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The Reach - In der Schusslinie [2015]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 14. Dezember 2015
Genre: Thriller

Originaltitel: Beyond the Reach
Laufzeit: 91 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2014
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

Regie: Jean-Baptiste Léonetti
Musik: Dickon Hinchliffe
Darsteller: Michael Douglas, Jeremy Irvine, Hanna Mangan Lawrence, Ronny Cox, Patricia Bethune, Martin Palmer, David Garver


Kurzinhalt:

Der reiche Geschäftsmann Madec (Michael Douglas) lässt es sich viel kosten, dass der Fährtensucher Ben (Jeremy Irvine) ihn in die Mojave-Wüste begleitet. Dort will Madec endlich das Tier erlegen, das in seiner Sammlung fehlt. Doch stattdessen erschießt er versehentlich einen Einsiedler. Geschockt sieht Madec auch seine berufliche Zukunft in Gefahr und beschließt, Ben als Mitschuldigen erscheinen zu lassen, um ihn ruhig zu stellen. Als dieser Plan nicht aufgeht, zwingt er den jungen Mann, sich auszuziehen, damit er der Wüstensonne erliegt. Es beginnt ein ungleicher Kampf auf Leben und Tod, bei dem Ben sich aller möglicher Hilfsmittel bedienen muss und Madec immer in der Nähe bleibt, um sicherzustellen, dass Ben nicht überlebt ...


Kritik:
Der minimalistische Thriller The Reach - In der Schusslinie ist bedeutend unterhaltsamer, als die Ausgangslage vermuten lässt. Das liegt nicht zuletzt an einem Michael Douglas, der die Rolle des überdrehten, schmierigen Bösewichts mit schlafwandlerischer Sicherheit meistert. Filmemacher Jean-Baptiste Léonetti hätte sogar einen kleinen Noir-Tipp gelandet, würde die Geschichte für das Finale nicht eine allzu absehbare und wenig überzeugende Richtung einschlagen. Bis dahin allerdings macht er nichts falsch.

Er erzählt davon, wie der junge Fährtenleser Ben den steinreichen John Madec in die Mojave-Wüste führt, damit der Jäger dort ein an sich streng geschütztes Dickhornschaf erlegen kann, dessen Trophäe ihm noch in seiner Sammlung fehlt. Eine Jagdlizenz für die Tiere ist kaum zu bekommen. Madec fährt ein sechsrädriges Geländewagenmonstrum, das seiner Aussage nach eine halbe Million Dollar gekostet hat und das kleine Luxuselemente wie eine edle Kaffeemaschine, eine Mikrowelle, justierbares Flutlicht, Außenlautsprecher und sonst noch einige Annehmlichkeiten bietet.

Als Madec ohne auf seinen Fährtenleser zu hören, wild gegen die Sonne schießt, tötet er den Einsiedler Charlie und um den Unfall zu vertuschen, der einen wichtigen Geschäftsabschluss verhindern könnte, hängt er Ben einen Teil der Schuld an. Als dieser den Anschein macht, Madecs Tat verraten zu wollen, zwingt er den jungen Mann, sich bis auf die Unterhose auszuziehen und will, dass er in der gleißenden Sonne den Hitzetod stirbt. Im Anschluss kann Madec behaupten, Ben wäre durchgedreht und hätte Charlie erschossen.
Man merkt schnell, die Story ist nicht die große Stärke von The Reach - In der Schusslinie und tatsächlich ist die Geschichte weniger als papierdünn. Aber sieht man Michael Douglas mit Kontrastsonnenbrille, Hut und Weste, sich am Heck seines Riesengefährts einen Cocktail mixen, um sich im Anschluss auf einen Liegestuhl zu setzen (der selbstverständlich ebenfalls im Jeep verstaut war) und Ben dabei zuzusehen, wie dieser mehr nackt als bekleidet durch den brennend heißen Wüstensand stolpert, dann hat das etwas so absurd Unwirkliches, dass man schon den Hut davor ziehen muss.

Douglas ist in der Lage, selbst so flachen Charakteren mit seinem sardonischen Lachen eine gewisse Tiefe und Finesse zu verleihen, dass man sich beinahe wünscht, er würde gewinnen. Jeremy Irvine hingegen hat den körperlich anstrengenderen Part zu meistern und sehen wir ihn sowohl gegen die unbarmherzige Natur, als auch gegen seinen fiesen Widersacher kämpfen, hat er unsere Sympathien.
Nur hier liegt das Problem, denn The Reach - In der Schusslinie baut dieses grandiose Ungleichgewicht auf, so dass man sich wünschen würde, Ben würde es gelingen, Madec seinen High-Tech-Jeep wegzunehmen und ihn auf die gleiche Stufe zu bringen. Stattdessen ist die eigentliche Konfrontation am Ende ziemlich kurz und das tatsächliche Finale inhaltlich aufgesetzt und klischeehaft. Auch wenn die Story wirklich nicht viel mehr hergibt, die beiden Darsteller, die ihre Rollen durchaus überzeugend zur Geltung bringen, hätten hier einen besseren Abschluss verdient.


Fazit:
Zwar verlässt sich Regisseur Jean-Baptiste Léonetti allzu oft auf Übergänge, in denen die sengende Sonne zu sehen ist, alles in allem ist seine Inszenierung aber sehr solide und fängt die wabernde Hitze gekonnt ein. Er verlässt sich voll und ganz auf seine zwei Hauptdarsteller und tut gut daran. Ihr Duell ist es, das anzusehen sich lohnt. Ben ist, obwohl er Jahrzehnte jünger ist, dem bewaffneten Madec haushoch unterlegen und weiß sich doch zu helfen. Michael Douglas zu beobachten ist hingegen immer eine Freude, besonders, wenn er die absurde Übertriebenheit der Figur so sichtlich genießt.
The Reach - In der Schusslinie ist als Film nie langweilig, auch wenn es zu wenig Momente gibt, die wirklich mitreißen. Das Finale passt weder örtlich, noch inhaltlich zum Rest und man würde sich wünschen, die Geschichte würde den Charakteren einen besseren Abschluss gönnen. Als Abendunterhaltung für Erwachsene eignet sich das dank des zurückhaltenden, auf das Notwendigste beschränkte Setting durchaus. Nur nachdenken sollte man über die Story besser nicht.
 


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