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Sahara - Abenteuer in der Wüste [2005]

Wertung: 3 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 1. Januar 2016
Genre: Action / Thriller / Unterhaltung

Originaltitel: Sahara
Laufzeit: 124 min.
Produktionsland: Großbritannien / Spanien / Deutschland / USA
Produktionsjahr: 2005
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Breck Eisner
Musik: Clint Mansell
Darsteller: Matthew McConaughey, Steve Zahn, Penélope Cruz, William H. Macy, Rainn Wilson, Delroy Lindo, Lambert Wilson, Lennie James, Robert Cavanah


Kurzinhalt:

Dirk Pitt (Matthew McConaughey) ist Schatzsucher und für die Non-Profit-Organisation NUMA tätig. Nach einer Bergung in Nigeria erhält er einen neuen Hinweis über den Verbleib eines verschollenen Panzerschiffs, hinter dem Pitt seit Jahren herjagt. So überredet er seinen Boss Sandecker (William H. Macy), ihn zusammen mit seinem Freund seit Kindertagen, Al Giordino (Steve Zahn), nach Mali reisen zu lassen, um der Spur nachzugehen. Die Ärztin Eva Rojas (Penélope Cruz) wird sie begleiten, glaubt sie doch, in Mali den Ursprung einer Seuche finden zu können, die sich immer weiter ausbreitet. In Mali ist der brutale Warlord Kazim (Lennie James) an der Macht, der zusammen mit dem Geschäftsmann Massarde (Lambert Wilson) seine eigenen Pläne verfolgt. Noch ahnt Dirk nicht, in welches Wespennest er hineinsticht ...


Kritik:
Was immer man für einen Film bei Sahara - Abenteuer in der Wüste erwartet, man wird ihn nicht bekommen. Die Großproduktion um den Romanserienhelden Dirk Pitt, dessen erstes Leinwandabenteuer Hebt die Titanic [1980] lange zurückliegt, gibt sich wie eine Mischung aus James Bond und Indiana Jones, nur um zu vergessen, was beide Reihen so sehenswert und erfolgreich macht. Regisseur Breck Eisner beginnt überaus vielversprechend, so dass was folgt umso mehr enttäuscht.

Auf den ersten Blick mag man denken, dass Indiana Jones als Figur doch nichts anderes ist, als eine Abwandlung von James Bond, immerhin reisen beide um die Welt und bestehen Abenteuer. Aber während James Bond ein Alleskönner ist, ein Pilot, Expertentaucher, in allem belesen und gewandt in unzähligen Sprachen, ist Indiana Jones ein ewiger Improvisateur, immer im Nachteil gegenüber seinen Gegnern und stets am Aufholen, statt am Vorweggehen. Der von Matthew McConaughey gespielte Dirk Pitt ist Mitarbeiter der National Underwater and Marine Agency (NUMA), die im Meer gefundene Erbstücke der Menschheit birgt, damit die archäologischen Schätze nicht verloren gehen. Gleichzeitig ist er ein ehemaliger US Navy-Soldat, bewandert in Nahkampf, Waffenkunde und Taktik mit einem derart durchtrainierten Körper, dass sogar der Geheimagent Ihrer Majestät vor Neid erblassen müsste.

Somit ist Pitt nie im Nachteil, hat selbst wenn er improvisieren muss immer die Oberhand und jeder Plan, den er sich zusammen mit seinem Sidekick Al im Vorbeigehen ausdenkt, funktioniert auf Anhieb oder mit einer kleinen Startschwierigkeit. Kein Wunder reißt sein Schicksal nur bedingt mit.
Pitt, der vor der nigerianischen Küste für NUMA aktiv ist, ist fasziniert von der CSS Texas, einem sagenumwobenen Panzerschiff der Konföderierten Staaten aus dem Sezessionskrieg, das nie gefunden wurde. Man würde nach dem Prolog und dem gelungenen, einfallsreichen Vorspann, der eine Rundreise durch Pitts Schiffskabine darstellt und viele Infos über seine Abenteuer bereithält, vermuten, dass Sahara sich um die Suche nach diesem Panzerschiff drehen würde. Das ist in gewisser Hinsicht auch der Fall, käme da nicht die eigentliche Handlung des Skripts dazwischen.

