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Nightmare Before Christmas [1993]

Wertung: 6 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 18. Dezember 2015
Genre: Fantasy / Animation / Horror

Originaltitel: The Nightmare Before Christmas
Laufzeit: 76 min.
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 1993
FSK-Freigabe: ab 6 Jahren

Regie: Henry Selick
Musik: Danny Elfman
Stimmen: Danny Elfman / Chris Sarandon (Alexander Goebel), Catherine O'Hara (Nina Hagen), William Hickey (Fred Maire), Glenn Shadix (Michael Gahr), Paul Reubens, Ken Page (Ron Williams), Edward Ivory (Manfred Lichtenfeld)


Kurzinhalt:

Das aktuelle Halloweenfest, das gerade zu Ende gegangen ist, war das größte in der Geschichte der Halloweenwelt. Der Star wie in jedem Jahr war Jack Sekllington (Danny Elfman, Chris Sarandon / Alexander Goebel), der Kürbiskönig. Doch das drahtige Skelett ist unglücklich, Jack möchte mehr als nur Schrecken verbreiten und als er mit dem Hund Zero einen Spaziergang macht, stolpert er durch Zufall in die Weihnachtswelt. Vollkommen fasziniert kehrt er zurück und überzeugt den Bürgermeister (Glenn Shadix / Michael Gahr) sowie alle anderen davon, wie toll es wäre, wenn sie dieses Jahr Weihnachten ausrichten. Die heimlich in Jack verliebte Sally (Catherine O'Hara / Nina Hagen) versucht ihn davon abzubringen, befürchtet sie doch, dass das in einer Katastrophe enden wird. Doch Jack lässt sich nicht abbringen und während der Nikolaus (Edward Ivory / Manfred Lichtenfeld) entführt wird, macht sich Jack daran, in seine Rolle des Nikki-Graus zu schlüpfen und die Geschenke zu verteilen ...


Kritik:
Das Schlimmste, was man (kleinen) Kindern antun kann, ist ihnen kurz vor Weihnachten den von Tim Burton produzierten Nightmare Before Christmas zu zeigen. So grandios fantasievoll, so bezaubernd und wahr in seinen Aussagen der ungewöhnliche Animationsfilm mit den verschrobenen Figuren ist, er ist kein Kinderfilm. Lässt man sich aber darauf ein, hört man dem Kürbiskönig aus der Halloweenwelt zu, dann bringt das so gelungen auf den Punkt, was Weihnachten ausmacht, dass es immer wieder verblüfft.

Regisseur Henry Selick kleidet seinen Stop-Motion-Film in atemberaubende, ungewöhnliche Bilder, deren Landschaften und Figuren nicht von unserer Welt scheinen. Im Zentrum der Erzählung steht das dürre Skelett Jack Skellington, der Kürbiskönig aus der Halloweenwelt. Dort leben alle möglichen Schreckens- und Gruselgestalten, die Jack tagein tagaus anhimmeln und deren Ziel es ist, jedes Jahr ein noch größeres und besseres Halloween zu feiern. Aber Jack ist das ewig Erschrecken und Spuken leid, er will etwas Anderes machen, weiß aber nicht was. Bei einem Spaziergang stolpert er in die Weihnachtswelt und ist von dem Flair und der Freude fasziniert. Zurück in seiner eigenen Welt, will er seinen Mitbewohnern begreiflich machen, weshalb es etwas Tolles wäre, wenn sie Weihnachten veranstalten würden und so nimmt die eigentliche Tragödie ihren Lauf.

Als ich Nightmare Before Christmas zum ersten Mal gesehen habe, hat er mir nicht gefallen. Das mag an der persönlichen Stimmung gelegen haben oder daran, dass ich ihn schlicht nicht richtig verstanden hatte. Die Inhaltsbeschreibungen lesen sich immer, dass Jack das Weihnachtsfest an sich reißen will und er den Nikolaus entführen lässt. Das ist nicht grundsätzlich falsch, aber Jacks Motivation ist eine ganz andere.
Trotz oder gerade auf Grund seines Aussehens, würde man vermuten, dass er niedere Beweggründe hat, einen finsteren Plan verfolgt. In Wirklichkeit füllt ihn Halloween nicht aus und in der Weihnachtswelt hat er etwas gefunden, das obwohl es ihm fehlte, er nicht genau benennen kann. Er versucht den anderen Bewohnern zu vermitteln, wie es sich für ihn anfühlte in der Weihnachtswelt, doch sie, die sie es nicht erlebt haben, können ihn nicht verstehen.

In einem Lied versucht Jack, das Geheimnis von Weihnachten wissenschaftlich zu erklären, es zu vermessen und zu analysieren, nur um festzustellen, dass was immer es ist, sich nicht messen, sondern nur fühlen lässt. Sieht man unten an seinem Turm die unglücklich in ihn verliebte Sally sitzen, bringt das so subtil auf den Punkt, worum es an Weihnachten geht, dass es beinahe zu Tränen rührt.
Nightmare Before Christmas ist derart charmant geschrieben und umgesetzt, dass selbst die an sich Furcht einflößenden Figuren hier nur dann böse wirken, wenn man nicht versteht, weshalb sie so sind. Für Kinder und kleine Kinder ist das mitunter schlicht zu düster, dabei in Wirklichkeit aber so fantasievoll und einfallsreich, dass man es kaum glauben mag. Die Geschichte bringt auf ungewohnte Weise zur Geltung, worum es an Weihnachten tatsächlich geht und die Musik ist so eingängig, dass die Songs lange im Ohr bleiben. Vor allem ist es derart zeitlos, dass es scheint, Nightmare Before Christmas wäre gerade erst entstanden.


Fazit:
Was anmutet wie ein düsteres Weihnachtsmärchen ist tatsächlich ein weihnachtsfrohes Märchen, in dem die skurrilen Charaktere unbeschreiblich einfallsreich zum Leben erweckt und mit so vielen Details und Eigenarten geschmückt, dass man Stunden damit zubringen könnte, sie zu beobachten. Der melancholische Jack, der dem Nikolaus das Weihnachtsfest abnehmen möchte, um Freude und Glück anstatt Angst und Schrecken zu verbreiten, hat die besten Absichten. Dass es anders kommt, liegt nicht an ihm und auch seine Helfer trifft keine Schuld. Sie alle tun, was sie am besten können.
Dank des schwarzen Humors und der vielen Anleihen an bekannte Fantasy- und Horrorfilme eignet sich Nightmare Before Christmas mehr für ein erwachsenes als ein jugendliches Publikum. Kinder werden vom Aussehen und dem Verhalten der Figuren eher verstört werden, dabei bringt Filmemacher Henry Selick den Kern von Weihnachten gekonnt zur Geltung. Die Bilder sind unbeschreiblich und die Songs laden zum Mitwippen ein. Vor allem hat der Film von seinem Charme nichts verloren, sondern durch seine handgemachte Art eher noch hinzugewonnen. Ein etwas anderer Weihnachtsklassiker, aber nichtsdestotrotz ein Klassiker.    


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