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Terminator – Sarah Connor Chronicles [2007-2009]

Wertung: 3.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Lars Adrian  |   Hinzugefügt am 06. Juli 2009
Genre: Action / Science Fiction / Drama

Originaltitel: Terminator: The Sarah Connor Chronicles
Laufzeit: ca. 1400 min. (31 Episoden: Staffel 1 mit 9 Episoden, Staffel 2 mit 22 Episoden)
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2007-2009
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

Regie: David Nutter / Félix Enríquez Alcalá / Matt Earl Beesley / Charles Beeson / Milan Cheylov / Holly Dale / Steven DePaul / Bill Eagles / Paul A. Edwards / Guy Ferland / Sergio Mimica-Gezzan / Jeffrey G. Hunt / Scott Lautanen / Tawnia McKiernan / Michael Nankin / Scott Peters / Mike Rohl / J. Miller Tobin / Bryan Spicer / Guy Norman Bee / Jeff Woolnough
Musik: Bear McCreary
Darsteller: Lena Headey, Thomas Dekker, Summer Glau, Richard T. Jones, Brian Austin Green, Owain Yeoman, Garret Dillahunt, Dean Winters, Stephanie Jacobsen, Leven Rambin, Shirley Manson


Kurzinhalt:
Im Jahr 1999 sind knapp fünf Jahre vergangen, seitdem Sarah Connor (Lena Headey) und ihr mittlerweile 15 Jahre alter Sohn John (Thomas Dekker) zusammen mit dem Terminator T-800 (Arnold Schwarzenegger) das "Cyberdyne Systems"-Gebäude gesprengt und damit alle Grundlagen zerstört haben, die in der Zukunft zur nuklearen Verwüstung der Erde durch das taktische Abwehrsystem Skynet geführt hätten. Sarah wohnt in Red Valley, New Mexico und lebt in einer Beziehung mit dem Rettungssanitäter Charley Dixon (Dean Winters), der sich auch hervorragend mit John versteht.
Doch das Gefühl von Sicherheit ist trügerisch: Vollkommen überraschend wird John in der Schule von einem ihm unbekannten Terminator-Modell T-888 (Owain Yeoman) angegriffen, das sich Cromartie nennt. John erhält unerwartet Hilfe von der Schülerin Cameron (Summer Glau), die sich ebenfalls als Terminator herausstellt, allerdings umprogrammiert wurde, ihn zu beschützen. John entkommt dem Tod nur knapp, und er und Sarah müssen erfahren, dass sie den "Tag des jüngsten Gerichts" nicht verhindert, sondern nur aufgeschoben haben; sowohl Cameron, als auch Cromartie stammen aus der Zukunft, in der eine kleine Gruppe von Résistance-Anhängern unter der Führung von John gegen die übermächtigen Maschinen Skynets und die vollständige Auslöschung kämpft.
Cameron führt Sarah und John zu einer Zeitkapsel und ihnen gelingt die Flucht in das Jahr 2007, wobei Cromartie starke Beschädigungen davonträgt. Gleichzeitig versucht FBI-Agent James Ellison (Richard T. Jones) herauszufinden, wie die mysteriösen Ereignisse um Sarah Connor zu erklären sind und er sie aufspüren kann. Allerdings hat auch Cromartie den Zeitsprung geschafft und beginnt mit den Reparaturen an sich selbst, um im wiederhergestellten Zustand (Garret Dillahunt) seine ursprüngliche Mission erfüllen zu können.
Sarah und John erfahren, dass nicht nur mehrere Terminator-Modelle aus der Zukunft geschickt wurden und unterschiedlichste Aufgaben von Skynet aufgetragen bekamen, sondern auch eine ganze Reihe von Widerstandskämpfern reisten in die Vergangenheit, darunter Kyle Reese' Bruder Derek (Brian Austin Green) und Jesse Flores (Stephanie Jacobsen). Inzwischen freundet sich John mit Schulkameradin Riley Dawson (Leven Rabin) an und wächst in seine Aufgabe als zukünftige Symbolfigur der Résistance hinein.
In unserer Gegenwart wird nun der Kampf der Menschheit gegen Skynet ausgefochten, um zu verhindern, dass die schreckliche Zukunft Wirklichkeit wird. Wie aber stehen das mächtige Großunternehmen ZeiraCorp und ihre geheimnisvolle Leiterin Catherine Weaver (Shirley Manson) mit all dem in Verbindung?


