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Ocean’s Eleven [2001]

Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 14. Oktober 2018
Genre: Unterhaltung

Originaltitel: Ocean’s Eleven
Laufzeit: 116 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2001
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Steven Soderbergh
Musik: David Holmes
Darsteller: George Clooney, Brad Pitt, Andy Garcia, Bernie Mac, Elliott Gould, Carl Reiner, Casey Affleck, Scott Caan, Don Cheadle, Eddie Jemison, Shaobo Qin, Matt Damon, Julia Roberts


Kurzinhalt:

Was immer der Gauner Danny Ocean (George Clooney) der Bewährungskommission geantwortet hat auf die Frage, was er tun würde, wenn er auf Bewährung aus der Haft entlassen würde, es hat sie überzeugt. Doch auf freiem Fuß verschwendet er keine Zeit damit, ein unbescholtenes Leben zu führen, sondern sucht seinen früheren Partner Rusty Ryan (Brad Pitt) auf. Mit ihm plant er einen neuen Coup, der für alle Beteiligten überaus lukrativ sein soll. Im Ziel steht der gemeinsame Tresorraum von drei Kasinos in Las Vegas, einer der am stärksten bewachten und bestgesicherten Räume des Landes. Damit das schier unmögliche Unterfangen gelingt, benötigen Danny und Rusty eine erfahrene und talentierte Crew, die aus neun weiteren Spezialisten besteht. Während die Vorbereitungen laufen, kommt Rusty jedoch dahinter, dass Dannys Ziel nicht zufällig ausgewählt ist. Alle drei Spielhäuser gehören Terry Benedict (Andy Garcia), der inzwischen mit Dannys Ex-Frau Tess (Julia Roberts) zusammen ist …


Kritik:
Steven Soderberghs Ocean’s Eleven, das Remake der Krimikomödie Frankie und seine Spießgesellen [1960], wartet mit einer Besetzung auf, die sich andere Filmemacher nicht einmal im Traum leisten können. Angeführt von George Clooney in der Titel gebenden Rolle des Danny Ocean, der zehn weitere Gauner um sich schart, um in Las Vegas mehrere Kasinos mit einem Überfall auszunehmen, ist es auch der Cast, der den charmanten Film so unterhaltsam macht. Darüber hinaus allerdings gibt es erstaunlich wenig zu sehen.

Die Geschichte beginnt damit, dass Danny Ocean, nachdem er auf Bewährung aus der Haft entlassen wurde, gegen seine Bewährungsauflagen verstößt und das Bundesland verlässt. Er sucht seinen früheren Komplizen Rusty auf, um ihn für einen neuen Überfall zu gewinnen. Im Blick hat er drei Kasinos in Las Vegas, die alle dem schwerreichen Terry Benedict gehören. In deren gemeinsamen Tresor schlummern weit über 150 Millionen Dollar, die Danny stehlen will – aber da es bislang niemandem gelungen ist, ein Kasino erfolgreich auszurauben, benötigt der Coup nicht nur eine umfangreiche Crew, sondern auch eine exakte Planung. So engagieren Danny und Rusty neun weitere Ganoven, jeweils mit speziellen Talenten. Was er jedoch verschweigt und Rusty erst sehr spät erfährt ist, dass dies kein normaler Überfall werden soll, immerhin ist Terry inzwischen mit Dannys Ex-Frau Tess zusammen.

An sich bietet die Story von Ocean’s Eleven alle Elemente, um einen erfolgreichen Heist-Film zu erzählen, selbst wenn auffällt, dass die Crew, die hier aktiv wird, außerordentlich groß ist. Das hat allerdings zur Folge, dass man die wenigsten wirklich kennenlernt. Nicht nur, dass selbst die Informationen über Danny oder Rusty mehr als spärlich ausfallen, von manchen Ganoven wird zwar der Name erwähnt, im Gedächtnis haften bleibt der jedoch nicht. Eine Entwicklung der Figuren gibt es insofern nicht. Immerhin, das muss man dem Drehbuch zugutehalten, bekommen alle etwas zu tun, obwohl ganz eindeutig einige wenige im Zentrum des Geschehens stehen.
Was Geschichten dieser Art aber für gewöhnlich auszeichnen ist die Tatsache, dass selbst die best geschmiedeten Pläne nur so lange halten, bis sie durch unvorhergesehene Zwischenfälle auf den Kopf gestellt werden. Das heißt, so exakt und umfassend Dannys Plan auch ist, wenn sich alles doch überraschend anders entwickelt und die Crew improvisieren muss, kommt Spannung auf.

Nur soweit kommt es bei Steven Soderberghs Adaption nicht. Stattdessen geht bis auf ein paar Kleinigkeiten, die sich allesamt innerhalb kürzester Zeit und ohne Komplikationen auflösen, Dannys Plan perfekt auf. Damit beraubt sich Ocean’s Eleven selbst aller möglicher packender Highlights. Vermutlich waren die vom Filmemacher auch gar nie beabsichtigt. Dafür vereint er eine Besetzung vor der Kamera, die namhafter kaum sein könnte, und ergänzt sie durch zahlreiche bekannte Darsteller, die in Nebenrollen kurz zu sehen sind. Dass mit dem Bellagio, dem Mirage und dem MGM Grand drei wirkliche Kasinos in Dannys Visier stehen und nicht fiktive Spielhäuser, verleiht dem Film eine spürbare Authentizität. Auch handwerklich gibt es Nichts zu beanstanden, angefangen von David Holmes’ unbeschwerter Musik im Stil der 1960er-Jahre, bis hin zur Ausstattung selbst, gibt sich Ocean’s Eleven in einem Wort makellos.

Vermutlich sollte man ihn auch weniger als klassischen Heist-Film sehen, als die Möglichkeit, mehr als ein Dutzend bekannter Akteure in einer lockeren Atmosphäre vor der Kamera vereint zu sehen. Dass sie dabei alle ihren Spaß hatten, merkt man ihnen an und kann sich in den erstaunlich kurzlebigen zwei Stunden charmant unterhalten lassen.


Fazit:
Es kommen nie wirklich Zweifel auf, dass der Plan von Danny Ocean in irgendeiner Weise gefährdet wäre. Selbst wenn der Technikexperte Basher einen Tag vor dem Coup erfährt, dass sie nicht vorgehen können wie geplant, finden sie innerhalb von einer Minute einen anderen Weg – die Nebenhandlung wird dabei so schnell abgespult, dass man nie erfährt, woher sie überhaupt die notwendigen Informationen für den Neben-Raub bekommen haben. All das sind Details, die Regisseur Steven Soderbergh offensichtlich nicht interessieren. Auch ist ihm nicht daran gelegen, den Überfall selbst packend umzusetzen. Ocean’s Eleven vermittelt das Gefühl, als würde man mit Freunden Karten spielen. Es geht dabei nicht darum, wer gewinnt oder wie hoch. Wichtig ist nur, dass man währenddessen eine gute Zeit erlebt. Dieses Kunststück gelingt dem Filmemacher auch überaus gut, dank einer fantastisch charmanten Besetzung und einer unbeschwerten, süffisant-amüsanten Atmosphäre. Für einen unterhaltsamen Filmabend reicht das durchaus, wenn man eben nicht mehr erwartet.
 


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