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Nichts bleibt, wie es sein wird
Treffpunkt: Kritik Wieder einmal waren die "Universal Studios" betroffen; man hätte meinen können, es handle sich dabei um die Dreharbeiten zu einem Katastrophenfilm, doch das Flammeninferno, das sich den Feuerwerkmännern bot, war nicht gestellt. Wieder einmal sind zahlreiche Sets in Flammen aufgegangen, ein Lagerhaus mit 40.000 Videos und so viele Erinnerungen, wie es Hollywood an sich gar nicht leisten kann, zu verlieren.
Immer wieder liest man von bekannten Filmpersönlichkeiten, die aus dieser Welt geschieden sind, und die vor 20, 40 oder 50 Jahren die Entwicklung der Filmindustrie nachhaltig geprägt haben. Die Welt befindet sich ohne Zweifel in einem konstanten Wandel (als wenn das nicht ein Widerspruch in sich wäre). Was einmal war, muss sich zwangsläufig ändern.
Auch, wenn uns die Änderungen mitunter nicht gefallen mögen.
So war der Schock Anfang der Woche groß, als die Ergebnisse von zwei unabhängigen Studien veröffentlicht wurden die besagten: "jede zweite deutsche Ehefrau geht fremd"!
Damit liegt das weibliche Geschlecht sogar noch vor den vermeintlich ehebrecherischeren Männern, von denen "nur" 49% ihre Partnerin schon einmal betrogen haben. Doch gehören Männer häufiger zu den Wiederholungstätern. Dass Frauen geschickter darin sind, ihre Seitensprünge zu verheimlichen, verwundert nicht; anders hingegen die Aussage von mehr als 80% der befragten, die meinten, sie würden ihren Partner noch lieben.
So passt auch die Aussage der Deutschen allgemein ins Bild, von denen knapp zwei Drittel meinten, sie wären glücklich ... ob auf Grund des Seitensprungs, oder trotzdem, wird aber nicht festgehalten.

Festhalten hat den Verantwortlichen der britischen Musical-Version von Vom Winde verweht scheinbar auch nichts. Zwar hatte man im Vorfeld geglaubt, dass eine Bühnenversion des Leinwandklassikers ein Erfolgsgarant sein müsse, doch weder Kritiker noch Zuschauer waren überzeugt. Ursprünglich vier Stunden und 20 Minuten lang, wurde das Bühnenstück dann auf drei Stunden 10 Minuten gekürzt.
Zu spät, wie Kritiker meinten, darum zog man nun nach nur vier Wochen den Stecker und stellte das Musical ein. Zumal die DVD zum Erfolgsfilm ohnehin günstiger ist, als ein Ticketpreis.

Ob sich Barack Obama für seine überschwängliche Euphorie, als erster Afro-Amerikaner als Präsidentschaftskandidat nominiert worden zu sein, im Endeffekt etwas wird kaufen können, wird sich im November entscheiden. Dann muss sich weisen, ob die prüden Amerikaner lieber einen afro-amerikanischen Präsidenten möchten, oder einen über 70jährigen Kriegshelden mit eingebautem Pathosgen. Immerhin hat John McCain die Rückendeckung von noch-Präsident Bush, auch wenn McCain den Foltertechniken nicht ganz so aufgeschlossen gegenüber steht.
Skandale haben beide Präsidentschaftskandidaten genug am Hals, die Spendenkassen werden sicherlich wieder klingeln, und bis in nicht ganz einem halben Jahr Wahlen sind, wird noch viel passieren. Dass die USA für eine Hillary Clinton ebenso wenig reif ist, wie irgendeine Vernunft begabte Nation der Welt, steht außer Frage, doch vermuten Experten, dass es hinter der Bühne einen Deal gegeben hat, der beiden Beteiligten genügend Macht einräumt, um in Zukunft regieren zu können. Nur was, das bleibt bis zum Winter abzuwarten. Bislang hat sich seltsamerweise noch kein weiterer Anhänger des Bush-Clans beworben – aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Dass es noch etwas wird, hoffen die Milchbauern ebenso, die nach wie vor die Molkereien und Großhandelsketten bestreiken. Rückenwind bekommen die Verantwortlichen nun von unvorhersehbarster Seite: der Bevölkerung.
Laut einer Umfrage wären beinahe 90% der Deutschen bereit, 10 Cent mehr für Milch zu bezahlen – wenn es denn den Bauern zugute kommt.
Da fragt man sich aber doch, wem denn die letzte Preiserhöhungsrunde der Milchpreise zugute kam? Immerhin wurde es den Käufern als eine Subvention der Bauern verkauft, die weder an Schokolade, Butter, Milch, Joghurt oder sonstigen Produkten wirklich etwas verdienen. Also weshalb nun eine erneute Preiserhöhung? Wie wäre es, wenn man die bisherigen Preise einfach neue verteilt, den Bauern soviel zukommen lässt, wie sowohl ihnen, als auch den Konsumenten bei der letzten Preisrunde versprochen?
"Sicherlich 50 Millionen Euro" Schaden hätten die Molkereien bereits erlitten. Bedenkt man, dass der Streik seit etwas mehr als einer Woche andauert, wird klar, um welche Summen es sich eigentlich handelt – und weswegen das Schlaraffenland als jenes beschrieben wird, in dem "Milch und Honig fließen".

Der stete Wandel erfordert somit immer Opfer – seltsamerweise grundsätzlich von denen, die ohnehin ständig zur Kasse gebeten werden. Wehren kann man sich als Einzelperson dagegen herzlich wenig, vielmehr sollte man dankbar dafür sein, dass es bislang nur so schlimm gekommen ist – es kann auch deutlich schlimmer werden.
Ein Sprichwort besagt, solange man noch genügend Luft hat, um sich zu beschweren, kann es so verzweifelt ja nicht sein. Auch darin steckt ein Körnchen Wahrheit. Zumindest noch; wer weiß, wie sich auch dieses Bewusstsein in den Jahren verändern wird?
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