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The Hire [2001 / 2002]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 03. Oktober 2003
Genre: Action

Originaltitel: BMWFilms.com presents The Hire
Laufzeit: 82 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2001 / 2002
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren


Vorwort:
Im Jahr 2001 kam die Autoschmiede BMW auf eine der ungewöhnlichsten, innovativsten und interessantesten Vermarktungsideen, die es bis dahin gegeben hatte: In 5 Kurzfilmen, die exklusiv über die Webseite BWMFilms.com verfügbar sein sollten, wurden die Autos vorgestellt, verpackt in meist actionreiche, aber auch nachdenkliche Geschichten, die auf den ersten Blick gar keinen so großen Wert auf den fahrbaren Untersatz legten.
Inszeniert von fünf verschiedenen Regisseuren (und produziert von David Fincher), zog sich der Fahrer, verkörpert von Clive Owen wie eine roter Faden durch sämtliche der Kurzfilme, beförderte eine Person von A nach B und erlebte dabei allerlei Aufregendes.
Diese Shorts waren auch auf zahlreichen Messen zu sehen und bis 2005 im Internet frei erhältlich. Wer nun aber damit rechnet, dass in den 6 Minuten des Films nicht viel mehr als auf Hochglanz polierter Lack zu sehen ist, der irrt. Nicht nur, dass die Wagen mitunter stark ramponiert aus der Story hervorgehen, die Action und Unterhaltung liegt eindeutig im Vordergrund und verkommt im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten nicht zum reinen Showcase.
Nachdem die erste Staffel 2001 sehr erfolgreich gelaufen war und auch einige Preise einheimsen konnte, schickte sich BMWFilms an, 2002 ebenfalls Episoden zu produzieren, allerdings nur drei – und die mit weit weniger Erfolg. Aus den USA war bis 2005 zudem noch eine DVD der Kurzfilmsammlung The Hire zu beziehen, die Fans nicht nur in hervorragender Bildqualität, sondern auch in 5.1 Surround Sound präsentiert wird.
Anbei befinden sich als Bonus zudem Making-Ofs der einzelnen Episoden, die verdeutlichen, dass bedeutend mehr Aufwand für die Shorts betrieben wurde, als man auf den ersten Blick annehmen würde; hinter einer Kinoproduktion braucht sich The Hire meist nicht zu verstecken.


Die Episoden:

Staffel 1 [2001]


AMBUSH
Regie:
John Frankenheimer
Musik: Michael Wandmacher
Darsteller: Clive Owen, Tomas Milian, Frank Jones
Laufzeit:
8 min.

Inhalt und Kurzkritik:
Altmeister John Frankenheimer (Ronin [1998]) inszenierte den ersten Auftrag des Fahrers (Clive Owen), der hier einen Mann in eine Stadt befördern soll. Doch unterwegs werden sie von einem Lieferwagen voll bewaffneter, maskierter Männer angegriffen, die behaupten der Fahrgast (Tomas Milian) habe Diamanten bei sich, die sie haben wollen.
Überraschend sind hier nicht nur Inszenierung und Schauplatz des Kurzfilms, sondern auch der Autor: Andrew Kevin Walker, Autor des Thrillers Sieben [1995], so verwundert es nicht, dass Ambush mit einer spannenden Ausgangslage beginnt, die voller Wendungen sowohl bei der resultierenden Verfolgungsjagd, als auch bei den Gesprächen selbst aufwarten kann.
Temporeich, ohne Zeit zum Durchatmen wird der Shootout auf der Landstraße auch passend in Szene gesetzt, John Frankenheimer bewahrt Übersicht und geizt nicht daran, den Hauptprotagonisten, ein silberner BMW 740i Sedan, ordentlich zu ramponieren. Eingeführt wird zudem Clive Owen als interessanter, wortkarger aber doch charismatischer Fahrer, er liefert ebenso wie die restlichen Beteiligten eine solide Arbeit ab und kann vollends überzeugen.
Rasant inszeniert, makellos geschnitten und ordentlich spannend ist Ambush ein gelungener Auftakt für The Hire, schade nur, dass die erste Staffel nicht noch einmal mit einer so mitreißenden Episode aufwarten kann.

Wertung:



CHOSEN
Regie: Ang Lee
Musik: Mychael Danna
Darsteller: Clive Owen, Mason Lee, Sonom Gualson, Brian Smyj, Jamie Harris
Laufzeit:
10 min.

