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The November Man [2014]

Wertung: 2.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 18. Oktober 2015
Genre: Thriller / Action

Originaltitel: The November Man
Laufzeit: 108 min.
Produktionsland: USA / Großbritannien
Produktionsjahr: 2014
FSK-Freigabe: ab 16 Jahren

Regie: Roger Donaldson
Musik: Marco Beltrami
Darsteller: Pierce Brosnan, Luke Bracey, Olga Kurylenko, Bill Smitrovich, Amila Terzimehic, Lazar Ristovski, Mediha Musliovic, Eliza Taylor, Caterina Scorsone, Akie Kotabe, Will Patton, Patrick Kennedy


Kurzinhalt:

Auch wenn der ehemalige CIA-Agent Peter Devereaux (Pierce Brosnan) vor Jahren aus dem aktiven Dienst ausgestiegen ist, als sein ehemaliger Vorgesetzter Hanley (Bill Smitrovich) an ihn herantritt und ihm mitteilt, dass Natalia Ulanova (Mediha Musliovic) in Moskau in Schwierigkeiten ist, schaltet sich Peter wieder ein. Natalia sammelt dort Beweise, welche die schmutzige Vergangenheit des russischen Präsidentschaftskandidaten Arkady Federov (Lazar Ristovski) belegen sollen. Doch kurz bevor Devereaux Licht ins Dunkel bringen kann, wird sein ehemaliger Schüler David Mason (Luke Bracey) auf ihn angesetzt. Nur mit Hilfe der Flüchtlingshelferin Alice (Olga Kurylenko) kann es gelingen, die Verschwörung aufzudecken ...


Kritik:
Auch wenn Roger Donaldson nicht zu den bekanntesten Filmemachern Hollywoods gehört, mit Werken wie No Way Out - Es gibt kein Zurück [1987], Cocktail [1988] und dem lange unterschätzten Thirteen Days [2000] hat er sich einen Namen gemacht, der Jahrzehnte überdauert hat. In Dante's Peak [1997] arbeitete er bereits mit Hauptdarsteller Pierce Brosnan zusammen und man sollte meinen, dass zwei so talentierte Menschen in der Lage sind, den auf einer erfolgreichen Buchreihe basierenden Spionage-Thriller The November Man auch entsprechend auf die Leinwand zu bringen. Man sollte es meinen.

Bereits die ersten Minuten bieten einen Vorgeschmack, was beim gesamten Film im Argen liegt. In ihnen wird gezeigt, wie der CIA-Veteran Devereaux (Produzent Pierce Brosnan) in Montenegro einen Botschafter zu einem Empfang begleitet. Sein Zögling, der junge Agent David Mason, widersetzt sich seinem Befehl, sodass Unschuldige ums Leben kommen.
Jahre später hat sich Devereaux zurückgezogen, wird von seinem ehemaligen Vorgesetzten Hanley jedoch reaktiviert und kommt daraufhin einer groß angelegten Verschwörung auf die Spur, während er immer mehr ins Fadenkreuz der Schurken gerät. Die eigentliche Story um Geheimoperationen, die verheerende Kriege verursacht haben, besitzt an sich eine tragische Brisanz, wäre sie denn vernünftig erzählt.

So jagt der Ex-CIA-Agent einer Spur hinterher und gerät an die Flüchtlingshelferin Alice, die vor Jahren eine wichtige Augenzeugin betreut hat. Währenddessen entpuppt sich David als stumpfer Befehlsempfänger, der selbst dann noch abdrückt, wenn er weiß, dass es nicht richtig ist. So beschäftigt sich The November Man lange Zeit damit, wie David Peter hinterherjagt, ehe dieser den Spieß umdreht. Aus unerklärlichen Gründen filmt Donaldson selbst ruhige Szenen mit einer ständig verwackelten Kamera, die Bewegung suggerieren soll, wenn eine durchgehende Einstellung ohne unnötige Schnitte für viel mehr Spannung sorgen würde. Die Action wirkt dementsprechend erzwungen, wobei auch die fehlplatzierten und mehr gewollt als gekonnt wirkenden Zeitlupen keine Besserung bringen.

Ab der Mitte des Films fällen die Figuren dann Entscheidungen, die kaum mehr Sinn ergeben und betreten weitere Attentäter das Feld, verkommen auch die Gewaltspitzen zu unnötig brutalen Einlagen. Als würde es nicht ausreichend zu sehen, wie eine Killerin eine Waffe auf den Kopf ihres Opfers richtet und abdrückt, muss The November Man mehrmals zeigen, wie die Kugel einschlägt und wieder austritt.
So grauenvoll außerdem das gezeigte Schicksal der im Krieg gefangen genommenen und jahrelang missbrauchten Mira ist, der Film zeigt dies nicht nur in ihren Erinnerungen, sondern bringt dies durch eine Verhöhnung ihres Peinigers und zwei weitere Ausführungen nochmals auf den Punkt. In der Art und Weise, wie Donaldson es verarbeitet, wirkt es jedoch schlicht reißerisch und für einen solchen Film einfach unpassend.

Hauptdarsteller Pierce Brosnan als skrupellosen Geheimagenten zu sehen, weckt Erinnerungen an seine Zeit als James Bond. Nur dass er zu jener Zeit mehr Stunts selber drehen konnte und seine süffisanten Kommentare nicht aufgesetzt waren. In The November Man ist es, als wollten die Filmemacher daran anknüpfen, besitzen jedoch weder die finanziellen Mittel, noch die technische Finesse, es auch entsprechend umzusetzen. Wer den Film an einem verregneten Freitagabend auf einem Spartensender entdeckt, mag vielleicht genug Gründe finden, nicht abzuschalten. Viele Gründe einzuschalten gibt es leider nicht.


Fazit:
Wackelig gefilmte Action, die nie mitreißt und Explosionen, die zwar echt aussehen, aber nie entsprechend aufgebaut werden, um als Abschluss einer packenden Sequenz zu dienen, lassen bei The November Man Erinnerungen an bessere Thriller wachwerden. Hauptdarsteller Pierce Brosnan besitzt genug Charisma, um die im Mittelteil platten und beinahe schon grotesken Dialoge zu überspielen und Olga Kurylenko lässt eine Härte erkennen, durch die die Verletzlichkeit ihrer Figur dennoch durchscheint.
Leider haben die übrigen Darsteller noch weniger zu tun, allen voran Luke Bracey, der gegen Brosnan keine Sekunde lang ankommt. Viele Momente, wie wenn Devereaux Davids Freundin bedroht, besitzen eine unwirkliche Absurdität und die Verhaltensweisen vieler Figuren ergeben schlicht keinen Sinn, sondern sind einem gekünstelten Skript entsprungen. Dass es die Story selbst verdient, vernünftig erzählt zu werden und auch mit dieser Besetzung ein besserer Film zu machen ist, steht außer Frage. Keines von beidem gelingt Roger Donaldson hier.    


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