Kritik:
Im November 2005, also über zwei Jahre, nachdem Terminator 3 – Rebellion der Maschinen [2003] erfolgreich in den Kinos gelaufen war, wurde bekannt, dass sich eine Fernsehserie in Produktion befindet, die Sarah Connors Leben nach den Ereignissen in Terminator 2 – Tag der Abrechnung [1991] schildern sollte. Es gab viele Gründe, weshalb die unzähligen Terminator-Fans rund um den Globus diese Nachricht mit wenig Enthusiasmus aufnahmen: Der erste Teil der Reihe, Terminator [1984], und zu großen Teilen auch die Fortsetzungen waren eindeutig für ein erwachsenes Publikum gedacht, und schienen in der Gewaltdarstellung nicht für die Hauptsendezeit eines massentauglichen TV-Senders geeignet. Die angekündigte Besetzung legte den Schluss nahe, dass als Hauptzielgruppe ein eher jugendliches Publikum avisiert wurde. Darüber hinaus handelte es sich bei den letzten beiden Kinofilmen um extrem teure Großprojekte, die Maßstäbe in der Tricktechnik und dem schieren Materialverschleiß gesetzt hatten. Mit Grausen erinnerte man sich beispielsweise an den kläglich gescheiterten Versuch, RoboCop [1987] auf den kleinen Bildschirm zu bringen. Nichtzuletzt hatte sich mittlerweile, nachdem der Hype abgeklungen war, Ernüchterung in Bezug auf die tatsächlichen filmischen Qualitäten des dritten Teiles eingestellt.
Diese Rezension der Serie Terminator – Sarah Connor Chronicles, die es auf zwei Staffeln mit insgesamt 31 Episoden brachte, wird nicht den Inhalt der separaten Folgen besprechen oder Einzel-Bewertungen zu den Episoden abgeben. Jeder, der es gewohnt ist, eine TV-Serie anzuschauen, sollte sich darüber im Klaren sein, dass – in der Regel – nicht jede Folge qualitativ das gleiche Niveau erreichen kann, was zum Teil auch mit den unterschiedlichen Standpunkten der Zuschauer zusammenhängt. Interessante Serien stellen in bestimmten Episoden einzelne Charaktere in den Mittelpunkt, aber nicht jeder Zuschauer bringt einer Figur dieselben Sympathien entgegen. Diese Aussage gilt auch für Terminator – Sarah Connor Chronicles; Drehbücher, handwerkliche Umsetzung und somit die Wirkung auf die Zuschauer variieren zwangsläufig, so dass eine Folge besser funktioniert als eine andere.
Hier gilt es dagegen, in einer Gesamtansicht zu beurteilen, ob die komplette Serie – was einer ununterbrochenen Dauer von immerhin über 23 Stunden entspricht – insbesondere Fans der Kinofilm-Reihe, aber auch Gelegenheitszuschauer anspricht.

