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Star Trek: Nemesis [2002]

Wertung: 5.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 18. Januar 2003
Genre: Science Fiction / Action

Originaltitel: Star Trek: Nemesis
Laufzeit: 116 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2002
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Stuart Baird
Musik: Jerry Goldsmith
Darsteller: Patrick Stewart, Jonathan Frakes, Brent Spiner, LeVar Burton, Michael Dorn, Gates McFadden, Marina Sirtis, Tom Hardy, Ron Perlman


Kurzinhalt:
Während der romulanische Senat durch einen tödlichen Putsch von Prätor Shinzon (Tom Hardy) abgelöst wird, feiert die Crew des legendären Raumschiffs Enterprise die Hochzeit von Commander William T. Riker (Jonathan Frakes) und Deanna Troi (Marina Sirtis) in Alaska.
Nach dem Empfang machen sich das Paar, Captain Jean-Luc Picard (Patrick Stewart), der Androide Data (Brent Spiner), Geordi La Forge (LeVar Burton), Lt. Commander Worf (Michael Dorn) und Dr. Beverly Crusher (Gates McFadden) mit der Enterprise-E auf den Weg nach Trois Heimatplaneten Betazed, um dort die Zeremonie erneut vorzunehmen.
Doch plötzlich empfangen sie von Kolarus III ein positronisches Signal, das ansich nur von Data stammen könnte. In einer Expedition finden sie einen weiteren Androiden, der baugleich mit Data scheint, allerdings auf den Namen B-4 hört.
Unterdessen erhält die Enterprise den Auftrag, nach Romulus zu fliegen, wo Prätor Shinzon um ein Treffen mit der Föderation gebeten hat.
Dort angekommen sieht sich Captain Picard seiner schwierigsten Herausforderung gegenüber, Shinzon ist sein jüngerer Klon und führt, im Gegensatz zu seinen Friedensabsichten, mehr im Schilde, als auf den ersten Blick zu erkennen ist.


Kritik:
Zu Hintergrundinformationen und einem allgemeinen Einstieg in das Star Trek-Universum, lesen Sie bitte unser Star Trek-"Special".

Es gibt Kritiker, denen es eine unsagbare Freude bereitet, Filme in Grund und Boden zu stampfen, beziehungsweise, sie in der Luft zu zerreissen.
Ich muss gestehen, so etwas bietet seinen ganz besonderen Reiz: Man kann in einer negativen Kritik auf eine Art und Weise schreiben, wie man es in einer positiven eben nicht kann. Es ist eine Gratwanderung zwischen objektiven Fakten und persönlichen Abneigungen, ein Drahtseilakt, die Leser zu unterhalten und gleichzeitig die Macher soweit zu beleidigen, dass es dennoch nicht persönlich wird.
Andererseits ist es – zumindest mir – auch eine Freude, einen Film gut zu bewerten, denn es bedeutet, dass es mir im Kino nicht langweilig war, und mir der Besuch Spaß gemacht hat.
In beiden Fällen gilt es dann, seine Gedanken zu Papier zu bringen und dies fällt einem von Film zu Film unterschiedlich schwer oder leicht. Manche Kritiken schreiben sich gewissermaßen von selbst, andere müssen, meist entsprechend zu den Filmen, regelrecht erarbeitet werden.

