skip to content

Mimic - Director's Cut [1997]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 01. Juli 2012
Genre: Horror

Originaltitel: Mimic - Director's Cut
Laufzeit: 112 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1997 / 2011 (Director's Cut)
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

Regie: Guillermo del Toro
Musik: Marco Beltrami
Darsteller: Mira Sorvino, Jeremy Northam, Alexander Goodwin, Giancarlo Giannini, Charles S. Dutton, Josh Brolin, Alix Koromzay, F. Murray Abraham, James Costa, Javon Barnwell, Norman Reedus, Pak-Kwong Ho


Kurzinhalt:
Der Strickler-Krankheit fallen immer mehr Kinder in Manhattan zum Opfer. Es gibt kein Heilmittel und keine Impfung. Darum fasst die Insektenkundlerin Dr. Susan Tyler (Mira Sorvino) den Plan, den Überträger der Krankheit auszurotten: Die Küchenschabe. Sie entwickelt eine gentechnisch veränderte Schabe, um die anderen zu töten und pflanzt ihnen abgesehen von einer angeborenen Sterilität eine kürzere Lebensspanne ein. Dadurch gelingt es tatsächlich, die Strickler-Krankheit einzudämmen.
Doch drei Jahre später bringen ihr Kinder eine lebende Probe ihrer Züchtung – sie hat sich trotz aller Vorkehrungen in der Kanalisation gehalten. Nachdem Susans Mann Peter (Jeremy Northam) zusammen mit seinem Kollegen Josh (Josh Brolin) auf seltsame Vorkommnisse in den U-Bahn-Tunneln unter der Stadt stößt, ahnen sie noch nicht, was ihnen bevorsteht. Zusammen mit dem Wachmann Leonard (Charles S. Dutton) müssen sie entdecken, dass in den drei Jahren eine neue Spezies herangereift ist, der es stellenweise sogar gelingt, ihren größten natürlich Feind zu imitieren. Den Menschen ...


Kritik:
Regisseur Guillermo del Toro ist vielen Zuschauern ein Begriff, auch wenn der Filmemacher in seiner beinahe 20 Jahre umfassenden Spielfilmkarriere weniger als zehn Werke in die Kinos brachte. An vielen mehr war er als Produzent beteiligt und inspirierte mit seiner Vorstellungskraft durch Filme wie Hellboy [2004] oder Pans Labyrinth [2006] sogar andere schaffende Künstler. Mimic stellte sein Debut in Hollywood dar, auch wenn ihn die Erfahrung so prägte, dass er daraufhin nie wieder mit den Produzenten Bob und Harvey Weinstein zusammenarbeitete. 14 Jahre, nachdem Mimic in den Kinos zu sehen war, konnte del Toro seine Vision der Geschichte als "Director's Cut" erzählen. Seinen eigenen Worten zufolge kommt er dem am ehesten nahe, was er damals im Sinn gehabt habe. Herausgekommen ist ein nach wie vor atmosphärischer Horrorfilm, der von seiner gar nicht so abwegigen Ausgangslage lebt. Die Änderungen sind dabei weit weniger groß oder tragend, als man erwarten würde, auch wenn eine Szene fehlt und insgesamt sieben Minuten ergänzt wurden. Vor allem aber bekommt man nun endlich die Möglichkeit, Mimic in einer eindrucksvollen Bild- und Tonqualität zu erleben, die insbesondere Fans des Films staunen lässt. Dank der kühlen, bedrohlichen Farbgebung in den Szenen der U-Bahn-Tunnel entwickelt das Mysterium um eine neue Spezies eine unterschwellige Dynamik, der letztlich nur die Figuren nicht gerecht werden.

