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Constantine [2005]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 02. März 2005
Genre: Fantasy / Horror

Originaltitel: Constantine
Laufzeit: 121 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2004
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

Regie: Francis Lawrence
Musik: Klaus Badelt, Brian Tyler
Darsteller: Keanu Reeves, Rachel Weisz, Shia LaBeouf, Djimon Hounsou, Max Baker, Pruitt Taylor Vince, Gavin Rossdale, Tilda Swinton, Peter Stormare


Kurzinhalt:
Seit seiner Kindheit kann John Constantine (Keanu Reeves) sie sehen: Dämonen und Engel, die unerkannt mitten unter uns leben – Spielfiguren Gottes und Satans auf dem großen Schachbrett des Lebens. Direkter Kontakt mit den Menschen ist ihnen zwar verboten, sie dürfen sie jedoch beeinflussen und ihre Triebe und Instinkte schüren. Den Eindrücken nicht gewachsen, nimmt sich Constantine noch als Jugendlicher das Leben. Zwei Minuten lang ist er klinisch tot und währenddessen für eine Ewigkeit in der Hölle gefangen, ehe er von den Ärzten wieder ins Leben zurückgeholt wird. Sobald seine Zeit auf Erden vorüber ist, hat er aufgrund des Selbstmordversuchs einen Platz in der schrecklichen Unterwelt so gut wie sicher.
Um dennoch im Himmel Einlass zu finden, macht er sich auf, die Dämonen, die die Vorschriften der Balance verletzen, in die Hölle zu befördern. Zusammen mit dem Priester Hennessy (Pruitt Taylor Vince) und seinem Assistenten Chas (Shia LaBeouf) stellt er fest, dass sich die Dämonen mehr und mehr in die Geschicke der Menschen einmischen.
Da sucht ihn die Polizistin Angela Dodson (Rachel Weisz) auf. Ihre Zwillingsschwester Isabel soll sich das Leben genommen haben, und Angela kann an einen Selbstmord der überzeugten Katholikin ganz und gar nicht glauben. Was Constantine allerdings beim Untersuchen des Falles herausfindet, deutet darauf hin, dass die Tage der Menschheit auf Erden bereits gezählt sind, und auch seine eigene Zeit wird knapp, soll der Kettenraucher doch mittels fortschreitenden Lungenkrebs zu Luzifer befördert werden ...


Kritik:
Wer im Vorfeld zu Constantine die verschiedenen Trailer zum Film gesehen hat, und bei der charakteristischen Schrift, den Grün- und Blautönen, den Zeitlupeneffekten und bildgewaltigen Einstellungen nicht Matrix [1999] in den Sinn kam, der hat den Frühsommer 1999 und das Jahr 2003 eingeschlossen im Keller verbracht. Da die Trilogie um Hauptfigur Neo, dargestellt von Keanu Reeves, trotz des enttäuschenden Einspielergebnisses des dritten Teils immer noch ein großer Erfolg war, wollten die Macher der Comic-Verfilmung Constantine zweifelsohne an dessen Erfolg anschließen – und haben auf diese Weise letztendlich viele potentielle Zuschauer abgeschreckt.
Dabei versucht Regisseur Francis Lawrence gar nicht, ein Quasi-Remake im neuen Universum des Dämonenjägers anzusiedeln, sondern verlässt sich glücklicherweise auf die guten Ideen im Drehbuch, um eine eigene Geschichte zu erzählen, die aber leider – wie es bei vielen heutigen Blockbustern der Fall ist – dennoch äußerst zusammengeklaut ist. Dass Constantine trotz umfangreicher Werbekampagne und den bekannten Darstellern in den Kinos rund um den Globus nicht mit dem erhofften Erfolg gestartet ist, liegt wohl hauptsächlich daran, dass das Skript die hohen Erwartungen, die nach der überaus interessanten Einführung geschürt werden, bedauerlicherweise nicht halten kann. Das heißt nicht, dass der Film nicht sehenswert oder gar schlecht wäre, es bedeutet lediglich, dass es dem Film an genau dem fehlt, was der Trailer verspricht: Spannende Action.

