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The Expendables 3 [2014]

Wertung: 3 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 24. August 2014
Genre: Action / Komödie / Thriller

Originaltitel: The Expendables 3
Laufzeit: 126 min.
Produktionsland: USA / Frankreich
Produktionsjahr: 2014
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

Regie: Patrick Hughes
Musik: Brian Tyler
Darsteller: Sylvester Stallone, Jason Statham, Mel Gibson, Wesley Snipes, Dolph Lundgren, Randy Couture, Kelsey Grammer, Antonio Banderas, Harrison Ford, Arnold Schwarzenegger, Terry Crews, Glen Powell, Victor Ortiz, Ronda Rousey, Kellan Lutz, Jet Li, Robert Davi


Kurzinhalt:
Nachdem Barney Ross (Sylvester Stallone) seinen ehemaligen Mitstreiter Doc (Wesley Snipes) aus einem Gefangenentransport befreit hat, machen sich die übrig gebliebenen Expendables-Söldner, darunter auch Christmas (Jason Statham) auf, einen Waffendeal zu sabotieren. Doch der unbekannte Händler entpuppt sich als Stonebanks (Mel Gibson), früher selbst ein Expendable, den Barney vor Jahren erschossen hat. Dieser sieht das Wiedersehen als Möglichkeit, sich für ihre letzte Begegnung zu revanchieren.
Nach der gescheiterten Mission erhält Barney von seinem CIA-Kontakt Drummer (Harrison Ford) den Auftrag, Stonebanks zu stellen – er soll sich als Kriegsverbrecher vor dem Internationalen Strafgerichtshof verantworten. Um nicht noch mehr seiner Freunde beerdigen zu müssen, rekrutiert Barney für die Mission mit Bonaparte (Kelsey Grammer) eine junge Truppe. Doch ob diese Stonebanks Privatarmee gewachsen sind?


Kritik:
Das Beste an The Expendables 3 ist Mel Gibson. Das Zweitbeste ist Antonio Banderas. Das Drittbeste ist die Tatsache, dass der Film wenn schon nicht weniger gewalttätig, dann zumindest weniger brutal als seine Vorgänger ist. Und das sind auch schon die drei einzigen Argumente, die für den dritten Einstand der Krawallfilmreihe sprechen. Sylvester Stallone versammelt erneut die größten Actionhelden vergangener Jahrzehnte und zeigt uns eindrucksvoll, weswegen ihre Tage bereits lange gezählt sind.

Dabei beweist das Drehbuch durchaus Ironie, wenn es beschreibt, wie Wesley Snipes' Figur Doc nach Jahren der Inhaftierung von Stallones Barney Ross gerettet wird. Wie wenige Zuschauer im Saal über die Bemerkung gelacht haben, dass Doc wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis gesessen habe, spricht Bände über das Publikum. Und sogar ein Moment der Wahrheit verbirgt sich in The Expendables 3, wenn Ronda Rouseys Luna – als das Expendabelle der Truppe (das ist nicht meine Wortschöpfung) – feststellt, dass man in den 1980er-Jahren mit stumpfer Waffengewalt durch die Vordertüre der Schurken gestürmt sei und alles niedergemäht habe, man heute jedoch mit Schleichen, Täuschen und dem Hacken der Sicherheitssysteme effektiver arbeiten könne. Dennoch verschießen Ross und seine Söldnertruppe mehr Munition, als den meisten Berufsarmeen in einem Jahr zur Verfügung steht. Und gerade darum funktioniert der Film nicht.

Auf einer Mission mit seinen üblichen Kollegen Christmas (gespielt von Jason Statham), Gunner (Dolph Lundgren) und Toll (Randy Couture) begegnet Barney seinem totgeglaubten ehemaligen Freund Stonebanks (Mel Gibson). Ihn soll er nach dem vermasselten Auftrag auch zur Strecke bringen, doch da die Zahl der Expendables, die im Einsatz gefallen sind, stetig steigt, löst Barney sein altes Team auf und rekrutiert eine neue, junge Truppe. Wer nun mit dem üblichen Aufeinandertreffen der jungen und der vorletzten Generation rechnet, einhergehend mit den gewohnten "Opa"-Spötteleien und den Versprechungen, dass die Alten den Jungen den Hintern versohlen können, der liegt genau richtig. Die drei Drehbuchautoren, darunter Sylvester Stallone selbst, beweisen in diesen Momenten ebenso wenig Einfallsreichtum, wie bei der Geschichte im Allgemeinen. So findet sich ein Grund, weshalb Barney mit den alten Haudegen den Karren aus dem sprichwörtlichen Dreck ziehen muss.

Sieht man vor dem Finale eine Armee unter der Anweisung von Stonebanks aufmarschieren, weiß man auch, worauf all das hinauslaufen wird. Erträglich wird die unüberschaubare Anzahl an Leichen auf der Leinwand einzig dadurch, dass The Expendables 3 trotz des Mordens kein Blut vergießt. Regisseur Patrick Hughes gelingt das Kunststück, Hunderte namen- und gesichtsloser Schergen von den "Helden" erschießen, abstechen und abmassakrieren zu lassen, ohne das Geschehen in roter Farbe zu ertränken. Fans des Gemetzels werden sich in Erwartung einer speziellen Filmfassung für den Heimvideomarkt sicher schon die Hände reiben (dass sie kommt, dürfte außer Frage stehen).
Durch den Gewaltexzess nicht abgelenkt, fallen jedoch die offensichtlichen (und nicht wirklich guten) Spezialeffekte stärker auf, die den Film auch handwerklich in die Kategorie Videofilm-Produktion schieben, in der die meisten der Darsteller nicht erst heute meist vertreten sind.

Wie sich Darsteller vom Rang eines Harrison Ford (als Ersatz für Bruce Willis) oder aber Mel Gibson in diese Art Film verirren können, verstehe jedoch wer will. Letzterer hat immerhin den besten Dialog der zwei Stunden dauernden Actionorgie zugeschrieben bekommen. Auch verleiht seine Präsenz der Figur Stonebanks zumindest ein Gewicht, das die übrigen Beteiligten mit ihren Muskeln wieder aufwiegen. Doch selbst wenn die Zeiten, in denen sie als Actionhelden ein Millionenpublikum in die Kinos gelockt haben, lange vorbei sind, man sollte meinen, dass sie statt dieses Andenken mit The Expendables 3 zu verwässern, es in Ehren halten würden.


Fazit:
Handwerklich über weite Strecken routiniert, aber in gleichem Maße einfallslos, versanden selbst gute Stunts durch zu schnellen Schnitte und offensichtliche Tricks. Die Darstellerriege scheint ihren Spaß zu haben und ihnen zuzuschauen ist meist unterhaltsam, aber nie packend. Die lockeren Sprüche, die sich auf die Schauspieler hinter den Rollen beziehen, sind dabei lustiger, als die absehbaren One-Liner und nicht erst beim langen Epilog wird klar, dass The Expendables 3 wohl als Fackelübergabe der Reihe dienen soll.
Dass weniger Kunstblut vergossen wird, macht die plumpe Metzelei zwar weniger brutal, gewaltverherrlichend ist sie dennoch. Fans der ersten beiden Filme wird Letzteres nicht stören, Ersteres vermutlich schon. Die Auftritte von Gibson und Banderas sind durchaus sehenswert und wer sich gern an die ebenfalls nicht zimperlichen Actionschinken von vor 30 Jahren erinnert, der kommt auf seine Kosten. Nur dass die Action und Explosionen damals zumindest "echt" waren. Hier sind sie es nur selten.


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