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Mad Max: Fury Road [2015]

Wertung: 5.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 15. Mai 2015
Genre: Action / Thriller

Originaltitel: Mad Max: Fury Road
Laufzeit: 120 min.
Produktionsland: Australien / USA
Produktionsjahr: 2015
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

Regie: George Miller
Musik: Junkie XL (Tom Holkenborg)
Darsteller: Tom Hardy, Charlize Theron, Nicholas Hoult, Hugh Keays-Byrne, Josh Helman, Nathan Jones, Zoë Kravitz, Rosie Huntington-Whiteley, Riley Keough, Abbey Lee, Courtney Eaton, John Howard


Kurzinhalt:

Im wüsten Ödland herrscht Immortan Joe (Hugh Keays-Byrne) über die Kolonie, die Zitadelle genannt wird. Die bleichen Arbeiter sind dazu da, die Maschinerie zu betreiben, die Krieger, um das dringend benötigte Benzin bei Razzien zu besorgen. Das Volk hat kaum genug zu Essen, Wasser ist ein seltener Luxus. Seiner Armee der War Boys fällt Max (Tom Hardy) in die Hände, der das Leben und den Tod gleichermaßen meidet. Als lebendiger Blutspender soll Max Blut dem Krieger Nux (Nicholas Hoult) dienen, bis dieser mit der Armee ausrückt – Immortans Vertraute, Imperator Furiosa (Charlize Theron), ist mit Joes Fünf Frauen, die er speziell zum Brüten ausgewählt hat, geflohen. The Splendid Angharad (Rosie Huntington-Whiteley) ist dabei hochschwanger und Max an Nux' Seite buchstäblich an der Spitze der Streitmacht ...


Kritik:
Mad Max: Fury Road beginnt wie ein Fiebertraum, dessen verstörende Welt dennoch in sich schlüssig ist, dass man sich dem Sog, der sich in den ersten Minuten aufbaut, kaum entziehen kann. Wer allerdings glaubt, dass George Millers vierter Film der Endzeitreihe danach verständlicher wird, der irrt: Getrieben von einem Puls treibenden Soundtrack und einem Actionstakkato, das sich kaum in Worte fassen lässt, ist der Film so unnahbar wie mitreißend. Und das sehenswerteste Kinoerlebnis seit langem.

Statt des vermuteten Reboots des Franchise, mit dem Mel Gibson international bekannt wurde, ist Fury Road im selben Universum angesiedelt, auch wenn man keine Vorkenntnisse der übrigen Filme benötigt. Sie würden einem ohnehin nicht helfen. Sieht man sich dabei den genreweisenden Mad Max [1979] oder seinen nicht weniger beeindruckenden Nachfolger Mad Max II - Der Vollstrecker [1981] an, dann ist es bei beiden, als würde Regisseur George Miller das Universum, in dem sie spielen, jedes Mal neu erfinden, mit weiteren Ebenen, die er aufdeckt. Ähnlich verhält es sich mit Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel [1985] und Mad Max: Fury Road ist hier keine Ausnahme. Die Welt ist zu einer verdorrten Wüste geworden. Die Überlebenden, die zum Teil unter schrecklichen Mutationen leiden, haben sich in Kolonien zusammengerottet – andere versuchen, sich allein in der Wüste durchzuschlagen.

Max Rockatansky ist so ein Einzelgänger, der mit seiner Familie alles verloren hat, was ihm wichtig war. Gejagt von den War Boys des tyrannischen Anführers Immortan Joe, ist das Einzige, was ihn am Leben hält, dass er sich vor dem, was ihn im Jenseits erwartet ebenso sehr fürchtet. Nach seiner Gefangennahme soll er als lebender Blutspender für den Krieger Nux dienen, bis Immortan Joe erkennt, dass seine treu ergebene Imperator Furiosa statt mit dem verstärkten, als Kriegsmaschine bezeichneten Tanklastzug Benzin zu besorgen, nach Osten durch die Wüste flieht. Dann ruft Joe zur Jagd auf die Verräterin, die an Bord die größten Schätze des Anführers hat – seine teils schwangeren Frauen.

Wenn sich der Inhalt seltsam anhört, muss man wissen, dass es nicht verständlicher wird, wenn man sieht, wie sich die Geschichte auf der Leinwand entfaltet. Die Welt von Mad Max: Fury Road ist in zwei Worten "vollkommen krank". Sei es, dass Immortan Joe Frauen wie Milchkühe hält, die er für die Muttermilch melken lässt, oder dass die Streitmacht, mit der er Furiosa hinterherjagt, von einem mit gigantischen Lautsprechern ausgestatteten Wagen begleitet wird, auf dem riesige Trommeln befestigt sind, die ständig betätigt werden, und an dessen Vorderseite ein Musiker mit einer feuerspuckenden E-Gitarre aufgehängt ist. Doch trotz der völlig verrückten Ideen und des abartigen Designs der Figuren und Kostüme, erweckt die Welt in sich einen zusammengehörenden Eindruck.

Dabei lässt einem der Filmemacher ohnehin kaum Zeit, darüber nachzudenken: Nach Max' Gefangennahme wird er an vorderster Front mit in die Schlacht genommen und findet sich wenig später auf der Seite von Imperator Furiosa wieder. An sich ist Mad Max: Fury Road eine einzige, lange Verfolgungsjagd voller atemberaubender Stunts, Explosionen und Action, die unvorstellbar beeindruckend aussieht. Ein Adrenalinstoß, der beinahe zwei Stunden anhält und nur dann weniger wird, wenn die Geschichte die Figuren in den Mittelpunkt rückt. Der eigentliche Star ist dabei nicht Tom Hardy als Mad Max, dem trotz einer guten Darbietung die Leere in Mel Gibsons Augen fehlt, sondern Charlize Theron als Furiosa, deren Entschlossenheit und Wut die Leinwand zum Vibrieren bringt. Dass der Film fernab der beeindruckenden Bilder und des ohrenbetäubenden Tons von der Selbstbestimmung der Frauen in jener gesetzlosen Welt erzählt, die die Hoffnung an eine bessere Welt immer noch nicht aufgegeben haben, geht dank Theron und der übrigen Darstellerinnen nicht unter. Es sind starke weibliche Figuren, wie man sie in diesem Film an sich nicht erwarten würde.


Fazit:
Optisch ist Mad Max: Fury Road wie eine erschreckende Halluzination, bei der das Blut in unvorstellbarer Geschwindigkeit durch die Adern gepumpt wird. Regisseur George Miller erzählt sein Actionfeuerwerk mit einer schweißtreibenden Geschwindigkeit und verliert dabei doch nie die Details seines einzigartigen Endzeituniversums aus dem Blick. Insbesondere von Charlize Theron hervorragend gespielt, sind die Frauenfiguren die wichtigsten und stärksten. Tom Hardy versprüht die widerspenstige Ausdauer von Mad Max.
Highlights sind die einfallsreichen, atemberaubenden Verfolgungsjagden quer durch die Wüste und die erschreckenden Kollisionen, die sie mit sich bringen. Die Stunts sind erstaunlich, dabei doch immer greifbar und die Hitze der Explosionen beinahe spürbar. Sieht man die aufwändigen, "handgemachten", immens langen und sich stetig steigernden Actionsequenzen, wirken die vielen modernen Big-Budget-Filme nur umso künstlicher. Fury Road ist ein sehenswerter, verstörend monumentaler Trip, den man auf der großen Leinwand gesehen haben sollte. Ein Meilenstein.    


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