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Der gestiefelte Kater [2011]

Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 25. November 2011
Genre: Animation / Komödie / Action

Originaltitel: Puss in Boots
Laufzeit: 90 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2011
FSK-Freigabe: ohne Altersbegrenzung

Regie: Chris Miller
Musik: Henry Jackman
Stimmen: Antonio Banderas (Benno Fürmann), Salma Hayek (Carolina Vera Squella), Zach Galifianakis (Elton), Billy Bob Thornton (Christian Berkel), Amy Sedaris (Andrea Sawatzki), Constance Marie, Guillermo del Toro, Rich Dietl, Ryan Crego, Tom Wheeler, Conrad Vernon, Tom McGrath, Bob Joles, Latifa Ouaou, Robert Persichetti Jr.


Kurzinhalt:
Lange bevor er auf den Oger Shrek traf fand der Gestiefelte Kater (Antonio Banderas / Benno Fürmann) zu seinem Namen und wurde zur Legende. Auf der Flucht vor dem Gesetz hört der Kater, dessen pelziges Gesicht auf zahlreichen Fahndungsplakaten augehängt ist, in einer Bar von den Gaunern Jack (Billy Bob Thornton / Christian Berkel) und Jill (Amy Sedaris / Andrea Sawatzki), die angeblich magische Bohnen in ihrem Besitz haben. Seit Kindertagen ist der Kater bereits auf der Suche nach diesen Bohnen. Doch beim versuchten Einbruch wird er von der flinken Kitty Samtpfote (Salma Hayek / Carolina Vera Squella) gestört und bekommt die Bohnen so nicht in die Krallen.
Wie es scheint arbeitet Kitty für das Ei Humpty Dumpty (Zach Galifianakis / Elton), das mit dem Kater eine gemeinsame Vergangenheit hat, die letzterer gerne ungeschehen machen würde. Doch macht ihm Humpty Dumpty einen Vorschlag: Nur er weiß, wie man durch die Bohnen Zugang zu einer magischen Riesenbohnenranke bekommt, an deren Ende Gold im Überfluss steht. Wenn sie zusammenarbeiten wäre das für den Kater eine Möglichkeit, seinen Namen reinzuwaschen. Aber was springt für Humpty Dumpty dabei heraus, und kann der Kater ihm trauen? ...


Kritik:
Mit Der gestiefelte Kater bekommt die gleichnamige Figur, zweifellos mit der beliebteste Gast des Shrek-Filmuniversums, seine eigene Showbühne. Erzählt wird hier, wie er zu seinem Namen und seinen klassischen Merkmalen, den Stiefeln und dem Federhut gekommen ist. Beinahe nebenbei wird auch das aus Kinderreimen bekannte Ei Humpty Dumpty mit eingebunden und das Märchen von Hans und die Bohnenranke samt der Gans, die goldene Eier legt. Nun gut, wenn es heute die beste Möglichkeit ist, Kindern Märchen und Folklore beizubringen, warum nicht?

Beobachtet man das Publikum während der Vorstellung, kann man eindeutig festhalten, dass die Erwachsenen die erste Hälfte des Films amüsanter fanden, als die Kinder. In der zweiten, wenn eben die Bohnenranke und die Gans auftauchen, wendet sich das Blatt und die Kinder scheinen mehr Spaß zu haben. Dabei spielt der Humor in der ersten Hälfte mehr mit den Figuren, als mit dem, was sie tun. Die katzenhaften Bewegungen und Laster der Hauptfigur zu sehen unterhält eben mehr, als eine nicht enden wollende Achterbahnfahrt beim Finale. Zumindest die Erwachsenen.

