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World Invasion: Battle Los Angeles [2011]

Wertung: 3 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 30. Oktober 2011
Genre: Science Fiction / Kriegsfilm / Action

Originaltitel: Battle Los Angeles
Laufzeit: 116 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2011
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

Regie: Jonathan Liebesman
Musik: Brian Tyler
Darsteller: Aaron Eckhart, Ramon Rodriguez, Will Rothhaar, Cory Hardrict, Jim Parrack, Gino Anthony Pesi, Ne-Yo, James Hiroyuki Liao, Noel Fisher, Bridget Moynahan, Adetokumboh M'Cormack, Bryce Cass, Michael Peña, Michelle Rodriguez, Neil Brown Jr., Taylor Handley, Lucas Till, Kenneth Brown Jr., E. Roger Mitchell


Kurzinhalt:
In den Meeren nahe der großen Küstenstädte gehen Meteoritenschauer nieder. Doch sind diese nicht natürlichen Ursprungs, sondern beherbergen Außerirdische, die in verheerender Anzahl und mit zerstörerischen Geräten die Städte in Schutt und Asche legen. Der Kontakt zu vielen Regionen ist bereits abgebrochen, doch Los Angeles möchte das US-Militär nicht aufgeben.
Sergeant Michael Nantz (Aaron Eckhart), der nach 20 Jahren beim Militär seine Kündigung vorgelegt hatte, wird einer neuen Einheit zugewiesen und soll die Einsätze in L.A. unterstützen. Doch während die Truppe von den Gerüchten um Nantz letzten Einsatz eher verunsichert ist, und 2nd Lieutenant Martinez (Ramon Rodriguez), der das Kommando innehat, wenig kampferprobt ist, bleibt es bei Nantz, wichtige Entscheidungen zu treffen.
Nicht nur, dass es um die Leben der Männer geht, auch eine Gruppe Zivilisten, darunter Familienvater Joe (Michael Peña) samt seinem Sohn, und Michele (Bridget Moynahan) mit ihren beiden Nichten müssen beschützt werden. Dabei weiß Nantz ebenso wenig wie das Militär, was die Außerirdischen beabsichtigen – dafür jedoch, wo man sie am besten treffen kann ...


Kritik:
Brian Tylers eingängige, packende Musik zu World Invasion: Battle Los Angeles ist so gut, dass man beim Anhören ohne die Bilder einen deutlich besseren Film vermuten würde. Es gelingt ihm ein so temporeicher Rhythmus, der selbst in den lauten Actionmomenten noch besteht. Die düstere Stimmung des Endzeitszenarios fängt er dabei ebenso gekonnt ein, wie er in den richtigen Momenten aggressiv wird und sich in anderen zurückhält. Man würde dem sehr hörbaren Score nur einen gleichermaßen gelungenen Film wünschen.
Regisseur Jonathan Liebesman beabsichtigte nach eigenen Angaben, ein realistisches Szenario einer Alieninvasion wiederzugeben. Er bedient sich dabei vieler Elemente und sogar ganzer Szenen aus Der Soldat James Ryan [1998] und Black Hawk Down [2001], ohne dass die vorgestellten Figuren uns jedoch in dem Maße interessieren würden, und ohne auch nur im Ansatz die Schrecken des Krieges porträtieren zu wollen. Stattdessen erleben wir, wie eine Einheit Marines im Alleingang wie es scheint Los Angeles verteidigt und sich gegen Widersacher erfolgreich zur Wehr setzt, die sie einen Tag zuvor noch nie gesehen hatte.

