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Kong: Skull Island [2017]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 17. September 2017
Genre: Fantasy / Action / Thriller

Originaltitel: Kong: Skull Island
Laufzeit: 118 min.
Produktionsland: China / Australien / Kanada / USA
Produktionsjahr: 2017
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Jordan Vogt-Roberts
Musik: Henry Jackman
Darsteller: Tom Hiddleston, Samuel L. Jackson, Brie Larson, John C. Reilly, John Goodman, Corey Hawkins, John Ortiz, Tian Jing, Toby Kebbell, Jason Mitchell, Shea Whigham, Thomas Mann, Eugene Cordero, Marc Evan Jackson


Kurzinhalt:

Als Präsident Nixon einen Waffenstillstand mit Nordvietnam ankündigt und der Krieg kurz vor seinem Ende steht, sieht Bill Randa (John Goodman) seine letzte Möglichkeit gekommen, um eine Mission in den Südpazifik genehmigt zu bekommen. Er ist der Überzeugung, zusammen mit Houston Brooks (Corey Hawkins) in Skull Island diejenige Insel gefunden zu haben, nach der Projekt Monarch seit Jahrzehnten sucht. Sie engagieren Fährtenleser James Conrad (Tom Hiddleston) und die Antikriegsfotografin Mason Weaver (Brie Larson), um die Expedition zu begleiten. Die Militäreinheit um Preston Packard (Samuel L. Jackson) begleitet die Mission, die offiziell dazu dienen soll, die Insel zu kartografieren und nach Bodenschätzen zu suchen. In Wahrheit sucht Randa nach Monstern, von denen er glaubt, dass sie die wahren Könige dieser Welt sind. Auf der Insel angekommen, treffen die Expeditionsmitglieder auf den haushohen Affen Kong, der die Helikopter der Eindringlinge zerstört. Den Überlebenden bleiben drei Tage, um mit der Hilfe des vor langer Zeit auf Skull Island gestrandeten Hank (John C. Reilly) bis ans Nordende der Insel zu gelangen, wo ein Versorgungstrupp auf sie warten wird. Doch Kong ist nicht das einzige Monster auf der Insel und die anderen sind noch weitaus gefährlicher …


Kritik:
Es scheint, als wären Filmstudios heutzutage nicht mehr daran interessiert, gute Filme oder gar gute Fortsetzungen ins Kino zu bringen, mit denen sich Geld verdienen lässt. Stattdessen müssen es gleich eigenständige "Filmuniversen" sein, die sich über unzählige Instanzen aufbauen lassen. Nicht lange nach dem respektablen Erfolg von Godzilla [2014] wurde bekannt, dass die Verantwortlichen Produzenten ein "MonsterVerse" erschaffen wollten, in dem die Titel gebenden Monster auf andere ihrer Art treffen würden. Ehe es zu einem großen Showdown der beiden bekanntesten Vertreter dieses Genres kommen wird, kehrt in Kong: Skull Island eine diesem Universum entsprungene Version von King Kong auf die Leinwand zurück. So wundert es nicht, dass Jordan Vogt-Roberts' Actionabenteuer inhaltlich nicht allzu viel mit den bisherigen Geschichten um den riesigen Affen gemeinsam hat und sich merklich anfühlt wie eine Comicverfilmung. Ist man sich dieser Tatsache jedoch bewusst, macht das Gezeigte durchaus Spaß.

Angesiedelt ist Kong: Skull Island im Jahr 1973. Zum Ende des Vietnamkrieges ringt Bill Randa der Projektgruppe Monarch einem Senator die Zustimmung ab, einen Aufklärungstrupp auf eine wie einen Schädel geformte Insel zu begleiten, wo er urzeitliche Monster vermutet. Die Insel gilt als bislang unerforscht und war erst durch Satellitenaufnahmen bekannt geworden. Dorthin begleiten ihn unter anderem der ehemalige britische Soldat James Conrad, die Fotojournalistin Mason Weaver und ein Militärtrupp unter dem Kommando von Preston Packard. Auf der Insel angekommen, zünden Sie Bomben, offiziell, um wissenschaftliche Untersuchungen des Untergrunds vorzunehmen, doch tatsächlich, um die Monster aus ihrer Deckung zu locken. Die Gruppe trifft auf den haushohen Kong und andere Wesen, die sich auf der Insel in gigantischer Größe entwickelt haben. Gestrandet, müssen sie die Insel durchqueren, um an einem vereinbarten Treffpunkt anzukommen und was sie auf dem Weg dorthin erwartet, sollte die wenigsten Zuseher überraschen.

