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Star Trek: Treffen der Generationen [1994]

Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 3. Oktober 2017
Genre: Science Fiction / Action / Thriller

Originaltitel: Star Trek: Generations
Laufzeit: 118 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1994
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: David Carson
Musik: Dennis McCarthy
Darsteller: Patrick Stewart, Jonathan Frakes, Brent Spiner, LeVar Burton, Michael Dorn, Gates McFadden, Marina Sirtis, Malcolm McDowell, James Doohan, Walter Koenig, William Shatner, Alan Ruck, Barbara March, Gwynyth Walsh, Whoopi Goldberg


Kurzinhalt:

Einem Notruf folgend, findet die Crew der U.S.S. Enterprise auf einem Observatorium einen Anblick der Zerstörung vor. Bis auf eine Person hat niemand den Angriff überlebt. Dr. Soran (Malcolm McDowell) bittet Captain Picard (Patrick Stewart), so schnell wie möglich auf die Station zurückkehren zu können, um ein Experiment abzuschließen. Als letzterer sich weigert, da die Untersuchungen bezüglich des Angriffs nicht abgeschlossen sind, handelt Soran auf eigene Faust. An Bord der Station nimmt er Chefingenieur La Forge (LeVar Burton) gefangen und startet sein verheerendes Experiment. Während Picard und Data (Brent Spiner) versuchen, Soran auf die Schliche zu kommen, leitet dieser die letzten Züge seines Planes ein, der ein ganzes Sonnensystem zerstören wird …


Kritik:
Sieben Jahre lang folgten Millionen von Zuschauern den Abenteuern von Captain Picard und seiner Crew in Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert [1987-1994]. Dies wäre bereits eine Leistung, wenn man bedenkt, welch ein Misserfolg der Serie in den Fußstapfen von Captain Kirk, Spock und "Pille" McCoy vorhergesagt wurde. Aber nicht nur, dass die zweite Fernsehserie mit dem Namen Star Trek ein Hit war, sie führte eine neue Generation Zuschauer an die Materie heran. Wie hoch die Erwartungen insbesondere bei den Fans waren, als mit Star Trek: Treffen der Generationen der erste Kinofilm der Crew in die Lichtspielhäuser kam, kann man sich in etwa vorstellen. Entsprechend harsch war der Empfang, der Picard & Co. bereitet wurde, als man dem Film vorhielt, nicht viel mehr als eine aufwändiger produzierte Fernsehepisode zu sein. Langweilig und weder ein gelungener Abschied für Captain Kirk, noch ein angemessener Einstand von Captain Picard von bzw. auf der Leinwand. Während manche Kritikpunkte durchaus angebracht sind und einem nicht mit dem Star Trek-Universum vertrauten Publikum stärker auffallen werden, ist Treffen der Generationen ein besserer Science Fiction-Film, als er oft dargestellt wird. Und er verdeutlicht auch, weswegen die Crew den Sprung auf die große Leinwand mehr als verdient hatte.

Der Film beginnt im Jahr 2293, als Captain Kirk, Scotty und Chekov dem Jungfernflug der ersten U.S.S. Enterprise beiwohnen, die nicht mehr von Kirk kommandiert werden wird. Als die Crew – wie bei Star Trek häufig der Fall – ein Notsignal erhält, wandelt sich der Publicity-Ausflug der "alten Crew" zu einer Rettungsmission, bei der Kirk noch einmal unter Beweis stellen muss, dass er den Ruf einer lebenden Legende zu Recht genießt. Regisseur David Carson, der zuvor unter anderem bei Das nächste Jahrhundert Episoden inszenierte und mit Treffen der Generationen sein Leinwanddebüt gibt, gelingt bereits mit der Titelsequenz und der spannenden Umsetzung des ersten Actionhighlights des Films eine tolle Umsetzung. Er nutzt das Kinoformat gelungen aus, um zusammen mit einer weniger hellen Ausleuchtung der Schiffs-Sets einen cineastischen Look zu erzeugen, dank dem auch für Kenner der Serie bekannte Umgebungen wie die Brücke der Enterprise an Tiefe und Details gewinnen.

