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Pacific Rim: Uprising [2018]

Wertung: 2.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 20. März 2018
Genre: Science Fiction / Action

Originaltitel: Pacific Rim Uprising
Laufzeit: 111 min.
Produktionsland: China / USA
Produktionsjahr: 2018
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Steven S. DeKnight
Musik: Lorne Balfe
Darsteller: John Boyega, Scott Eastwood, Cailee Spaeny, Tian Jing, Burn Gorman, Charlie Day, Rinko Kikuchi, Adria Arjona, Dustin Clare, Karan Brar, Nick E. Tarabay, Daniel Feuerriegel


Kurzinhalt:

10 Jahre sind vergangen, seit der Angriff der Kaiju auf die Erde abgewehrt und das interdimensionale Portal am Boden des Pazifik, durch das sie gekommen waren, verschlossen werden konnte. Doch die Angst vor einem neuen Auftauchen der riesigen Monster ist immer präsent. Als Jake Pentecost (John Boyega), auf Grund seiner zwielichtigen Geschäfte wieder einmal verhaftet wird, nutzt seine Schwester Mako Mori (Rinko Kikuchi) die Gelegenheit, ihn in das Pan Pacific Defense Corps (PPDC) zurückzuholen, aus dem er trotz seines Talents geflogen war. Mit dabei ist auch die junge, erfinderische Kadettin Amara (Cailee Spaeny). Damit verstimmt Mori zwar den renommierten Piloten der haushohen Jaeger-Roboter und Ausbilder Lambert (Scott Eastwood), doch steht mehr auf dem Spiel. Liwen Shao (Tian Jing) plant, die Piloten durch ferngesteuerte Drohnen zu ersetzen. Während die Aufmerksamkeit des PPDC abgelenkt ist, behalten die Wissenschaftler Dr. Hermann Gottlieb (Burn Gorman) und Dr. Newton Geiszler (Charlie Day) Recht und die Kaiju kehren zurück. Größer und gefährlicher als zuvor …


Kritik:
Auch wenn man – insbesondere in der Position eines Filmkritikers – stets offen und unvoreingenommen neuen Werken gegenüber sein sollte, habe ich mich doch in den Minuten, bevor Pacific Rim: Uprising über die Leinwand zu flimmern begann gefragt, nicht was mich in, sondern was ich von einer Fortsetzung zu Guillermo del Toros Science-Fiction-Kracher Pacific Rim [2013] erwarten würde. Zu diesem schrieb ich damals, es sei ein Monster-Film in farbenfrohen Bildern mit einem einzigartigen Design, für ein Publikum, das den Bezug zum inneren Spielkind nicht verloren habe. Was könnte eine Weitererzählung um einen Kampf zwischen hochhaushohen Robotern, den Jaegern, und ebenso riesigen, interdimensionalen Monstern, den Kaijus, bieten, außer mehr vom selben? Nun, nicht sehr viel, wie es scheint.

Die Geschichte setzt 10 Jahre nach Teil eins, im Jahr 2035 an. Dank des heroischen Einsatzes von Stacker Pentecost konnte das Portal am Grund des Pazifischen Ozeans, der sogenannte Breach, durch den die Kaijus auf die Erde gelangten, geschlossen werden. Die Welt befindet sich im Wiederaufbau, der an manchen Stellen besser gelingt, als an anderen. Während das „Pan Pacific Defense Corps“ darum bemüht ist, mit neuen Jaegern und jungen Rekruten eine Abwehr für einen erneuten Angriff der Außerirdischen aufzubauen, arbeitet Liwen Shao mit dem aus dem Vorgänger bekannten Wissenschaftler Dr. Newton Geiszler an einer unbemannten Jaeger-Flotte, die ferngesteuert werden kann. Dies gefällt selbstverständlich den Piloten der jetzigen Jaeger nicht, die von Major Lambert (Scott Eastwood) angeführt werden. Der erhält ungewollte Unterstützung durch den zwar talentierten, aber wie er streitlustigen Jake Pentecost – Stackers Sohn. Jake war ein vielversprechender Pilot, schied aus dem Corps jedoch aus und war auf die schiefe Bahn geraten. Dass er die 15jährige Hackerin Amara im Schlepptau hat, lässt Filmemacher Steven S. DeKnight die Perspektive des jugendlichen Zielpublikums ausloten.

