skip to content

Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert:
"Gestern, Heute, Morgen" [1994]

Wertung: 5.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 27. März 2017
Genre: Science Fiction / Thriller / Action

Originaltitel: Star Trek: The Next Generation: "All Good Things..."
Laufzeit: 92 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1994
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Winrich Kolbe
Musik: Dennis McCarthy
Darsteller: Patrick Stewart, Jonathan Frakes, LeVar Burton, Michael Dorn, Gates McFadden, Marina Sirtis, Brent Spiner, Denise Crosby, Colm Meaney, John de Lancie, Andreas Katsulas, Clyde Kusatsu, Patti Yasutake


Kurzinhalt:

Zu Beginn nur ein Gefühl, muss Captain Jean-Luc Picard (Patrick Stewart) feststellen, dass er zwischen drei verschiedenen Zeitperioden hin und her springt. Mal sieben Jahre in der Vergangenheit, ist er zurück in seiner Gegenwart und wenig später 25 Jahre in der Zukunft, in der sich die Wege der Crew der U.S.S. Enterprise NCC-1701-D getrennt haben. Der allmächtige Q (John de Lancie), den die Enterprise-Crew bei ihrer ersten Mission bei Farpoint Station kennengelernt hat, weist Picard in die richtige Richtung und fällt gleichzeitig ein erschütterndes Urteil, das die Existenz der gesamten Menschheit gefährdet. Nur wenn es Picard gelingt, eine Crew, die weder ihn, noch sich selbst kennt in der Vergangenheit zu vereinen und eine zerstrittene und zersplitterte Mannschaft in der Zukunft ebenso zur Zusammenarbeit zu bewegen, könnte es ihm mit seiner Enterprise gelingen, die Katastrophe abzuwenden. Aber alle guten Dinge ...


Kritik:
"Alle guten Dinge müssen einmal zu Ende gehen." Das Sprichwort, an das sich der Originaltitel des Serienfinales von Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert anlehnt, scheint im Rückblick die gesamte letzte Staffel begleitet zu haben. In Gestern, Heute, Morgen gipfelt eine Storyarc, die bis zum Pilotfilm Mission Farpoint [1987] zurückreicht. Der filmreife Zweiteiler setzt dabei nicht nur den Standard für andere Science Fiction-Serien, sondern zeigt universell, wie ein hervorragender Abschluss einer so langlebigen Serie aussehen kann.

Die siebte Staffel brachte die Borg als größten Feind der Föderation zurück, beamte Trois Mutter Lwaxana nochmals an Bord und erweiterte Datas Erbe um neue Aspekte. Alle Figuren bekamen in den vorigen 24 Episoden jeweils eine spezielle Story zugeschrieben, sie alle durften nochmals glänzen.
Gestern, Heute, Morgen konzentriert die Geschichte auf einen Captain, der zu Beginn der Serie so unterschiedlich zu der Ikone William Shatner als impulsivem Womanizer mit Vorwärtsdrang war, dass viele ihm keinen Erfolg in der Rolle in Aussicht stellten. Doch gerade durch seine überlegte, diplomatische Art, sein Charisma und der vielen unterschiedlichen Facetten seiner stets etwas einsam wirkenden Person, war Captain Jean-Luc Picard die beste Figur der Serie. Zu sehen, wie Patrick Stewart das Steuer der Serie übernahm, eine Richtung einschlug und die Figur auf Kurs brachte, ist nach beinahe 30 Jahren ebenso beeindruckend wie damals.