Dieser Umstand ist hauptsächlich dem Drehbuch anzulasten, das zugegebenermaßen mit einigen wirklich innovativen und erstklassigen Ideen aufwarten kann. Kevin Brodbin und Frank A. Cappello adaptierten die Comic-Reihe und vergaßen im Verlauf offensichtlich, dass viele Zuschauer mit der Vorlage nicht vertraut sind. So erweckt die Geschichte um John Constantine den Eindruck, als würden dem Zuschauer die Anfänge von Constantines Arbeit als Dämonenjäger vorenthalten. Man bekommt nur am Rande erzählt, wie er letztlich zu seiner Existenz in der Zwischenwelt kam; was jedoch überhaupt nicht erklärt wird, sind die verschiedenen Arten der Dämonen, die es zu bekämpfen gilt – was zugleich die Frage aufwirft, weshalb ein als schwierig angekündigter Kampf bereits nach wenigen Sekunden vorüber ist – und wie diese eigentlich besiegt werden müssen. Ist es einmal Weihwasser, reicht beim nächsten Dämon schon das Auflegen eines Kreuzes aus, bei den augenscheinlich mächtigsten genügen sogar nur Sprüche aus der Bibel. Um also tatsächlich zu verstehen, gegen welche Gegner der Antiheld nun antritt, fehlt vielen Zuschauern schlicht das nötige Hintergrundwissen. Zudem hat man bei der Handlung und den Dialogen häufig das Gefühl, als hätten die Protagonisten alle Zeit der Welt, eine Spannung erzeugende Zeitnot sucht man vergebens. Selbst die Erklärung von Constantines Waffen ist sehr spartanisch gehalten, bei den meisten weiß man nicht einmal genau, was sie eigentlich bewirken und letztlich auch nicht, ob sie gegen die Dämonen überhaupt etwas ausrichten können.
Dabei ist die Ausgangslage ansich mehr als nur vielversprechend. Unheil verkündend kommen zwei Stories in Fahrt, die erst später zusammengeführt werden. Allerdings spielt die Geschichte um den Speer des Schicksals schon nach wenigen Minuten kaum mehr eine Rolle; möglicherweise sind hier einige der ursprünglich gedrehten Szenen der Schere zum Opfer gefallen. Die Haupthandlung um die Polizistin Angela und ihre Zwillingsschwester Isabel beginnt in ähnlichem Maße interessant, lässt mit jeder neuen Erkenntnis, die Angela offenbart wird, auf einen großen Plan hinter den Ereignissen schließen und erzeugt schnell eine unheimliche Stimmung. So wird schon recht früh eine Spannung aufgebaut, die aber letztlich nirgendwo hinführt und sich nach immer neuen Erklärungen im Sande verläuft. Wer auf ein actionreiches Finale hofft, wird ebenfalls enttäuscht; die Munition verschießen die Macher leider zu früh.
Überdies bleiben die Figuren großteils blass, allen voran Angela, die nur wenig Profil bekommt. Constantine wird in dieser Hinsicht noch am ehesten beleuchtet, und es macht durchaus Spaß, einmal nicht den strahlenden über allem erhabenen Protagonisten im Mittelpunkt des Geschehens zu sehen, sondern einen abgewrackten, kettenrauchenden und todgeweihten Antihelden wie John Constantine. Charaktere wie Chas Chandler, Midnite oder Pater Hennessy sind dagegen nicht viel mehr als Stichwortgeber für einen coolen Spruch Constantines. Und auch die wirken mit zunehmender Lauflänge des Films aufgesetzt und erzwungen. Dass sich die übrigen Dialoge nicht auf höchstem Niveau bewegen, überrascht vielleicht nicht weiter, etwas mehr Tiefe hätte man sich dennoch gewünscht.
So warten die Autoren bei ihrem Skript mit einigen gelungenen Ideen und einem ansprechenden Hauptcharakter auf, und erzeugen schnell eine bedrückende Atmosphäre – wenn es jedoch darum geht, die Geschichte oder Charaktere an Komplexität gewinnen zu lassen, der Story gar einen unerwarteten Twist zu verleihen, oder zumindest gut choreographierte Action einzufädeln, enttäuscht die Vorlage ziemlich.