Das ist auch der größte Kritikpunkt, den man an Kong: Skull Island anbringen kann: Er ist in überhaupt keinerlei Hinsicht überraschend oder auch nur einfallsreich. Zu Beginn wird die Mission zusammengestellt, die beim ersten Aufeinandertreffen mit Kong in einem Fiasko endet. Die Überlebenden schlagen sich danach durch die urzeitliche Welt und müssen sich gegen riesige Monster wehren, während sich unter den Menschen – wie in Filmen dieser Art üblich – ein Bösewicht herauskristallisiert, der im Stile von Kapitän Ahab alles und jeden opfert, um seine Rache an Kong zu bekommen. Wie das endet ist ebenso absehbar, wie die obligatorische Szene nach dem Abspann, die auf das große Aufeinandertreffen zwischen Kong, Godzilla und den übrigen Monstern dieses Universums überleitet.

Dass Regisseur Jordan Vogt-Roberts aus dem, was ihm gegeben ist, das Beste herauszuholen versucht, ist unbestritten. Kong: Skull Island ist mit einer Leichtigkeit inszeniert, die sich auch in den comicartigen Perspektiven und den vielen Zeitlupen widerspiegelt. Dass diese gerade in den Kampfszenen aufgesetzt erscheinen (ebenso wie ein vollkommen unnötiger, dokumentarisch angehauchter Zoom, während eine Figur durch ein Fernglas sieht, das keine Zoomfunktion mit sich bringt), trübt den guten Eindruck jedoch. Dafür weiß der Soundtrack mit einigen zeitgemäßen Titeln zu gefallen und auch die Farbfilterauswahl zusammen mit der Szenenkomposition, die an Klassiker wie Apocalypse Now [1979] erinnert, kann durchaus überzeugen.
Auch die neuen Monster sind gut gelungen, nur treten diese gegen menschliche Figuren an, die keinerlei Tiefe zugeschrieben bekommen. Von den wenigsten erfährt man mehr als die Vornamen und persönliche Momente gibt es so gut wie überhaupt nicht. Darum reißt es auch wenig mit, wenn einer bzw. eine nach dem anderen den Monstern der Insel zum Opfer fällt.

Handwerklich gibt es kaum etwas auszusetzen, nur sollte man nicht auf eine so ausgefeilte Sequenz wie Kongs Kampf gegen die T-Rex-Saurier in Peter Jacksons King Kong [2005] warten. Die einzig längere Szene findet hier beim Finale statt, das einen dennoch mit dem Gefühl zurücklässt, als würde ein richtiger Showdown noch ausstehen.
Ein regelrechtes Ärgernis ist darüber hinaus die deutsche Synchronfassung. Nicht auf Grund der verpflichteten Sprecher (John Goodmans vertraute deutsche Stimme von Hartmut Neugebauer verstummte im Juni diesen Jahrs bedauerlicherweise für immer) oder der Geräuschkulisse. Doch die Stimmen klingen für die Umgebung, in der sich die Figuren aufhalten, nie plastisch oder voluminös genug, sondern auf eine seltsame Art und Weise steril. Für eine solch große Produktion ist das mehr als nur enttäuschend.


Fazit:
Regisseur Jordan Vogt-Roberts findet viele interessante Blickwinkel auf den wahrhaft riesigen King Kong und kleidet seine Geschichte in chice Bilder und teils grelle Farben. Auch die Verweise und Parallelen zum Vietnamkrieg, die er findet, geben dem Monsterfilm zumindest auf den ersten Blick ein tiefergehendes Profil. Doch die Figuren lassen selbiges leider ebenso vermissen wie die Story irgendwelche unvorhergesehenen Wendungen. Kong: Skull Island ist ein durchweg unterhaltsamer, comicartiger Actionfilm mit sympathischen Darstellern, die zwar nicht übermäßig gefordert sind, aber zumindest genügend Ernsthaftigkeit mitbringen, um die Geschichte mit Leben zu füllen. Das ist weder so poetisch tragisch wie andere Verfilmungen um King Kong zuvor, noch mitreißend spannend. Stattdessen bleibt auch angesichts des eher verhaltenen Finales das Gefühl, dass hier andere Filme nur vorbereitet werden sollen.
 


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