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Pirates of the Caribbean: Salazars Rache [2017]

Wertung: 4 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 9. Mai 2017
Genre: Action / Komödie / Fantasy

Originaltitel: Pirates of the Caribbean: Dead Men Tell No Tales
Laufzeit: 129 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2017
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Joachim Rønning, Espen Sandberg
Musik: Geoff Zanelli
Darsteller: Johnny Depp, Javier Bardem, Brenton Thwaites, Kaya Scodelario, Geoffrey Rush, Kevin McNally, Martin Klebba, David Wenham, Stephen Graham, Golshifteh Farahani


Kurzinhalt:

Seit frühester Kindheit wünscht sich Henry Turner (Brenton Thwaites) nichts sehnlicher, als dass sein Vater nach Hause zurückkehrt. Doch Will Turner ist verflucht, auf der "Flying Dutchman" zu bleiben. Henrys Hoffnung ist die Sage um den Dreizack des Poseidon, mit dem sich jeder Fluch des Meeres brechen lassen soll. Auf seiner Suche nach dem Artefakt gerät Henry an den im Teufelsdreieck gefangenen Geist des spanischen Kapitän Salazar (Javier Bardem). Der verschont Henrys Leben nur, damit dieser Captain Jack Sparrow (Johnny Depp) eine Nachricht überbringt. Jack, der Salazar in diese Situation gebracht hat, ist auch für Henry der Schlüssel zum Dreizack. Doch wo sich dieser befindet, scheint nur die als Hexe zum Tode verurteilte Carina Smyth (Kaya Scodelario) zu wissen, die im Besitz eines ganz besonderen Tagebuches ist. Als sich die drei notgedrungen zusammen auf den Weg machen, das Artefakt zu suchen, müssen sie feststellen, dass nicht nur die britische Navy ein Auge auf die Macht dieses Schatzes geworfen hat, sondern auch der Pirat Barbossa (Geoffrey Rush). Bei Jack zieht sich die Schlinge um seinen Hals immer enger, hat Salazar doch Rache geschworen und fegt alle Schiffe aus den Meeren, die sich ihm in den Weg stellen ...


Kritik:
Mit Pirates of the Caribbean: Salazars Rache kommt der inzwischen fünfte Film um Captain Jack Sparrow in die Kinos, den Johnny Depp auf so unnachahmliche Weise zum Kassenmagneten gemacht hat. Die Regisseure Joachim Rønning und Espen Sandberg präsentieren entgegen der Franchise-Müdigkeit auf Seiten des Publikums, die sich bereits während der ursprünglichen Trilogie breit zu machen schien und die vielleicht auch die Wartezeit von sechs Jahren seit dem letzten Teil erklärt, ein Abenteuer, das auf charmante Art und Weise einen Abschluss zu einem fast vergessenen Handlungsbogen mit sich bringt. Zusammen mit einigen der Schwächen der vorigen Filme.

Die Geschichte beginnt – wie so viele Fortsetzungen von langlebigen Filmreihen heutzutage – mit einem Rückblick, jedoch nicht in die Vergangenheit von Publikumsliebling Jack, sondern von Henry Turner, Sohn von Will Turner und Elizabeth Swann. Kenner der ersten drei Teile werden sich erinnern. Der junge Henry sucht nach einem Weg, seinen Vater von dem Fluch zu befreien, der auf ihm liegt und ihn von seiner Familie fernhält. Er glaubt, dass der Dreizack des Poseidon der Schlüssel ist und trifft Jahre später nicht nur auf Jack Sparrow, dessen magischer Kompass in der Lage sein sollte, den Dreizack zu finden, sondern auch auf die emanzipierte Carina Smyth. Dass auch sie eine Verbindung zu den bekannten Figuren besitzt, ist ein guter Einfall, selbst wenn ihrer Geschichte in dem Fall zu wenig Zeit beigemessen wird.

