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Lilo & Stitch 2 - Stitch völlig abgedreht [2005]

Wertung: 3 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 5. Mai 2016
Genre: Animation / Drama / Komödie

Originaltitel: Lilo & Stitch 2: Stitch Has a Glitch
Laufzeit: 68 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2005
FSK-Freigabe: ohne Altersbeschränkung

Regie: Michael LaBash, Anthony Leondis
Musik: Joel McNeely
Originalstimmen: Chris Sanders, Dakota Fanning, Tia Carrere, David Ogden Stiers, Kevin McDonald, Kunewa Mook, Jason Scott Lee


Kurzinhalt:

Unvermittelt zeigt der blaue Außerirdische Stitch (Chris Sanders), der bei Lilo (Dakota Fanning) und Nani (Tia Carrere) auf Hawaii lebt, Anzeichen, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Ursprünglich von Dr. Jumba (David Ogden Stiers) erschaffen, um Zerstörung und Chaos zu verbreiten, hatte sich Stitch für das Gute entschieden – doch seine genetische Programmierung scheint die Oberhand zu gewinnen. Dr. Jumba arbeitet bereits an einer Möglichkeit, Stitch zu helfen, der durch seine Anfälle Lilos Vorbereitung für einen Hula-Wettbewerb ruiniert. Damit stellt er auch die Freundschaft zu Lilo auf eine harte Probe ...


Kritik:
Es ist nicht, dass Lilo & Stitch 2 - Stitch völlig abgedreht absichtlich ein enttäuschender Film wäre. Es hat vielmehr den Anschein, als hätten sich die beiden Filmemacher, die auch am Drehbuch mitgewirkt haben, zusammengesetzt und überlegt, welche Story sie um den fluffigen Stitch und die liebenswerte Lilo erzählen können. Herausgekommen ist eine Geschichte, die mit gerade einmal einer Stunde Laufzeit ohne Abspann erfreulich kurz ist, aber für den Inhalt immer noch viel zu lang und kein Vergleich mit dem Disney-Klassiker, der die Figuren vorstellte.

Als interessierter Zuseher sollte man dabei wissen, dass nach Lilo & Stitch [2002] zuerst ein weiterer Film folgte mit dem Titel Stitch & Co. - Der Film [2003], ehe von 2003 bis 2006 die Lilo & Stitch-Serie produziert wurde. Selbst nach Lilo & Stitch 2 war noch nicht Schluss, erst mit Leroy & Stitch [2006] wurde die Reihe beendet – abgesehen von der für das asiatische Publikum produzierten Serie Yuna & Stitch [2008-2012]. Trotzdem soll Lilo & Stitch 2 zwischen dem ersten Film und Stitch & Co. angesiedelt sein.

Umso verwunderlicher ist es, weshalb sich an der Situation von Lilo, ihrer großen Schwester Nani und Stitch nichts geändert hat. Immer noch sorgt der knuddelige Alien, der an einen blauen Koala Bären mit Fühlern und vier Armen erinnert, mehr für Unruhe und Zerstörung, als dass er das Familienleben bereichert. Man fühlt sich an die Mitte des ersten Films erinnert, mit dem Unterschied, dass Lilo & Stitch 2 nicht wirklich lustig ist. Der Humor richtet sich eher an die ganz, ganz jungen Zuseher, Anleihen an Klassiker des Genres oder Science Fiction-Meilensteine, gibt es hier nicht zu sehen. Stattdessen sollen die Aliens Jumba und Pleakley wohl für witzige Momente sorgen, doch sie sind so sehr Lückenfüller wie unnötig.

Vier unterschiedliche Storystränge stellen die Autoren dabei vor: Ein Hula-Wettbewerb, bei dem Lilo unbedingt gewinnen möchte, und dessen Vorbereitungen Stitch unbeabsichtigt torpediert. Stitch leidet währenddessen unter Rückfällen in eine "böse" Phase, in der er alles zerstört. David möchte endlich Nanis Herz erobern und wird von Pleakley als Kuppler mehr schlecht als recht unterstützt und Dr. Jumba sucht nach einer Möglichkeit, Stitch zu helfen.
Das klingt im ersten Moment nach viel, dennoch fühlt sich Lilo & Stitch 2 wie eine Episode der Fernsehserie an, die auf eine Stunde ausgedehnt wird. Neue Figuren werden nicht vorgestellt und die eigentliche Botschaft des Films kristallisiert sich so spät heraus, dass sie beinahe untergeht. Wäre es nicht eine tolle Idee, dass es Stitch gelingt, seine zerstörerische Natur durch Lilos Hilfe zu überwinden? Wäre es nicht schön zu sehen, dass Lilo über die gemeinen Bemerkungen von Myrtle hinwegsehen kann und sich beim Wettbewerb beweist, anstatt erneut von ihrem Hula-Lehrer aus der Gruppe verbannt zu werden?

Stattdessen beschreitet das Skript bekannte Wege, deren Auflösungen hier jedoch nicht nachwirken, sondern nur halbherzig präsentiert sind. Packende Momente gibt es nicht wirklich, auch wenn das Finale an der Klippe kurzzeitig an die bewegenden Einstellungen des ersten Films erinnert.
Als Fortsetzung ist das ebenso unnötig wie enttäuschend, auch wenn das Zielpublikum angesichts eines knurrenden Stitch, der alles mögliche durcheinander bringt, vermutlich zufrieden sein wird. Diejenigen, die den ersten Film drei Jahre zuvor jedoch bereits gesehen haben und begeistert waren, wird dieser hier nicht überzeugen können, ganz gleich ob jung oder älter.


Fazit:
Man könnte Lilo & Stitch 2 - Stitch völlig abgedreht verzeihen, dass die Musik nicht einmal ansatzweise so erfrischend klingt wie im ersten Teil. Immerhin wurde der Film direkt für den Videomarkt produziert und hatte ein entsprechend kleineres Budget. Auch dass nicht alle Sprecher des ersten Films zurück sind, kann man akzeptieren. Dass sich die Figuren nicht wirklich weiterentwickelt haben, ist dem einfallslosen Drehbuch zu verdanken, das aus den zwei an sich interessanten Ideen mit Stitchs Rückfall und dem Hula-Wettbewerb nichts zu machen vermag.
Der Humor ist stark zurückgefahren, die Elvis-Songs wirken aufgeklebt und obwohl die grundsätzliche Stimmung von Lilo & Stitch gelegentlich durchblitzt, die Regisseure Michael LaBash und Anthony Leondis können in keinem Moment daran anschließen. Mehr noch als das, man bekommt das Gefühl, sie hätten es gar nicht versucht. Angesichts des Potentials der beiden herzerwärmenden Hauptfiguren, ist das nicht nur schade. Es ist ein Grund, sich lieber nochmals Teil eins anzuschauen, als hier einzuschalten.    


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