Die Ausgangssituation klingt dabei durchaus glaubhaft: Um die Überträger einer verheerenden Krankheit auszurotten, der eine ganze Generation an Kindern zum Opfer zu fallen droht, entwickelt Susan Tyler genetisch mutierte Schaben. Sie sollen nicht nur die übrigen Schaben töten, sondern dank einer eingebauten Sterilität kontrollierbar sein. Außerdem haben sie nur eine Lebenserwartung von höchstens sechs Monaten. Ihr Experiment gelingt, aber drei Jahre später fällt ihr ein lebendes, in der Stadt gefangenes Tier ihrer so genannten Judas-Züchtung zu. Ihr Ehemann, Dr. Peter Mann, selbst Mitarbeiter bei der Gesundheitsbehörde, wird indes zu einem Tatort gerufen, an dem Zeichen einer unbekannten Spezies gefunden werden, die sich in den U-Bahn-Tunneln aufhalten soll.
In diese Katakomben entführt Guillermo del Toro seine Zuschauer und wirft dabei nur einen kleinen Blick in eine Welt, die sich unter den bekannten Straßenzeilen von Amerikas bekanntester Stadt befindet. Mehrere Stockwerke tief graben sich diese U-Bahn-Tunnel, die schon vor Jahrzehnten verlassen wurden. Dort könnte sich durchaus unbemerkt etwas entwickeln, das den Menschen gefährlich werden könnte. Und dass eine von Menschenhand geschaffene Kreatur sich gegen ihre Schöpfer wenden würde, ist nicht nur im Science Fiction-Bereich nachzuvollziehen.

Macht sich Peter zusammen mit seinem Kollegen Josh und dem Wachmann Leonard auf den Weg in jene U-Bahn-Tunnel, hofft man endlich zu sehen zu bekommen, was Mimic so lange andeutet. Die Erkenntnis trifft Susan verständlicherweise kurz, bevor es ernst für sie wird. Anschließend geht es für die in den Tunneln eingeschlossenen ums Überleben, wobei der Creature-Horror-Film nie verleugnet, dass er grundsätzlich die Geschichte eines klassischen B-Films erzählt. Dank der gelungenen Atmosphäre und den überzeugenden Maskenarbeiten tut er dies zwar auf einem erstklassigen Niveau, aber nicht zuletzt die Musik von Marco Beltrami erinnert in der künstlich gesteigerten Lautstärke zu den Schreckmomenten stark an die Genrevorbilder.
Dagegen ist schon deswegen nichts einzuwenden, weil es funktioniert. Enttäuschend ist allenfalls, dass die Charaktere sich nicht entwickeln. Sei es die von Mira Sorvino gespielte Dr. Tyler, die weder ihre Überzeugungen neu schreiben muss, oder Peter alias Jeremy Northam, der als Charakter vollkommen austauschbar wäre. Dass zwischen beiden keine Chemie zu existieren scheint und ihre gemeinsamen Szenen weder prickeln, noch hervorstechen, macht es nicht einfacher, um ihr Schicksal zu bangen.


Fazit:
Es gibt viele gelungene Momente in Mimic, aber ebenso viele, die man ähnlich oder spannender umgesetzt schon in anderen Filmen gesehen hat. Regisseur Guillermo del Toro kleidet seinen Hollywood-Einstand in ansprechend düstere, aber nicht unglaubwürdige Bilder und zeigt die Vision einer von Menschen erschaffenen Bedrohung, die sich als viel unbezwingbarer herausstellt, als man vermuten würde. Der "Director's Cut" erweitert diese zwar um einige Hintergrundinformationen, vertieft aber nicht die Charaktere.
Das ist für Fans zwar interessant und dank der technisch hervorragenden Aufbereitung sehenswert, ergibt aber keinen besseren Film als 1997. Dieser war damals schon allein durch die spannende und bedrohlich wirkende Atmosphäre ein Hingucker, litt aber wie heute noch unter den schablonenhaften Figuren, bei denen die Nebendarsteller mehr Charisma versprühen, als die beiden Hauptakteure.


Treffpunkt: Kritik empfiehlt TEUFEL LAUTSPRECHER GmbH – für den perfekten Heimkino-Sound!
Ok. Treffpunkt: Kritik verwendet Cookies, um den Internetauftritt bestmöglich an die Besucher anpassen zu können.
Sofern Sie auf dieser Seite bleiben, stimmen Sie dem zu. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.