Inhalt und Kurzkritik:
Bei seinem zweiten Auftrag trifft der Fahrer (Clive Owen) bei Nacht auf einen tibetanischen Jungen (Mason Lee), an dem einige Bösewichte interessiert scheinen. Hoffnungslos unterlegen bleibt dem Fahrer nur, die anderen Autos so gut es geht auszutricksen, doch sein Passagier ist noch lange nicht in Sicherheit.
Wer verwundert die Stirn runzelt, angesichts der Tatsache, dass Ang Lee einen actionreichen Kurzfilm inszenieren soll, liegt nicht ganz falsch und hat doch unrecht.
Es ist leider so, dass Chosen der schwächste Teil der ersten Hire-Staffel ist, wobei die Story ebenfalls mit ein paar interessanten Ideen aufwarten kann und vor allem eine kleine Anspielung (nämlich die Hulk-Figur auf einem Pflaster) angesichts von Lees Regiearbeit nach Chosen für Insider mehr als nur ein Schmunzeln wert ist. Es ist auch nicht die Inszenierung, die das Ansehen hier schwerfallen lässt, gefilmt und geschnitten ist der Kurzfilm nämlich sehr gut, Lee gibt sich viel Mühe, die Verfolgungsjagd am Pier malerisch, beinahe wie einen Tanz zu inszenieren. Auch die Darstellerleistungen sind überzeugend – was den Film regelrecht zerstört ist die gekünstelt anspruchsvolle Streichermusik, komponiert von Mychael Danna. Es verwundert nicht, dass die Macher von The Hulk [2003] ihn durch einen anderen Komponisten ersetzten, was er hier zum Besten gibt ist derart kontraproduktiv zur Story und zur Inszenierung, dass man es beinahe als abschreckendes Beispiel sehen könnte.
Mit einer anderen musikalischen Untermalung hätte Chosen wirklich mitreißend und spannend sein können, so wirkt er wie ein verkrampfter, künstlerisch anspruchsvoller Kurzfilm, der leider überhaupt nicht überzeugen kann. Inszenierung und Darsteller sind gut, die Musik allerdings passt nicht einmal zu den durchdachten Bildern, geschweige denn zur Story.

Wertung:



THE FOLLOW
Regie: Kar-wai Wong
Musik: Joel Goodman, Jeff Rona
Darsteller: Clive Owen, Mickey Rourke, Adriana Lima, Forest Whitaker
Laufzeit:
11 min.

Inhalt und Kurzkritik:
Auf den Fahrer (Clive Owen) wartet ein ungewöhnlicher Auftrag: er soll einer Frau (Adriana Lima) folgen, deren Ehemann (Mickey Rourke) sie verdächtigt, ihn zu betrügen. Dabei denkt der Fahrer nicht nur über die Kunst der Beschattung nach, sondern entdeckt auch, dass es die Wahrheit meist tiefer verborgen liegt, als man sieht.
Nicht nur, dass Clive Owen hier so viel Text zugesprochen bekommt, wie sonst in keinem der Shorts, sowohl musikalisch, als auch inszenatorisch spielt The Follow in einer anderen Liga als die bisherigen Filme. Ruhig, nachdenklich, beinahe schon philosophisch und mit einer sehr guten, da ungewöhnlichen Kamera- und Schnittarbeit. Regisseur Wong äußerte sich zu dem Kurzfilm, dass die Bilder sich der Musik anpassen sollten, dies ist ihm sehr gut gelungen, ebenso wie die kurze Charakterisierung, die allerdings hauptsächlich dem Skript von Andrew Kevin Walker zugeschrieben werden kann.
Doch trotz der interessanten Geschichte, der guten Darsteller, zu denen auch Forest Whitaker zählt, obgleich er weder im Vor- noch im Abspann zu sehen ist, bleibt leider der Unterhaltungswert auf der Strecke. So ist The Follow zwar malerisch zum Anschauen, interessant ist es auch, aber Spannung oder Action sucht man vergebens. Dafür sieht man den Z3 Roadster 3.0i in einigen sehr schönen Einstellungen.

Wertung:



STAR
Regie: Guy Ritchie
Musik: Blur
Darsteller: Clive Owen, Michael Beattie, Toru Tanaka Jr., Madonna, Woon Young Park
Laufzeit:
9 min.

