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The Captains [2011]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 8. Mai 2016
Genre: Dokumentation

Originaltitel: The Captains
Laufzeit: 97 min.
Produktionsland: Kanada
Produktionsjahr: 2011
FSK-Freigabe: noch nicht bekannt

Regie: William Shatner
Musik: Andy Milne
Personen: William Shatner, Patrick Stewart, Avery Brooks, Kate Mulgrew, Scott Bakula, Chris Pine, Christopher Plummer, Rene Auberjonois, Ira Steven Behr, John de Lancie, Paul Duraso, Jonathan Frakes


Hintergrund:

Die Captains James T. Kirk, Kathryn Janeway, Benjamin Sisko, Jean-Luc Picard und Jonathan Archer. Star Trek-Fans sind diese Namen ein Begriff. William Shatner, der vor 50 Jahren als Captain Kirk die Reise der Saga begann, besucht die Darsteller dieser Figuren, um mit ihnen über ihre Erfahrungen und Erlebnisse zu sprechen. Viele Weggefährten und Beteiligte der Produktionen kommen ebenfalls zu Wort. So bietet die Dokumentation neben Informationen zu den Serien der Reihe auch einen privaten Einblick in das Leben der "Captains" ...


Kritik:
In The Captains lädt William Shatner sich selbst und die übrigen Captains der bisherigen Star Trek-Serien vor die Kamera ein, um über sich und ihre Erfahrungen mit dem Franchise zu sprechen. Herausgekommen ist ein vergnügliches Beisammensein aller Beteiligten, die meist bekannte und nur wenig neue Einblicke im Vergleich zu bisherigen Dokumentationen bieten. Einige Momente machen hingegen das Einschalten der Fans lohnenswert. Aber wer mit den Darstellern und ihren Figuren nicht vertraut ist, ist hier fehl am Platz.

Dass Shatner lange Zeit damit zu kämpfen hatte, dass seine Rolle als James T. Kirk der USS Enterprise diejenige ist, wegen der er wiedererkannt und angesprochen wird, ist seit langem bekannt. Somit ist sein Bekenntnis hier, dass er sich zeitweise sogar dafür geschämt hat, weniger gewichtig, als er es als Autor und Regisseur der Dokumentation wohl inszeniert. Auch ist nicht ganz verständlich, weshalb Shatner Chris Pine vor die Kamera bittet, der in der Neuinterpretation die Rolle des rebellischen Kirk übernahm. Nicht nur, dass der junge Darsteller über die Auswirkungen der Erwartungshaltung an die Rolle kaum etwas beizusteuern hat, zum Zeitpunkt des Entstehens der Doku war Pine gerade ein Mal in der Sternenflottenuniform vor der Kamera gestanden. Und das überdies nur in einem Kinofilm, nicht in einer langlebigen Fernsehserie wie die übrigen Interviewpartner.

Die vielleicht überraschendste und emotionalste Offenbarung stammt dabei von Patrick Stewart, der als Captain Jean-Luc Picard in Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert [1987-1994] und vier Kinoabenteuern vertreten war. Wenn er erzählt, dass die Bühne für ihn immer schon das wichtigste im Leben war und er nichts mehr bereut, als dass seine (damals) zwei Ehen daran zerbrochen waren, dann geht ihm das sichtlich nahe.
Avery Brooks hingegen, der die Crew in Star Trek: Deep Space Nine [1993-1999] anführte, erzählt kaum etwas von sich. Jede Frage, die William Shatner ihm stellt, wird ausweichend mit allgemeinen, beinahe schon esoterischen Kommentaren belegt.

Anders hingegen Kate Mulgrew (Star Trek - Raumschiff Voyager [1995-2001]) oder Scott Bakula (Star Trek: Enterprise [2001-2005]), die sowohl von ihrem familiären Hintergrund berichten, aber auch aufzeigen, was die Karriere ihnen abverlangt hat. Man hat das Gefühl, als würden die Gespräche mit Ihnen und Shatner nicht im Beisein einer Kamera stattfinden, sondern sich Bekannte, wenn auch nicht vertraute Menschen zu einem Kaffee treffen. Die lockere Stimmung ist es, die The Captains am Ende auszeichnet, selbst wenn der wirkliche Aufbau der Dokumentation nur wenig Struktur erkennen lässt. So schließen nicht die Interview bezogen auf das Thema notwendigerweise aneinander an, so dass zuerst Sir Patrick Stewart, dann Avery Brooks und die übrigen zu einer Frage vorgestellt würden. Stattdessen springt der Gastgeber immer wieder zwischen den Personen und den Themen hin und her.

Spannend wäre außerdem gewesen, wenn er – zumindest zum Ende hin – jedem Interviewpartner einen Katalog derselben Fragen gestellt hätte und sie ihm daraufhin auch drei Fragen hätten stellen dürfen. Was wären hier wohl für interessante Themen aufgekommen? Leider umgeht The Captains diese Möglichkeit. So werden nicht nur alle seine Kollegen von ihm vorgestellt, sondern auch er selbst von sich. Dass über seinen Werdegang somit am meisten verraten wird, gehört wohl dazu.


Fazit:
In seiner Dokumentation erörtert William Shatner, wie Star Trek das Leben der Menschen beeinflusst (hat). Ins Detail geht er dabei aber nicht, obwohl Aufnahmen der viel besuchten Conventions zu sehen sind. Stattdessen möchte er mehr über die Personen erfahren, die bislang bereits im Sessel des Captains Platz genommen haben. Viele Fragen beziehen sich auf die Zeit, in der die Shows produziert wurden, gehen aber nicht in die Tiefe. Die Feststellungen der Interviewten sind dabei mitunter lange bekannt, einige aber auch neu.
So wirkt The Captains, mit Ausnahme des abgehobenen Avery Brooks, wie ein Zusammentreffen von Kollegen, die ihre Erfahrungen in gemütlicher Runde zum Besten geben. Für Fans ist es schön, sie alle einmal versammelt zu sehen – wobei man sie leider nicht alle an einen Tisch bekommt. An die Kenner der Serien richtet sich auch die Dokumentation. Mit präziseren Fragen und wäre mehr Zeit auf die Antworten, denn auf die Formulierung der Fragen verwendet worden, wäre allerdings ein weitreichender Blick auf diese Karrieren möglich gewesen. Nett anzusehen ist es allemal.    


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