Entwickelt wurde Terminator – Sarah Connor Chronicles von Josh Friedman, der außerdem für den Pilot-Film, das Finale und zwei weitere Episoden das Drehbuch verfasste. Friedman schrieb unter anderem die Story des durchschnittlichen Keanu-Reeves-Thrillers Außer Kontrolle [1996], das Drehbuch von Black Dahlia – Die schwarze Dahlie [2006], war aber auch an Spielbergs Krieg der Welten [2005] beteiligt.
Der Autor hatte sicherlich keine leichte Aufgabe: Er musste eine Geschichte fortführen, die mit Terminator 2 bereits sinnvoll abgeschlossen war; sämtliche vertrauten Rollen mussten mit neuen Gesichtern besetzt und eine Serien-Mythologie gefunden werden, die zwar bekannte Elemente enthielt, jedoch noch Spielraum für unerwartete Wendungen ließ, damit die Zuschauer Woche für Woche auf's Neue einschalteten; aufgrund der Thematik erwarteten Fans ein gesundes Maß an Action und beeindruckende Spezial-Effekte – und all dies durfte das Budget einer üblichen TV-Serie nicht überschreiten.
Bei Ansicht der kompletten Serie kann man sagen, dass Friedman sich durchaus bemüht hat, diese Aufgaben-Liste gewissenhaft abzuarbeiten, was ihm in manchen Fällen besser gelungen ist, als in anderen.
Wer die Inhaltsangabe durchliest, erkennt schnell, dass die Ausgangslage – Sarah und John fliehen vor Terminator und werden dabei von umprogrammiertem Terminator unterstützt – mehr oder weniger direkt und unoriginell von den ersten drei Filmen ohne große Änderung übernommen wurde. Die einzigen beiden Neuerungen in dieser Hinsicht hatten vermutlich rein kommerzielle Gründe: Der Beschützer-Terminator ist nun ein Mädchen beziehungsweise eine junge Frau, und dadurch direkt auf das jugendlich-männliche Zielpublikum zugeschnitten. Ferner springen die Flüchtigen mit einer Zeitkapsel in die Zukunft, oder besser in das Jahr 2007, dem Produktionsjahr der Serie. Auf diese Weise ließen sich eine Menge Kosten sparen, denn so konnte man Fahrzeuge, Computer und Örtlichkeiten unverändert verwenden, ohne darauf achten zu müssen, sich auf Objekte zu beschränken, die im Jahr 1999 aktuell waren.
Bewanderte in der Terminator-Materie bemerken, dass Friedman einen weiteren Kniff angewandt hat: In Terminator 3 hieß es noch, dass Sarah Connor ein paar Jahre nach dem Geschehen von Terminator 2 an Leukämie gestorben ist. Terminator – Sarah Connor Chronicles findet deshalb parallel zu dem von T3 statt. Die Serie ignoriert also den dritten und vierten Teil komplett, um so eine unabhängige eigene Hintergrund-Geschichte aufbauen und erzählen zu können.

Die Handlungen der einzelnen Episoden sind mal mehr, mal weniger interessant. Gerade in den ersten paar Folgen finden Sarah und John meist etwas Neues heraus, was Skynet plant, und sie versuchen es zusammen mit Cameron zu verhindern.
Würze erhält das Ganze durch den wiederauferstandenen Cromartie und den ermittelnden FBI-Agenten James Ellison, die sich zusammen mit Catherine Weaver insbesondere in der zweiten Staffel zu den interessantesten Charakteren mausern – auch wenn die religiösen Bezüge bei Ellison vereinzelt störend hervortreten.
Dagegen bleiben Sarah und John zu Beginn ziemlich farblos und bekommen nur langsam Konturen – selbst der sympathische Charley kann dagegen nicht viel ausrichten. Durch die Einführung von Johns Freundin Riley und den damit verbundenen Konflikten und Sicherheitsrisiken gewinnt John indes an Profil, während Sarah nachwievor verbittert, kalt und abweisend bleibt.
Einer der großen Pluspunkte der Serie ist die Figur des Derek Reese: Der Zuschauer rätselt einige Zeit, auf wessen Seite Reese tatsächlich steht und genau dies macht ihn so faszinierend. Er besitzt die gleichen Führungsqualitäten und Ausstrahlung wie Kyle Reese im ersten Kinofilm und ist damit der ideale Vaterersatz für John. Seine Auseinandersetzung mit Jesse Flores ist einer der Höhepunkte der zweiten Staffel. Die Art und Weise, wie Derek Reese allerdings aus der Haupthandlung der Serie geschrieben wird, ist ein reines Ärgernis und wird der Figur in keinster Weise gerecht. Ich persönlich empfand es als bodenlose Frechheit der Macher gegenüber den Zuschauern, daran ändert auch das eigentliche Ende nichts.
Die Autoren geben sich Mühe, Cameron immer wieder etwas an Hintergrund zu verleihen, scheinen aber ebenfalls festzustellen, dass ein Terminator als Charakter bei weitem nicht das Potential für Entwicklung hat, wie dies bei einem Menschen der Fall ist. Infolgedessen dient Cameron häufig nur dazu, in entsprechenden Action-Sequenzen übermenschliche Fähigkeiten zur Schau zu stellen. Innerhalb der zweiten Staffel gibt es sogar mehrere Episoden, in denen Cameron nicht mehr als eine Statistin ist.
Insgesamt betrachtet bietet die Serie durchschnittliche Spannung und hat gerade im zweiten Drittel der zweiten Staffel einen signifikanten Durchhänger, der immer wieder Langeweile aufkommen lässt, da die Drama-Elemente den Zuschauer nicht wirklich überzeugen. Ferner wird durch die zahlreichen Zeitsprünge – auch in die Zukunft – das zugrundeliegende Konzept verwässert, denn wenn es keine großen Schwierigkeiten bereitet, durch die Zeit zu reisen, lässt sich im Prinzip ja alles den eigenen Wünschen entsprechend verändern.
Glücklicherweise zieht Terminator – Sarah Connor Chronicles im letzten Drittel aber das Tempo merklich an und beweist durchaus Mut, das altbekannte Story-Terrain zu verlassen. Besonders für Fans interessant sind zudem einige Anspielungen auf die früheren Filme und das Wiedersehen von vertrauten Charakteren, wie beispielsweise Enrique Salceda (Tony Amendola) und Terissa Dyson (Charlayne Woodard), obwohl diese nun von anderen Darstellern verkörpert werden.
Film-Kenner dürften bei der Betrachtung der Charakter-Namen einige Anspielungen aufgefallen sein: Cameron wurde natürlich nach dem Terminator-Erfinder benannt. Ellison verdankt seinen Namen dem Science-Fiction-Autor Harlan Ellison, der eine außergerichtliche Einigung erreichte, da James Cameron offenbar Teile der Terminator-Story zwei Episoden der Serie Outer Limits [1963-1965] entlehnte, die Ellison verfasst hatte. Und Catheringe Weaver soll vermutlich Sigourney Weaver in Erinnerung rufen, die in James Camerons Aliens [1986] die Hauptrolle inne hatte.