Obwohl Keanu Reeves mit den beiden Matrix-Fortsetzungen ein Vermögen verdient hat, und ihm die negative Presse somit egal sein konnte, war er im Anschluss bemüht, seine Karriere in eine neue Richtung zu lenken. Als Arzt in Was das Herz begehrt [2003] (Hauptrolle: Jack Nicholson) war ihm das sogar gelungen; mit Constantine kehrt er jedoch ins Fach des wortkargen, kantigen und irgendwie sympathischen Helden zurück, wobei seine Figur einige erfrischende Überraschungen bereithält. Wirklich genossen hat er die Rolle aber wohl trotzdem nicht richtig, denn auch wenn seine festgefahrene Mine zu Beginn selbst in den emotinaleren Momenten noch passend erscheinen mag, macht Reeves hier insgesamt betrachtet einen überaus farblosen Eindruck. Er scheint nicht mehr abzuliefern, als das 08/15-Spiel, das Film-Fans von ihm erwarten.
Rachel Weisz, die nach Die Mumie kehrt zurück [2001] mit About a Boy [2002], The Shape of Things [2003] und Das Urteil – Jeder ist käuflich [2003] unterschiedlichste Genres beschritten hat, schließt sich ihrem Kollegen dahingehend leider recht deutlich an, obgleich sie sich mimisch etwas agiler zeigt. Am offenkundigsten wird die kollegiale Unlust bei den ansich leisen, romantischen Szenen, die derart hölzern rüberkommen, dass man lieber die Augen schließt. Weisz' Darbietung ist nicht völlig schlecht, nur uninspiriert und gerade so engagiert, dass sie das Mindestmaß erfüllt.
Djimon Hounsou wirkt ebenfalls wie ein Schatten seiner selbst, ebenso Tilda Swinton, deren leichtes Lächeln allzu häufig zu sehen ist, als dass man ihre Drohungen und Andeutungen tatsächlich ernst nehmen könnte. Darüber hinaus hat Peter Stormare als Luzifer zwar einen interessanten Auftritt, der aber aufgrund des ziemlich schwachen Dialogs bei weitem nicht dem entspricht, was man daraus hätte machen können.
Zu den besten Darstellern gehören Shia LaBeouf, der als Constantines Gehilfe bedauerlicherweise kaum etwas zu tun hat, jedoch immerhin für ein paar komische Momente sorgt, und Pruitt Taylor Vince, der in Identität [2003] sicherlich mehr gefordert war, hier aber wieder einmal eine tragische Figur glaubhaft verkörpert.
Die übrigen Darsteller fallen ebenfalls nicht negativ aus dem Rahmen, Offenbarungen sucht man allerdings vergebens.

Wer nach den bisherigen Kritikpunkten bereits mit einem künstlerischen Totalschaden rechnet, kann aufatmen: Was Constantine an Spannung, Action, überzeugenden Darsteller-Leistungen und Drehbuch-Finesse fehlt, kompensiert Regisseur Francis Lawrence mit einer optischen Achterbahnfahrt, die den Zuschauer von einer düsteren und hoffnungslosen Erde über den Himmel direkt in die Hölle führt.
Zusammen mit dem französischen Kameramann Philippe Rousselot (Planet der Affen [2001], Der Bär [1988]) kleidet der Regisseur sein Leinwand-Debüt in herausragende, überwältigende und manchmal sehr erdrückende Bilder, entführt den Zuschauer in wenigen Minuten in die Welt von John Constantine und lässt das Publikum die Welt durch die Augen der Hauptfigur sehen. Farbauswahl, Setting und Perspektiven sind erstklassig gewählt und orientieren sich gelungen, aber nicht aufdringlich an dem zugrunde liegenden Comic-Stil. Im Gegensatz zu vielen anderen Videoclip- und Werbefilmern behält Lawrence eine ruhige Hand und geht in den spärlich gesäten Action-Momenten doch nahe ans Geschehen, ohne die Zuseher zu überfordern. Dass Cutter Wayne Wahrman, der immerhin die beiden 3 Engel für Charlie [2000]-Filme zu verantworten hat, auch eine solch gute Arbeit leisten kann, hätte man kaum für möglich gehalten. Allerdings greifen Kamera und Schnitt bei Gesprächen häufig auf eher altbackene und an Fernseh-Serien erinnernde Frontal-Aufnahmen der Gesichter zurück. Trotzdem ist Constantine überaus gut fotografiert und handwerklich von exzellenter Bild-Komposition gekennzeichnet.
Hierzu tragen außerdem die erstklassigen Spezialeffekte bei, die das sehr hohe Budget des Films von 100 Millionen Dollar (die sicherlich nicht unbedingt niedrigen Gagen der beiden Hauptdarsteller außer Acht gelassen) erkennen lassen. Überraschend ist insbesondere, dass trotz der Tatsache, dass mehrere verschiedene Firmen am Film beteiligt waren, wirklich ausnahmslos alle Effekt-Einstellungen tadellos aussehen. Der buchstäbliche Höllentrip gehört diesbezüglich zu den besten Eindrücken im Film.