Der Prolog, der nicht nur länger, sondern auch bedeutend düsterer ausfällt als bei den bisherigen Filmen, lässt eingangs viel von der Leichtigkeit vermissen, die die Pirates of the Caribbean-Filme bislang so unterhaltsam gemacht haben. Doch das ist kein wirklicher Kritikpunkt, denn tritt Captain Jack erst einmal in Aktion, scheint Johnny Depp die Szenen einhändig zu beherrschen. Ohne zu viel vorwegzunehmen sei gesagt, dass der gezeigte Bankraub derart überzogen ausfällt, als hätte sich Jack Sparrow in einen Teil der Fast and the Furious-Reihe verirrt. Er ist gleichzeitig eines der unterhaltsamsten Highlights, zusammen mit dem Abschnitt der doppelten Exekution, der zum Besten gehört, was die Reihe bislang geboten hat.

Das erste Drittel von Salazars Rache macht durchweg Spaß und mit Javier Bardem als Armando Salazar, der zu Lebzeiten Piraten von den Weltmeeren fegte, ehe ihn ein junger Captain Jack überrumpelte und zu einem halbtoten Dasein im Teufelsdreieck verdammte, bietet der Film auch einen charismatischen Bösewicht. Dass der Dreizack des Poseidon so mehrere Stories innerhalb des Films verknüpft und sowohl Jack, als auch Henry und Carina jeweils ein eigenes Interesse an dem Artefakt haben, ist eine gute Idee. Nur weiß das Skript daraus nicht wirklich etwas zu machen.

Machen sich die verschiedenen Parteien, zu denen auch Pirat Barbossa gehört, auf, den Dreizack zu finden, verläuft die Story in sehr bekannt klingenden Bahnen. Dass die Produzenten ganz offensichtlich eine Staffelübergabe in die Wege leiten, von Captain Jack hin zu Henry und Carina, kann man ihnen nicht zum Vorwurf machen und sie wäre gelungener, würde Brenton Thwaites als Henry nicht vollkommen ohne Ecken und Kanten daherkommen. So ist ihm Kaya Scodelarios Carina nicht nur geistig in aller Regel voraus, sondern auch in puncto Ausstrahlung. Doch hiervon abgesehen gibt es etwas viel offensichtlicheres, wodurch Pirates of the Caribbean: Salazars Rache nach dem ersten Akt zunehmend enttäuscht. Erscheinen die groß angelegten Actionszenen zu Beginn meistens noch greifbar und "echt", entstand das Abenteuer ab der Hälfte zum großen Teil allzu offensichtlich im Computer. Dass das Vorfinale wie auch der Showdown selbst arg dunkel gehalten ist, macht nicht nur das obligatorische 3D unnötig anstrengend und unübersichtlich, es täuscht auch nicht über die mauen Trickeffekte hinweg.

Es ist löblich, dass das Finale einen Abschluss für eine Figur der ersten Stunde darstellen soll, und im Grunde ist es ein passender Abschied. Nur sieht es, selbst wenn man erkennt, was die Filmemacher damit erreichen wollten, leider schlichtweg nicht gut aus. Dafür wird die Mythologie der Filmreihe in gewissem Sinne bereinigt, oder zurückgesetzt, um neue Abenteuer zu ermöglichen. Das gelingt nicht zuletzt dank der tollen Gaststars, die eine Hintergrundgeschichte zum Abschluss bringen, die man nach dem letzten Film bei den Machern aus den Augen verloren glaubte. Das ist etwas für Fans, aber weniger für diejenigen, dies nun erst werden wollten.


Fazit:
Pirates of the Caribbean: Salazars Rache steht den letzten Filmen in nichts nach. Das betrifft sowohl die leichtfüßige, actionreiche Unterhaltung durch einen dem Rum zugetanen und eher mit Glück als mit Können gesegneten Captain Jack Sparrow, als auch überlange und überlaute Bombastsequenzen, die zu sehr auf Spezialeffekte setzen und den Bezug zu den Figuren vermissen lassen. Wie gehabt ist auch dieser Teil um die ein oder andere Nebenhandlung zu lang und die Laufzeit gute 15 Minuten länger, als sie sein müsste. Als Sommer-Unterhaltungsfilm mit einer großen Prise Humor und dem für die Reihe gewohnten Touch Fantasy funktioniert das aber immer noch, obwohl es bedauerlich ist, dass die Regisseure das geerdete Ambiente des ersten Drittels nicht bis zum Ende halten können. Für Fans der vorigen Filme ist es wie mit einer Achterbahnfahrt: Von der ein oder anderen Abzweigung abgesehen, weiß man, was kommt – aber das heißt nicht, dass man keinen Spaß dabei haben kann.
 


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