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Ant-Man [2015]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 3. Januar 2016
Genre: Action / Science Fiction / Thriller

Originaltitel: Ant-Man
Laufzeit: 117 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2015
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Peyton Reed
Musik: Christophe Beck
Darsteller: Paul Rudd, Evangeline Lilly, Michael Douglas, Corey Stoll, Michael Peña, Bobby Cannavale, Judy Greer, Abby Ryder Fortson, Anthony Mackie, David Dastmalchian, T.I., John Slattery, Martin Donovan


Kurzinhalt:

Als der Wissenschaftler Dr. Hank Pym (Michael Douglas) erkennt, welche Macht und Gefahr sich in seiner Entdeckung der Miniaturisierung verbirgt, beschließt er, die Technik geheim zu halten. Mehr als 25 Jahre später hat sein ehemaliger Protegé Darren Cross (Corey Stoll) seine Technik erfolgreich kopiert und präsentiert einen Kampfanzug, mit dem sich der Träger auf Insektengröße schrumpfen kann, aber nichts von seiner Schnelligkeit oder Kraft einbüßt. So sieht Pym nur die Möglichkeit, mit Hilfe seiner Tochter Hope (Evangeline Lilly) den Dieb Scott Lang (Paul Rudd) zu rekrutieren, um in den von Pym damals entwickelten Ant-Man-Anzug zu schlüpfen und die Technologie von Cross zu stehlen. Dabei ist Scott alles andere als der geborene Held – und Cross ahnt bereits, was Pym plant ...


Kritik:
Mit Ant-Man beweisen die Marvel Studios, die derzeit drei der zehn erfolgreichsten Filme aller Zeiten vorzuweisen haben, dass sie dem Publikum so gut wie alles verkaufen können. Die Geschichte eines Superhelden, der sich dank seines Anzugs auf Ameisengröße schrumpfen kann, ist so übertrieben und absurd, dass der einzige Grund, weshalb der Film funktioniert, die Tatsache ist, dass sich die Macher dessen wohl bewusst sind. Heraus kommt ein nie langweiliger Unterhaltungsfilm, der aber selten wirklich zündet.

Anfangs erweckt all das sogar den Eindruck, als wäre Ant-Man ein weiterer Film wie Captain America: The First Avenger [2011] oder Thor [2011], also einzig dazu da, einen weiteren Avengers-Film einzuleiten. Immerhin wird die Story sehr ähnlich zu Iron Man [2008] erzählt, bis hin zum Showdown zwischen zwei Männern in einem Anzug, der ihnen besondere Kräfte verleiht und dem Ausblick, wer in Zukunft in einen Anzug wird schlüpfen dürfen.
Nach einem kurzen Prolog, der im Jahr 1989 angesiedelt ist und in dem Michael Douglas und Martin Donovan dank moderner Technik deutlich jünger aussehen als im Rest des Films, springt das Geschehen ins Jahr 2015, in dem der Wissenschaftler Darren Cross kurz davor steht, einen wissenschaftlichen Durchbruch zu erreichen.

Er hat es geschafft, Gegenstände auf Miniaturgröße zu schrumpfen. Etwas, das seinem Mentor Hank Pym alias Michael Douglas schon seit Jahrzehnten nachgesagt wird, der es jedoch vehement abstreitet. Cross' Ziel ist ein Kampfanzug, mit dem eine Armee von Soldaten ausgerüstet wird, um unbeobachtet Krieg führen zu können. Inwiefern dies ein erstrebenswertes Ziel sein soll, verrät Ant-Man zwar nicht, aber dass Cross der Bösewicht ist, sieht man bereits in seiner zweiten Szene, in der er einen unliebsamen Zeitgenossen zu einem undefinierbaren Klumpen schrumpft.
Ihn aufzuhalten soll die Aufgabe von Scott Lang sein, ein "Meisterdieb", der bei jedem Einbruch oder Diebstahl verhaftet wird, wie es scheint. Er wird von Pym rekrutiert, in den Ant-Man-Anzug zu schlüpfen und allein die Tatsache, dass es den Figuren selbst schwerfällt, den Namen mit einem ernsten Gesicht auszusprechen, sagt viel über die Selbstironie des Films.

Über das weitere Geschehen, insbesondere das Finale, verraten die Trailer leider viel zu viel, ebenso über die lustigen Momente des Films. Je weniger man hier gesehen hat, umso besser. So sind gerade die Humoreinlagen gelungen, aber nur in ein paar Momenten so witzig, dass man wirklich lachen muss. Alles andere, auch die Darbietung von Michael Peña als Scotts Freund Luis, wirkt eben so, als wäre es lustig, weil es so geschrieben wurde. Unvorhersehbar oder natürlich ist das aber nicht.
Ant-Man ist ein durch und durch auf Erfolg designter Film, der alle Stationen abklappert, die Superhelden-Filme heute abhaken (müssen). Dass sich die Produktion nicht allzu ernst nimmt und einem buchstäblichen winzigen Helden nicht die Rettung der Welt auferlegt, macht all das leichter bekömmlich, innovativ aber noch lange nicht.


Fazit:
Die Trickeffekte sind überaus gelungen, so auch die heroische Musik und der augenzwinkernde Humor von allen Beteiligten. Das Finale aus Sicht der verkleinerten Figuren in dieser Umgebung zu zeigen, ist eine tolle Idee und alles in allem macht Ant-Man viel mehr Spaß, als er sollte.
Trotzdem kommen einem die Versatzstücke der Geschichte allesamt bekannt vor, bis hin zu den obligatorischen Szenen inmitten und nach dem Abspann, die das nächste Marvel-Großprojekt einläuten. Wem die derzeitigen Superhelden-Städte-in-Asche-legen-Bombast-Action zu viel ist, der kommt hier auf seine Kosten. Alle anderen werden durchweg gut unterhalten, nur nicht so spritzig oder lustig, wie sich die Produktion wohl selbst gern sehen würde.    


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