Bei Nemesis ist es mir recht leicht gefallen, meine Gedanken niederzuschreiben, schon aus dem Grund, weil mir der Film sehr viel Spaß gemacht hat, und das nicht nur als Fan der Reihe, sondern weil es einfach ein wirklich guter Film ist.
Vier Jahre musste man nach dem leicht enttäuschenden Der Aufstand [1998] warten, bis ein neuer Film mit der beliebten Crew in die Kinos kam (die längste Wartepause im Star Trek-Franchise bisher), und dann kündigten die Macher schon im Vorfeld an, dass es vermutlich der letzte sein würde. Mehr noch, von Reibereien am Set wurde berichtet, und als die Macher offiziell zugaben, 40 Minuten aus dem ersten Rohschnitt herausgenommen zu haben, um den Film auf eine kinotaugliche Länge zu bringen, waren die Verwunderung und die Befürchtungen groß. Gaststars, die extra eingeladen wurden, sind im Film kaum oder gar nicht zu sehen, viele ruhige Handlungsabschnitte mussten entfernt werden, darunter auch gewisse Schluss-Sequenzen und nicht zuletzt die aus Trailern und Gerüchten bekannten Finalszenen im Film, in denen die Enterprise beinahe zerstört werden sollte und beliebte Charaktere ihre letzten Auftritte hätten, machten mir als Fan keine großen Hoffnungen, dass der Film ein solider Abschluss würde.
Mitverantwortlich waren dabei auch die verantwortlichen Personen, John Logan ist zwar als Drehbuchautor gefeiert, mit seinen bisherigen Werken (zum Beispiel Gladiator [2000]) konnte ich mich allerdings nicht sonderlich anfreunden und als Star Trek-Autor schien er mir gänzlich ungeeignet. Regisseur Stuart Baird hatte zuvor nie etwas mit dem Franchise zu tun und sollte frischen Wind bringen – was bei einem solchen Vorgehen herauskommen kann, hat man in dem hoffnungslos überschätzten und gnadenlos enttäuschenden James-Bond-Film Stirb an einem anderen Tag [2002] von Lee Tamahori gesehen, der der Reihe nach vielen guten Filmen empfindlich geschadet hat, und den Langzeitfans schlimme zwei Stunden bescherte.
Sollte sich das Desaster wiederholen, nur eben im ohnehin angeschlagenen Star Trek-Universum, das angesichts der nicht sehr erfolgreichen letzten Serien ohnehin schwächer denn je ist?

Es gab viel, was hätte schieflaufen können und trotz eines guten Gesamtvoreindrucks ging ich mit gemischten Gefühlen in den Kinosaal und erlebte einen der besten Star Trek-Filme der gesamten Reihe mit Spezialeffekten, die diejenigen der letzten beiden Star-Wars-Filme bei Weitem an Natürlichkeit übertreffen und – was Weltraumschlachten angeht – zur Zeit das Non-Plus-Ultra darstellen.
Als Film war Nemesis für mich vielleicht der beste TNG-Film, sicher aber der beste (reine) Science-Fiction-Film der letzten Jahre mit einem herausragenden Bösewicht, der der bekannten Crew alles entgegensetzt, was sich Fans schon ewig für ein Kinoabenteuer gewünscht hatten.

Zu verdanken ist das überraschenderweise in erster Linie John Logan, der mit seinem ausgefeilten Drehbuch eine Glanzleistung ablieferte, die in diesem Genre ihresgleichen sucht. Mit interessanten und überzeugenden Charakterfindungen in der ersten Hälfte des Films, einem charismatischen Bösewicht, der die Zuschauer sofort für sich gewinnt und einem actionreichen und fulminanten Finale, bei dem kein Zuschauer ruhig auf seinem Sessel sitzen bleibt.
Logan erschuf in Nemesis für Captain Picard die persönlichste und unheimlichste Nemesis, die man sich vorstellen kann: Ihn selbst! Wie unterschiedlich könnte ein eigener Klon sein, wenn er unter verschiedenen Bedingungen aufgewachsen ist? Die Thematik ist heute aktueller denn je und wird im Film noch durch Datas Früh-Bruder B-4, im Deutschen einfach Bevor genannt, verstärkt.
Gleichzeitig führt der Autor auch eine völlig neue Rasse ein, die Remaner, vom Schwesterplaneten von Romulus und (bisher) gefügige Untertanen und Soldaten der Romulaner. Er erweiterte das bekannte Star Trek-Universum um eine Spezies, die unheimlich und faszinierend zugleich wirkt, hauptsächlich verkörpert von Ron Perlman, der unter seinen ausgezeichneten Maske wahrlich nicht zu erkennen ist.
Gleichzeitig lud Logan eine Handvoll Gaststars mit ein, die in kurzen Szenen auftreten und die Herzen der Fans höher schlagen lassen; er kombiniert bekannte Storyelemente aus der Serie und verhilft der Crew zu einem würdigen und getragenen Abschied, der nicht zuletzt durch seine Schluss-Schlacht in die Analen der Reihe eingehen wird.
Die meisten Personen bekommen eine interessante und schöne Szene zugesprochen, Hauptaugenmerk liegt ganz eindeutig auf der Beziehung zwischen Picard und Shinzon (der Name bedeutet im chinesischen Mandarin "Herz"), Data und B-4 und auch Deanna Troi, die erstmals eine größere Rolle in den Filmen spielt. Auch Geordi La Forge hat ein paar sehr schöne Szenen, Commander Riker und Beverly Crusher haben nicht sehr viel zu tun, und der Klingone Worf kommt kaum zum Zug, was allerdings in den fehlenden Szenen großteils kompensiert sein soll.