Nicht ganz so überzeugend ist dagegen der Score des Films. Sowohl Brian Tyler, als auch Klaus Badelt zählen zu den interessantesten, einfallsreichsten und vielversprechendsten jungen Komponisten Hollywoods, wobei Badelt sich mit seinen Soundtracks zu Der Einsatz [2003], Fluch der Karibik [2003] und The Time Machine [2002] einen Namen gemacht hat, wohingegen Brian Tyler für die sehr guten Scores von Dämonisch [2001], Die Stunde des Jägers [2003] und vor allem Children of Dune [2003] verantwortlich zeichnete.
Von der Zusammenarbeit der beiden Komponisten hätte man also viel erwarten können; das Endergebnis ist allerdings alles andere als berauschend. Dies mag zum großen Teil daran liegen, dass es angeblich gar keine "Zusammenarbeit" war. Einigen Quellen zufolge soll das Studio Warner Bros. mit den ersten, ziemlich unterdurchschnittlichen, Test-Vorführungen von Constantine alles andere als zufrieden gewesen sein, so dass in Windeseile eine Veränderung herbeigeführt werden musste. Diese betraf schließlich Tylers zwar atmosphärische, aber eher unterschwellige ursprüngliche Musik, die dann durch Klaus Badelt quasi um zusätzliches Tempo "aufgewertet" wurde.
In etwa so unausgeglichen hört sich der Score auch an, gleichwohl die Mischung im Film selbst keinen schlechten Eindruck macht. Wer sich die Stücke aber losgelöst anhört, wird den krassen Unterschied zwischen den orchestralen, basslastigen Melodien von Brian Tyler und den sehr elektronischen Elementen (darunter auch E-Gitarren) von Klaus Badelt hören. Und dennoch fehlt dem Soundtrack im Film das notwendige Tempo und eine durchgängige Melodik, um den Kinobesucher von Grund auf mitzureißen.
Hört man sich in diesem Zusammenhang zum Beispiel die Arbeit von Trevor Jones für den Science Fiction-Thriller Dark City [1998] an, fällt die atemberaubende Dynamik auf, die Jones bereits mit den ersten Tönen erzeugt, den Hörer und Zuschauer sofort in die rasante Geschichte wirft und kaum Zeit zum Durchatmen lässt. Ein ähnlicher Ansatz hätte Constantine sicherlich einiges an Spannung verliehen und speziell die Action-passagen lebendiger wirken lassen. In der vorliegenden Version scheint die Musik zu gemächlich und unentschlossen, zu wenig bedrohlich, als dass man die Atmosphäre richtig in sich aufnehmen könnte. Interessenten könnten zudem an den sich häufig wiederholenden Themen Kritik üben, die die Musik beim Anhören ohne die Bilder schnell eintönig macht.

