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Star Trek V: Am Rande des Universums [1989]

Wertung: 2 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 23. April 2016
Genre: Science Fiction / Komödie / Action

Originaltitel: Star Trek V: The Final Frontier
Laufzeit: 107 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1989
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: William Shatner
Musik: Jerry Goldsmith
Darsteller: William Shatner, Leonard Nimoy, DeForest Kelley, James Doohan, Walter Koenig, Nichelle Nichols, George Takei, Laurence Luckinbill, Charles Cooper, Cynthia Gouw, Todd Bryant, David Warner, Spice Williams-Crosby, George Murdock

Kurzinhalt:

Auch wenn die neue USS Enterprise noch mit Startschwierigkeiten zu kämpfen hat und lediglich eine Rumpfbesatzung zur Verfügung steht, Captain Kirk (William Shatner) und seine Crew werden aus ihrem Landurlaub auf der Erde zurückbeordert. Der spirituelle Anführer Sybok (Laurence Luckinbill) hat auf dem Planeten des galaktischen Friedens in der Neutralen Zone Geiseln genommen und droht, diese zu töten, wenn nicht ein Raumschiff entsandt wird, um mit ihm zu verhandeln. Spock (Leonard Nimoy) wird dabei mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Zusammen mit ihm, Doktor McCoy (DeForest Kelley) und der übrigen Besatzung macht sich die Enterprise auf, den Geiselnehmer aufzuhalten. Doch auch ein klingonisches Schiff folgt Syboks Aufruf – dabei sehen die Klingonen in Kirk immer noch einen Staatsfeind ...


Kritik:
Es gibt eine weit verbreitete Überzeugung unter den Star Trek-Fans, dass die Filme mit den geraden Nummern besser sind als diejenigen mit den ungeraden. Wer einen Beweis für diese These benötigt, dem wird meist Star Trek V: Am Rande des Universums genannt. In der Tat gibt es im gesamten Film nur zwei Elemente, die funktionieren, so dass es am Ende einfacher ist, sie aufzulisten als all das, womit Regisseur und Hauptdarsteller William Shatner hier so nachhaltig scheitert. Das mag mitunter nicht an ihm liegen, doch es macht das Endergebnis leider nicht besser.

Da ist zum einen die Musik von Jerry Goldsmith, der zehn Jahre nach seinem oscarnominierten Score zu Star Trek: Der Film [1979] zur Reihe zurückkehrt. Nicht nur, dass er die eingängige Hymne zurückbringt, die Fans inzwischen wöchentlich bei Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert [1987-1994] auf dem Bildschirm zu hören bekamen, er verleiht dem Film trotz der absurd lächerlichen Momente ein getragenes Thema, das bereits anklingt, wenn man Captain Kirk zu Beginn beim Bergklettern trifft.
Der zweite gelungene Aspekt sind die Momente zwischen dem eingeschworenen Trio Kirk, Doktor McCoy und dem Vulkanier Spock. Nicht nur, dass diese Szene vor Wortwitz sprießen, sie entfalten sowohl beim Lagerfeuer zu Beginn, als auch in ihren ruhigen Momente an Bord der Enterprise einen melancholischen Charme, der erahnen lässt, wie lange sich die Figuren bereits kennen. Kirks Bekenntnis, dass er eines Tages allein sterben werde, verleiht dem Charakter, der bislang unverwüstlich schien, einen ungewohnten Aspekt.

So viel zu dem, was Star Trek V: Am Rande des Universums gelingt. Der Rest, insbesondere die Story, in der sich (zumindest irgendwann) Kirk und seine Crew auf die Suche nach Gott machen, klingt wie eine Parodie. Dabei hatte Serienerfinder Gene Roddenberry selbst eine ähnliche Story für den ersten Kinofilm vorgeschlagen, die jedoch vom Studio verworfen wurde. Dass das Aufeinandertreffen mit "Gott" am Ende nicht nur enttäuschend, sondern überaus kurz ausfällt, liegt nicht zuletzt daran, dass das Studio Filmemacher Shatner rigorose Vorgaben hinsichtlich des Budgets machte, das während der Produktion weiter zurückgeschraubt wurde. Auch dass man bereits zu filmen begann, während ein Streik der Drehbuchautoren halb Hollywood lahmgelegt hatte, verbesserte die Qualität des Skripts nicht.

Die Geschichte beginnt damit, dass der Vulkanier Sybok auf dem Planeten des galaktischen Friedens die Diplomaten der Erde, Klingons und des romulanischen Imperiums gefangen nimmt. Um sein Ziel zu verfolgen, benötigt er ein Raumschiff und plant, eines zu stehlen. Wie er überhaupt auf den Planeten gelangt war, verschweigt der Film dabei geflissentlich und sieht man, mit welchen Methoden er sein Gefolge kontrolliert, dann scheint es für ihn nicht schwierig, ohne Gewalt zu erreichen, was er will.
Trifft Sybok in der einzigen Siedlung des Planeten ein, Paradise City, erweckt Star Trek V bereits den Eindruck, als hätte sich Regisseur Shatner übernommen: Die Szene einer Taverne soll von der Stimmung her eindeutig an Krieg der Sterne [1977] erinnern, ist hier aber nur abgekupfert. Selbst die vermeintlich lustigen Momente der bekannten Crew oder an Bord der Enterprise sind so überdreht oder wiederholen den eigentlichen Gag derart oft, dass man über und nicht mit den beliebten Charakteren lacht.

Hinzu kommt, dass den Actionszenen offensichtlich das Budget fehlte, um sie wirklich packend zu machen. Sie sind damit schneller vorbei, als ihnen gut tut, vom Finale ganz zu schweigen. Was bleibt ist eine langatmige, an den Haaren herbeigezogene Science Fiction-Geschichte, die zu sehr ins Fantasy-Genre abdriftet und dabei den Kern der Religionen in Frage stellt, obwohl Star Trek das Thema Religion und Glaube bis dahin absichtlich und deutlich ausgeklammert hatte. Dass die Figuren bei alledem ins Lächerliche gezogen werden, kann man dem Film dabei am wenigsten verzeihen.


Fazit:
Wäre es nicht um die bekannten Gesichter oder die packende Musik, die im Film jedoch merklich untergeht, dann würde Star Trek V: Am Rande des Universums noch schlechter in Erinnerung bleiben, als er es ohnehin bereits tut. Der Film überspitzt den Humor in einer Art und Weise, dass er auf Kosten der Glaubwürdigkeit der Charaktere geht. Die Geschichte selbst ergibt inhaltlich keinen wirklichen Sinn und verpufft am Ende ohne irgendeine Auswirkung.
Dank der Figuren folgt man dem, selbst wenn es nie mitreißt und man in manchen Situationen am liebsten die Augen schließen wollte. Die Ursachen dafür mögen großteils in den Querelen liegen, mit denen Filmemacher William Shatner angesichts eigensinniger Produzenten zu kämpfen hatte. Doch das macht den Film als gesamtes nicht besser. Er ist und bleibt ein Schlamassel, den selbst Fans gern ignorieren und auf den sich die nachfolgenden Produktionen nie wieder beziehen.    


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