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Transformers: The Last Knight [2017]

Wertung: 3 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 20. Juni 2017
Genre: Science Fiction / Action / Thriller

Originaltitel: Transformers: The Last Knight
Laufzeit: 148 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2017
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Michael Bay
Musik: Steve Jablonsky
Darsteller: Mark Wahlberg, Anthony Hopkins, Josh Duhamel, Laura Haddock, Santiago Cabrera, Isabela Moner, Jerrod Carmichael, Stanley Tucci, Liam Garrigan, Martin McCreadie, Glenn Morshower, John Turturro


Kurzinhalt:
Seitdem die außerirdischen Transformers, Maschinenwesen, die ihre Form verändern können, auf der Erde gelandet sind, bringen ihre Auseinandersetzungen untereinander und mit den Menschen ungeahnte Zerstörung. Die breite Öffentlichkeit lehnt die Fremden, von denen immer mehr auf der Erde ankommen, inzwischen ab. Der Anführer der Transformers-Gruppe der Autobots, Optimus Prime (Peter Cullen), hat die Menschen verlassen, um die Heimat der Transformers, Cybertron, aufzusuchen. Währenddessen wird eine Spezialeinheit gegründet, um die Fremden zu bekämpfen. Der Erfinder Cade Yeager (Mark Wahlberg) schlägt sich weiter auf der Seite der Autobots gegen die finsteren Decepticons, als er von Sir Edmund Burton (Anthony Hopkins) nach England gerufen wird. Burton hat sich der seit über einem Jahrtausend stattgefundenen Geheimhaltung der Transformers verpflichtet und offenbart Cade, dass er auserwählt sei. Zusammen mit der Professorin Vivian Wembley (Laura Haddock) muss er einen sagenumwobenen Stab der Transformers finden und beschützen. Um diese mächtige Waffe an sich zu bringen, manipuliert das Transformers-Wesen Quintessa (Gemma Chan) bereits Optimus Prime, denn mit dem Stab soll es gelingen, Cybertron wiederzubeleben. Doch dafür muss die Erde zerstört werden ...


Kritik:
Während der ersten zwei Drittel seiner fast zweieinhalbstündigen Laufzeit vereint Regisseur Michael Bay, der schon vor zwei Filmen sagte, dass es das letzte Mal gewesen sei, dass er bei einem Teil der Reihe Regie führen würde, alles Negative, was die Transformers-Filme zu bieten haben. Abstruse Action-Sequenzen, die auf eine schwindelerregend unübersichtliche Art und Weise geschnitten sind, eine haarsträubende Handlung, falls man die Gedankenfetzen, die die Szenen zusammenhalten sollen überhaupt so nennen möchte, und zum Teil peinliche Dialoge, deren Humor ebenso unpassend ist wie die nervig fehlplatzierten Kinderfiguren im Film. Doch dann läutet der Filmemacher das Finale von Transformers: The Last Knight ein und es ist eines, das wohl nur er hat inszenieren können. Die atemberaubend eingefangene und choreografierte Zerstörungsorgie entschädigt für Vieles, was zuvor geschieht. Aber nicht für alles.

Wer sich fragt, was man den bisherigen Filmen inhaltlich denn hinzufügen könnte, wurden doch ganze Städte von den teils haushohen, sich in Autos transformierenden, außerirdischen Robotern dem Erdboden gleichgemacht, dem sei versichert, dass einige Städte noch übrig waren. Vor diesem Film.
Wieder einmal geht es darum, dass sich die zwei Fraktionen der Transformers, die guten Autobots und die bösen Decepticons, gegenseitig auf der Erde bekämpfen. Entsprechend feindselig sind Ihnen gegenüber die Menschen eingestellt – angesichts der bisherigen Zerstörung nicht verwunderlich. Der Anführer der Autobots, Optimus Prime, sucht nach einem Weg, die zerstörte Heimatwelt der Transformers, Cybertron, wiederzubeleben. Um ehrlich zu sein fällt es schwer, wirklich zu erfassen, was in der ersten Filmhälfte im Detail geschieht. Zu wirr sind die zahlreichen Sprünge zwischen den verschiedenen Figuren (von denen die meisten – wie der wiederkehrende John Turturro – für die Story gar nicht notwendig sind) und auch, wohin diese nacheinander gehen.

