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Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind [2016]

Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 1. Dezember 2016
Genre: Fantasy / Unterhaltung

Originaltitel: Fantastic Beasts and Where to Find Them
Laufzeit: 133 min.
Produktionsland: Großbritannien / USA
Produktionsjahr: 2016
FSK-Freigabe: ab 6 Jahren

Regie: David Yates
Musik: James Newton Howard
Darsteller: Eddie Redmayne, Katherine Waterston, Dan Fogler, Alison Sudol, Colin Farrell, Samantha Morton, Ezra Miller, Faith Wood-Blagrove, Jenn Murray, Carmen Ejogo, Jon Voight, Ronan Raftery, Josh Cowdery, Ron Perlman


Kurzinhalt:

Magizoologe Newt Scamander (Eddie Redmayne), der an der Fertigstellung seines Buches "Phantastische Tierwesen & wo sie zu finden sind" arbeitet, reist im Jahr 1926 nach New York. In seinem magischen Koffer befinden sich viele sehr seltene Kreaturen, von denen einige nach einer Kofferverwechslung mit dem des Menschen Jacob Kowalski (Dan Fogler) entkommen.
Zusammen mit ihren Kindern, darunter Sohn Credence (Ezra Miller), will Mary Lou Barebone (Samantha Morton) auf die Bedrohung durch Hexen und Zauberer aufmerksam zu machen, unterstützt von einer wachsenden Anzahl an verheerenden Zwischenfällen. Während Scamander und Kowalski versuchen, die Kreaturen mit Hilfe der Zauberinnen Tina (Katherine Waterston) und Queenie Goldstein (Alison Sudol) wieder einzufangen, macht Zauberer Percival Graves (Colin Farrell) des Magischen Kongresses der Vereinigten Staaten von Amerika Scamander und seine Kreaturen für die Zwischenfälle verantwortlich ...


Kritik:
Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind ist nicht nur ein in großen Teilen deutlich magischerer Beitrag zum Harry Potter-Universum als die letzten Filme der Reihe es gewesen sind, es ist insgesamt ein guter Film mit einigen sehr guten Momenten. Was ihn davon abhält, sein Potential insgesamt auszuschöpfen sind die zwei miteinander verwobenen Storystränge, von denen sich einer an ein jüngeres Publikum richtet, während der zweite diejenigen anspricht, die mit den düsteren Geschichten der letzten Abenteuer des Zauberjungen, der überlebte, groß geworden sind.

Die ersten Takte von James Newton Howards Musik greifen das Thema des jungen Zauberers wieder auf, ehe sich der Score erfreulicherweise ebenso wie die Geschichte ganz eigenständig entwickelt. Diese setzt im New York des Jahres 1926 an, wo der britische Zauberer Newt Scamander – fantastisch, etwas skurril und beinahe schüchtern gespielt von Eddie Redmayne – mit einem Koffer voller magischer Kreaturen einreist. Auf Grund einer Verwechslung gerät dieser Koffer in den Besitz des Arbeiters Jacob Kowalski und schon bald sind einige der Wesen frei in New York unterwegs. Sie einzufangen ist fortan Scamanders und Kowalskis Aufgabe, widerwillig unterstützt von der für den amerikanischen Zaubereikongress arbeitenden Tina Goldstein und ihrer Schwester Queenie.

Wie bereits in den Harry Potter-Filmen sorgen die Wesen auch hier für allerlei lustige Momente, allein schon auf Grund ihres Aussehens oder ihres Verhaltens, welches in einem Brunftritual im New Yorker Zoo gipfelt.
Parallel erzählt Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind von einer seit geraumer Zeit schwelenden Konfrontation zwischen der Welt der Zauberer und der Muggels, die in den USA jedoch No-Majs genannt werden. Der mächtige Zauberer Grindelwald ist dabei der Überzeugung, dass die Zauberer sich nicht verstecken, sondern über die normalen Menschen herrschen sollten. Er verübt immer wieder Anschläge und ist untergetaucht. Auch eine Reihe von verheerenden Zwischenfällen in New York wird ihm zugeschrieben. Unter den Menschen wächst indes die Sorge und die Befürchtung, dass Hexen und Magier unter ihnen weilen.

Wohin sich diese Seite der Story weiterentwickelt, sei hier nicht verraten. Es soll genügen, dass sie deutlich düsterer ist und in Einklang mit Aspekten steht, die auch in Harry Potters Abenteuern immer wieder aufkamen. Die Auflösung der teils brutalen und tödlichen Anschläge – deren Darstellung die FSK-Freigabe deutlich übersteigen – ist an sich sehr tragisch, so wie viele der vermeintlich "bösen" Figuren in J. K. Rowlings Büchern.
Auf diese verweist Regisseur David Yates an einigen Stellen, ohne dass man die Geschichte ohne das Vorwissen jedoch nicht verstehen würde. Fans werden allerdings sowohl im Innenleben von Scamanders Koffer, als auch in der übrigen Darstellung der Welt und den erwähnten Figuren viele Verweise auf die bisher erschienenen Bücher finden.

Der Spagat, den die Autorin in den Büchern der Reihe leisten musste, über einen Zeitraum von beinahe 10 Jahren das mit dem Protagonisten älter werdende Publikum ebenso anzusprechen wie neue junge Leser, die die Reihe erst für sich entdeckten, soll offensichtlich auch hier vollführt werden. Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind richtet sich inhaltlich in der ersten Filmhälfte an ein sehr junges Publikum, ehe ab der Passage im Zoo endgültig die ernste und im Kern sogar tragische Story übernimmt.
Das Ergebnis wird keine der beiden Zielgruppen vollständig zufriedenstellen, ist aber so detailverliebt und einfallsreich umgesetzt, dass man der stellenweise ziellos erscheinenden Story so manchen nicht unbedingt notwendigen Umweg verzeiht.


Fazit:
Anstatt eine Geschichte zu erzählen, die Jung und Alt auf unterschiedliche Art und Weise entdecken können, erzählt Filmemacher David Yates zwei Stories, die nicht hätten miteinander verknüpft werden müssen. Dass Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind gelingt, ist zum großen Teil ein Verdienst der tollen, harmonierenden Besetzung und der umwerfenden Präsentation. Nicht nur das New York des vorigen Jahrhunderts wird hier wiedererweckt, sondern auch eine magische Welt voller wundersamer Kreaturen mit einer Detailverliebtheit, dass man sich darin verlieren kann. Das ist, wenn nicht durchgehend, dann zumindest in der zweiten Hälfte durchaus spannend, immer unterhaltsam und wie gemacht für die große Leinwand. Die IMAX-Präsentation ist eine Wucht und ein wirkliches Erlebnis.
Vor allem aber zeigt der Film, dass es in dieser magischen Welt noch viele Geschichten zu entdecken gibt.    


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