Inhalt und Kurzkritik:
Wer ist wohl stärker? Der neueste Auftrag des Fahrers (Clive Owen) lautet, einen Rockstar (Madonna) auf den Boden ihrer überheblichen Tatsachen zurück zu holen – mit seinem Fahrstil sollte das doch auch gelingen, oder nicht?
Bereits wenn der Fahrer seinen neuen Gast einführt, kann man nicht umhin zu schmunzeln, sowohl inszenatorisch, als auch darstellerisch wird schnell klar, dass die Macher sich hier nicht ernst nehmen. Mit viel Humor und auch dem Mut (vor allem von Seiten Madonnas), sich selbst auf die Schippe zu nehmen, gelingt Regisseur Guy Ritchie der spaßigste der Kurzfilme, mit einem Augenzwinkern erzählt, rasant geschnitten und gut gefilmt gibt es hier nichts auszusetzen.
So witzig darf sich Clive Owen in der Kurzfilmsammlung später nicht mehr geben, Blurs "Song 2" passt zu dem Gezeigten ebenfalls perfekt und auch der BMW M5 Sedan kommt toll zur Geltung. Die Zeit vergeht hier wie im Flug; interessant ist zudem, dass Madonna gedoubelt wurde, als es sie wie wild auf dem Rücksitz des Autos hin und her schleudert – Star ist gerade dadurch aber ein treffender Beweis, weshalb BMWFilms immer empfiehlt, den Sitzgurt anzulegen.
Ein Kurzfilm ohne Nebenwirkungen, mit gut aufgelegten Darstellern und einem mitreißenden Tempo erzählt.

Wertung:



POWDER KEG
Regie: Alejandro González Iñárritu
Musik: -
Darsteller: Clive Owen, Stellan Skarsgård, Lois Smith
Laufzeit:
14 min.

Inhalt und Kurzkritik:
Ganz im Gegensatz zu Star gibt sich Powder Keg; der Kurzfilm wartet mit einer sehr ernsten und nachdenklich stimmenden Story auf. Nachdem er einige skandalöse Fotos aus einer Bürgerkriegsregion gemacht hat, wird der Kriegsfotograph Harvey Jacobs (Stellan Skarsgård) angeschossen. Der Fahrer (Clive Owen) muss ihn außer Landes schaffen, um sein Leben zu retten und die Fotos an die Öffentlichkeit gelangen zu lassen.
Regisseur Alejandro González Iñárritu versteht sich darauf, das Geschehen mit einer grieseligen Handkamera, schnellen Schnitten, ständigem Gewackel und einem wirklich beunruhigenden Ton umzusetzen. Doch so dokumentarisch die Zooms und Wackler zusammen mit den ausgewaschenen Farben auch sein mögen, diese Geschichte als "Werbefilm" für ein Auto zu verwenden scheint fast noch mutiger, als die Politik des Journalismus offen anzukreiden – denn der Kriegsfotograph spricht aus, was die Menschen ohnehin schon wissen: Anstatt denjenigen in Not und Elend zu helfen werden nur Bilder geschossen.
Das Thema, das Iñárritu hier anspricht ist heikel, wird aber angemessen umgesetzt. Denn trotz der kurzen Actioneinlage liegt das Gewicht des Kurzfilms auf dem Drama der Betroffenen. Ob man ein so wichtiges Tabuthema als BMW-Kurzfilm realisieren muss, sei dahingestellt, doch der BMW X5 3.0i bleibt angenehm im Hintergrund, die Geschichte ist wichtiger als der Werbeclip.
Doch trotz des Lobes bleibt der Kritikpunkt der Inszenierung, denn die verwackelten Kamerazooms können durchaus Kopfschmerzen verursachen.
Die Geschichte ist wichtig und wert, erzählt zu werden – zweifelsohne ist dies der tiefgehendste Kurzfilm aus der Hire-Reihe – dank der wirklich sehr guten Darstellerleistungen sieht man auch über die inszenatorischen Eigenarten des Regisseurs hinweg. Lois Smith hat zwar nur einen kurzen Auftritt, einprägsam ist er aber allemal; Stellan Skarsgård überzeugt auf ganzer Linie und auch Clive Owen wird hier gefordert.
Als Ausklang der ersten Staffel bleibt man mit einem leichten Kloß im Hals zurück, von einem Werbefilm hätte man das nicht erwartet.

Wertung:


Staffel 2 [2002]


HOSTAGE
Regie: John Woo
Musik: Steve Jablonsky
Darsteller: Clive Owen, Maury Chaykin, Kathryn Morris, Darius McCrary, Gerry Becker
Laufzeit:
10 min.

