass die Schwachpunkte mit längerer Laufzeit umso mehr zunehmen, als hätten es die Macher gar nicht weiter versucht. Gerade, weil die Figur solche großes Potential hat, ist das so bedauerlich.
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Kritik: After Truth [2020]

Nur ein Jahr nach After Passion kommt mit After Truth die Fortsetzung der Teenie-Herzschmerz-Story um Tessa und Hardin in die Kinos. Erneut gibt es Trennungsschmerz und Glücksgefühle, wenn auch in umgekehrter Reihenfolge. Wieder geben sich die jungen Hauptfiguren deutlich lebenserfahrener, als sie sein dürften und erneut ist Vieles davon überzogen kitschig, aber nicht trashig genug und nimmt sich selbst zu wichtig, als dass man Spaß damit haben könnte.
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Kritik: Tenet [2020]

Auf Tenet ruhen gleich mehrere große Hoffnungen. Unter anderem hoffen Kinos und ganz Hollywood, dass sich mit der hochkarätigen und namhaften Produktion das Publikum trotz der unberechenbaren Situation zurück in die Lichtspielhäuser wird locken lassen. Es wäre den Beteiligten zu wünschen, denn was Filmemacher Christopher Nolan hier gelingt, ist nichts weniger als einer der einfallsreichsten, beeindruckendsten und wagemutigsten Action-Thriller der vergangenen Jahre.
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Kritik: 21 Bridges [2019]

Die Enttäuschung am Ende des Action-Krimis 21 Bridges ist nicht allein deshalb so groß, weil der Film trotz des Talents vor und hinter der Kamera nie über das Mittelmaß einer Videoproduktion hinauswächst, sondern weil nicht nur mit wenig Änderungen ein bedeutend besseres Ergebnis hätte erzielt werden können. Dabei sind die ersten knapp 45 Minuten überaus vielversprechend. Danach baut der Film stark ab und in einem Tempo, das umso mehr erstaunt.
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Kritik: Unser Planet [2019]

Die Netflix-Reihe Unser Planet ist die vermutlich schönste, traurige Dokumentation, die es von den Machern um Alastair Fothergill bislang gab. Denn so wundersam und atemberaubend die Vielfältigkeit der Natur ist, die hier gezeigt wird, die Macher werden richtigerweise nicht müde zu betonen, wie viel davon kurz vor der endgültigen Vernichtung steht, bzw. wie vieles bereits verloren ist. Anstatt passiv zu berichten, nimmt die Dokumentation eine mahnende Haltung ein, die nicht jedem Publikum gefallen wird. Wichtig ist es allemal.
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Kritik: Lost: Staffel 6 [2010]

Mit Lost: Staffel 6 schicken sich die Macher der TV-Mystery-Serie an, die immens verschachtelte und gleichzeitig weit verzweigte Geschichte des Ensembles aufzulösen und gleichzeitig abzuschließen. Währenddessen liefern die Macher viele Erklärungen für das Vorangegangene, verlagern den Schwerpunkt der Erzählung teilweise weg von den eigentlichen Hauptfiguren und erörtern die mysteriöse Insel an sich. Das letzte Kapitel dieser Reise ist genau dadurch nicht weniger interessant, verlangt von den Zuseherinnen und Zuseher jedoch mehr als bislang einen Glaubenssprung.
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Kritik: Lost: Staffel 5 [2009]

Lost: Staffel 5 macht es ausgesprochen schwer, über den Inhalt der nur 17 Episoden zu sprechen, ohne nennenswerte Elemente dessen, was zuvor war, oder was darin selbst passiert, zu verraten. Im vorletzten Serienjahr widmen sich die Stories hauptsächlich Figuren, die bislang nicht in dem Maße im Mittelpunkt standen. Wer das als Kritikpunkt sieht, sollte bedenken, dass kein einziger Charakter das Jahr ohne Blessuren überstehen wird. Der Cliffhanger am Ende stellt dabei alle bisher dagewesenen der Serie in den Schatten.
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