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Denn deine Sprache verrät dich [2005]

Wertung: 3.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 28. November 2011
Genre: Krimi

Originaltitel: The Inspector Lynley Mysteries: In the Guise of Death
Laufzeit: 87 min.
Produktionsland: Großbritannien
Produktionsjahr: 2005
FSK-Freigabe: -

Regie: Nigel Douglas
Musik: Debbie Wiseman
Darsteller: Nathaniel Parker, Sharon Small, Adrian Bower, Kelly Hunter, Gabrielle Drake, Doug Rollins, Sally Leonard, Stella Gonet, Doug Allen, Paul Ireland, Bernice Stegers, Nick Dunning, Alex Blake, Devon Black, Phil Cheadle


Kurzinhalt:
Der im Urlaub befindliche Inspector Thomas Lynley (Nathaniel Parker) wird während eines Reitausfluges mit seiner Schwester Judith (Kelly Hunter) auf Polizeisirenen aufmerksam, die auf dem Grundstück erklingen, welches an das seiner Mutter Lady Asherton (Gabrielle Drake) grenzt. Der dort lebende Pferdetrainer Stephen Fenner (Doug Rollins) wurde erhängt in seinem Stall gefunden. Für den eifrigen DC Tremayne (Adrian Bower), der zum Anwesen gerufen wurde, deutet alles auf Selbstmord. Allerdings entdeckt Lynley erste Unstimmigkeiten.
Während Tremayne die Ermittlungen aufnimmt und sowohl Fenners Pferdepflegerin Moira (Sally Leonard), als auch ihren Freund Lachlan (Doug Allen) befragt, sucht Lynley seine Partnerin Barbara Havers (Sharon Small) auf, die unweit des Geschehens ebenfalls Urlaub macht. Sie bietet sich bereitwillig an zu helfen, zumal Lynley von seiner Familie immer wieder zum Stand seiner Ehe befragt wird. Auch die Freundin seiner Mutter, Lady Keach (Stella Gonet), scheint daran interessiert. Dann rückt auch noch Fenners Konkurrent Lawrence Chilcott (Nick Dunning) in das Visier der Ermittlungen. Wie skrupellos der Täter ist, müssen die Polizisten bald am eigenen Leib erfahren ...


Kritik:
Es mag ein löblicher Ansatz sein, die bekannten Hauptfiguren in Denn deine Sprache verrät dich weiterentwickeln zu wollen. Was dabei jedoch ins Hintertreffen gerät ist der Krimi selbst, bei dem auch am Ende noch Lücken offen bleiben, und dessen Drahtzieher schon früh zu erkennen ist, auch wenn noch nicht einsehbar ist, inwiefern alles zusammenhängt. Das einzig bedauerliche daran ist, dass hinter der Idee ein solider Fall schlummert, den man jedoch kaum wahrnehmen kann, da sich die Figuren so entgegen ihrer Natur verhalten, dass es nur noch fehlt, dass Havers von Lynley vor den Augen der Verdächtigen getadelt wird.

Während Thomas Lynley auf dem Familiensitz Howenstow Urlaub macht, wird auf dem angrenzenden Grundstück der Pferdezüchter Stephen Fenner erhängt aufgefunden. Für den ortsansässigen Polizisten Tremayne sieht es nach Selbstmord aus, doch Lynley, der mit seiner Schwester Judith nur zufällig vorbeigeritten ist und die Sirenen gehört hatte, entdeckt erste Unstimmigkeiten. So ermittelt er, anstatt sich den Fragen seiner Mutter, Lady Asherton, und seiner Schwester bezüglich seiner in Schwebe befindlichen Ehe zu stellen. Weswegen es an der Stelle notwendig ist, die ebenfalls beurlaubte Barbara Havers hinzuzuziehen, ist schleierhaft. Sie befindet sich ebenfalls in Cornwall, wo sie einen Selbstverteidigungskurs absolviert. Dabei bleibt sie zwar, wie nicht anders gewohnt, die Stimme der Vernunft bei der Ermittlung und lenkt mit ihren hartnäckigen Fragen meist in die richtige Richtung, weswegen ihr Lynley jedoch nicht vertraut, sie offen in die Schranken weist und ihr gegenüber mehr abweisend, als dankbar ist, verstehe wer will. Es widerspricht auch allem, was ihre Freundschaft bislang ausgemacht hat. Wenn Lady Asherton Havers im Vertrauen fragt, was sie über Helens Verbleib weiß, antwortet diese, dass sie eben nichts weiß – nach allem, was das Ermittlerduo gemeinsam durchgemacht hat, ist eine solche Aussage eigentlich ein Armutszeugnis.

