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Wishmaster 2 - Das Böse stirbt nie [1999]

Wertung: 2 von 6 Punkten  |   Kritik von Dominik Starck  |   Hinzugefügt am 23. Februar 2003
Genre: Horror

Originaltitel: Wishmaster 2: Evil Never Dies
Laufzeit: 96 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1999
FSK-Freigabe: nicht unter 18 Jahren

Regie: Jack Sholder
Musik: David C. Williams
Darsteller: Andrew Divoff, Paul Johansson, Holly Fields, Bokeem Woodbine, Vyto Ruginis


Kurzinhalt:
Dank einer Schießerei während eines Einbruchs in das Völkerkundemuseum, wird die persische Statue beschädigt, in welcher der böse Djinn (Andrew Divoff) eingeschlossen war, seit er vor kurzem nach jahrhundertelanger Gefangenschaft versucht hatte, seinem Gefängnis dauerhaft zu entkommen, letztlich aber scheiterte.
Nun ist der Wünsche erfüllende Dämon wieder auf freiem Fuß, lässt sich aber gleich bereitwillig von der eintreffenden Polizei als vermeintlicher Einbrecher verhaften und ins Gefängnis stecken, während seine Befreierin, die Morgana (Holly Fields) als einziges Mitglied des Einbrechertrios lebend entkommt. Hinter den Gefängnismauern hat der Djinn den perfekten Nährboden, denn nicht wenige der Insassen haben Wünsche für die sie buchstäblich ihre Seele verkaufen würden. Doch der Djinn hat ein gewaltiges Kontingent abzuarbeiten; 1001 Seelen muss er einfangen, bevor er seiner Befreierin drei Wünsche erfüllen muss, um sich die Welt untertan machen zu können.
Morgana und ihr Freund, der Priester Gregory (Paul Johansson), haben allerdings nicht vor, das Feld kampflos zu räumen. Dumm nur, dass sich der Djinn als äußerst zäher Zeitgenosse entpuppt...


Kritik:
Leider folgte der recht originelle und von schwarzem Humor durchzogene Horrorfilm Wishmaster [1997] dem Wunsch des Studios nach einer Fortsetzung, und so erschien zwei Jahre später dieses Sequel, welches allerdings ohne Produzent Wes Craven auskommen musste.
Beinahe erwartungsgemäß folgt Wishmaster 2 dabei der traurigen Tradition von schlechten und billigen Videofortsetzungen, in denen man das immergleiche Schema mit einem Schurken wiederholt, der einmal gut angekommen ist.

Andrew Divoff gab auch durchaus einen wundervollen "Geist aus dem Stein" ab und so brauchte es im Grunde niemanden wundern, dass man dem Vorbild von Endlosserien wie Halloween mit ihrem Killer Michael Myers folgen wollte. Doch auch diese Reihe wurde von Teil zu Teil schlechter.

Während Wishmaster innerhalb der Genregrenzen noch recht innovativ und unterhaltsam war, erscheint einem das Ganze im zweiten Teil schon unangenehm vertraut. Tatsächlich wiederholt sich die Geschichte des ersten Teils mit neuen Darstellern besetzt ohne nennenswerte Überraschungen im Plot.
Selbst die schräge Art des hinterhältigen Djinns, der die Träume seiner "Kunden" erfüllt und sich dann am Leid der Wünschenden weidet, ist bei weitem nicht mehr das, was man zwei Jahre zuvor zu sehen bekam und liefert nur wenige Highlights (wie den Wunsch eines Mafiosi nach dem Kopf seines Erzfeindes).
Die mangelnde Qualität des Skripts versuchte man – wie in vergleichbaren Fällen auch – durch mehr Tote und mehr Blut auszugleichen. Natürlich können grausigere Todesarten (und damit massive Kürzungen in den TV-Ausstrahlungen) nicht wirklich über die offensichtlich laue Handlung hinwegtäuschen, zumal Vieles nicht mehr als eine Kopie ist. So ist die Wiederauferstehung des Djinns hier nicht viel anders als zuvor geraten und am Ende des Films gibt es noch einmal eine richtige Splatterorgie, diesmal nicht mehr im Völkerkundemuseum sondern in einem Spielkasino.
Auch die erneuten Ausflüge in die Welt des Djinn bringen nichts Neues und der Versuch, die Mystik um den Dämon auf die christliche Religion (verkörpert durch Pater Gregory) treffen zu lassen, funktioniert ebenfalls nicht. Wie der Djinn schon feststellte sind das zwei verschiedene und nicht unbedingt vereinbare Paar Schuhe. Zudem ist es schon arg an den Haaren herbei gezogen, dass der Priester Gregory entgegen seinem Gelübde mit Morgana schläft (die zudem noch um ihren Freund trauert) nur damit die Sex-Quote des Films erfüllt wird. Dieser Part ist einfach überflüssig.
Darüber hinaus widerspricht der Film auch seinem Vorgänger, in dem gezeigt wurde, dass der Djinn die Hülle von Toten übernehmen kann. Um aber erneut Andrew Divoff auftreten zu lassen, ließ man das dieses Mal außer Acht und brachte den Djinn von Anfang an als Nathaniel Demerest (Divoff) zurück auf die Welt. Damit gibt es zwar einen Widererkennungswert für die Zuschauer von Teil eins, doch Neueinsteiger dürften sich fragen wieso der Dämon nun diese Hülle überstreifen kann, während er später den Gefängniswächter erst dafür töten muss.