Sein erster Auftritt im Finale könnte keinen größeren Kontrast zu dem Vertrauen darstellen, das er normalerweise ausstrahlt. Orientierungslos wendet er sich an Counselor Troi und offenbart ihr, dass er glaubt, durch die Zeit zu reisen, sowohl in die Vergangenheit, als auch in die Zukunft. Die Story erlaubt den beiden Drehbuchautoren Ronald D. Moore und Brannon Braga, den Figuren, wie man sie nach den sieben Jahren kennengelernt hat, diejenigen Persönlichkeiten gegenüberzustellen, die sie zu Beginn waren. Dank Gaststars wie Denise Crosby als Lieutenant Tasha Yar oder Colm Meaney als Chief O'Brien ist die Illusion perfekt. Picards erste Begegnung mit Tasha sowie seine Reaktion vor Counselor Troi in der Gegenwart kurz darauf, jagt einem als Stammzuseher einen Schauer über den Rücken.
Gleichzeitig wirft Gestern, Heute, Morgen einen Blick 25 Jahre in die Zukunft und zeigt den Fans, wohin die Reise für die Figuren gehen könnte. Mit allen Höhen und Tiefen. Der Kniff der Story, weshalb alle Crews, oder besser, die Crews aller Zeitebenen, zusammenarbeiten müssen, sei an der Stelle nicht verraten. Dass hierfür der ebenso geliebte wie gehasste allmächtige Q verantwortlich zeichnet, ist jedoch keine große Überraschung.

Das Skript erzählt dabei eine paradox klingende Geschichte, die am Ende tatsächlich Sinn ergibt. Im Zentrum stehen wie so oft bei Star Trek und bei Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert ganz besonders, Science Fiction-Themen, die deutlich zugänglicher als in Fachzeitschriften präsentiert werden. Außerdem stellt die Vorlage die Figuren in den Mittelpunkt und ringt sich zudem eine beinahe philosophische Aussage ab, die ausgerechnet von Q bei seinem letzten Auftritt getätigt wird. Es ist eine Story, die zu Beginn verwirrend klingt, sich dann aber in der zweiten Hälfte wie ein Knoten aufzulösen beginnt.

Dies ist der einzige wirkliche Vorwurf, den man Gestern, Heute, Morgen machen kann und er ist in gewissem Sinne durchaus berechtigt. Während sich viele Stories der Serie auf einer gewissen Ebene an die langjährigen Fans richteten, waren sie dennoch einem breiten Publikum eher offen. Inmitten der Serie einen Einstieg zu finden, war nicht allzu schwer. Das Serienfinale allerdings richtet sich ganz eindeutig an die Fans, sei es durch die vielen Bezüge in der Vergangenheit, die Gelegenheitszuseher nicht verstehen, oder durch die Charaktermomente, die nur für Kenner keiner Erklärung bedürfen.
Andererseits, wer bis zum Schluss wartet, um neu einzusteigen, der hat womöglich den Anschluss schlicht verpasst. Für diejenigen, die der Crew sieben Jahre lang gefolgt sind, hält der Zweiteiler einige der besten Momente bereit und eine Story, die all das auf den Punkt bringt, was die Serie immer ausgemacht hat.


Fazit:
Die – für viele Fans – beste Crew eines Raumschiffs mit dem Namen U.S.S. Enterprise gibt ihren Ausstand in einer Doppelepisode, in der alle Beteiligten nochmals gefordert werden. Die fantastische Besetzung findet in einer komplizierten, aber logischen und hervorragend einfallsreichen Story zusammen mit vielen liebevoll eingebrachten Details zu dem, was bislang geschehen ist. Mit einer Schlusseinstellung, die die Figuren auf eine so persönliche Art und Weise verabschiedet, dass sich Fans zu recht ein Kloß im Hals bildet und gleichzeitig alle Möglichkeiten offenlässt, gelingt Gestern, Heute, Morgen ein wahres Kunststück. Es ist ein Abschluss, der so für sich bestehen kann, oder auf weitere Abenteuer überleitet. Es ist ein Dankeschön an die Fans, die hier all das geboten bekommen, was Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert in der siebenjährigen Laufzeit ausgezeichnet hat. Humor, Spannung, Science Fiction und Action, aber ebenso nachdenkliche Töne. Einen schöneren Abschied kann man sich kaum wünschen.
 


Treffpunkt: Kritik empfiehlt TEUFEL LAUTSPRECHER GmbH – für den perfekten Heimkino-Sound!
Ok. Diese Webseite benutzt Cookies, um das bestmögliche Browsing-Erlebnis sicherzustellen. Mehr erfahren.