skip to content

Sherlock Holmes: Der Hund von Baskerville [1939]

Wertung: 5 von 6 Punkten  |   Kritik von Lars Adrian  |   Hinzugefügt am 02. September 2002
Genre: Krimi

Originaltitel: The Hound of the Baskervilles
Laufzeit: 80 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1939
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Sidney Lanfield
Musik: David Buttolph, Charles Maxwell, Cyril J. Mockridge, David Raksin
Darsteller: Basil Rathbone, Nigel Bruce, Richard Greene, Wendy Barrie


Kurzinhalt:
Vor Jahrhunderten wurde Sir Hugo Baskerville von einem Geisterhund getötet – die Sage des monströsen Hundes von Baskerville hielt die Menschen rund um das Moor des Baskervillebesitzes lange Zeit in Angst und Schrecken. Dann geriet sie immer mehr in Vergessenheit. Doch als Sir Charles Baskerville tot aufgefunden wird und Spuren eines gigantischen Hundes festgestellt werden, fürchtet James Mortimer (Lionel Atwill), Arzt und bester Freund des Verstorbenen, dass auch dem Leben des jungen Erben Sir Henry Baskerville (Richard Greene), der gerade aus Kanada angekommen ist, Gefahr droht.
Mortimer sucht bei dem berühmten Detektiv Sherlock Holmes (Basil Rathbone) und seinem findigen Gehilfen Dr. Watson (Nigel Bruce) Rat und bittet ihn, auf Sir Henrys Leben zu achten – und dabei verständlicherweise herauszufinden, wer oder was hinter möglichen Anschlägen stecken könnte. Holmes geht darauf ein, allerdings reichen die Intrigen und Verstrickungen weiter, als er zunächst angenommen hat.


Kritik:
Es gibt unzählige Sherlock-Holmes-Verfilmungen, schon seit den Anfängen der Kinogeschichte. Allein "Der Hund von Baskerville", die wohl bekannteste Sherlock-Holmes-Geschichte von Sir Arthur Conan Doyle, wurde bislang mindestens 14 Mal für Kino und Fernsehen umgesetzt. So zahlreich die Adpationen, so unterschiedlich ist auch die eigentliche Qualität der einzelnen Verfilmungen.

In den Jahren 1939 bis 1946 entstand eine Serie von insgesamt 14 Sherlock-Holmes-Filmen, in denen Basil Rathbone als Sherlock Holmes und Nigel Bruce als Dr. Watson auftraten.
Die meisten Filme der Serie orientieren sich recht nahe an den literarischen Vorlagen, obwohl ein paar auch auf neu entwickelten Stories beruhen.
Für viele Kritiker ist diese Film-Serie die beste Adaption der berühmten Detektiv-Geschichten, und wie Margaret Rutherford als Inbegriff von Agatha Christies Miss Marple gilt, so stellt auch Basil Rathbone für die meisten Fans die ideale Verkörperung von Sherlock Holmes schlechthin dar.
In der Tat: Wer jemals einen Sherlock-Holmes-Roman oder eine -Geschichte von Sir Arthur Conan Doyle gelesen hat und danach Basil Rathbone in der Rolle des genialen Ermittlers sieht, kann sich kaum eine bessere Besetzung vorstellen. Rathbone spielt den Charakter nicht nur, er scheint Sherlock Holmes wirklich zu sein.

Der Schauspieler ist auch der größte Pluspunkt von Sherlock Holmes: Der Hund von Baskerville. Nigel Bruce spielt zwar auch Holmes Freund und Schüler Dr. Watson überzeugend, die anderen Darsteller können jedoch keine besonderen Akzente setzen. Andererseits ist eine umfassende Charakter-Entwicklung bei der relativ kurzen Spieldauer von knapp 80 Minuten nicht möglich.

Im Mittelpunkt des Filmes stehen aber auch nicht unbedingt die einzelnen Protagonisten, sondern vielmehr die verzwickte Kriminalgeschichte in unheimlicher Atmosphäre.
Da es sich um einen Schwarzweiß-Film handelt, kommen der Kamera, der Musik und dem Spiel aus Licht und Schatten besondere Bedeutung zu.
Regisseur Sidney Lanfield versteht es wunderbar die begrenzten Mittel der damaligen Zeit erfolgreich einzusetzen. Der Hund von Baskerville erzeugt von Anfang an eine bedrohliche Stimmung. Die Moore aus der tiefsten ländlichen Gegend in England – samt Nebel und Hunde-Geheul – sind überzeugend und vor allem schön gruselig, obwohl ein Großteil der Aufnahmen im Studio entstanden. Auch abgebrühte Zuschauer von heute können dabei eine angenehme Gänsehaut empfinden.
Die Geschichte wird straff und für den Zuschauer nie langweilig erzählt. Die Auflösung kommt zwar nicht wirklich überraschend. Der Spannung tut dies aber keinen Abbruch.

Etwas überrascht war ich über die Fassung, die das ZDF am 29.08.2002 ausgestrahlt hat: Der Film stammt aus dem Jahr 1939 und sowohl Basil Rathbone, als auch Nigel Bruce hatten die richtigen deutschen Stimmen. Trotzdem hatte ich das Gefühl, als wäre der Film nachsynchronisiert gewesen. So ist zum Beispiel in einer Nebenrolle die sonst übliche Synchronstimme von Richard Gere zu hören. Die deutsche Synchronisation wirkte dadurch uneinheitlich und besonders die "neuen" Sprecher erschienen lustlos.


Fazit:
Ein zeitloser, atmosphärisch dichter Klassiker, den man sich nicht nur wegen dem brillianten Basil Rathbone als Sherlock Holmes immer wieder gerne ansieht, und der zu den besten Filmen der 14-teiligen Serie zählt.
Meine Empfehlung: An einem windigen, stark bewölkten Herbstabend bei Vollmond mit halb geöffnetem Fenster kurz vor dem Schlafengehen anschauen und den schönen Schauder genießen.


Treffpunkt: Kritik empfiehlt TEUFEL LAUTSPRECHER GmbH – für den perfekten Heimkino-Sound!
Ok. Treffpunkt: Kritik verwendet Cookies, um den Internetauftritt bestmöglich an die Besucher anpassen zu können.
Sofern Sie auf dieser Seite bleiben, stimmen Sie dem zu. Weitere Informationen finden Sie in der Datenschutzerklärung.