Die Darsteller zollen das ganz offensichtlich mit einem Elan in ihren Rollen, den man im neunten Teil überwiegend vermisste, ihnen allen scheinen die Uniformen noch immer wie angegossen zu passen und insbesondere Patrick Stewart spielt sich zusammen mit Tom Hardy (für seine Rolle waren zuvor unter anderem Jude Law und Michael Shanks im Gespräch) zu Höchstleistungen auf.
Auch Brent Spiner scheint mit dem Drehbuch zufrieden gewesen zu sein (er hat an der Grundgeschichte sogar mitgeschrieben), seine Doppelrolle ist nicht nur sehr gut umgesetzt, sondern von ihm auch mit Nachdruck gespielt.
Keiner der Darsteller muss sich die Behauptung gefallen lassen, dass er oder sie nicht überzeugenkönne, auch Dina Meyer, die unter ihrer romulanischen Maske ebenfalls kaum zu erkennen ist, agiert völlig überzeugend. Marina Sirtis durfte in diesem Film zu mehr Emotionen stehen, als bisher, aber selbst dies meistert sie problemlos.

Die Inszenierung hat mich mehr als nur überrascht, Stuart Baird versteht es, mit interessanten und überraschenden Kameraeinstellungen und -fahrten die Zuschauer zu fesseln, die fabelhaft inszenierten Actionszenen bieten immer genügend Übersicht und versetzen den Zuschauer dennoch mitten ins Geschehen. Von einer statischen oder verwackelten Kamera ist glücklicherweise nichts zu sehen.
Die Spezialeffekte baut er gekonnt in die realen Bilder ein, ohne die Inszenierung nur nach ihnen auszurichten.
Auch die Schusswechsel in den Gängen der Enterprise sind gut in Szene gesetzt, von der Zerstörung der Brücke gar nicht zu reden.
Darüber hinaus richtet er sich auf die Charaktere ein, weiß genau, wann er ihnen Raum geben muss, und wann Großaufnahmen der Mimik zur Szene passen.
Dass er sein Handwerk im Filmschnitt gelernt hat, merkt man besonders an den schnellen Sequenzen, die allein durch ihren Aufbau ein mitreissendes Tempo vermitteln und außergewöhnlich gut umgesetzt sind.

Die Gewichtung des Films liegt wie schon erwähnt sehr deutlich auf Dialog/Action: Während die erste Hälfte, von der aufregenden Geländewagen--Sequenz abgesehen, sich hauptsächlich darauf konzentriert, die Charaktere einzuführen und die Beziehungen zwischen ihnen zu verdeutlichen, erwartet den Zuschauer in der zweiten Hälfte eine Actionsequenz, die nicht nur bei Star Trek bislang beispiellos ist. Vom Aufbau auf mehreren Ebenen bis hin zu einer Kollision zwischen zwei riesigen Raumschiffen sind auch Nahkämpfe und psychologisch ausgefeilte Szenen geboten.
Prinzipiell beginnt dieser actionbetonte Abschnitt mit Picards Flucht aus Shinzons Raumschiff, der Scimitar, während der man – wie bisher nur in Star Wars – zu sehen bekommt, wie sich ein kleiner Raumgleiter seinen Weg aus einem riesigen Schiff bahnen kann.