Nach einem zeitlichen Sprung ins 24. Jahrhundert trifft das Publikum schließlich auf Captain Jean-Luc Picard und seine Crew, auf die nach einem heiteren Moment nicht nur eine gefährliche Mission um ein verwüstetes Laboratorium wartet, sondern für den Captain eine persönliche Tragödie. Dass Patrick Stewart seiner Figur hier eine emotionale Seite verleiht, die er auch in der vorangegangen Serie oft verborgen hielt, ist für Fans eine Bereicherung. Wer mit dieser Crew jedoch nicht vertraut ist, wird es nach ihren ersten Momenten schwerhaben, die Autorität, die diese Figur auszeichnet (und später wiederfindet), zu entdecken. Treffen der Generationen verknüpft inhaltlich viele Elemente mit der Serie der Crew. Angefangen von Erwähnungen der Borg, Auftritten von Figuren wie Guinan, bei der für diejenigen, die die Serie nicht kennen, nicht erklärt wird, weshalb sie eingangs und später äußerlich unverändert zu sehen ist, oder auch der Gastauftritt der beiden Antagonistinnen. Der eigentliche Bösewicht bleibt darüber hinaus erstaunlich blass, als wäre er lediglich eine Randnotiz der Story.

Die scheint sich im Mittelteil dabei auch länger zu erstrecken, als sie sein müsste, selbst wenn Fans der Figuren viele Momente präsentiert bekommen, auf die man – beispielsweise in Bezug auf den Androiden Data – jahrelang warten musste. Dafür entschädigt das vermeintliche Finale nach eineinhalb Stunden mit einer toll choreografierten Action-Sequenz auf zwei Ebenen. Die ist nicht nur hervorragend gemacht, sondern auch dank der unterschätzten und hörenswerten musikalischen Untermalung von Dennis McCarthy überaus packend.
Tritt Captain Picard allerdings in den Nexus ein, ein Energieband, das gleichzeitig ein Übergang zu einem anderen Ort darstellt, erfährt Treffen der Generationen einen erzählerischen Knick, der den Film nicht nur länger macht, sondern den Erzählfluss geradezu zum Erliegen bringt.

Dass die Filmemacher dies als einzige Möglichkeit sahen, ihre Story zu einem Abschluss zu bringen und dem Titel des Films gerecht zu werden, sei dahingestellt, es nimmt gerade dann, wenn das letzte Drittel an Tempo gewinnen sollte, selbiges zurück, um dann nochmals mit bekannten Momenten wieder durchzustarten. Star Trek-Fans werden im Film dennoch Vieles finden, was für diese kreative Entscheidung entschädigt, sei es der gelungene erste Auftritt von Captain Kirk oder auch die kinoreife Inszenierung der Enterprise-D. Diejenigen Zuseher, die sich einen Leinwandauftritt der Crew um Captain Picard lange wünscht haben, dürfen bei der Wertung auch noch einen halben Punkt hinzurechnen. Alle übrigen erwartet ein Science Fiction-Abenteuer, das seine Zusammenhänge den nicht Eingeweihten zu wenig erklärt, als dass es vollends nachvollziehbar wäre.


Fazit:
Wer sich nach dem packenden und tadellos inszenierten Auftakt fragt, weswegen Regisseur David Carson die U.S.S. Enterprise von Captain Picard nicht im selben Maße in Szene setzt (Fans der Serie hatten schließlich lange darauf gewartet), der wird in der zweiten Filmhälfte belohnt. Dem Filmemacher gelingt ein handwerklich makelloses Leinwanddebüt mit spannend umgesetzten Action-Sequenzen. Gleichzeitig fängt er die aus der TV-Serie bekannten Umgebung mit ungewohnter Lichtgebung so ein, dass sie nicht nur größer erscheint, sondern selbst Fans "neu" vorkommt.
Die Geschichte selbst ergibt zwar mehr Sinn, wenn man sich mit den Mechanismen des Star Trek-Universums auskennt, doch außenstehende Zuseher werden sich hier kaum zurechtfinden. Für Kenner bietet Star Trek: Treffen der Generationen allerdings nicht nur ein Wiedersehen mit den zwei Captains, die dieses Franchise so nachhaltig geprägt haben, sondern einen gelungenen Einstand für eine Crew, die hier so eingespielt auftritt, dass es eine Freude ist zuzusehen. Trotz der ein oder anderen storybedingten Länge.
 


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