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Timothy Zahn: "Star Wars: Die Hand des Thrawn -
Blick in die Zukunft / Der Zorn des Admirals" [1998]

Wertung: 5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 26. Februar 2017
Autor: Timothy Zahn

Genre: Science Fiction / Action / Thriller

Originaltitel: Star Wars: The Hand of Thrawn, Book 2 - Vision of the Future
Originalsprache: Englisch
Gelesen in: Englisch
Ausgabe: Taschenbuch
Länge: 694 Seiten
Erstveröffentlichungsland: USA
Erstveröffentlichungsjahr: 1998
Erstveröffentlichung in Deutschland: 2000
SBN-Nr. (gelesene Ausgabe): 978-0-553-57879-9


Kurzinhalt:

Der von Moff Disra und Major Tierce geschmiedete Plan, mit dem wiederauferstandenen Großadmiral Thrawn die Neue Republik in einen Bürgerkrieg zu stürzen, scheint aufzugehen. Im Orbit der Heimatwelt der unter Generalverdacht stehenden Bothaner sammelt sich eine Angriffsflotte verfeindeter Welten und während Prinzessin Leia darum bemüht ist, eine diplomatische Lösung herbeizuführen, macht sich Han Solo zusammen mit Lando Calrissian auf, ein Dokument, das die des Verrats schuldigen Bothaner benennen könnte, ausfindig zu machen. Doch dafür müssen sie die neue Basis des Imperiums infiltrieren. Luke Skywalker ist unterdessen auf der Welt angekommen, auf der Mara Jade verschollen ist. Neben unerwarteten und ungewöhnlichen Alliierten findet er dort auch, wonach Tierce bereits lange sucht: Die Hand des Thrawn. Admiral Pellaeon muss hingegen entdecken, dass seine Bemühungen um einen Friedensvertrag mit den Rebellen weitläufig untergraben werden und er selbst in das Fadenkreuz der Drahtzieher dieser Verschwörung geraten ist ...


Kritik:
An sich als Zweiteiler konzipiert, wurde für die deutsche Veröffentlichung des Star Wars-Abenteuers Die Hand des Thrawn von Autor Timothy Zahn der zweite Band auf zwei Bücher aufgeteilt. Blick in die Zukunft und Der Zorn des Admirals bilden so den Abschluss dessen, was in Schatten der Vergangenheit [1997] begann. Eine gute Nachricht für alle, denen Band 1 nicht packend genug war, ist hierbei, dass der Autor wie in seiner bereits legendären Thrawn-Trilogie ein Finale entwirft, das selbst die Filme verblassen lässt. Doch ihm gelingt mit dem Ende noch etwas Anderes: Eine neue Perspektive.

Inhaltlich schließt Vision of the Future, so der Originaltitel, der für die Rezension der Einfachheit halber verwendet wird, unmittelbar an den Vorgängerroman an. Über die Story sei an dieser Stelle auch nicht sehr viel verraten, da jeder Hinweis die Überraschung am Inhalt des ersten Buches verderben würde. Enttäuschte Schatten der Vergangenheit in Teilen dadurch, dass sich der Roman sehr viel damit beschäftigte, die politischen Verwicklungen der Neuen Republik aufzuzeigen und die unterschiedlichen Befindlichkeiten Dutzender Spezies aufzuzeigen, während das stark geschwächte Imperium ebenso durch innere Machtkämpfe zerstritten ist, stellt Autor Zahn nun wieder mehr Aktionen als Reaktionen der Figuren in den Vordergrund.

Luke Skywalker macht sich in einem weit entfernten System auf die Suche nach der verschwundenen Mara Jade, während Leia Organa und Han Solo immer tiefer in die Verwicklungen verstrickt werden, die die angebliche Rückkehr von Großadmiral Thrawn auslöst. Sie sind immer noch auf der Suche nach dem Caamas-Dokument, das die Beteiligung bestimmter Bothaner in der Zerstörung einer ganzen Welt belegen könnte und derzeit dafür sorgt, dass sich die Neue Republik selbst zerfleischt. Die zwei interessantesten Storystränge sind jedoch der von Schmuggler Talon Karrde mit der geheimnisvollen Shada D'ukal und der um Admiral Pellaeon, der darum bemüht ist, dem Imperium eine Niederlage in dem Jahrzehnte umspannenden Krieg mit der Rebellion zu ersparen. Karrde muss sich hierbei einem Geist seiner Vergangenheit stellen, Pellaeon hingegen Mächten in den Rängen der imperialen Flotte, die seit Jahren hinter seinem Rücken und gegen ihn operieren.