Wie aus dem gestiefelten Kater letztlich eben jener wurde, erfahren wir selbst in diesem Prequel in einem Rückblick. Die Geschichte wirft uns zu Beginn in eine Situation, die Shrek-Kennern nicht unbekannt ist: Der Kater ist ein Don Juan, wie er im Buche steht und immer auf der Flucht vor dem Gesetz. Die Mischung aus Latinlover und Zorro im Pelzmantel funktioniert im englischen Original dank Synchronsprecher Antonio Banderas besonders gut. Sein deutsches Pendant Benno Fürmann gibt sich hier zwar Mühe, kann ihm jedoch nicht das Wasser reichen, auch wenn er bedeutend natürlicher klingt, als Elton, der Humpty Dumpty die Stimme leiht. Der Kater erfährt in einer Bar von sagenumwobenen Zauberbohnen, auf deren Suche er schon seit Jahren ist. Doch die haben die Kriminellen Jack und Jill in ihrer Gewalt. Da tritt der alte Bekannte des Katers, Humpty Dumpty an ihn heran und macht ihm einen Vorschlag, den der Kater schon wegen Dumptys Gehilfin, der aufreizenden Katzendame Kitty Samtpfote, nicht ablehnen kann. Erst dann lernen wir, wie es zu dem großen Streit zwischen dem Kater und Humpty Dumpty kam, die gemeinsam in einem Waisenhaus aufgewachsen sind. Kann sich Humpty wirklich geändert haben? Kann ihm der Kater trauen? Was geschieht ist zwar nicht sehr überraschend, aber auf Grund des halsbrecherischen Erzähltempos durchaus verblüffend. Man sollte immerhin vermuten, dass die Bohnenranke eingepflanzt wird, wenn sich die Geschichte auf der Zielgeraden befindet, doch damit kommt erst einmal die zweite Filmhälfte in Fahrt.

Wie unpassend die verschiedenen Elemente miteinander harmonieren wird dem jungen Zielpublikum nicht auffallen. Mehr noch, es würde sie gar nicht interessieren. Was zählt ist, dass die Story immer in Bewegung bleibt, es immer ein Ziel zu erreichen gibt, und das Abenteuer auf der Bohnenranke nicht nur sehr bunt ausfällt, sondern den 3D-Effekt auch gut zum Ausdruck bringt. Dabei bietet Der gestiefelte Kater ein sehr sichtbares, aber nicht unpassend eingesetztes 3D, die richtige Vorstellung vorausgesetzt. Das wird Kindern ebenso gut gefallen, wie wenn manche Gags mehrmals eingestreut werden, und spätestens beim zweiten oder dritten Mal für viele Lacher im Publikum sorgen. Die Erwachsenen werden dabei mehr von der gelungenen Musik mitgerissen, bei der Komponist Henry Jackman Instrumente traditioneller lateinamerikanischer Musik einsetzt und einen beschwingten Rhythmus erzeugt. Auch werden ihnen viele Anspielungen auffallen, die dem jungen Publikum vorenthalten bleiben - doch sind die meist in der ersten Hälfte zu finden oder in den schnell gesprochenen Schlagabtauschen. Die Frage ist am Ende doch, ob das anvisierte Publikum auf seine Kosten kommen wird. Die Kinder im Publikum schienen sich köstlich amüsiert zu haben, während die Erwachsenen mitunter auch etwas zu Lachen hatten. Das ist es doch, was einen Familienfilm ausmachen sollte.


Fazit:
Hat man zu Beginn noch das Gefühl, die meisten Szenen aus der Vorschau zu kennen, springt die Geschichte so rasant voran, dass man sich fragt, wie es denn weitergehen soll, wenn die Helden schon alle Trümpfe in der Hand halten? Das Drehbuch lässt sich bis zum Ende noch Einiges einfallen, so viel sei verraten. Auch wenn es nicht immer ganz schlüssig und mehr durch die Konstellation überraschend ist, als dass wirklich neue Ideen dabei wären, ist die Geschichte doch immer im Bewegung.
Auf die Hauptfigur, den Kater, ist dabei alles zugeschnitten, und er trägt die Story auch souverän. Nimmt man sich trotz des Humors jedoch einmal die Zeit, sich zu fragen, ob der Geschichte oder den Charakteren auch der Charme anhaftet, den viele Filme ihren Protagonisten entlocken können, lautet die Antwort leider: Nein. Der gestiefelte Kater ist gelungene Unterhaltung, dabei ebenso für die jungen, wie für die älteren Zuseher. Ob es eine Geschichte ist, die unbedingt hätte erzählt werden müssen, sei dahingestellt. Solange es jedoch familientauglich bleibt, das Herz am rechten Fleck hat und die Kinder sich beim Zuschauen begeistern, ist dagegen nichts einzuwenden, selbst wenn erwachsene Zuseher die Wertung etwas nach unten korrigieren würden.


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