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Jurassic World: Das gefallene Königreich [2018]

Wertung: 4.5 von 6 Punkten  |   Kritik von Jens Adrian  |   Hinzugefügt am 6. Juni 2018
Genre: Fantasy / Action / Thriller / Horror

Originaltitel: Jurassic World: Fallen Kingdom
Laufzeit: 128 min.
Produktionsland: USA / Spanien
Produktionsjahr: 2018
FSK-Freigabe: ab 12 Jahren

Regie: J.A. Bayona
Musik: Michael Giacchino
Darsteller: Bryce Dallas Howard, Chris Pratt, Ted Levine, Rafe Spall, Daniella Pineda, Justice Smith, Isabella Sermon, Toby Jones, James Cromwell, Geraldine Chaplin, BD Wong, Jeff Goldblum


Kurzinhalt:

Drei Jahre ist es her, dass die eigentlichen Attraktionen des Themenparks Jurassic World, die Dinosaurier, den Park überrannt und die luxuriös ausgestattete Insel zurückerobert haben. Als dort der als erloschen geltende Vulkan auszubrechen droht, initiiert Benjamin Lockwood (James Cromwell) mit Eli Mills (Rafe Spall) eine Rettungsmission für die Riesenechsen. Um die Tiere im Park orten zu können, benötigen sie die Hilfe der früheren Leiterin von Jurassic World, Claire Dearing (Bryce Dallas Howard). Für die Rettung des hochintelligenten Raptors Blue, überzeugt sie dessen Trainer Owen Grady (Chris Pratt), sich der Mission anzuschließen. Zusammen mit der Veterinärin Zia (Daniella Pineda) und dem Technikspezialisten Franklin (Justice Smith) treffen sie auf der Dinosaurier-Insel den Großwildjäger Ken Wheatley (Ted Levine), der für Mills arbeitet. Aber wie sie beim Ausbruch des Vulkans feststellen, ist die Rettung der Tiere nicht der eigentliche Plan …


Kritik:
So erfolgreich Jurassic World [2015] auch gewesen ist, man kann sich durchaus vorstellen, in welcher Zwickmühle sich die Filmemacher danach befunden hatten. Groß war die Kritik, dass die Fortsetzung in weiten Teilen den Genre prägenden Meilenstein Jurassic Park [1993] von Steven Spielberg nur kopieren würde. Mit Jurassic World: Das gefallene Königreich wollte, ja musste man daher neue Wege gehen und das nicht nur hinsichtlich des spanischen Regisseurs J.A. Bayona (Das Waisenhaus [2007], The Impossible [2012]), für den dies der erste große Hollywood-Studiofilm ist. Obwohl Das gefallene Königreich inhaltlich an den Vorgänger anschließt, wagt die Geschichte in der zweiten Hälfte einen Schritt in eine neue Richtung. Das ist zwar durchaus gelungen, nur geht dabei leider das Flair jener Insel voller Dinosaurier verloren. Und damit gewissermaßen auch das, was die bisherigen Jurassic Park-Filme ausgezeichnet hat.

Einige Jahre sind vergangen, seit die Neueröffnung des Parks Jurassic World in einem Fiasko geendet ist. Als auf Isla Nublar, der Insel der Dinosaurier, der dortige Vulkan ausbricht und droht, die Tiere ein für alle Mal aussterben zu lassen, formieren sich Tierschützer und Aktivisten, um eine Rettungsmission zu starten. An deren Spitze steht die aus Jurassic World bekannte Claire, die für den ehemaligen Weggefährten von Jurassic Park-Gründer John Hammond, Sir Benjamin Lockwood, die Tiere von der Insel runter und auf einem abgeschotteten Eiland unterbringen soll, wo sie sich selbst überlassen bleiben. Um den intelligenten Raptor Blue aufzuspüren, benötigt das Team die Hilfe von Owen Grady (Chris Pratt), der die Raptoren trainiert hatte. Als das Team auf der Insel ankommt, steht der Vulkan bereits kurz vor dem Ausbruch und Das gefallene Königreich wäre keine Jurassic Park-Fortsetzung, wenn nicht doch persönliche, finanzielle Interessen von menschlichen Schurken im Spiel wären.

