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Der Blog stellt eine Art Internettagebuch dar, in dem die Mitglieder der Redaktion ihre Gedanken mit den Lesern teilen. Er bietet Einblicke in den Alltag und in die Themen, die die jeweiligen Autoren am meisten beschäftigen.
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Wir sind die Bedrohung
Treffpunkt: Kritik An sich ist es Aufgabe der Wissenschaft, Wissen zu schaffen – aber wie so oft hat uns das Wissen, das geschaffen wurde, gar nicht wirklich gefallen. So sollen einmal beinahe unzählig viele Tier- und Pflanzenarten auf der Welt heimisch gewesen sein. Durch die ständige Ausbreitung des Menschen werden es immer weniger. Das hat einmal mehr die UN-Artenschutzkonferenz festgestellt.
Pro halbe Stunde würde eine Tierart verschwinden. Dabei aber leider nicht diejenigen, die wir sowieso nicht gebrauchen können. Insekten und Spinnen, die früher in den hiesigen Gegenden gar nicht heimisch waren, sind urplötzlich zu finden, fühlen sich nicht nur im Sahara-Mai pudelwohl.
Und wer ist daran wohl wieder mal Schuld? Dass so eine Frage bei Wer wird Millionär? nicht gestellt wird, liegt übrigens daran, dass einem außer einer ohnehin keine anderen Antworten dazu einfallen würden.
Man möchte an sich nicht sagen, dass der Mensch wirklich böse ist, das wäre sicherlich übertrieben. Aber ob es für die Evolution eine gute Entscheidung war, uns je von den Bäumen zu holen, ist wirklich fraglich. Und hätte die Evolution heute nochmals eine Wahl, vermutlich hätte sie uns gar nicht erst auf die Bäume hinauf gelassen.
Allen Prognosen von vor 20 Jahren zum Trotz beherbergt unser geschundener Planet zwar noch keine 15 Milliarden Menschen, sondern "nur" 6.702.918.500, die aber allesamt ernährt, untergebracht und überleben wollen. Dafür nehmen sie immer neue Landstriche in Besitz, drängen die dortigen Fauna und Flora immer weiter ins Abseits und machen sich all das Untertan, was seit zwei Tausend Jahren aus dem meist gelesenen Buch der Welt schon falsch ausgelegt wird.

Eisbären mögen die prominentesten Vertreter der auszusterbenden Tierarten sein, doch angefangen von ländlichen, scheuen und immer weiter in Vergessenheit geratenen Wildtieren, bis hin zu den putzigen Lemuren macht das Artensterben keinen Halt.
Verantwortlich hierfür ist unter anderem auch – und das Wort ist bei der derzeitigen US-Regierung überhaupt nicht beleibt – der Klimawandel. Wir gelten hier in Deutschland offiziell als eines der fortschrittlichsten Länder beim Thema Umweltschutz (wobei derart horrende Benzinpreise, dass schlichtweg niemand mehr Autofahren sich leisten kann, nicht wirklich etwas mit Umweltschutz zu tun hat). Es sei denn, man sieht einmal genauer hin. Immerhin wurde das jüngste Umweltpaket der Bundesregierung einmal mehr vertagt – das zweite Mal bereits. Ob es im Juni verabschiedet wird, bleibt abzuwarten; und zu bezweifeln.

Gerade erst vor einem Jahr, beim G-8-Gipfel in Heiligendamm hatte unser aller Spreewaldgurke versprochen, dass es keine faulen Kompromisse in Sachen Klimaschutze geben werde.
Doch wie möchten man einen Schutz erreichen ohne dabei Opfer zu erbringen? Vor allem bei der Industrie? Wenn überhaupt möchte man die Kosten auf die Bürger umwälzen, doch auch das nicht so ganz.
Die KFZ-Steuer soll sich demnach bald am Hubraum orientieren, doch laut Wirtschaftsminister nur bei Neuwagen. Wer seinen alten Schrottwagen also solange fährt, bis dieser ihm unterm Hintern auseinanderfällt, bekommt dadurch sogar einen Steuervorteil im besten Fall. Den Autofahrern erlässt man sogar ein Tempolimit auf den Autobahnen, das angesichts der überall präsenten Baustellen ohnehin nicht notwendig wäre. Statt der Industrie vorgaben zu machen, sie müssen Autos produzieren, die maximal drei Liter Benzin verbrauchen (was technisch schon seit Jahren machbar wäre), versucht man sich bei der Regierung damit, Firmen und Hersteller in eine ökosoziale Pflicht zu nehmen – als würde man im profitorientierten Gewerbe nach Vernunft handeln! Vielmehr setzt man sich in Brüssel dafür ein, der deutschen Automobilindustrie lockerere Auflagen in Bezug auf Klimaschutz zu verschaffen!
Unser hauseigener Umweltminister engagiert sich im internationalen Klimaschutz, kehrt vor anderer Leute Türen und setzt sich nachhaltig dafür ein, in Deutschland neue Kohlekraftwerke (!) bauen zu können. Es könnte uns ja an Strom mangeln. Mal abgesehen davon, dass man auch hier den Preiskampf immer noch nicht im Griff hat.

Solche Meldungen geraten in letzter Zeit leider ins Hintertreffen, während sich manche ein Politiker der "alten Schule" gerne selbst zum Märtyrer krönen möchte.
Einst (im zarten Alter von 19 Jahren) Mitglied der SED, ab 9. Dezember 1989 sogar Vorsitzender – bis 1993 in der PDS. Anschließend WASG und "Die Linke". Gregor Gysi hat seine politische Orientierung klar und offen gesetzt – im Gegensatz zu seiner "rechten Hand" der "Linken".
Doch zieht sich der leidenschaftliche Rhetoriker immer dann zurück, wenn man seine Person näher beleuchtet. 2002 wurde die Bonusmeilenaffäre aufgedeckt; trotz keiner rechtlicher Konsequenzen trat Gysi den Posten als Berliner Wirtschaftssenator ab – vielleicht aus Angst, man könne genauer hinsehen? Als der Verbleib des SED-Parteivermögens untersucht werden sollte, schwieg der "glänzende" Politiker. Und jetzt leugnet er.
"Ich brauchte keine Kontakte zur Staatssicherheit" sagte er aus. Ob er sie "brauchte" war auch nicht die Frage gewesen, doch weiteres möchte er nicht preisgeben. Man muss also darauf hoffen, dass Journalisten und Ermittler mehr ausgraben. Dabei befände sich Gysi in der Politik ja in guter Gesellschaft. Immerhin haben dort schon viele Menschen geleugnet, bestritten, geschwiegen ... und sind dennoch aufgeflogen. Einer aussterbenden Art gehört er somit nicht wirklich an.

Angesichts solch politisch bewegender Themen kam die Meldung beinahe zu kurz, dass die jüngst auf dem Mars gelandete NASA-Sonde Phoenix schon kurz nach der Landung erste Schwierigkeiten hatte; dass sie noch sendet ist allerdings als eindeutiger Beweis gegen außerirdisches Leben auf unserem roten Nachbarn zu werten. Wenn es dort intelligente Wesen gäbe, hätten sie alle unsere Sonden schon aus weiter Entfernung abgeschossen. Schon allein, um das Überleben ihrer eigenen Art zu garantieren.
Wer erst einmal Kontakt zur Menschheit hat, braucht sich ohnehin keine Sorgen mehr um die Zukunft machen. Das hat nicht die Geschichte bewiesen, das beweisen wir jeden Tag aufs neue selbst.
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