Dieses dreht sich nämlich um die Ärztin der Weltgesundheitsorganisation Eva Rojas, die nach zahlreichen Krankheits- und Todesfällen, die sie in Nigeria untersucht hat, eine Epidemie in Mali befürchtet. Dort hält der Warlord Kazim die Kontrolle über die Hälfte des Landes, der Rest wird von Tuareg-Rebellen mehr oder weniger kontrolliert. Als Pitt nach Mali aufbricht, um einer Spur des Panzerschiffs zu folgen, schließt sich Rojas mit ihrem Kollegen an und reist in ein schwer umkämpftes Gebiet. Ohne Unterstützung, Ausrüstung, oder sich vor der Begehung von infizierten Gebieten Schutzkleidung anzulegen. Die Story umspannt außerdem noch den französischen Geschäftsmann Massarde, der in Mali Geschäfte mit Kazim macht und selbstverständlich trotz seines Saubermannimages bereit ist, sehr, sehr böse Dinge zu tun.

Die Schurken und ihre finsteren Pläne könnten dabei ebenso wie manche Bauten und die Actionsequenzen aus einem Bond-Film stammen. Genauso die weibliche Hauptrolle, gespielt von der unterforderten Penélope Cruz. Es scheint, als wäre es Eva Rojas' einzige Aufgabe, ständig gerettet zu werden, was sogar Dirk Pitt beim Vor-Finale kommentiert. Wirklich viel zu tun hat sie jedoch nicht. Komponist Clint Mansell empfiehlt sich als Anlaufstelle für einen zukünftigen Film um Geheimagent 007: Sein Thema erinnert durch die Instrumentierung an die frühen Bond-Themen und die Actionszenen sind so temperamentvoll und wuchtig umgesetzt, dass man vermuten könnte, David Arnold wäre mit dabei gewesen.

Das hört sich alles sehr schmeichelhaft an, doch so ist es leider nicht gemeint. Es fehlt Sahara - Abenteuer in der Wüste an einer eigenen Identität, alle Elemente sind aus besseren Filmreihen zusammengeklaut und nur halbherzig umgesetzt. Inhaltlich springt die Story immer wieder um Antworten auf wichtige Fragen umher und die handwerkliche Umsetzung lässt im besten Fall zu wünschen übrig. Dass die geplante Kinoreihe um Dirk Pitt nach diesem Film nicht weiterverfolgt wurde, wundert nicht.


Fazit:
Nicht nur, dass die Actionszenen zerfahren und ohne Übersicht geschnitten sind, sogar in den ruhigen Dialogen schneidet Regisseur Breck Eisner eher unbeholfen alle eineinhalb Sekunden, als wolle er auf Krampf ein Tempo erzeugen, das die Geschichte an sich schon mitbringt. Die vielen Songs, die immer im Klarton begonnen werden, um dann im Hintergrund in einem Radio auszuklingen, schmälern den gelungenen Score von Clint Mansell und erwecken den Eindruck, als hätten die Produzenten unbedingt ein Soundtrack-Album füllen müssen.
Die Geschichte um die Epidemie und deren Ursache ist interessant, aber nicht halb so sehr wie das Schicksal des Panzerschiffs, das zwar als Rahmenhandlung dient, zu dem aber viel mehr Fragen als Antworten präsentiert werden. Weshalb es den Ozean überquerte und was mit der Crew geschah, beantwortet Sahara - Abenteuer in der Wüste nicht und wenn den Hauptfiguren per Zufall alle Möglichkeiten in die Hände fallen, sich irgendwo heraus zu befreien, in der Wüste ohne Wasser ein Fahrgefährt zu bauen, usw., dann verliert das Abenteuer viel von seinem Spaßfaktor. Schade.    


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