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Maze Runner - Die Auserwählten im Labyrinth [2014]

Wertung: 5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 07. Februar 2015
Genre: Science Fiction / Action

Originaltitel: The Maze Runner
Laufzeit: 114 min.
Produktionsland: USA / Kanada / Großbritannien
Produktionsjahr: 2014
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: Wes Ball
Musik: John Paesano
Darsteller: Dylan O'Brien, Aml Ameen, Ki Hong Lee, Blake Cooper, Thomas Brodie-Sangster, Will Poulter, Kaya Scodelario, Dexter Darden, Chris Sheffield, Patricia Clarkson, Don McManus


Kurzinhalt:

Als er aufwacht, weiß er nicht einmal seinen Namen. Thomas (Dylan O'Brien) ist nur einer von vielen Jungen, die pünktlich wie ein Uhrwerk über einen Fahrstuhl Monat für Monat auf die Lichtung gebracht werden. Dort haben Alby (Aml Ameen), Newt (Thomas Brodie-Sangster), Gally (Will Poulter) und die anderen seit sie angekommen sind eine Kolonie errichtet. Die geräumige Lichtung ist umgeben von hohen Mauern. Dahinter liegt ein Labyrinth, das nachts von so genannten Griewern bewacht wird. Dann ist auch der Zugang zum Labyrinth durch die Lichtung gesperrt.
Thomas will sich nicht damit abfinden, in der Kolonie zu bleiben. Er glaubt, irgendwo im Labyrinth müsse es einen Ausweg geben. Aber auch wenn Chuck (Blake Cooper) hinter ihm steht und er auf Minhos (Ki Hong Lee) Unterstützung bauen kann, Alby und Gally sind dagegen. Dann erscheint mit Teresa (Kaya Scodelario) plötzlich das erste Mädchen im Fahrstuhl – und sie erkennt Thomas ...


Kritik:
Abgesehen davon, dass der deutsche Filmtitel bereits zu viel verrät, Maze Runner - Die Auserwählten im Labyrinth ist inhaltlich nur wenig mehr als eine Mischung aus Cube [1997] und Lost [2004-2010] mit einer Prise Herr der Fliegen [1954]. Dass der Film über diese Zutaten hinauswächst liegt zum einen an der temporeichen Regie von Wes Ball, aber auch an seinem Hauptdarsteller Dylan O'Brien, durch dessen Augen diese fremdartige Welt zum Leben erweckt wird.

Er erwacht in den ersten Momenten der Geschichte in einem Käfig, der ebenso sehr ein Fahrstuhl ist. Oben angekommen, findet er sich auf einer Lichtung wieder, umgeben von Jungs, die mehr über die Situation zu wissen scheinen als er selbst. Erst am Abend fällt ihm wieder sein Name ein – Thomas – doch sonst kann er sich an nichts erinnern. Wie er erfährt, ist die Lichtung von hohen Mauern umgeben, hinter denen ein Labyrinth liegt. Nachts verschließen sich die Eingänge zum Labyrinth, tagsüber sind sie geöffnet. Bislang hat noch niemand einen Ausweg daraus gefunden und keine Nacht darin überlebt. Dort gibt es Wesen, die Griewer, die Jagd auf die machen, die sich nach dem Verschließen der Tore noch im Irrgarten befinden.

Insofern sind die Regeln bei Maze Runner sehr simpel: Jeder soll seinen Beitrag zur Gruppe leisten und niemand außer die "Läufer" gehen ins Labyrinth. Anführer der Gruppe ist Alby, der auch als erster vor drei Jahren die Lichtung betrat. Monatlich kommen mit dem Fahrstuhl nützliche Dinge und ein weiterer Junge nach oben. Die Filmvorschau verrät, dass kurz nach Thomas ein weiterer Teenager über den Käfig die Lichtung betritt. Teresa ist das erste und einzige Mädchen.

Mehr sollte man nicht über die Story verraten, um die Überraschungen zu erhalten. Dass Thomas der Schlüssel zur Lösung des Mysteriums ist, versteht sich von selbst, nur welchen Zweck erfüllt das Labyrinth? Wie bei vielen anderen Mystery-Geschichten, darunter auch der eingangs erwähnte Cube, steht und fällt die Qualität der Story mit ihrer schlussendlichen Erklärung. In den meisten Fällen wäre es vielleicht sogar besser, gar nicht erst zu versuchen, eine Erklärung zu finden. Glücklicherweise nimmt Maze Runner sie nicht zu früh vorweg und angesichts der letzten Einstellungen darf man gespannt sein, wie viel von den Zusammenhängen, die man sich daraus erschließen kann, tatsächlich zutrifft. Möglich ist auch, dass sich dies in den kommenden beiden Teilen der geplanten Trilogie noch ändern wird.

Eine wirkliche Überraschung ist der Cast, der ausschließlich aus sehr jungen Darstellern besteht. Von O'Brien souverän (und in den letzten Momenten ausgesprochen packend) angeführt, sind alle Schlüsselrollen toll besetzt. Von Aml Ameen als Anführer der Truppe, über Thomas Brodie-Sangster als dessen Vertreter, bis hin zu Blake Cooper als gute Seele der Gruppe, Chuck, sind alle Facetten toll getroffen. Ki Hong Lee ist als Läufer Minho vom ersten Moment an sympathisch, wohingegen Will Poulters Gally inhaltlich zu kurz kommt, um in letzter Konsequenz überzeugen zu können. Kaya Scodelario hat hier kaum etwas zu tun und scheint eher auf Grund ihrer äußerlichen Ähnlichkeit zu Twilight-Star Kristen Stewart besetzt, denn wegen ihrer schauspielerischen Fähigkeiten. Vielleicht ändert sich das in den kommenden Teilen.

Ebenso gelungen ist das durchgehende Design des Films, der bedeutend teurer aussieht als er letztendlich gewesen ist. Sei es die Waldlichtung, auf der sich die Jungs eine Kolonie errichtet haben, die Griewer, mit denen der Film nicht geizt, oder das Labyrinth selbst. Nicht nur, dass die Tricks willkommen unauffällig ausfallen, das Aussehen wirkt wie aus einem Guss. Deshalb und da das Schicksal der Figuren interessiert, obwohl man nur wenig über sie erfährt, fesselt Maze Runner bedeutend mehr als die ebenfalls aktuelle Die Tribute von Panem-Reihe.
Ob das Konzept tatsächlich über mehrere Filme hinweg trägt und die letztliche Auflösung hält, was sie verspricht, wird sich aber erst noch zeigen müssen.


Fazit:
Da Thomas zu Beginn so wenig über seine neue Umgebung und die Personen um ihn herum weiß wie der Zuschauer, beginnt man mit ihm diese fremdartige Welt zu erkunden. Es ist ein interessanter Einstieg, der zum Miträtseln einlädt und dank der gelungenen Actionsequenzen mitreißt. Hierzu trägt auch John Paesanos Score ungemein bei. Unerwartet schnell zieht Regisseur Wes Ball das Tempo seines Jugend-Science-Fiction-Abenteuers an, so dass Maze Runner - Die Auserwählten im Labyrinth sein Publikum wie seine Hauptfigur durch den Irrgarten hetzt.
Das mag inhaltlich nicht wirklich neu sein und viele Parallelen zu anderen Geschichten aufweisen, doch steht dem eine sympathische Besetzung vor und die tadellose, routinierte und doch einfallsreiche Inszenierung machen diese Kritikpunkte schnell vergessen. Toll ausgestattet, macht der Trilogieauftakt Lust auf den nächsten Teil. Man kann nur hoffen, dass er so stimmig wirken wird wie dieser hier.    


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