Inszenatorisch bietet die Serie weitgehend solide Hausmannskost, kann aber ihre TV-Herkunft nicht verleugnen, das heißt meist kommen konventionelle Kameraperspektiven und eine ebensolche Schnitt-Technik zur Verwendung. In manchen Momenten versuchen sich die Regisseure an einem künstlerisch anspruchsvolleren Ansatz, so zum Beispiel wenn zu Beginn der ersten Folge der zweiten Staffel eine spannende mit mehreren Zeitlupen versehene Action-Sequenz nur mit einem Song ohne jegliche Dialoge und spärlichen Sound-Effekten unterlegt ist. Dennoch hat der Zuschauer selbst hier das Gefühl, dass dieser Weg gewählt wurde, um Kosten einzusparen, da man so beispielsweise eine Explosion nicht in allen Details zeigen muss.
Die Spezial-Effekte lassen sich als für Fernseh-Verhältnisse durchaus überdurchschnittlich bezeichnen. Oft setzen die Macher auf computergenerierte Bilder – so bei den Terminator-Endoskeletten oder Erweiterungen der Umgebung –, die einer Kino-Produktion freilich kaum das Wasser reichen können. Reale Explosionen und insbesondere Cromarties Make-up-Effekte sind jedoch erstklassig umgesetzt und müssen sich vor Terminator 3 nicht verstecken.