Inhalt und Kurzkritik:
Der Auftakt und gleichzeitig die beste Episode der zweiten Staffel stammt von keinem geringeren als Regisseur John Woo, der zuvor mit Windtalkers [2002] weder Zuschauer noch Kritiker überzeugen konnte. In Hostage fährt der Fahrer (Clive Owen) um das Leben von Linda Delacroix (Kathryn Morris), die gekidnappt wurde und in einem Kofferraum eingesperrt ist. Sie wird ertrinken, wenn der Fahrer nicht rechtzeitig zu ihr kommt – und der Kidnapper (Maury Chaykin) hat sich kurz zuvor eine Kugel in den Kopf gejagt.
Und so rast Clive Owen in einer seiner redseligsten Auftritte durch die Stadt, immer gegen die Uhr und mit einer temporeichen, sehr gut gelungen Musik im Hintergrund. Dank der überaus einfallsreichen, übersichtlichen und intelligenten Inszenierung kann man das Ganze als Zuschauer auch dementsprechend genießen.
John Woo versteht es hier meisterhaft, in der kurzen Zeit eine immense Spannung zu erzeugen und die Action auch angemessen umzusetzen.
Der Schlusstwist passt sich dem ganzen hervorragend an und gibt dem Gesehenen doch eine völlig andere Richtung, als man es erwartet hat.
Genau so sollte ein Actionkurzfilm aussehen – der Z4 Roadster, der sich durch die gesamte zweite Staffel zieht, hat hier ebenfalls genug zu tun. Das einzige Manko von Hostage ist seine Länge: mit 10 Minuten ist er mindestens fünf zu kurz.

Wertung:



TICKER
Regie: Joe Carnahan
Musik: Clint Mansell
Darsteller: Clive Owen, Don Cheadle, F. Murray Abraham, Clifton Powell
Laufzeit:
10 min.

Inhalt und Kurzkritik:
Nachdem er einen Mann (Don Cheadle) mit einem Koffer aufgegriffen hat, findet sich der Fahrer (Clive Owen) unter Beschuss vor einem Helikopter. Wer immer sein Fahrgast ist, er soll sein Ziel wohl nicht erreichen. Doch viel wichtiger ist, dass der Koffer seinen Bestimmungsort erreicht – und so liefert sich der Fahrer eine halsbrecherische Verfolgungsjagd mit seinen Verfolgern.
Die Handlung selbst ist nicht sehr komplex, die Auflösung allerdings, was sich letztendlich im Koffer befindet ist überaus originell und gut gelungen. Was bei diesem Kurzfilm aber eine höhere Wertung unmöglich macht ist die nicht wirklich gut gelungene Inszenierung von Joe Carnahan, der zu oft auf schnelle Schnitte setzt und damit seine grundsätzlich gelungenen Bilder zerstört. Auch hätte man die Rückblenden besser umsetzen können, und die eigentliche Verfolgungsjagd nicht ständig damit unterbrechen sollen. Selbst der Crash der zwei Jeeps, der ja gut gelungen ist, wird durch die verwackelten und zu hektisch geschnittenen Bilder zerstört.
Nichts auszusetzen gibt es dagegen am technischen Aufwand, sowohl der BMW Z4 Roadster, als auch der Helikopter kommt gut zur Geltung und beide Gefährte haben einiges zu tun. Clive Owen agiert routiniert, Don Cheadle ist allerdings mehr gefordert – und er meistert seine Sache verständlicherweise tadellos, auch wenn er zu mehr in der Lage ist.
Die Darstellerriege, die hier in Nebenrollen auftritt kann sich sehen lassen, aber trotz der gelungenen Ausgangslage und der Ideen, die in dem Kurzfilm selbst stecken, wäre mit einem besseren und überlegteren Regisseur mehr drin gewesen. Vielleicht hat man das ja auch den Produzenten Tony und Ridley Scott zu verdanken, besser macht es das aber auch nicht.

Wertung:



BEAT THE DEVIL
Regie: Tony Scott
Musik: Harry Gregson-Williams
Darsteller: Clive Owen, Gary Oldman, James Brown, Marilyn Manson, Danny Trejo, Tony Wilson
Laufzeit:
10 min.