Während Demerest im ersten Teil noch munter drauf los zauberte, bekommt er nun einen neuen Soll-Bestand an gefangenen Seelen von 1001 Wünschenden aufgezwungen. Um für mehr Leichen und ein Gros an neuen Wünsche zu sorgen (schließlich muss der Geist ja seine neue Quote erfüllen), wurde daher in das alte Storykonstrukt der Gefängnis-Part und die Episode mit der Russenmafia eingebaut, in denen der Djinn genüsslich seinem "Job" nachgehen kann. Obwohl vor allem der Mafia-Teil recht gelungen ist, fügt er sich leider nicht sonderlich gut in die restliche Geschichte ein und bremst damit das Tempo des Films unnötig.

Schauspielerisch gibt es auch wenig Erwähnenswertes, auf erneute Auftritte von Genre-Größen wartet man vergebens.
Holly Fields ist zwar ganz nett und kann ihre Amtsvorgängerin hin und wieder ins Vergessen des Zuschauers rücken, bleibt weitgehend aber auch unspektakulär. An ihrer Seite spielt Paul Johansson, den Fantasy-Fans vielleicht aus seiner Hauptrolle in dem nach einer Season eingestellten Highlander [1992-1997]-Spin-off Raven - Die Unsterbliche [1998-1999] kennen. Preisverdächtig ist seine Priester-Darstellung aber auch nicht.
Alle anderen Rollen sind im Grunde nur Bittsteller oder Randerscheinungen, die schnell wieder verschwinden, und so bleibt einzig Andrew Divoff übrig, an dem man seinen Spaß hat. Sein diabolischer Djinn "Nathaniel Demerest" ist auch hier der einzige Pluspunkt, wobei die Figur schon aufgrund des schwachen Drehbuchs nicht mehr so gut rüber kommt wie im Original. Aus dem charmanten und hintergründigen Lächeln ist ein Dauergrinsen geworden, das mitunter recht überflüssig ist. Mit seinem starren Blick und der eingängigen Stimme (was auch für die Synchronisation gilt) ist er trotzdem das Highlight des Films.
Allerdings geht einem die ständige Wiederholung von Sätzen wie "Ist das Euer Wunsch?" und "Was wünscht Ihr Euch?" nach einer Weile gewaltig auf die Nerven und man kommt nicht umhin, sich bessere Dialoge zu wünschen.

Die Regie von Jack Sholder, der auch den zweiten Teil der Nightmare-Reihe inszenierte, ist passabel, aber frei von Höhepunkten, und die musikalische Untermalung von David Williams weit von seinem großartigen Score zu God's Army - Die letzte Schlacht [1995] entfernt.

Was bleibt, sind also eine ganze Reihe von blutigen und teils sehr drastischen Effekt-Szenen, die besonders in Anbetracht des eingeschränkten Videofilm-Budgets recht ordentlich geraten sind, in der für die Fernsehausstrahlung gekürzten Fassung aber auch oft verloren gehen. Hierzu empfiehlt sich dann doch der Griff zur ungeschnittenen DVD – wenn man denn den Wunsch verspürt, dieses überflüssige Sequel zu sehen, dessen Ende weit von der Originalität des ersten Films entfernt ist und zudem unnütz in die Länge gezogen wird, um als Schauwert die Rückkehr der gefangenen Seelen zu zeigen.
Bleibt zu hoffen, dass man diese Reihe nicht ewig weiterlaufen lässt, was aber in Anbetracht der bereits in kürzester Zeit erschienen Teile drei und vier wohl nur ein frommer Wunsch ist.


Fazit:
Ein Film aus der Reihe "Fortsetzungen, die keiner braucht", den man dank des schwarzhumorigen Tons und der Rückkehr von Andrew Divoff als Wünsche erfüllender Nathaniel Demerest zwar ertragen kann (speziell natürlich, wenn man den ersten Film sah und mochte), aber wirklich nicht gesehen haben muss.
Leider wirkt der Film in etwa so, als habe ein Djinn den Wunsch eines leichtfertig nach einer Fortsetzung verlangenden Produzenten auf die schlimmstmögliche Art interpretiert und dabei dieses Ergebnis hervor gezaubert.


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