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The Resurrected [1991]

Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 15. November 2015
Genre: Horror / Fantasy / Thriller

Alternativtitel: Evil Dead - Die Saat des Bösen
Originaltitel: The Resurrected
Laufzeit: 101 min.
Produktionsland: USA / Kanada
Produktionsjahr: 1991
FSK-Freigabe: ungeprüft

Regie: Dan O'Bannon
Musik: Richard Band
Darsteller: John Terry, Jane Sibbett, Chris Sarandon, Robert Romanus, Laurie Briscoe, Ken Camroux, Patrick P. Pon, Bernard Cuffling


Kurzinhalt:

Als Privatdetektiv John March (John Terry) von der attraktiven Claire Ward (Jane Sibbett) aufgesucht wird, ahnt er noch nicht, dass dies kein Fall sein wird, wie er ihn je erlebt hat. Claire ist besorgt um ihren Mann Charles Dexter (Chris Sarandon), der sich in den letzten Monaten stark verändert hat. Zwar scheint es nicht, als würde er Claire betrügen, vielmehr, als wäre er von etwas besessen. Zusammen mit seinem Angestellten Lonnie (Robert Romanus) macht sich John daran, mehr darüber zu erfahren, was Charles in dem verlassenen Anwesen fernab der Stadt anstellt. Die Spur führt sie zu den Leichen alter Magier, die Charles dorthin liefern lässt – und zu Joseph Curwen, einem von Charles Urahnen, um den sich düstere Geschichten ranken ...


Kritik:
Dan O'Bannons
Filmadaption der H. P. Lovecraft-Novelle Der Fall Charles Dexter Ward [1941], die ein halbes Jahrhundert später veröffentlicht wurde, trotzt den Jahrzehnten. The Resurrected sieht aus, als wäre der Film in den späten 1970ern oder frühen 80er-Jahren entstanden, mit vielen Elementen, die in den 50er- und 60er-Jahren im Film prominent waren. Dass sich nach wie vor eine große Gemeinde um den Kultklassiker schart, hat er nicht zuletzt seinem gelungenen Flair und den praktischen Tricks zu verdanken.

Bedenkt man, dass der von O'Bannon mitgeschriebene Total Recall - Die totale Erinnerung [1990] nur ein Jahr zuvor in den Lichtspielhäusern zu sehen war, wirkt The Resurrected beinahe altbacken. Aber statt sich auf moderne Tricks zu verlassen, setzt der Regisseur – vermutlich auch aus Budgetgründen – auf bewährte Effekte, greifbare Make-up-Tricks, die hier teils gruselig aussehen und von einer Stimmung, die durch die tollen Sets und die mystische, nostalgische Musik nur unterstützt werden.

Auch wenn der Film von Lovecrafts Vorlage nur inspiriert wurde, vom Aufbau her ist er beinahe wie eine solche Geschichte gestrickt. Eingerahmt von einem Erzähler, beginnt die Story mit einem grausamen Tatort in einem Sanatorium. Danach nimmt der Privatdetektiv John March seine Erinnerungen auf Band auf. Sie setzen einige Zeit vorher an, als er von Claire Ward beauftragt wird herauszufinden, weshalb sich ihr Mann Charles Dexter Ward so stark verändert hat. Marchs Ermittlungen führen ihn zu einem beinahe verlassen scheinenden Anwesen von Ward, bei dem der grauenvolle Gestank noch das am wenigsten Auffällige ist.

Im Film finden die Figuren Hinweise auf Charles Dexters Vorfahren, die ihre Erlebnisse in Tagebüchern niedergeschrieben haben. So zeigt der Film im eigentlich stattfindenden Rückblick weitere Rückblicke. Diese Erzählebenen machen die Geschichte in gewissem Sinne unvorhersehbar, auch wenn sie an sich nicht sonderlich komplex ist. Bedenkt man, dass sich die besorgte Gattin mehr in die Ermittlungen einschaltet, als irgendein Privatdetektiv zulassen würde und dass sich hier viele Klischees verbergen, ist das Drehbuch nicht unbedingt der stärkste Punkt des Films.
Dafür erzeugt der Filmemacher mit dem ständigen Regen, den düsteren, heruntergekommen aussehenden Häusern und den mit natürlichen Lichtquellen spärlich ausgeleuchteten Gemäuern eine gruselige Atmosphäre, die viel hiervon wieder wettmacht. Für einen Horrorfilm lässt sich The Resurrected erstaunlich viel Zeit, ehe die ersten Monster zu sehen sind (vom Anfang einmal abgesehen). Nimmt O'Bannon in der zweiten Filmhälfte jedoch Fahrt auf, passen die praktischen Make-up-Effekte und die Stop-Motion-Animation fabelhaft in das Flair der Horrorklassiker, an die er seinen Film anlehnt.

Auf Blu-ray wird der Film von OFDb Filmworks veröffentlicht, auch in einer Collector's Edition auf 3.000 Stück limitiert. Das Set ist, man kann es nicht anders sagen, ein Traum für jeden Fan. Nicht nur, dass der Film in einer für sein Alter wirklich guten Qualität präsentiert wird, die liebevolle Aufmachung der Edition mit insgesamt drei Discs, einem umfangreichen, informativen Booklet, Audiokommentaren, Featurettes und Deleted Scenes spricht Bände. So viel Aufwand betreiben die Verleihfirmen bei aktuellen Kinoerfolgen nicht, umso schöner ist es zu sehen, wie viel Mühe und Zeit hier investiert wurde. Dass das Hörspiel Der Fall Charles Dexter Ward aus der Reihe Gruselkabinett von Titania Medien außerdem noch enthalten ist, ist das perfekte Sahnehäubchen.


Fazit:
Dass The Resurrected, auch bekannt unter dem Titel Evil Dead - Die Saat des Bösen, bei Horrorfans einen guten Ruf genießt, ist trotz der etwas überfrachteten Story und den nicht wirklich geforderten Charakteren verständlich, wenn man sich das Gesamtpaket ansieht. Statt sich dem Trend der damaligen Splatterfilme anzuschließen, ging Regisseur Dan O'Bannon eine andere Richtung und wollte das Vermächtnis von H. P. Lovecraft durch eine klassische Umsetzung ehren.
Herausgekommen ist ein stimmungsvoller Fantasyhorror, der aus dem, was er hat, das Beste herausholt. Die handwerkliche Umsetzung ist an diejenige voriger Jahrzehnte angelehnt, was nicht als Kritik zu verstehen ist. Es macht den Film auch nach beinahe 25 Jahren nostalgisch zeitlos. Nur für Erwachsene, selbstverständlich, aber nichtsdestotrotz.    

Blu-ray-Wertung:
6 von 6 Punkten


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