Interessenten mögen sich fragen, wann denn die Kaijus bei alledem ins Spiel kommen, und das ist eine berechtigte Frage. Es dauert in der Tat sehr lange, ehe sie in Erscheinung treten, obwohl immer wieder angekündigt wird, dass sie wohl zurückkehren werden. Die Story von Pacific Rim: Uprising teilt sich daher auf; es gibt den Plot um einen Angriff eines futuristischen Jaeger auf die Delegation, welche die Drohnen-Armee der Jaeger bewilligen soll, und den Handlungsstrang um Amara, die mit anderen Teenagern ihre Ausbildung zur Jaeger-Pilotin macht. Statt zumindest aus ersterem einen unterschiedlichen Ansatz im Vergleich zum ersten Teil zu entwickeln, gewissermaßen einen Verschwörungsthriller zu erzählen, der das ferngesteuerte Jaeger-Programm zum Ziel hat, verkommt der Film zur sich wiederholenden Klopperei der riesigen Jaeger an allerlei internationalen Schauplätzen. Dabei gibt es eben keine unendliche Anzahl an Möglichkeiten, eine Großstadt in Schutt und Asche zu legen, zumal die Hintergründe nach kurzer Zeit ohnehin alle gleich aussehen.

Dass man einen Film um riesige Monster und ebenso große Roboter nicht ernst nehmen kann, versteht sich von selbst. Doch statt die eigene Absurdität willkommen zu heißen und damit zu spielen, darin eine Geschichte zu erzählen, mit der man mitfiebern kann, legt der Filmemacher das Geschehen beinahe als Parodie an. Das beginnt bei einem Bösewicht, der sich in seinen „ernsten“ Momenten lächerlich verhält, ein Tablet hält, auf dem eine schematische Darstellung mit dem Titel „Mega Kaiju“ prangt, und wie viele andere Figuren in den unpassendsten Momenten Scherze macht. So auch die eigentlichen Helden, von denen John Boyega (Star Wars: Episode VIII – Die letzten Jedi [2017]), der hier auch als Produzent fungiert, im Mittelpunkt steht. Doch was dem Sohn von Stacker Pentecost merklich fehlt, ist Charisma. Nicht nur dank seines veränderten Äußeren würde man erwarten, Boyega in einer Neuauflage von Beverly Hills Cop - Ich lös' den Fall auf jeden Fall [1984] zu sehen. Als tragende Figur eignet er sich hier aber bedauerlicherweise nicht.

Nimmt man dazu noch die Spezialeffekte, die eingangs ganz ordentlich ausfallen, im Laufe des Films aber nicht nur mehr, sondern immer offensichtlicher werden, dann fällt auch auf, dass vom einzigartigen Look von Pacific Rim nicht sehr viel übrig geblieben ist. Die Farben sind nicht so knallig, das Design nicht wirklich einprägsam. Ersteres mag an der 3D-Vorstellung gelegen haben, letzteres eher nicht. Immerhin, in den zwei Stunden ist Pacific Rim: Uprising nie langweilig. Aber mitreißend ist der Film eben auch nicht.


Fazit:
Es erscheint im ersten Moment wie die einzig vernünftige Herangehensweise: Um den ersten Film nicht nur zu kopieren, erzählt Regisseur Steven S. DeKnight von einer Gefahr, die nicht von den Kaijus direkt ausgeht, und hält sich entsprechend lange mit den Monstern zurück. Nur ist was er bis dahin zeigt, nicht packend. Die Geschichte von Jake, der nicht in die überlebensgroßen Fußstapfen seines Vaters treten will, ist weder neu, noch sonderlich originell. Aus der Figur von Lambert weiß das Skript gar nichts zu machen, so dass Scott Eastwood den Anschein eines unterbeschäftigten Nebendarstellers erweckt. Der Humor kommt oft in ungünstigen Momenten, so wie auch die Actionsequenzen gerade beim Finale unnötig zerstückelt sind. DeKnights schnelle Schnitte passen dabei besser auf die kleine Leinwand als auf die große. Guillermo del Toro erzählte seinen Film selbstironisch, aber dennoch mit einem gewissen Gewicht. Ein solcher Ansatz fehlt Pacific Rim: Uprising merklich und schmerzlich. Was bleibt ist – so falsch es sich doch anhört – nichts, was man hinsichtlich groß angelegter Städtezerstörung nicht schon gesehen hat. Immerhin, es bleibt laut und bunt. Ersteres mehr noch als im Vorgänger, letzteres nicht. Wer den ersten Teil geliebt hat, wird hier zumindest Fast Food für Zwischendurch finden. Wirklich satt macht es aber nicht.
 


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