In der Titel-Rolle ist Lena Headey zu sehen, die mit 300 [2006] ihren ersten internationalen Erfolg feierte, allerdings schon seit 1992 im Geschäft ist. In Terminator – Sarah Connor Chronicles hat sie mit mehreren Problemen zu kämpfen. Zum einen geben ihr die Drehbücher kaum Gelegenheit, mehr zu zeigen als grimmige Kälte, die selbst sympathische Charaktere vor den Kopf stößt. Zweitens war Headey zu Beginn der Dreharbeiten lediglich 33 Jahre alt, der Darsteller ihres Seriensohnes Thomas Dekker schon 20. Dieser verhältnismäßig geringe Altersunterschied führt dazu, dass man ihr die Mutter-Rolle schlicht nicht abnimmt; die Besetzung als eine Schwester John Connors wäre glaubwürdiger gewesen – zumal die ursprüngliche Sarah Connor, Linda Hamilton, fünf Jahre nach T2 ein Alter von 40 Jahren hatte. In Linda Hamilton liegt letztendlich die der Hauptgrund, weshalb es so schwer fällt, Lena Heady als Sarah Connor zu akzeptieren. Hamiltons Sarah zählt neben Sigourney Weavers Ellen Ripley aus den Alien-Filmen [1979/1986/1992/1997] zu den populärsten Film-Heldinnen überhaupt. Sie drückte der Figur einen derart prägnanten Stempel auf, dass neben ihr alle anderen Kandidatinnen zwangsläufig verblassen müssen.
Dagegen schlägt sich Thomas Dekker wacker gegen seine beiden Vorgänger Edward Furlong und Nick Stahl, mit denen er eine gewisse optische Ähnlichkeit teilt. Gerade im Laufe der zweiten Staffel zeigt der unter anderem aus Heroes [seit 2006] bekannte Jungschauspieler eine zunehmend gute Leistung.
Summer Glau (4400 – Die Rückkehrer [2004-2007], Firefly [2002-2003] und The Unit – Eine Frage der Ehre [2006-2009]) verkörpert die Beschützer-Terminatrix Cameron. Mit Kristanna Loken aus T3 verbindet sie das gleiche Schicksal: Gerade in den Action-Sequenzen, in denen sie die besonderen Fähigkeiten des Terminators präsentiert, wirkt es immer wie ein Spezial-Effekt, da die Darstellerin einen allzu schmächtigen und zerbrechlichen Eindruck macht. Mimisch verlangt ihr die Serie ohnehin nicht allzu viel ab – in diesem Zusammenhang ist es außerdem unverständlich, weshalb sich Cameron am Beginn der ersten Episode vollkommen natürlich als Schülerin tarnt, in späteren Folgen jedoch erhebliche Mühen mit einfachsten menschlichen Verhaltensweisen an den Tag legt. Im Ergebnis bleibt Summer Glau farblos und austauschbar, auch wenn pubertierende Jungs dies vielleicht anders sehen mögen.
Glücklicherweise können Richard T. Jones (The Trigger Effect – Der große Stromausfall [1996]) als FBI-Agent James Ellison und Garrett Dillahunt (No Country for Old Men [2007]) als neuer Cromartie mehr Akzente setzen. Insbesondere Szenen, in denen beide gleichzeitig auftreten und Dialoge austauschen, verleihen Terminator – Sarah Connor Chronicles Niveau.
Wie bereits erwähnt, gehören die in jeder Hinsicht überzeugenden Brian Austin Green und Dean Winters zu den großen Sympathieträgern der Serie, was zweifellos zum Teil an ihren Rollen liegt, denn Derek Reese und Charley Dixon scheinen die einzigen Figuren zu sein, die sich absolut natürlich, nachvollziehbar und bisweilen angenehm emotional verhalten.
Weniger positive Gefühle bringt das Publikum den weiteren weiblichen Charakteren entgegen: Leven Rambin als Riley Dawson, Stephanie Jacobsen als Jesse Flores und Shirley Manson (Sängerin der Band Garbage) als Catherine Weaver. An dem schauspielerischen Vermögen der drei Darstellerinnen gibt es aber nichts zu beanstanden – zumal Rambin und Jacobsen eine der denkwürdigsten Konfrontationen seit der Alias [2001-2006]-Episode "Il dire" ("The Telling") austragen dürfen.

Für die Musik der Serie wurde Bear McCreary verpflichtet, der schon die Battlestar Galactica [2004-2009]-Neuauflage angemessen vertont hat.
McCreary erweist sich als ausgesprochen gute Wahl. Sein Stil trifft die Stimmung von Brad Fiedels Kompositionen für die ersten beiden Filme perfekt. Aus Kostengründen ist das originale Terminator-Thema nur stark modifiziert und im sehr kurzen Vorspann zu hören. Dennoch gelangen McCreary auch eigene harmonische und in Action-Sequenzen sehr temporeiche elektronische Melodien.