Zweifellos muss sich ein solcher Film auf die visuellen Effekte verlassen können, da das Gezeigte ansonsten völlig unnatürlich, unglaubwürdig und lächerlich wirken würde. Für Nemesis war die Effektefirma "Digital Domain" hauptverantwortlich und diese zauberte Bilder auf die Leinwand, die man ohne Vorbehalte genießen darf. Insbesondere die Weltraumschlacht ist weder heute noch in Zukunft besser zu machen.
Wenn die Enterprise auf die Scimitar aufschlägt, und sich wieder aus ihr herausbohrt, verschlägt es einem beinahe den Atem, mit einem Detailreichtum, Splittern und Wrackstücken, dass man meinen könnte, die Macher hätten dafür zwei reale Raumschiffe zerstört. Dass sich dabei hin und wieder Logikfehler oder ein gewisser Unrealismus einschleichen, nimmt man als Zuschauer bei dem ganzen Spaß gerne hin.
Auch die Planetenaufnahmen zu Beginn, oder die Flucht mit dem Shuttle sind absolut makellos in Szene gesetzt und markieren zur Zeit den Höhepunkt des technisch Machbaren.
Es wird vielen Leuten nicht gefallen, wenn ich das sage: Aber obwohl ich ein ebenso großer Fan von Star Wars wie Star Trek bin, muss ich gestehen, dass nicht nur an Story und Darstellerleistungen (von den Dialogen möchte ich gar nicht anfangen), sondern auch angesichts der Spezialeffekte Star Trek: Nemesis deutlich besser und gelungener ist, als Episode II – Angriff der Klonkrieger [2002]. Während bei George Lucas Sternenkrieg die Spezialeffekte aus reinem Selbstzweck in die krude und langatmige Story hineingeschrieben wurden, dienen sie bei Star Trek wirklich der Geschichte und überfrachten selbige nicht. Vor allem zeigte die Star Wars-DVD, dass die realen Darsteller in die computergenerierten Hintergründe völlig offensichtlich und lieblos hineinkopiert wurden, das Ganze wirkt eher wie ein Computerspiel, als ein Film – und derartiges sieht man bei Nemesis glücklicherweise ebenfalls nicht.
Die Effekte wirken hier realistisch und fügen sich nahtlos in die Kulissen und Szenen ein; glücklicherweise wurde in diesem Teil, im Gegensatz zu den beiden letzten, mit dem Special Effects auch nicht gegeizt, die Macher zeigen, was sie zeigen wollen; und was man zu sehen bekommt, sieht fantastisch aus.

Untermalt wird all das von einem grandiosen und zurückhaltenden Score von Altmeister Jerry Goldsmith, der tief in den eigenen Archiven grub, um in Nemesis bekannte Themen wieder aufzuführen und so den Kreis der Saga bislang auch in musikalischer Hinsicht abzuschließen. Seine düsteren Themen passen wie angegossen zu den Szenen und Eindrücken, die Action wird stets richtig eingefangen und die teils elektronisch unterstützte Musik ist ein Fest für die Ohren.
Entgegen der Devise seines Kollegen John Williams, setzt der nunmehr 73-jährige Goldsmith nicht auf sinnlose und unkontrollierte Bombastmusik, sondern auf ein persönliches und eindrucksvolles Thema, das sich durch den gesamten Film wie ein roter Faden zieht. Eine Oscarnominierung sollte ihm hier, wie bereits für Star Trek: Der Film [1979] sicher sein, auch wenn die Academy aus Prinzip keine finanziell unerfolgreichen Filme nominiert – Geschäftspolitik.

Mindestens ebenso gelungen wie bislang ist die Arbeit von Maskenbildner Michael Westmore und Setdesigner Herman Zimmerman.
Westmore erschuf mit den Remanern eine der denkwürdigsten und aufwändigsten Masken im Science-Fiction-Genre, die durch ihren Detailreichtum und ihre beabsichtigte Referenz an Nosferatu überzeugen. Doch auch Shinzons Maske, die erst gegen Ende des Films voll zum Ausdruck kommt, ist eine eindrucksvolle Leistung, die denen von Star Wars in nichts nachsteht – im Gegenteil.
Herman Zimmerman designt schon seit langem für Star Trek Sets und auch dieses Mal konnte er die Innenarchitektur der Enterprise weiter ausbauen, am Imposantesten ist allerdings der romulanische Senat, der so viele interessante und hintergründige Details besitzt, dass man sie gar nicht alle zählen kann.
Von Shinzons Schiff, der Scimitar, ist leider nicht so viel zu sehen, allerdings war dieses Set zwar durchdacht, aber weniger einprägend.

Auch wenn es die Macher immer wieder anders betonen, entfaltet der Film nur bei Fans des Genres sein volles Potential; als Nicht-Trekker kann man sich zwar von der Action mitreissen lassen und auch einige Witze sind verständlich. Aber die meisten Anspielungen und Gags verstehen eben nur Fans der Reihe, sei es der Chateau Picard, eine Referenz auf das Weingut, das Captain Picards Familie in Frankreich besitzt, oder Datas Katze Spot, die einmal mehr zu sehen ist.
Vor allem erklärt der Film viele Dinge nicht, sondern geht von einem bestimmten Grundwissen, das langjährige Fans mitbringen können, automatisch aus. Insbesondere die Hintergründe zu Datas heroischer Tat werden nicht ausführlich erklärt, sondern laufen wortlos ab. Wer nicht mitdenkt wird viele Gesten, Datas kurzes Zögern vor seinem Schuss, der ihn dem Menschsein in diesem Moment näher bringt, als je zuvor (denn trotz dem, was er für seine Freunde auf sich nehmen will, zögert er, da er sein Leben und seine Erfahrungen nicht aufgeben möchte), oder auch Entscheidungen nicht verstehen.