Nachdem die Figuren in Schatten der Vergangenheit vor allem zum Ende hin allesamt dort positioniert waren, wo sie für den Cliffhanger sein sollten, zieht Autor Timothy Zahn auch in Vision of the Future meisterhaft die Fäden, um ein Finale auf vier Ebenen gleichzeitig zu kreieren, das packender kaum sein könnte. Nicht nur, dass das Schicksal der gesamten Neuen Republik am seidenen Faden hängt, auch die einzelnen Figuren, die man aus den Filmen oder seiner vorgehenden Roman-Trilogie bereits kennt, befinden sich in immens brenzligen Situationen. Das ist insbesondere angesichts zweier Weltraumkampfschauplätze so gelungen und mitreißend, dass die Seiten wie im Flug vergehen.
Dagegen scheint ausgerechnet der Abschnitt mit Luke Skywalker und Mara Jade eher wie eine Dreingabe, die zwar für sich genommen durchaus spannend erzählt ist, aber keine wirkliche Bedeutung für die Hauptgeschichte besitzt. Zumindest nicht für diesen Moment.

Wie zuvor wartet Zahn mit einigen neuen Spezies auf und definiert die von ihm geschaffene Figur des Großadmirals Thrawn, der sich als Stratege so gekonnt vom Imperium des Imperators Palpatine abhebt, auf eine überaus gelungene Art und Weise. Vor allem dank des Großadmirals, aber auch in Bezug auf die Streitigkeiten innerhalb des Imperiums und der Neuen Republik, gelingt ihm ein Kunststück, das bereits in der Thrawn-Trilogie begann und hier einen gelungenen Abschluss findet. Einerseits erschuf er einen Bösewicht, der sich von Darth Vader und Palpatine unterschied, aber nicht weniger gefährlich war, gleichzeitig entwickelt er das Imperium in eine unerwartete und (im inhaltlichen Sinn) vielversprechende Richtung weiter. Während Star Wars: Episode VII – Das Erwachen der Macht [2015] trotz der tollen Atmosphäre und der vielen guten Ideen nur eine bekannte Geschichte auf genau dieselbe Art und Weise neu erzählte, beweist Timothy Zahn mehr Einfallsreichtum. Das ist für Fans mehr als nur lesenswert, aber im Vorlauf auf das tolle Finale länger, als es sein müsste.


Fazit:
Wie im ersten Roman, gibt es auch hier Abschnitte, die aus storytechnischer Sicht durchaus Sinn machen, aber am Ende trotzdem nicht in dieser Breite hätten erzählt werden müssen. So die vielen Abschnitte um einen verdeckt operierenden Trupp Imperialer Agenten auf Bothawui, die mit vielen Details zu unterschiedlichen Spezies aufwarten und deren Handlungsweise durchaus lange für Verwunderung sorgt, ehe sich am Ende die vielen Puzzleteile zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Es sind Figuren, die trotz allem nur wenig interessieren, während Luke, Han und Leia kaum in Aktion treten. Wenn sie es tun, sind sie von Autor Timothy Zahn perfekt getroffen mit Verhaltensweisen und Dialogen, die fantastisch zu ihnen passen, aber sie gehen in der Vielzahl der Figuren gewissermaßen unter. Dass man dies als Leser verzeiht, liegt daran, dass die vom Autor neu geschaffenen ebenso faszinieren und am Ende wünscht man sich, in dem Universum verbleiben zu können, das Blick in die Zukunft / Der Zorn des Admirals so geschickt in eine unerwartete Richtung lenkt. Zusammen mit seiner vorhergehenden Trilogie ist das ein gelungenes Vermächtnis für George Lucas' Star Wars-Saga und die Macher der kommenden Episoden haben es merklich schwer, diesem Einfallsreichtum gerecht zu werden. Wenn Die Hand des Thrawn aber trotz des insbesondere für Fans gelungenen Unterhaltungswertes eines auch zeigt, dann dass selbst der Autor seiner Thrawn-Trilogie nicht das Wasser reichen kann.
 


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