Zur Serien-Premiere in den USA im Januar 2008 startete der Sender FOX eine umfangreiche Werbe-Kampagne und so schaffte es der Pilot-Film auf beeindruckende 18,6 Millionen Zuschauer und überwiegend positive Kritiken. In der Folge schwächten sich die Einschaltquoten zwar ab, blieben mit durchschnittlich rund 10 Millionen Zuschauern nichtsdestotrotz auf gutem Niveau, so dass der Sender rasch eine zweite Staffel mit zunächst 13 Episoden orderte.
Trotzdem hatte Terminator – Sarah Connor Chronicles das Pech, ausgerechnet während des lange andauernden Autoren-Streikes angelaufen zu sein. Aus diesem Grund war die erste Staffel verkürzt und hatte lediglich neun Episoden. Der Auftakt zu Staffel 2 brachte es dann nur noch auf knapp über 6 Millionen Zuschauer, was mit der langen Wartezeit von sechs Monaten erklärt wurde. Obwohl sich die Zahlen nicht signifikant besserten, kündigte FOX überraschend schnell an, seine ursprüngliche Bestellung auf insgesamt 22 Episoden zu erhöhen. Der Serie half dieses Vertrauen wenig; die Quoten sackten bis auf wenig mehr als 4 Millionen Zuschauer ab. Mitte Mai 2009 kam dann die erwartete offizielle Einstellung der Serie, noch bevor Terminator – Die Erlösung [2009] in den Kinos angelaufen war.
In Deutschland wurde die Serie von ProSieben interessanterweise in Terminator: S.C.C. umgetauft – dadurch wollte man Verwechslungen mit dem gleichnamigen Künstlernamen einer deutschen Pop-Sängerin aus dem Weg gehen – und hatte trotzdem nicht mehr Glück: Nach wenigen Episoden im Januar 2009 zur Hauptsendezeit, wurde sie ins Nachtprogramm verbannt, und nach Ausstrahlung der ersten Staffel schließlich ganz abgesetzt. Deutsche Interessenten können nur hoffen, dass Staffel 2 wenigstens den Weg auf DVD und Blu-ray findet, um so das Finale sehen zu können.

Wie Terminator 3 – Rebellion der Maschinen muss sich Terminator – Sarah Connor Chronicles vorwerfen lassen, innerhalb der Terminator-Saga eigentlich überflüssig zu sein. Serien-Schöpfer Josh Friedman gelingt es dennoch, hauptsächlich durch facettenreiche Neben-Charaktere eine stellenweise interessante und spannende Geschichte zu erzählen, die bisweilen aus der üblichen Fernseh-Kost herausragt. Die Beschränkungen, die ihr durch ein enges TV-Korsett auferlegt sind, vermag die Serie indes nur äußerst selten zu sprengen.
Im Ergebnis sind die Sarah Connor Chronicles weder handwerklich so ausgefeilt oder schauspielerisch überragend wie Lost [seit 2004], noch so innovativ wie das Battlestar Galactica-Remake. Da es aber zugegebenermaßen aktuell keine nennenswerte Konkurrenz im Science-Fiction-Action-Genre gibt, lässt sich guten Gewissens durchaus eine Empfehlung selbst für diejenigen Zuschauer aussprechen, die das Terminator-Universum nicht in- und auswendig kennen.


Fazit:
Wer sich als Fan der Film-Reihe auf Terminator – Sarah Connor Chronicles einlässt, dem sollte von vornherein bewusst sein, dass er es hier nicht mit einer Kino-Produktion, sondern einer TV-Serie zu tun hat, die den bekannten Gesetzmäßigkeiten einer solchen folgt.
Dies bedeutet, dass der technische Aufwand, Spezial-Effekte und Action mindestens ein, zwei oder sogar drei Nummern kleiner ausfallen, einzelne Episoden nicht unbedingt einen Abschluss bilden, und man gezwungen ist, für das Verständnis der großen Hintergrund-Story nicht nur sämtliche Episoden anzusehen, sondern bei einer Folge möglicherweise langatmige 37 Minuten in Kauf zu nehmen hat, nur um drei Minuten tatsächlich wichtige Informationen zu erhalten.
Zum Glück bietet die Serie eine solide technische Umsetzung, sehenswerte Neben-Figuren samt Darstellern und eine brauchbare Mythologie, die mit einigen Überraschungen aufwartet, so dass sie sich auch für eingefleischte Fans lohnen kann, die bereit sind, entsprechende Kompromisse einzugehen.
Es gibt sicher Episoden, die eine höhere Punkte-Bewertung verdient hätten, als die unten angegebene, aber eben auch solche mit einer niedrigeren. Insofern kann die Wertung vielleicht als Durchschnitt für die Serie als Ganzes dienen.


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