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Men in Black: International [2019]

Wertung: 1 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 10. November 2019
Genre: Action / Science Fiction / Komödie

Originaltitel: Men in Black: International
Laufzeit: 114 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2019
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: F. Gary Gray
Musik: Chris Bacon, Danny Elfman
Besetzung: Chris Hemsworth, Tessa Thompson, Kumail Nanjiani (Stimme), Rebecca Ferguson, Rafe Spall, Emma Thompson, Liam Neeson, Laurent Bourgeois, Larry Bourgeois, Kayvan Novak


Kurzinhalt:

Über 20 Jahre hat Molly (Tessa Thompson) gebraucht, um die „Men in Black“ zu finden, eine Geheimorganisation, die geschaffen wurde, um die Anwesenheit von Außerirdischen auf der Welt vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Molly gelingt es, Agentin O (Emma Thompson) zu überzeugen, sie einzustellen und so wird sie als Agentin M nach London gesandt. Dort ist Leiter Agent High T (Liam Neeson) entgegen der Meinung von Agent C (Rafe Spall) einverstanden, dass M zusammen mit Agent H (Chris Hemsworth) den Alien Vungus (Kayvan Novak) trifft. Der will H vor einer drohenden Gefahr warnen, wird jedoch ermordet, bevor er ins Detail gehen kann. Wie es scheint, bedroht nicht nur der Schwarm die Erde, außerirdische Wesen, die High T und H vor drei Jahren an sich zurückgedrängt hatten. Die „Men in Black“ selbst sind offensichtlich unterwandert worden, so dass sich in ihren eigenen Reihen ein Maulwurf befindet …


Kritik:
Zum enttäuschenden Men in Black II [2002] schrieb ich seinerzeit, man „wünscht […] sich nach den zähen eineinhalb Stunden, dass man selbst geblitzdingst würde“. 15 Jahre später soll die Filmreihe um die Geheimorganisation, die die Existenz außerirdischer Wesen geheimhält, mit Chris Hemsworth und Tessa Thompson statt Tommy Lee Jones und Will Smith in den Hauptrollen neu belebt werden. Was Men in Black: International dabei zumindest gelingt, ist, den zweiten Film in deutlich besserem Licht dastehen zu lassen. Filmemacher F. Gary Gray zeichnet hier für ein uninspiriertes Wrack verantwortlich, das einen wahrlich sprachlos zurücklässt.

Obwohl die bisherigen Agenten Jay und Kay keinen wirklichen Auftritt bekommen, ist Men in Black: International kein Reboot, sondern setzt die Reihe lediglich fort. Handelten die ersten beiden Filme davon, dass jeweils eine Figur ein neuer Teil der Organisation „Men in Black“ wurde, sich einer Welt gegenübersah, in der Aliens unter den Menschen wandeln, die von einem gefährlichen Wesen bedroht wurde, so dass sie die einzige Rettung für das Universum waren, erzählt Regisseur Gray eine Story, in der eine Figur Teil der Organisation „Men in Black“ wird, sich einer Welt gegenübersieht, in der Aliens unter den Menschen wandeln, die von einem gefährlichen Wesen, genannt der Schwarm, bedroht wird, so dass sie die einzige Rettung für das Universum ist. Hinzu kommt, dass die „Men in Black“ offensichtlich von feindlichen Kräften unterwandert wurden.
Das klingt altbekannt, ist aber derart uninspiriert vorgetragen, dass man zumindest eine gewisse Zeit gebannt verfolgt, wie der Film insgesamt auseinander fällt.

In einem kurzen Prolog werden die Agenten H und High T vorgestellt, die sich auf dem Eiffelturm dem zerstörerischen Schwarm stellen. Anschließend springt der Film zwanzig Jahre in die Vergangenheit, wo die junge Molly zum ersten Mal ein Alien sieht und zwei Agenten der „Men in Black“ beobachtet, die das Gedächtnis ihrer Eltern mit einem Neutralisator löschen – sie werden geblitzdingst. Daraufhin ist Molly derart fasziniert, dass sie alles daran setzt, die „Men in Black“ zu finden. Im Jahr 2019 gelingt es ihr schließlich und sie wird von Agentin O (Emma Thompson in einem vollkommen verschenkten Gastauftritt) eingestellt. Ihr Auftrag führt sie nach London, wo sie auf Agent H trifft, der seit dem Ereignis mit dem Schwarm nicht mehr derselbe ist, aber immer noch als einer der besten Agenten gilt.
Bedenkt man, was für eine tolle Chemie Chris Hemsworth und Tessa Thompson in Thor: Tag der Entscheidung [2017] vor der Kamera entwickelten, ist es umso erstaunlicher, wie regelrecht gelangweilt und genervt sie hier voneinander scheinen.

