skip to content

Go! [1999]

Wertung: 2.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Lars und Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 16. Juli 2002
Genre: Krimi / Komödie

Originaltitel: Go
Laufzeit: 103 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1999
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

Regie: Doug Liman
Musik: BT
Darsteller: Sarah Polley, Desmond Askew, Taye Diggs, Katie Holmes, Breckin Meyer, Jay Mohr, Timothy Olyphant, Scott Wolf
 

Kurzinhalt:
Drogen, Rave und Party: Die Undergroundszene von Los Angeles. Um Geld für die fällige Miete zu organisieren, versuchen sich Ronna (Sarah Polley) und ihre Freundin Claire (Katie Holmes) im Drogenhandel mit Extasy-Pillen und - als das nicht klappt - Placebos. Zur gleichen Zeit sollen die Schauspieler Adam (Scott Wolf) und Zack (Jay Mohr) für die Polizei eine Verhaftung mit Drogenfund einfädeln. Die Lösung: Ronna und Claire. Trotz der Widrigkeiten wollen alle vier eigentlich nur das Eine: Party - wie Simon (Desmond Askew) und Marcus (Taye Diggs), die sich stattdessen auf ihrer Suche nach Spaß in Las Vegas plötzlich in einem geklauten Ferrari mit einer Schusswaffe wiederfinden.
 

Kritik:
Hochgelobt und mit Preisen überhäuft kommt diese "Komödie" daher.
Abgesehen davon, dass ich mit Filmen, die Drogenkonsum glorifizieren, von Grund auf nichts anfangen kann, möchte ich nur kurz schildern, was mir bei diesem Film aufgefallen ist: die Story wäre, chronologisch und nicht in Episoden erzählt, gerade gut genug für eine Soap-Vorabendserie. Auf Krampf und mit allen Mitteln wird hier versucht, einen Pulp Fiction [1994]- oder Jackie Brown [1997]-ähnlichen Stil einzusetzen, um einer lauen Geschichte sozusagen künstlerische Tiefe zu verleihen. Während gerade in den beiden anderen genannten Filmen die einzelnen  Episoden trotz der bisweilen nicht-chronologischen Erzählweise genial zu einer stimmigen Gesamtgeschichte zusammengeführt werden, hat man in Go! das Gefühl, als würde der Stil nur verwendet, um "cool" und "originell" zu wirken, ohne tatsächlich eigene Ideen zu haben. Vor allem sind die einzelnen Szenen und schon die Dialoge zumeist vorhersehbar.

Vielleicht empfindet man den Film auch als besser, wenn man sich in der "Szene" auskennt oder gar aktiv ist – ich persönlich fand den Film einfach nur langweilig und gekünstelt.
Zu Beginn sah es noch aus, als wolle der Film ein ernsthaftes Drama über vier Jugendliche im Drogenmilieu erzählen, dann wandelte sich das Ganze jedoch zu einer Komödie mit pseudo-makabren Einfällen, und ein Kriminalfall wurde auch noch mit hineingestrickt.

Die Darsteller sind durchgehend gut, aber offensichtlich zu deutlich mehr fähig, wenn sie in einer interessanteren Story mitspielen dürfen. Auch die Inszenierung der einzelnen Szenen ist handwerklich nicht schlecht, jedoch insgesamt betrachtet ist der Film eine einzige Enttäuschung: Mäßig unterhaltsam, mit einer für Fans interessanten Bum-Bum-Musik und einer quasi nicht vorhandenen aber auf Kult getrimmten Story.

Darüberhinaus hat der Film auch noch eine sehr fragwürdige und sogar gefährliche Aussage: "Wer Drogen konsumiert, kann ein hollywoodreifes Abenteuer erleben, völlig ohne Konsequenzen oder Nebenwirkungen. Es gibt immer einen nächsten Tag, an dem man wieder Spaß und Party haben kann."
Vielleicht bin ich spießig, aber ich kann mich damit nicht anfreunden und finde es sogar hochgradig bedenklich.
 

Fazit:
Ein handwerklich zwar sauberer, aber trotzdem völlig überflüssiger Film für die völlig überflüssige "Generation Extasy", die immer auf der Suche nach dem nächsten Kick/Trip/Stoff ist, nur dass es in Wirklichkeit eben meist kein Happy End gibt.


Treffpunkt: Kritik empfiehlt TEUFEL LAUTSPRECHER GmbH – für den perfekten Heimkino-Sound!
Ok. Treffpunkt: Kritik verwendet Cookies, um den Internetauftritt bestmöglich an die Besucher anpassen zu können.
Sofern Sie auf dieser Seite bleiben, stimmen Sie dem zu. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.