Erneut mit an Bord ist der von Mark Wahlberg verkörperte Cade Yeager, der nach wie vor auf der Seite der Autobots in den Ruinen einer von ihnen dem Erdboden gleichgemachten Stadt kämpft und deshalb von der zur Bekämpfung der Transformers eingerichteten Spezialeinheit gejagt wird. Er kommt in den Besitz eines Artefakts, das älter ist, als selbst Optimus Prime. Darauf hat es das Transformers-Wesen Quintessa abgesehen, da sich damit ein Speer finden lässt, der unvorstellbare Macht verleiht.
Fans des erweiterten Transformers-Universums werden das zweifellos so annehmen und verstehen und es fällt schwer, die Geschichte an sich als arg weit hergeholt zu bezeichnen, wenn riesige Roboter einer anderen Welt, die sich in Sportwagen verwandeln können, zum Grundgerüst der Story gehören. Aber da der Film so weit geht, dass die Transformers bereits seit mehr als 1.500 Jahren auf der Erde sind und in alle großen geschichtlichen Ereignisse verwickelt waren, beispielsweise die Artussage, dann ja, ist das arg weit hergeholt.

Zu behaupten, man würde sich einen Film wie Transformers: The Last Knight auf Grund der glaubhaften Story oder der komplexen Figuren ansehen, ist ebenso absurd wie die Begründung, eine Peepshow wegen der Dialoge zu besuchen. Eine nicht auf den ersten Blick erkennbare Gemeinsamkeit dieses ungewöhnlichen Vergleichs ist die Tatsache, dass man in beiden Vorstellungen Voyeure im Zuschauerraum wiederfindet. Im Fall von Michael Bays Inszenierung sowohl was die Zurschaustellung von Frauen angeht als auch der Zerstörungsorgie. Dabei bleibt fairerweise festzuhalten, dass Laura Haddock als Vivian Wembley nicht in derart eindeutigen Posen eingefangen wird wie die bisherigen Damen der Reihe.

Aber auch wer auf die für Bay so typische, anspruchslose und in Hochglanzoptik eingefangene Unterhaltung aus ist, in der in manchen Bildern Millionen Dollar an Produktionswerten in Zeitlupe in Feuerbällen zerberstend durch die Luft wirbeln, muss sich bei Transformers: The Last Knight auf eine Enttäuschung einstellen. Die erste Hälfte über kommt nie das Gefühl auf, man würde sich einen richtigen Film mit einer kohärenten Story ansehen. Dafür ist selbst für Michael Bays Verhältnisse die Action zu zusammenhanglos, die Figuren wie die Story springen wild hin und her. Immer wieder fehlen ganz offensichtlich Übergänge zwischen den Szenen, sodass Charaktere, die in einem Moment an einem vollkommen anderen Ort gewesen waren, an der Seite der Helden sind. Das liegt nicht daran, dass der Filmemacher so schnell erzählt, dass man nicht blinzeln sollte, um nichts zu verpassen, sondern daran, dass er an diesen „Lückenfüllern“ zwischen den zugegebenermaßen toll eingefangenen Bildern nicht interessiert ist.
Es ist eine Einstellung, die sich auch auf das Publikum überträgt.


Fazit:
Auch wenn kaum Zweifel bestehen, dass auch dieser Teil der Reihe Abermillionen von Dollar einspielen wird, es gibt in der Tat nichts, was Transformers: The Last Knight an neuen Ideen einbringt. Wieder einmal eine neue Wunderwaffe zu präsentieren, um Cybertron zur Erde zu bringen, ist ebenso abgestanden wie dieselben alten Bösewichte, die aus ihren Fehlern immer noch nicht lernen. Darüber täuscht auch nicht die Aussicht am Ende auf einen weiteren Film hinweg. Über weite Strecken vollkommen konfus erzählt, scheinen die Filmemacher an irgendeinem Zusammenhang zwischen den einzelnen Action-Sequenzen oder gar einzelnen Szenen oder auch nur Momentaufnahmen in durchaus beeindruckenden Perspektiven schlicht nicht interessiert. Dafür entschädigt das von Michael Bay fulminant inszenierte Finale zumindest Fans infernalischer Zerstörungsorgien, die hier so perfekt in Szene gesetzt ist, dass es einem den Atem raubt. Vollgestopft mit eindrucksvollen Bildern und viel Bombast-Pathos fehlt jedes Element, weshalb einen das Gezeigte auch nur in Ansätzen interessieren sollte.
Wie bei dem der Reihe zugrundeliegenden Spielzeug gibt es eben nur so viel, was die Transformers tatsächlich tun können. Und früher oder später hat man alle Möglichkeiten gesehen, wie etwas explodieren kann. In den 10 Jahren seit dem ersten Teil gab es ganze vier Fortsetzungen. Kein Wunder, dass dieses Spielzeug viel von seinem ursprünglichen Reiz eingebüßt hat.
 


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