Kenner und Fans des Comics stört an der Filmumsetzung oft bereits die Tatsache, dass John Constantine nicht wie in der Vorlage ein aus Liverpool stammender Brite ist, sondern nun aus Kalifornien stammt und die Handlung nach Los Angeles verlegt wurde. Die Macher begründen diese Entscheidung damit, dass Keanu Reeves in ihren Augen einen Briten nicht hätte überzeugend darstellen können. Dass der Film zudem nicht wie das Comic "Hellblazer" benannt wurde, hängt mit der augenscheinlichen Namensverwandschaft zum Horror-Klassiker Hellraiser – Das Tor zur Hölle [1987] zusammen, mit dem die Macher aufgrund der Alterseinstufung jenes Filmes und dessen (qualitativ eher minderwertigen) Video-Fortsetzungen nicht in Verbindung gebracht werden wollten. Das Comic selbst sollte übrigens ebenfalls "Hellraiser" heißen, doch kam den Comic-Autoren damals Clive Barker zuvor.
Was die Kinogänger wenig freuen wird, ist die Tatsache, dass Regisseur Francis Lawrence bereits ankündigte, auf DVD einen Director's Cut veröffentlichen zu wollen, in dem eine zusätzliche Szene mit einem Dämon namens Ellie integriert sei. Diese Sequenz sei aus künstlerischen Gründen nicht für die Kino-Fassung verwendet worden.
Lawrence war überdies gar nicht die erste Wahl des Studios für den Film, ebensowenig wie Keanu Reeves für die Hauptrolle; ursprünglich sollte Nicholas Cage den Dämonenjäger spielen, unter der Regie von Tarsem Singh (The Cell [2000]); als Singh allerdings wegen künstlerischer Differenzen mit dem Darsteller wieder ausstieg, und auch dieser wenig später das Projekt verließ, wurden beide Positionen neu besetzt.

Stellt man sich bei Constantine die Frage, ob der Film sein Potential voll ausschöpft, muss man die Antwort leider mit einem klaren "Nein" beginnen. Darauf folgt jedoch ein "aber", das da beinhaltet, dass das Skript mit einigen durchaus gelungenen Ideen dienen kann und der Genre-Mix aus Horror und Fantasy ansich schon Interesse weckt, obwohl Genre-Fans zahlreiche Ähnlichkeiten mit God's Army – Die letzte Schlacht [1995] ins Auge springen werden.
Wäre der Film optisch nicht ein solcher Genuss, würden die schwachen Darstellerleistungen, das dramturgisch unausgegorene Skript und die mangelnde Action stärker ins Gewicht fallen; in der End-Fassung vermag der Film trotzdem noch zu unterhalten, und auch die Szene nach dem Abspann signalisiert dem Zuschauer, dass die Macher sich zwar nicht allzu erst genommen haben, aber doch mit Köpfchen bei der Sache waren.


Fazit:
Wer sich ein wenig mit Filmen dieser Art auskennt, wird bereits bei der Inhaltsangabe das eine oder andere Déjà-Vu erleben, umgerechnet auf die zwei Stunden Laufzeit wird es dabei sicher nicht bleiben. Die meisten ergeben sich allerdings bei den Dialogen, die einen ziemlich zusammengeschusterten und steifen Eindruck hinterlassen. Die mangelnde Charakter-Entwicklung, die Storylöcher und die vielen Details, die die Autoren als bekannt voraussetzen, fallen dabei kaum noch ins Gewicht.
Dies verhält sich in Bezug auf die fehlende Spannung allerdings anders, denn obwohl Constantine eine dichte Atmosphäre aufbaut, lässt die Dynamik stark zu wünschen übrig. Vergebens sucht man insbesondere richtig aufregende Action-Sequenzen, was angesichts des Themas, des hohen Produktionsbudgets und der erstklassigen Spezial-Effekte-Qualität wirklich überrascht. Stattdessen gestaltet sich Francis Lawrences Regie-Debüt äußerst ruhig und vertröstet trotz vieler Andeutungen auf einen Höhepunkt, der am Ende so beeindruckend gar nicht ausfällt.
Was den Film letztlich über den Durchschnitt hinwegrettet, ist die tadellose und herausstechende Optik: Die Bilder von John Constantines Welt berauschen ebenso, wie der Besuch in einer der visuell überwältigendsten Unterwelten, die man bisher gesehen hat. Das allein – zusammen mit dem gewissen dennoch nicht zu verleugnenden Unterhaltungswert des Films – macht Constantine trotz der Mängel sehenswert.


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