Viel mehr sei über die Story nicht verraten und dankenswerter Weise gibt auch die Filmvorschau nicht mehr preis. Bereits die ersten 15 Minuten von Das gefallene Königreich beinhalten dabei viele, erfreulich unaufdringliche Verweise sowohl auf Jurassic World als auch Jurassic Park, dass Kenner der Vorgänger unweigerlich werden Schmunzeln müssen. Die Eröffnungssequenz ist die gelungenste seit dem allerersten Film und gleichermaßen packend wie einfallsreich. Dass Komponist Michael Giacchino nicht nur John Williams’ preisgekrönte und unverwechselbare Themen wieder aufgreift, sondern auch subtil Motive aus Vergessene Welt - Jurassic Park [1997] einstreut, rundet den Zusammenhalt der Filme toll ab. Fans sollten nach dem Score Ausschau halten.

Das erste Drittel des Films, in dem der von der Natur zu großen Teilen zurückeroberte Park ebenso gezeigt wird wie der Ausbruch des Vulkans, ist überaus gelungen. Der gesamte Abschnitt des Vulkanausbruchs selbst ist fantastisch und mitreißend inszeniert und sieht man an dessen Ende den Brachio- oder Brontosaurier sich ein letztes Mal aufbäumen, dann erinnert das nicht nur gelungen an das allererste Mal, dass man ihn vor nunmehr 25 Jahren gesehen hat, es ist ein treffendes Mahnmal für die Verantwortung, die mit der von Menschen gemachten Schöpfung einhergeht. Durch diesen Aspekt der Story unterscheidet sich Jurassic World: Das gefallene Königreich von den übrigen Teilen des Franchise, die bislang die Frage stellten, ob man die Macht der Gentechnik nutzen sollte – hier steht im Zentrum, welche Fürsorgepflichten damit verbunden sind. Mit dem Storystrang um Lockwoods Enkelin Maisie findet das Skript ein überraschend dezentes Spiegelbild dieser moralischen Frage, die nur aufgeworfen wird, ohne dass die Filmemacher Position beziehen würden.

So unterhaltsam all das präsentiert ist, nach der Hälfte des Films geht die Story von Das gefallene Königreich in eine andere Richtung. Das an sich ist kein Kritikpunkt, nur geht damit der exotische Charme eines Jurassic Park-Films auf eben jener Insel voller Dinosaurier verloren, mehr noch als seinerzeit bei Vergessene Welt. Dass das Drehbuch aus den Schurken nicht viel macht und diese kaum in Aktion treten dürfen, liegt wie zuvor schlicht daran, dass die Dinosaurier die eigentlichen Widersacher und die Stars sind. Angesichts von namhaften Darstellern wie Rafe Spall, Ted Levine oder auch Toby Jones ist es nichtsdestotrotz bedauerlich.
Die von Bryce Dallas Howard gespielte Claire bringt es in der Frage, die sie stellt, selbst gelungen auf den Punkt: Ob man sich erinnern kann, als man zum ersten Mal einen Dinosaurier gesehen hat? Wer wie dieser Kritiker im Jahr 1993 mehrmals im Kino war, um in Steven Spielbergs bahnbrechendem Jurassic Park zum ersten Mal diese Urzeitechsen auf der großen Leinwand zu bestaunen, der wird das überwältigende Gefühl nicht vergessen (haben). Hier reicht Jurassic World: Das gefallene Königreich nicht heran, zu keinem Moment. Doch das bedeutet nicht, dass Regisseur J.A. Bayona durch eine düstere Optik und eine tadellose Inszenierung nicht für durchweg tolle Unterhaltung sorgen würde.


Fazit:
Chris Pratts Mischung aus charmantem Draufgänger und flapsigem Humor erinnert im besten Sinne an Indiana Jones. Zusammen mit Bryce Dallas Howard trägt er routiniert einen Film, dessen erste Hälfte den Charme der Vorgänger treffend einfängt, ohne ihn nur zu kopieren. Umso stärker vermisst man dieses Gefühl jedoch in der zweiten Filmhälfte. Das Finale erinnert schließlich mehr an einen klassischen Monster-Horror-Film, als zuvor, was nicht nur daran liegt, dass es hauptsächlich um ein Monster geht. Jurassic World: Das gefallene Königreich ist ein überaus gelungener, in den richtigen Momenten witziger Popcorn-Film, spannend, einfallsreich und mit toller Dinosaurier-Action. Die Sequenz um den Vulkanausbruch überragt dabei den Rest bei weitem. Mit dem Richtungswechsel der Story reicht daran kein anderer Abschnitt mehr heran. Dafür sind die Macher mutig genug, die Geschichte am Ende buchstäblich zu entfesseln und auf neue Bahnen zu lenken. Wohin das führt, muss man abwarten – einen möglichen Ausblick erhalten diejenigen, die bis nach dem Abspann sitzen bleiben. Wer dem Franchise zugetan ist, kann sich hier bestens unterhalten lassen.
 


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