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The Return of the First Avenger [2014]

Wertung: 5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 31. August 2014
Genre: Action / Thriller / Science Fiction

Originaltitel: Captain America: The Winter Soldier
Laufzeit: 136 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2014
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Anthony Russo, Joe Russo
Musik: Henry Jackman
Darsteller: Chris Evans, Scarlett Johansson, Sebastian Stan, Anthony Mackie, Robert Redford, Samuel L. Jackson, Cobie Smulders, Frank Grillo, Maximiliano Hernández, Emily VanCamp, Hayley Atwell, Toby Jones


Kurzinhalt:
Nachdem Steve Rogers, besser bekannt als Captain America (Chris Evans), für den Leiter der S.H.I.E.L.D.-Organisation Nick Fury (Samuel L. Jackson) eine Mission erfolgreich beendet hat, wird er in das Projekt "Inside" eingeweiht, das in Kürze starten soll. Damit wäre S.H.I.E.L.D. in der Lage, Zielpersonen rund um den Globus zu erfassen und auszuschalten, um die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten. Da er sich mit den verbundenen Risiken für die Freiheit und die mögliche Unterdrückung der Menschen nicht anfreunden will, kehrt Rogers S.H.I.E.L.D. den Rücken zu.
Doch als ein Attentat auf Fury verübt wird, ausgeführt durch den als Winter Soldier (Sebastian Stan) bekannten Söldner, der seit Jahrzehnten aktiv ist, und der Leiter des Sicherheitsrates Pierce (Robert Redford) Rogers selbst verdächtigt, liegt es an Captain America zusammen mit Black Widow (Scarlett Johansson) und Sam Wilson (Anthony Mackie), die Hintergründe aufzuklären. Dabei stoßen sie auf eine Gefahr, die Rogers durchaus vertraut ist – und die S.H.I.E.L.D. schon lange glaubte, besiegt zu haben ...


Kritik:
Wer hätte gedacht, dass nach dem enttäuschenden Captain America: The First Avenger [2011] und dessen gelungenem Auftritt in Marvel's The Avengers [2012] mit dem zweiten Alleinabenteuer des ältesten amerikanischen Superhelden, The Return of the First Avenger, ein so guter Film auf die Zuschauer warten würde? Nicht nur ein guter Comic-Film, vielmehr ein guter Film. Zugegeben, die Verzahnung mit dem übrigen Marvel-Universum macht einen Teil seines Reizes aus, doch der Kern der Story greift eine aktuelle Thematik auf und richtet sich an alle Zuseher.

Wer nach der Filmvorschau befürchtet, dass die allumfassende Zerstörung der Avengers hier nur in einer anderen Stadt fortgeführt wird, der sei beruhigt. Auch wenn es den Bildern nach den Anschein hat, als würde der Winter Soldier, der hier Steve Rogers' Gegner darstellt, eine weitere amerikanische Großstadt in Schutt und Asche legen, das Actioninferno konzentriert sich stark auf einen überschaubaren Bereich. Dennoch geht gerade im Finale viel zu Bruch und wer auf ein Actionfeuerwerk hofft, kommt nicht erst im letzten Drittel auf seine Kosten.

Bis dahin erzählen die Regisseure Anthony und Joe Russo, die bislang eher für leichtere Unterhaltung im Stile von Safecrackers oder Diebe haben's schwer [2002] bekannt sind, eine Geschichte, die Steve Rogers alias Captain America mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Nach dem Abenteuer von New York mit den übrigen Superhelden, arbeitet er auf Abruf für die Organisation S.H.I.E.L.D. unter der Leitung von Nick Fury. Dass dieser mehr für sich behält, als er anderen verrät, dürfte Fans des Comic-Universums bereits bekannt sein. Als kurz darauf ein Attentat auf Fury verübt wird, gerät Captain America selbst ins Kreuzfeuer und wird von seinen ehemaligen Verbündeten gejagt.
Den Tenor, den das Skript hier mit dem "Projekt Inside" von S.H.I.E.L.D. aufgreift, fügt sich bedauerlicherweise in unsere heutige Zeit. Es soll ein System etablieren, mit dem sich die Sicherheit der Weltbevölkerung garantieren lassen kann. Doch von einer umfassenden Überwachung der Menschen abgesehen, werden diejenigen, die dem System gefährlich werden können, von ihm ausgeschaltet. Es nährt die aktuelle Debatte, wie viel Freiheit wir bereit sind, für die Sicherheit zu opfern. Dass Marvel hier sehr deutlich Stellung bezieht – und das durchaus gegen die Auffassung der weltweiten Politik – ist durchaus überraschend.

The Return of the First Avenger wartet dabei zwar nicht mit hochtrabenden Dialogen auf und auch die vermeintlichen Wendungen in der Story kann man sich als Zuschauer lange im Voraus ausrechnen, doch spätestens wenn sich herausstellt, welche Organisation im Hintergrund bei S.H.I.E.L.D. die Fäden zieht, sollte man sich an den ersten Film um Captain America erinnern. Es gelingt den Machern ausgesprochen gut, hier die Brücke zu schlagen und in gewisser Weise dem schleppenden ersten Teil seine Berechtigung zu verleihen.

Bei der Vielzahl an Figuren, angefangen von Black Widow über den neu hinzugekommenen Falcon, den Winter Soldier oder Robert Redford in der Rolle des Alexander Pierce als Leiter des S.H.I.E.L.D. beaufsichtigenden Sicherheitsrates, verwundert es nicht, dass The Return of the First Avenger etwas länger ist als notwendig. Insbesondere die erste Filmhälfte hätte straffer erzählt werden können. Doch kommt das Geschehen in Fahrt, beweisen die Regisseure ein gutes Gespür für packende, übersichtliche Action, die langsam aufgebaut wird und sich dann in einem mitreißenden Bilderreigen entlädt. Statt dem radikalen Kahlschlag im Stile der Avengers wirkt das nicht nur überlegter, sondern lässt das Publikum auch mehr mitfiebern.


Fazit:
Die Story verwebt Elemente aus dem ersten Captain America-Film und den übrigen Einträgen des Marvel-Universums. Und selbstverständlich bietet auch The Return of the First Avenger Szenen im und nach dem Abspann, die sowohl auf den nächsten Avengers-Film, als auch auf ein weiteres Captain America-Abenteuer überleiten. Dennoch funktioniert die Geschichte für sich genommen, da sie ein Thema behandelt, das heute mehr beschäftigt denn je.
Um die Figuren nicht zu vergessen, gestaltet sich die erste Stunde länger als notwendig, doch dafür bekommt insbesondere Steve Rogers mehr Profil verliehen. Die Regisseure verstehen es, diese Charaktermomente ebenso in Szene zu setzen wie ihre Actionhöhepunkte, die toll vorbereitet und mitreißend umgesetzt sind. Damit hat Captain America seinem Genrekollegen Iron Man etwas voraus, der in der Flut der Trickeffekte zuletzt untergegangen war. Rogers und seine Mitstreiter können sich hier behaupten.


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