Bei den weiteren Nachforschungen kommen Lynley und Tremayne dahinter, dass Fenner wohl in Schmuggeloperationen verwickelt war und vermuten auch den kühlen Lachlan, etwas zu wissen. Dessen Freundin Moira war eine Pferdepflegerin bei Fenner. Dass dieser jedoch kurz vor seinem Tod ein lahmes Pferd von seinem abgebrühten Konkurrenten Chilcott gekauft hatte und fortan viele Telefongespräche führte, lässt auch ihn ins Visier der Polizisten rücken. Immer wieder sehen wir dabei Szenen, die mit Lynleys Familie zu tun haben, wobei die Bedenken, die er und seine Schwester gegenüber ihrer Mutter äußern, dass sie sich nicht allein um das große Anwesen kümmern sollte, nicht nur von Lady Asherton abgetan werden, sondern von ihrer Freundin Lady Keach ebenso vehement.

Was folgt ist die übliche Ermittlungsarbeit, bei welcher der eifrige DC Tremayne Lynley schließlich um Hilfe bittet, als sich der vermeintliche Suizid als geplanter Mord herausstellt. Doch überrascht, dass Lynley zuerst sehr darum bemüht scheint, zu helfen, und sogar Ermittlungsergebnisse vor Tremayne zurückhält, später, wenn ihm das Zepter jedoch übergeben wird, nicht in der Lage scheint, die Beteiligten auch zu organisieren. Havers bleibt dabei das fünfte Rad am Wagen, obwohl sie nicht nur objektiver handelt, sondern auch mehr Weitsicht beweist. Denn deine Sprache verrät dich gibt zwar vor, die Figuren zu entwickeln, bringt sie jedoch nicht voran, sondern eher einen Schritt zurück. Dabei bleibt Havers unterfordert und darf von ihren gelernten Nahkampfkünsten nicht einmal etwas zeigen, während Lynley zwar oft präsent ist, jedoch erst zum Finale hin agiert, anstatt nur zur reagieren.


Fazit:
Ob es in Wirklichkeit tatsächlich so oft geschieht, dass Ermittler während ihres Urlaubs über ein Verbrechen stolpern und sich dann um die Aufklärung desselben reißen, ja die einzigen sind, die den Täter tatsächlich ausfindig machen, können Polizisten nur selbst beurteilen. Ein jeder Kriminologe, der in irgendeinem Medium mehrere Fälle zu lösen hat, wird irgendwann an den Punkt kommen. Der zugrunde liegende Fall bei Denn deine Sprache verrät dich ist dabei schon auf Grund der komplexen Zusammenhänge interessant, und man tappt um die Hintergründe erstaunlich lange im Dunkeln. Auch überzeugen die gelungenen Landschaftsaufnahmen und die greifbare Atmosphäre in Cornwall.
Doch verhält sich gerade Thomas Lynley stellenweise vollkommen unverständlich und gegenüber Havers abweisend, obgleich er sie überhaupt erst zur Ermittlung hinzugezogen hat. Darum enttäuschen ausgerechnet die Charaktermomente, was angesichts des Potentials umso ärgerlicher ist.


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