Inhalt und Kurzkritik:
Der bislang letzte Teil der Hire-Kurzfilmreihe wartet mit einer nicht wirklich glaubhaften Story auf: Damit James Brown (James Brown) seine jugendliche Frische behält, schließt er eine Wette mit dem Teufel (Gary Oldman) ab. In einem Wettrennen wird der Fahrer (Clive Owen) den Teufel und seinen Fahrer Bob (Danny Trejo) schlagen müssen.
Nunja, das mag noch ganz originell klingen, doch das Hauptmanko des Kurzfilms ist nicht der Inhalt, sondern die Präsentation. Zu Clive Owens Gunsten kann man sagen, dass er nicht nur der einzige Lichtblick ist, sondern auch noch am wenigsten zu tun hat. Stattdessen fährt Regisseur Tony Scott Gary Oldman als Teufel in Strumpfhosen mit Lippenstift, rotgefärbten Haaren und einem völlig überkanditelten Verhalten auf. James Brown darf sich selbst spielen, was ihm sichtlich Spaß zu machen scheint. Das kann man allerdings nur sagen, wenn man ihn zu Gesicht bekommt, denn jeder Werbeclip, jedes Musikvideo besitzt heute einen besseren Bildaufbau, als dieses hektisch geschnittene, krude und hässlich aussehende Machwerk.
Kamera und Schnitt sind indiskutabel, die Musik ist ein uninspirierter Mix aus James Brown-Songs und pseudo-sphärischem Geklimper und als wäre das nicht genug, gibt es von der Verfolgungsjagd auch nicht viel zu sehen. Dafür sieht man immer wieder in Zeitraffer oder Zeitlupe grieselige Bilder dahinsiechen, die nicht schnell genug wechseln und doch keinen Sinn ergeben.
Sicher waren die Stories hinter den Kurzfilmen bislang nicht wirklich logisch gewesen und hatten nur selten einen Realitätsanspruch, hier verschlägt es den Fahrer allerdings in eine Welt zwischen Fantasy und absurder Surrealität. Wie so etwas von Tony Scott so erbärmlich in Szene gesetzt werden kann, ist schleierhaft. Bedenkt man, dass derselbe Regisseur Top Gun - Sie fürchten weder Tod noch Teufel [1986] und Last Boy Scout - Das Ziel ist Überleben [1991] inszenierte, möchte man sich gar nicht vorstellen, wie seine kommenden Filme aussehen.
Vorteilhaft für BMW ist an diesem Kurzfilm nur, dass der Z4 Roadster nicht viel zu tun hat, ansonsten ist Beat the Devil schlicht so schlecht, dass man ihm wirklich den Teufel austreiben möchte (spätestens, wenn Oldman als Nosferatu-ähnlicher Belzebub im Auto haust). Da hilft auch der wirklich gelungene Gag mit Marilyn Manson nicht – sollte das der letzte BMW-Kurzfilm gewesen sein, dann war es ein Abgang, den man lieber nicht in Erinnerung behalten möchte oder sollte.

Wertung:



Fazit:
Mit den Kurzfilmen, die BMW als Werbefilme inszenieren ließ, beschritten die Macher einen völlig neuen Weg, denn obwohl die beworbenen Autos eine große Rolle spielten, waren sie nicht die Hauptcharaktere der Shorts. Mit individuellen Stories und dem allzeit vertretenen Fahrer Clive Owen erschufen sie einen richtigen Markennamen und konnten damit auch Fans gewinnen.
Es verwundert nicht, dass viele sich fragen, ob irgendwann ein Kinofilm von The Hire kommen wird, und es spricht auch nichts dagegen – bis auf eines: wie die zweite Staffel bewies liegt der Erfolg und die Qualität eines solchen Kurzfilms in gleichem Maße an Regisseur, Skript und Produzent. Nachdem David Fincher sich aus den Filmen zurückzog und die Scott-Brüder das Ruder in die Hand nahmen, sank die Qualität nicht nur rapide, sondern auch spürbar, mit Ausnahme von Hostage, dem von John Woo inszenierten Kurzfilm.
Der Aufwand der Produktionen war merklich groß, die Macher scheuten weder Kosten noch Mühen, und in den meisten Fällen sieht man das auch; doch wie bei jeder Reihe gibt es schwächere und stärkere Episoden. Dass zu den schwächsten ausgerechnet die von den beiden großen Regisseuren Ang Lee und Tony Scott gehören, ist allerdings überraschend. Hinter dem Konzept steckt aber weiter Potential und so könnte man sich durchaus eine dritte Staffel BMWFilms vorstellen. Auf Grund der Kosten wird diese jedoch vermutlich nie realisiert. Und auch wenn man sich über einen Kinofilm mit dem charismatischen Clive Owen in der Hauptrolle freuen würde, ob er tatsächlich kommt, darf bezweifelt werden.


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