Über die Geschichte sei nicht mehr verraten, außer dass der Auftrag beide Agenten quer um den Globus führt, die Zerstörung der Welt droht und sie auf dem Weg ein kleines Alien finden, Pawny. Man mag es kaum glauben, aber dies ist einer der wenigen Lichtblicke des Films. Dass die wenig packende Geschichte derart enttäuscht, liegt zum größten Teil daran, dass die Figuren nicht überzeugen. Das Zusammenspiel aus Kay und Jay funktioniert deshalb so gut, weil es immer einen Agenten gab, der abgeklärt und ruhig blieb, während der andere hitzköpfig und unerfahren war. Letztere Charaktereigenschaften teilen die Macher in Men in Black: International auf beide Hauptfiguren auf. Die angebliche Überflieger-Agentin M (Molly) kennt bei ihrem ersten Einsatz weder das Alien-ABC, noch hat sie irgendeinen Antrieb, außer wissen zu wollen, wie die Welt funktioniert. Agent H hingegen ist vollkommen demotiviert, vermasselt selbst die einfachsten Aufgaben und gibt sich nach außen gelassen, während er nichts im Griff hat. Weshalb sich all das in der Mitte des Films schlagartig ändern soll, wird nicht deutlich. Dann weiß M urplötzlich, wie man Alien-Technologie repariert, kennt sich mit physikalischen Reaktionen der Sonne aus und durchschaut das vermeintliche Komplott.

Nichts von alledem, was in Men in Black: International geschieht, ergibt auch nur den geringsten Sinn. Und damit ist noch nicht einmal gemeint, woher H und M inmitten der Wüste, wo Sekunden zuvor nur Sand gewesen ist, urplötzlich Feuerholz finden, oder weshalb sie, wenn sie schnell sein müssten, urplötzlich langsamere Transportmittel benutzen – vermutlich, weil das neue Automodell für das Product-Placement noch eingebaut werden musste. Man könnte über inhaltliche Schwächen hinwegsehen, würde zumindest der Unterhaltungswert stimmen. Doch mit unlustigen Kommentaren (beispielsweise von Pawny, der neben seiner ermordeten Königin steht und Witze reißt), erzwungen umprofessionellen Wortgefechten zwischen Agent H und C, gibt es hier nichts zu entdecken, was das Einschalten lohnt. Dass Filmemacher F. Gary Gray auch das mit Preisen bedachte Drama Straight Outta Compton [2015] inszenierte, mag man so kaum glauben.


Fazit:
Die Story mag nur eine Abwandlung der bisherigen Geschichten sein, doch das allein ist hier nicht ausschlaggebend. Immerhin bietet es sich an, die Welt der „Men in Black“ durch die Augen einer frischen Rekrutin zu erblicken. Doch schon hier liegt das erste Problem: So bemüht Tessa Thompson offensichtlich ist, dem Film so etwas wie einen Bezugspunkt zu verleihen, ihrer Figur fehlt das Staunen, das Will Smiths Charakter ausgezeichnet hat. Die ersten 15 Minuten scheint es noch so, als könne Regisseur F. Gary Gray daraus einen unterhaltsamen Popcorn-Film machen. Doch dann fällt die Geschichte ebenso auseinander wie die eindimensionalen Figuren. Der Humor ist derart aufgesetzt und unwirklich, dass einem die Beteiligten beinahe leidtun und die Actionszenen reißen nie wirklich mit. Als wäre all das nicht schon schlimm genug, ist Men in Black: International auch noch eine halbe Stunde länger als Men in Black II und zögert so die absehbare Auflösung nur noch weiter hinaus. Statt sich hinterher zu wünschen, geblitzdingst zu werden, sollte man lieber gar nicht erst hinsehen.
 


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