Autor John Logan spickte den Film mit unzähligen Anspielungen: Cameoauftritte von Wil Wheaton (Wesley Crusher) oder Kate Mulgrew (Admiral Kathryn Janeway), das Kirk-Manöver, die U.S.S. Archer oder auch den Dominion-Krieg, so dass jede Serie erwähnt wurde – auch Whoopie Goldberg zeigt sich ein weiteres Mal als Guinan, und selbst X-Men [2000]-Regisseur Bryan Singer darf kurz vor die Kamera treten.
Wenn die Fans die Blumen hinter Picard während der Hochzeitsrede als die Stargazer-Lilien erkennen, muss ihnen einfach ein Lächeln über das Gesicht huschen, war es doch das Schiff, das der Captain lange Zeit kommandierte; und auch die Erwähnung von Rikers erster Begegnung mit Data auf dem Holodeck, bei der der Androide versuchte "Pop Goes the Weasel" zu pfeifen, ruft bei dem einen oder anderen nostalgische Tränen hervor.
Angeblich musste sogar die Schlussszene im Bereitschaftsraum des Captains ein zweites Mal gedreht werden, da Darsteller Patrick Stewart während des ersten Drehs unwillkürlich zu weinen begann – verständlich, wenn man bedenkt, dass diese Crew seit 15 Jahren immer wieder zusammenkam, und den Zuschauern unterhaltsame und auch nachdenkliche Stunden bescherte, und all das nun bereits ein Ende haben sollte.

Eine weitere Premiere gab es beim Set von Nemesis im Übrigen: Anstatt wie bisher die Kamera bei Erschütterungen auf der Brücke wackeln zu lassen, wurde dieses Mal das Set auf hydraulischen Pressen ausbalanciert und konnte so realistisch geschüttelt werden – wie bei Galaxy Quest [1999] trugen auch hier die Darsteller von einigen starken Erschütterungen Blessuren davon.

Was mir von Nemesis in Erinnerung blieb ist ein unterhaltsamer Science Fiction-Film, der die TNG-Crew noch einmal auf die Bühne holte und zu einem explosiven Finale vereinte. Mit einer ausgenutzten und interessanten Story, tollen Charakteren und überzeugenden Darstellerleistungen mausert sich der Film auf den zweiten Platz unter meinen Lieblings-Star Trek-Filmen, hinter Das unentdeckte Land [1991] und auf eine Stufe mit Der erste Kontakt [1996] und Der Zorn des Kahn [1982].
Es gibt ansich nichts, das man hätte besser machen können, für Fans gibt es genug Szenen, die einen mit verklärtem Blick an die Serie zurückdenken lassen und das Budget kann der Film gekonnt für sich ausnutzen. Technisch brilliant gemacht mit der besten Raumschlacht, die es seit Starship Troopers [1997] im Kino zu sehen gab – George Lucas versucht ja offensichtlich gar nicht erst, seinem legendären Kampf um Endor in der neuen Trilogie wenigstens gleichzukommen.


Fazit:
Sollte dies das letzte Abenteuer der Crew um Patrick Stewart gewesen sein, so war es ein würdiger Abgang, der alle bisherigen Kritikpunkte an Star Trek ausräumte: Mitreißende Action satt mit einer nachdenklich stimmenden Story, tollen Sets und einem ungeheuren Unterhaltungswert.
Technisch nicht besser zu machen und mit einer gesunden Mischung aus Dialog und Action zeigt Nemesis die Crew in Höchstform und erlaubt sich eigentlich nur einen Faux Pas, für den sie selbst nichts kann – der denkbar ungünstigste Starttermin, besonders in den USA.
Für Fans ein Muss, für alle anderen Science Fiction-Interessierten unterhaltsame zwei Stunden mit einem rasanten und feuergefährlichen Finale.


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