Dabei scheint der Ansatz des Science Fiction-Actionfilms nicht uninteressant. Die Mischung eines klassischen Invasionsszenarios aus der Sicht einer einzelnen Spezialeinheit mit einem dokumentarisch angehauchten Stil könnte durchaus überzeugen. Meteoriten regnen über Dutzenden Städten der Welt gleichzeitig herab. Doch sind sie nicht natürlichen Ursprungs, sondern beherbergen eine Streitmacht außerirdischer Herkunft, deren Ziel es offensichtlich ist, die Erde zu kolonisieren. Hierfür werden nicht nur die Menschen getötet, sondern auch ihre Bauten und Einrichtungen zerstört. Sergeant Michael Nantz (kantig, aber auf Autopilot: Aaron Eckhart), der just seine Kündigung vorgelegt hat, wird einem jungen Trupp Marines zugeteilt, der sich in Los Angeles einen Weg in eine Polizeistation bahnen soll, um dort Überlebende herauszuholen, ehe in wenigen Stunden das gesamte Gebiet dem Erdboden gemacht hat.
Wer darauf hofft, dass das Klischee des an sich resignierten Soldaten, der sich in einen letzten Kampf schleppt alleine bleiben würde, der irrt leider. Und bis es am Ende soweit ist, dass die kampferprobten Soldaten anstatt sich zum Frühstück hinzusetzen, lieber ihre Munition auffüllen, weil sie zurück ins Gefecht wollen, um den Aliens einzuheizen, vergehen zwei überraschend lange Stunden, in denen jedes Klischee eines Kriegsfilms ausgegraben wird, das man sich nur vorstellen kann. Angefangen damit, dass die Invasoren unsere Technologie gegen uns einsetzen, sodass wir uns auf andere Möglichkeiten verlassen müssen, bis hin zum Soldaten, der im Gefecht Panik bekommt, dem Vorgesetzten, der falsche Entscheidungen trifft und sich (als Wiedergutmachung) später selbst opfert. Durch die taffe Michelle Rodriguez ist für einen weiblichen Part gesorgt, die zwar von den Männern zuerst nicht gern im Kampf gesehen wird, aber eine ausgezeichnete Schützin ist. Auch werden Abschiedsbriefe der Sterbenden in Empfang genommen mit dem Versprechen, sie weiterzuleiten, und wenn ein Zivilist zur Waffe greift, um die übrigen zu verteidigen, wird er in dieser Art Film höchstwahrscheinlich den Kürzeren ziehen.

World Invasion: Battle Los Angeles wartet überdies mit einer Vielzahl an Machosprüchen auf, dass man vermuten würde, es handle sich hierbei um eine Satire – doch sind diese Momente überaus ernst gemeint. Was daran so bedauerlich ist, spiegelt sich in dem hohen Budget wieder, das der Produktion merklich anzusehen ist. Zugegeben, die schnelle Schnittfolge sorgt mehr für Verwirrung, als dass es uns ins Geschehen hinein versetzt, doch gibt es an der Machart kaum etwas auszusetzen. Die meisten Spezialeffekte sind hervorragend, viele ordentlich und nur wenige enttäuschen. Doch von den eindimensionalen Figuren und ihren abstrusen Entscheidungen einmal abgesehen (welche Spezialeinheit würde in ein von waffenstarrenden Feinden besetztes Gebiet einen Helikopter zur Luftrettung beordern, oder unter Beschuss im Gänsemarsch von A nach B ziehen, anstatt ein weniger offensichtliches Ziel zu präsentieren?) ist das Gezeigte so durchweg vorhersehbar, dass man nur die ersten Worte einer Unterredung zu hören braucht, um den Rest schon zu kennen. Wer auf eine technisch einwandfreie und für das Heimkino auf Blu-ray beeindruckende Präsentation einer klischeehaften, lauten Ballerei von Marines mit Aliens hofft, der wird eben jene Scharmützel in den Häusergassen von Los Angeles bekommen. Nur ist es eigentlich eine Schande, von den Vorbildern des modernen Antikriegsfilms zu klauen und damit einen Werbefilm für das Marine-Corps zu drehen, in dem keinerlei kritischen Töne bezüglich des Kriegsalltags zu hören sind. Und das Klischee des guten Soldaten, der die Gesichter seiner gefallenen Untergebenen vor sich sieht, wenn er die Augen schließt, zählt sicherlich nicht dazu.


Fazit:
Selbst wenn eines der vorgestellten Aliens bei lebendigem Leibe seziert wird, wissen wir immer noch nicht so recht, wie sie aussehen. Auch weshalb sie hier sind wird nicht eindeutig geklärt. Der Invasions-Actionkracher World Invasion: Battle Los Angeles ist weniger auf Science Fiction aus, als darauf, einen Soldatentrupp in bleihaltiger Aktion zu zeigen. Hierfür verzichtet Regisseur Jonathan Liebesman auf Charakterisierungen, die über Stereotypen hinausgehen – und auf eine packende Story.
Stattdessen bekommen wir lockere Sprüche in den unpassendsten Momenten zu hören, sehen heroische Aufopferung der Marines und eine Zerstörung von Los Angeles, die handwerklich durchaus überzeugt. Nur ist sie auch völlig überraschungslos und mitunter regelrecht unspannend. Wer das erwartet, ist nicht enttäuscht, nur fehlt dem Ganzen sowohl die Leichtfüßigkeit eines überzeichneten Independence Day [1996], wie auch die Ernsthaftigkeit von Krieg der Welten [2005], von der Komplexität von District 9 [2009] ganz zu schweigen.


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